Die Tulpe im Schwan

Ein orangefarbener Nebel ist schalenförmig nach rechts geöffnet, darin schimmert ein blauer, gefaserter Nebel, links unten sind zwei kleine dunkle Staubranken. Außen herum sind viele kleine Sterne gleichmäßig verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Das Teleskopbild blickt auf die Ebene unserer Milchstraße zum nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus). Es rahmt eine helle Emissionsregion. Die leuchtende Wolke aus interstellarem Gas und Staub ist der Tulpennebel. Sie ist auch im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless als Sh2-101 vermerkt. Der Katalog entstand 1959.

Der komplexe, schöne Nebel ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt und 70 Lichtjahre groß. Er blüht mitten im Bildkomposit. Rote, grüne und blaue Farbtöne zeigen das Leuchten ionisierter Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff. Am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation sind junge, energiereiche Sterne verteilt. Sie ionisieren mit ihrer UV-Strahlung die Atome des Nebels. Einer davon ist der O-Stern HDE 227018. Es ist der helle Stern beim blauen Bogen in der Mitte der kosmischen Tulpe.

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NGC 7635: Der Blasennebel

Mitten im Bild leuchtet vor einem nebeligen Hintergrund ein Gebilde, das wie eine Seifenblase aussieht. Links oben ragt ein orangefarbener Nebel ins Bild, die restlichen Nebel im Hintergrund sind dunkel bis bläulich.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Vermächtnis-Team (STScI / AURA)

Ein massereicher Stern bläst mit seinem Wind diese interstellare Erscheinung. Die überraschend vertraute Form ist 7 Lichtjahre groß. Katalogisiert ist sie als NGC 7635. Man kennt sie auch als Blasennebel. Sie wirkt sehr zart. Doch es gibt Hinweise, dass hier gewaltsame Prozesse ablaufen.

Links über dem Zentrum der Blase leuchtet ein heißer O-Stern. Er ist mehrere Hunderttausend Mal leuchtstärker und etwa 45 Mal massereicher als die Sonne. Der heftige Sternwind und die intensive Strahlung des Sterns sprengten die Struktur aus leuchtendem Gas in die dichtere Molekülwolke, die ihn umgibt.

Der faszinierende Blasennebel und der damit verbundene Wolkenkomplex sind ungefähr 7100 Lichtjahre entfernt. Sie liegen im stolzen Sternbild Kassiopeia. Das Bild der kosmischen Blase ist ein Komposit aus Daten des Weltraumteleskops Hubble. Es wurde 2016 zum 26. Jahrestag von Hubbles Start veröffentlicht.

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NGC 6188 und NGC 6164

Mitten im Bild leuchtet ein blauer Hintergrund, über den dunkle Staubwolken verlaufen. das Blau ist von dunklen Nebeln umgeben, die teilweise in orange leuchtende Wolken übergehen.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh und Rick Stevenson

NGC 6188 ist eine riesige Sternbildungsregion. In den Wolken lauern fantastische Formen aus leuchtendem Gas. Der Emissionsnebel ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Er liegt am Rand einer riesigen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar. Die Molekülwolke ist in sichtbaren Wellenlängen des Lichts unsichtbar.

In der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation befinden sich massereiche junge Sterne. Sie sind vor nur wenigen Millionen Jahren in der Region entstanden. Die Sterne formen die dunklen Gestalten mit ihren Sternwinden. Außerdem bringen sie durch intensive UV-Strahlung den Nebel zum Leuchten. Der Auslöser für die aktuelle Sternbildung waren wahrscheinlich Winde und Supernovae, bei denen frühere Generationen massereicher Sterne explodierten. Sie fegten das Molekülgas auf und komprimierten es.

Die kosmische Leinwand zeigt auch den ungewöhnlichen Emissionsnebel NGC 6164. Er leuchtet rechts unter NGC 6188. Auch er entstand durch einen massereichen OStern in der Region. Die Gashülle von NGC 6164 ist auffallend symmetrisch. Sie hat einen blassen Halo, der ähnlich aussieht wie viele planetarische Nebel. Der Halo umgibt den hellen Zentralstern.

