Milchstraße und Nachthimmellicht

Der ganze Himmel über der chilenischen Atacama ist von orange gefärbtem Nachthimmellicht geflutet. Links verläuft die Milchstraße nach oben. Unten steht das Las-Campanas-Observatorium. Der helle Planet Jupiter leuchtet oben. Links sind die Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las-Campanas-Observatorium, TWAN)

Das Nachthimmellicht war eindrucksvoll. Letzte Woche flutete es nach Sonnenuntergang den ganzen Himmel von Horizont zu Horizont. Es bedeckte in einer Herbstnacht den Himmel über dem Las-Campanas-Observatorium in der chilenischen Atacamawüste. Das Leuchten war so intensiv, dass es sogar Teile der Milchstraße abschwächte.

Nachthimmellicht (Airglow) entsteht, wenn die UV-Strahlung der Sonne Atome in der Luft ionisiert. Es schimmert in ähnlicher Höhe wie Polarlichter. Meist fotografiert man Nachthimmellicht mit empfindlichen Digitalkameras in Farbe. Hier wirkt es fast feurig. Der größte Teil stammt von Sauerstoffatomen, die extrem dünn verteilt sind. In den letzten Jahren trat es häufig nachts auf der Südhalbkugel auf.

In dieser dunklen Nacht sah man außer der Milchstraße auch das starke Nachthimmellicht mit bloßem Auge, nur ohne Farbe. Doch das hellste Himmelslicht ist Jupiter. Er steht gegenüber der Sonne nahe bei der zentralen Wölbung der Milchstraße. Hier strahlt er über dem östlichen Horizont (oben). Die Große und Kleine Magellansche Wolke glänzen links unter der galaktischen Ebene am südlichen Horizont.

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Galaxis, Meteore und Flugzeuge über dem Bryce Canyon

Über dem malerischen Bryce Canyoun mit seinen urzeitlichen Hoodoos aus Sandstein wölbt sich die Milchstraße wie ein Bogen. Lichtstreifen von Meteoren blitzen über den Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Dave Lane

Manchmal sind Land und Himmel lebhaft und schön zugleich. Die Landschaft ist der Bryce Canyon in Utah in den USA. Er ist für seine vielen interessanten Felsformen bekannt, die im Lauf von Jahrmillionen erodiert sind. In der fotogenen Landschaft am Himmel wölbt sich die zentrale Scheibe unserer Milchstraße. Flugzeuge ziehen am Horizont drei kurze Streifen. Mindestens vier lange Streifen stammen wahrscheinlich von Meteoren der Eta Aquariiden. Zu den vielen Sternen zählen auch die drei hellen Sterne des Sommerdreiecks.

Das digitale Panorama entstand 2014 aus 12 kleineren Bildern des heutigen Datums. Gestern und heute erreicht der Meteorstrom der Eta Aquariiden, der jedes Jahr wiederkehrt, seinen Höhepunkt. Wenn der Himmel dunkel ist und die Augen an die Dunkelheit angepasst sind, sieht man mit etwas Geduld vielleicht alle paar Minuten einen Meteor.

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Magellanberg

Die Magellanschen Wolken flankieren einen Vulkan am Horizont. Er steht im Altiplano der Región de Antofagasta. Der klare südliche Himmel spiegelt sich in der Laguna Lejía.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Fairbairn

Zwei Begleiterinnen der Milchstraße flankieren einen Vulkangipfel, der über dem zerklüfteten Horizont aufragt. Die Landschaft unter dem südlichen Nachthimmel blickt über die Laguna Lejía. Sie liegt im Altiplano der Región de Antofagasta im Norden von Chile.

Die Große und die Kleine Magellansche Wolke erweitern den Blick in den Raum hinter der Galaxis. Sie sind nach dem Portugiesen Ferdinand Magellan benannt, der im 16. Jahrhundert die erste Umrundung der Erde leitete. Die größere Wolke ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt. Die kleinere Wolke liegt 210.000 Lichtjahre hinter dem Berggipfel. Links neben der Kleinen Magellanschen Wolke leuchtet 47 Tucanae wie ein heller Stern. Er spiegelt sich in der sternklaren Nacht im ruhigen Wasser. 47 Tucanae ist ein Kugelsternhaufen, der ungefähr 13.000 Lichtjahre entfernt ist. Er wandert durch den Hof der Milchstraße.

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Meteor über dem Kratersee

Über einem verschneiten Kratersee blitzt ein Meteor am sternklaren Himmel über der Milchstraße auf.

Bildcredit und Bildrechte: Brad Goldpaint (Goldpaint Photography)

„Habt ihr das gesehen?“ Diese Frage hört man bei einem Meteorschauer häufig, denn die Zeit, die ein Meteorblitz dauert, ist meistens zu kurz, um den Kopf zu drehen. Vielleicht besteht der Reiz darin, dass man helle Meteore aufblitzen sieht und dabei weiß, dass es einst kleine Körnchen auf einer anderen Welt waren, auch wenn man nicht jedes einzelne Erlebnis teilen kann.

Heute Nacht erreicht der Lyriden-Meteorstrom seinen Höhepunkt. Wenn der Himmel dunkel ist, sollten man an manchen Orten immerhin 20 Meteore pro Stunde aufleuchten sehen. Dieses Komposit entstand aus neun Aufnahmen, die 2012 fotografiert wurden. Darauf zieht ein heller Lyrid über den malerischen Crater Lake in Oregon in den USA. Vorne liegt Schnee. Weit hinter dem ruhigen See wölbt sich das majestätische Zentralband unserer Heimatgalaxie. Weitere Meteorströme sind dieses und jedes Jahr die Perseïden Mitte August und die Leoniden Mitte November.