Das eindrucksvoll große Sichtfeld ist mehr als 3 Grad breit, das ist so viel wie sechs Vollmonde nebeneinander. In der geschätzten Entfernung von NGC 6188 entspricht das mehr als 200 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus drei Bildreihen, die kombiniert wurden.

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Nebel im Fuhrmann

Das Bild ist dicht von kleinen Sternen übersät. Hinten sind dichte, teils stark strukturierte, rot leuchtende Nebelwolken verteilt. Rechts ist der Kaulquappennebel, unten sind die Spinne und die Fliege, links oben leuchtet die Emissionsregion IC 405, der Flammensternnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Das antike Sternbild Fuhrmann (Auriga) enthält viele Sternhaufen und Nebel. Im nördlichen Winter reitet es hoch am Nachthimmel. Das detailreiche Teleskopbild entstand mit Schmal- und Breitbandfiltern. Es ist am Himmel fast 4 Grad breit. Das entspricht 8 Vollmonden nebeneinander. Es zeigt einige Schätze im Sternbild Fuhrmann.

Die Emissionsregion IC 405 links oben ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Die roten, verschachtelten Wolken aus leuchtendem Wasserstoff werden auch Flammensternnebel genannt. Der heiße O-Stern AE Aurigae bringt sie zum Leuchten.

IC 410 rechts oben ist viel weiter entfernt, nämlich 12.000 Lichtjahre. Diese Sternbildungsregion ist berühmt für den eingebetteten jungen Sternhaufen NGC 1893 und kaulquappenförmige Wolken aus Staub und Gas.

Rechts unten befinden sich IC 417 und NGC 1931. Sie sind die Spinne und die Fliege. Es sind ebenfalls junge Sternhaufen, die in ihre Entstehungswolken eingebettet sind. Sie liegen weit hinter IC 405. Der Sternhaufen NGC 1907 ist unten rechts neben der Mitte platziert. Das dicht gedrängte Bildfeld in der Ebene unserer Milchstraße liegt ungefähr gegenüber vom galaktischen Zentrum.

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AE Aurigae und der Flammensternnebel

Der Nebel im Bild erinnert entfernt an Feuer. Der Himmel rund um den rauchartigen Nebel ist von kleinen Sternen gesprenkelt.

Bildcredit und Bildrechte: Jesús Vargas und Maritxu Poyal (Maritxu)

Brennt der Stern AE Aurigae? Nein. Zwar nennt man AE Aurigae „Flammenstern“. Der Nebel um IC 405 heißt Flammensternnebel. Und die hat Region offenbar die Farbe von Feuer. Trotzdem gibt es hier keinen Brand.

Als Feuer bezeichnet man meist die rasche molekulare Aufnahme von Sauerstoff. Es entsteht nur, wenn genug Sauerstoff vorhanden ist, aber nicht in einer so energiereichen, sauerstoffarmen Umgebung wie bei Sternen. Das Material, das wie Rauch aussieht, ist großteils interstellarer Wasserstoff. Er enthält rauchartige dunkle Fasern aus kohlenstoffreichen Staubkörnchen.

Der helle Stern AE Aurigae ist rechts unten bei der Mitte des Nebels. Er ist so heiß, dass er blaues Licht abstrahlt. Es ist so energiereich, dass es Elektronen aus dem umgebenden Gas herausschlägt. Wenn ein Proton ein Elektron zurückgewinnt, entsteht das Licht im umgebenden Emissionsnebel. Der Flammensternnebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und ungefähr 5 Lichtjahre groß. Man sieht ihn mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

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Der Tulpennebel

Das Bild ist von einem teils ockerbraun leuchtenden Nebel und kleinen Sternen gefüllt, dazwischen ranken sich auch dunkle Staubwolken. In der Bildmitte leuchtet der blaue Tulpennebel.

Bildcredit und Bildrechte: J-P Metsävainio (Astro Anarchy)

Diese Teleskopansicht blickt die Ebene unserer Milchstraße entlang zum nebelreichen Sternbild Schwan. Nebel umrahmen eine helle Emissionsregion. Die leuchtende Wolke aus interstellarem Staub und Gas heißt landläufig Tulpennebel. Sie ist auch im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless aus dem Jahre 1959 als Sh2-101 gelistet.