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Milchstraße über Deadvlei in Namibia

Aus einem flachen Tonboden ragen verdorrte Reste von Bäumen. Darüber wölbt sich die Milchstraße.

Bildcredit und Bildrechte: Stefan Liebermann

Welcher Planet ist das? Es ist der einzige Planet mit Bäumen, den wir kennen. Doch die Bäume in Deadvlei sind seit mehr als 500 Jahren tot. Sie wuchsen im Namib-Naukluft-Park in Namibia auf der Erde. Zuvor hatten Regenfälle einen Fluss zum Überlaufen gebracht. Nachdem Sanddünen den Fluss verschoben hatten, verdorrten sie.

Dieses Kompositbild entstand letzten Monat und wurde zeitlich gut geplant. Darauf wölbt sich hoch oben das weit entfernte Band unserer Milchstraße über einem großen Strunk. Der Boden aus weißem Ton schimmert scheinbar im reflektierten Sternenlicht.

Links unter dem Bogen der Milchstraße steigt ein Band aus Zodiakallicht auf. Es ist Sonnenlicht, das von Staub reflektiert wird, der im inneren Sonnensystem kreist. Rechts über einer der größeren Sanddünen der Erde findet ein scharfes Auge die Große Magellansche Wolke. Sie ist eine Begleitgalaxie unserer Galaxis. Die Kleine Magellansche Wolke auf diesem Bild zu finden, ist vielleicht zu schwierig.

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Die Milchstraße über den Felsen der sieben starken Männer

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Sergei Makurin

Sicher habt ihr schon von den Sieben Schwestern am Himmel gehört. Aber kennt ihr die Sieben starken Männer auf der Erde? Die ungewöhnlichen Manpupunjor-Felsen stehen westlich vom Uralgebirge. Sie sind eines der sieben Wunder Russlands. Die urzeitlichen Säulen sind 40 Meter hoch. Wie sie entstanden sind, ist nicht bekannt.

Als der hartnäckige Fotograf die schroffen Steintürme im Winter bei Nacht fotografierte, kämpfte er im unwegsamen Gelände mit wenig einladendem Wetter. Im Februar 2014 hatte er endlich Erfolg. Er nützte den Selbstauslöser seiner Kamera, um vorne bei einer schneebedeckten Säule einen Blitz zu halten. Hoch oben leuchten Millionen Sterne. Das Band der Milchstraße kreuzt diagonal von links oben nach unten.

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Die ganze galaktische Ebene oben und unten

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Moophz Himself (Maroun Habib)

Kann man die ganze Ebene unserer Galaxis auf einmal abbilden? Ja, aber nicht mit einer einzigen Aufnahme. Es war sogar einiges an Planung nötig, um es mit zwei Aufnahmen zu schaffen. Der obere Teil des Bildes ist der Nachthimmel über dem Libanon nördlich des Äquators. Das Bild entstand im Juni 2017, als das Zentralband der Milchstraße genau oben stand. Die untere Hälfte wurde sechs Monate später in gleicher Weise fotografiert, und zwar auf dem gegenüberliegenden Breitengrad südlich des Äquators in Chile.

Der Nachthimmel auf jedem der beiden Bild liegt also exakt gegenüber dem anderen und zeigt eine ganze Hälfte der galaktischen Ebene. Der südliche Teil wurde auf den Kopf gestellt und digital an die obere Hälfte geheftet. Daher bildet das Zentralband der Galaxis einen Kreis. Am Himmel leuchten viele Sterne und Nebel. Die Große Magellansche Wolke ist in der unteren Hälfte des ganzen galaktischen Kreises sehr auffällig.

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Farbige Nachthimmellichtbänder um die Milchstraße

Die Milchstraße mit ihren dunklen Staubnebeln verläuft diagonal über den Himmel. Links und rechts wabern farbige Wellen aus Nachthimmel am sternklaren Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Xiaohan Wang

Was leuchtet am Himmel wie ein riesiger Regenbogen, der sich wiederholt? Es ist Nachthimmellicht. Die Luft leuchtet zwar die ganze Zeit, aber normalerweise ist das nur schwer zu erkennen. Doch eine Störung – etwa ein aufziehender Sturm – kann zu merklichen Wellen in der Erdatmosphäre führen. Solche Schwerewellen sind Schwingungen in der Luft. Man kann es mit Wellen vergleichen, die entstehen, wenn ein Stein in ruhiges Wasser fällt.

Rotes Nachthimmellicht entsteht wahrscheinlich durch OH-Moleküle, wenn sie in einer Höhe von etwa 87 km durch ultraviolettes Sonnenlicht angeregt werden. Orangefarbenes und grünes Nachthimmellicht stammen vermutlich von Atomen von Natrium und Sauerstoff in etwas größerer Höhe.

Als der Fotograf eine Fahrt in der Nähe des Krummsees in der chinesischen Provinz Qinghai machte, fiel ihm zuerst vor allem das prächtige zentrale Band der Milchstraße auf. Als er anhielt und es fotografierte, verliefen auf dem detailreichen Bild, das dabei entstand, überraschende Bänder von Nachthimmellicht auf, die ziemlich markant waren. Sie bedeckten den ganzen Himmel. Das Bild wurde digital bearbeitet, um die Farben noch lebendiger zu machen.

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