Der schöne Nebel ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt. Er ist zirka 70 Lichtjahre groß und blüht mitten im Kompositbild. Rote, grüne und blaue Farbtöne kartieren die Emissionen ionisierter Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatome. Von den jungen, energiereichen Sternen am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation stammt viel Ultraviolettlicht. Es ionisiert die Atome im Tulpennebel und bringt sie zum Leuchten.

Eine der Energiequellen ist der O-Stern HDE 227018. Er ist der helle Stern neben dem blauen Bogen mitten in der kosmischen Tulpe. Der Mikroquasar Cygnus X-1 leuchtet im ganzen elektromagnetischen Spektrum. Rechts oben befindet sich die gekrümmte Stoßfront, die seine mächtige Strahlung erzeugte.

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Der Blasennebel

In einem roten Nebelfeld leuchtet in der Mitte eine blaue Seifenblase, die von einem dunkleren Nebel umgeben ist.

Bildcredit und Bildrechte: Bernard Michaud

Diese interstellare Erscheinung wird vom Wind eines massereichen Sterns aufgeblasen. Sie hat eine überraschend vertraute Form. Katalogisiert ist sie als NGC 7635, aber man kennt sie auch als Blasennebel. Sie wirkt zart. Doch die 10 Lichtjahre große Blase zeigt Hinweise auf stürmische Prozesse.

Neben der Blasenmitte ist ein heißer O-Stern. Er ist mehrere Hunderttausend Mal lichtstärker und etwa 45-mal massereicher als die Sonne. Der heftige Sternenwind und die intensive Strahlung des Sterns sprengten die Struktur aus leuchtendem Gas in die umgebende Molekülwolke.

Der faszinierende Blasennebel und der Wolkenkomplex, der damit verbunden ist, sind etwa 11.000 Lichtjahre entfernt. Sie liegen im stolzen Sternbild Kassiopeia. Die faszinierende Ansicht der kosmischen Blase entstand aus Schmalband-Bilddaten der Emissionen ionisierter Wasserstoff- und Sauerstoffatome in der Region. Für das Dreifarbenbild wurden Emissionen von Wasserstoff und Sauerstoff rot und blau dargestellt. Diese wurden für den Grünkanal kombiniert.

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Ein Halo für NGC 6164

Mitten im Bild ist ein verläuft Nebel mit roten Enden um einen Stern, In einiger Entfernung sind außen herum zarte, schwach leuchtende blattartige Hüllen erkennbar.

Bildcredi und Bildrechtete: Martin Pugh und Rick Stevenson

Der schöne Emissionsnebel NGC 6164 wurde von einem seltenen O-Stern gebildet. O-Sterne sind heiß und strahlend hell. Dieser Stern besitzt etwa 40 Sonnenmassen. Der Stern in der kosmischen Wolke ist etwa 3 bis 4 Millionen Jahre alt. In drei oder vier Millionen Jahren endet er mit einer Supernovaexplosion.

Der Nebel ist etwa 4 Lichtjahre breit. Er hat eine bipolare Symmetrie. Dadurch ähnelt er einem der häufigeren, vertrauteren planetarischen Nebel. Diese gasförmigen Hüllen umgeben vergehende sonnenähnliche Sterne. Ähnlich wie bei vielen planetarischen Nebeln wurde bei NGC 6164 ein ausgedehnter, blasser Halo entdeckt. Dieses detailreiche Teleskopbild der Region zeigt diesen Hof. Die Materie im Halo breitet sich in das umgebende interstellare Medium aus. Sie stammt wahrscheinlich von einer früheren aktiven Phase des O-Sterns.

Die prächtige Himmelslandschaft ist ein Komposit aus Schmalband-Bilddaten. Sie zeigt leuchtenden atomaren Wasserstoff in Rot und Sauerstoff in blauen Farbtönen. Das Bild wird durch Breitbanddaten für das umgebende Sternfeld ergänzt. NGC 6164 ist 4200 Lichtjahre entfernt. Er liegt im rechtwinkeligen südlichen Sternbild Winkelmaß (Norma).

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