Die Wolken von Andromeda

Mitten im Bild leuchtet die Andromedagalaxie M31 ungewöhnlich farbig. Außen herum sind rot leuchtende Nebel verteilt, die aber über unserer Milchstraße schweben.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel López / IAC

Was sind diese roten Wolken um die Andromedagalaxie? M31 wird häufig von der Erde aus fotografiert. Sie ist die am nächsten gelegene große Spiralgalaxie und ein vertrauter Anblick. Aus ihrem hellen, gelblichen Kern laufen Spiralarme, die von dunklen Staubbahnen und Wolken heller, blauer Sterne gesäumt sind.

Das farbige Porträt zeigt die Universumsinsel. Es ist ein Mosaik aus Bildern, die mit Breit- und Schmalbandfiltern fotografiert wurden. Ein Merkmal ist unvertraut und fällt auf: Im weiten Sichtfeld sind blasse, rötliche Wolken aus ionisiertem Wasserstoff verteilt. Die Wolken aus leuchtende Wasserstoff sind relativ nahe. Sie liegen in unserer Milchstraße und gehören wahrscheinlich zu den weit verbreiteten, interstellaren Zirruswolken aus Staub, die Hunderte Lichtjahre über unserer galaktischen Ebene schweben.

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Die Dreiecksgalaxie M33

Die Dreiecksgalaxie M33 füllt das Bildfeld. Sie wirkt hier recht zerfleddert. Diese lose Anordnung ihrer Spiralarme macht es schwierig, sie mit einem Teleskop zu beobachten.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Nagy

Im kleinen nördlichen Sternbild Dreieck liegt die prächtige Spiralgalaxie M33. Wir sehen sie von oben. Sie hat die gängigen Namen Feuerradgalaxie oder einfach Dreiecksgalaxie. M33 ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Sie ist die drittgrößte Galaxie in der Lokalen Gruppe. Die größten sind die Andromedagalaxie M31 und unsere Milchstraße.

M33 ist zirka 3 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Vermutlich ist sie eine Begleiterin der Andromedagalaxie. Forschende in den beiden Galaxien haben vermutlich eine tolle Aussicht auf die jeweils andere Spiralgalaxie.

Dieses scharfe Kompositbild zeigt den Blick vom Planeten Erde. M33 hat blaue Sternhaufen und rosaroten Regionen mit Sternbildung. Sie sind an den lose gewundenen Spiralarmen der Galaxie verteilt. Die hellste Region mit Sternbildung ist NGC 604. Sie ist hohl und liegt hier vom Galaxienzentrum aus etwa auf der 7-Uhr-Position.

Nicht nur bei M31, sondern auch bei M33 konnte man die Entfernung gut vermessen, weil sie eine Population veränderlicher Sterne besitzt. So wurde die Dreiecksgalaxie zu einem kosmischen Markstein, als man die Entfernungsskala im Universum etablierte.

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Die Zwerggalaxie Wolf-Lundmark-Melotte

Die Zwerggalaxie WLM ist hinter Sternen zu sehen. Sie wirkt ein wenig flockig. Sie enthält rosarote Sternbildungsgebiete.

Bildcredit: ESO, VST/OmegaCAM-Durchmusterung der Lokalen Gruppe

Die einsame Zwerggalaxie WolfLundmarkMelotte (WLM) ist nach drei Astronomen benannt, die bei ihrer Entdeckung und Erforschung hilfreich waren. Sie liegt im südlichen Sternbild Walfisch (Cetus). Die Zwerggalaxie ist etwa 3 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und ein sehr abgelegenes Mitglied der Lokalen Gruppe.

Vielleicht trat die Galaxie nie in Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie in der Lokalen Gruppe. Dennoch ist das einsame Inseluniversum von verräterischen rötlichen Regionen mit Sternbildung und heißen, jungen bläulichen Sternen gesprenkelt. Ältere, kühle gelbliche Sterne sind in einem Hof um die kleine Galaxie verteilt, der etwa 8000 Lichtjahre groß ist.

Dieses scharfe Porträt von WLM entstand mit dem OmegaCAM-Weitwinkel-Abbildungs- und Durchmusterungs-Teleskop der ESO. Es befindet sich am Paranal-Observatorium und hat eine Auflösung von 268 Megapixel.

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Die Andromedagalaxie M31

Die Andromedagalaxie füllt die ganze Höhe des Bildes. Links und rechts daneben ist viel Raum mit Sternen. Links unter der hellen Scheibe ist die Galaxie M110, rechts oben M32.

Bildcredit und Bildrechte: Farmakopoulos Antonis

Welche große Galaxie ist unserer Milchstraße am nächsten? Es ist Andromeda. Unsere Galaxie sieht Andromeda wohl sehr ähnlich. Die beiden Galaxien dominieren die Lokale Gruppe. Andromedas diffuses Licht stammt von den Hunderten Milliarden Sternen, aus denen sie besteht.

Mehrere einzelne Sterne umgeben das Bild von Andromeda. Sie sind eigentlich Sterne in unserer Galaxis, die weit vor dem Objekt im Hintergrund liegen. Andromeda wird häufig als M31 bezeichnet, da sie das 31. Objekt auf Messiers Liste diffuser Himmelsobjekte ist. M31 ist so weit entfernt, dass Licht etwa zwei Millionen Jahre braucht, um uns von dort zu erreichen. Zwar sieht man M31 ohne Hilfsmittel. Doch dieses Bild ist ein digitales Mosaik aus mehreren Aufnahmen, die mit einem kleinen Teleskop fotografiert wurden.

Vieles an M31 ist nicht bekannt. Zum Beispiel weiß man nicht, in wie vielen Milliarden Jahren sie mit unserer Heimatgalaxie kollidiert.

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Die Wasserstoffwolken von M33

Die flockige Spiralgalaxie M33 füllt das Bild. An den losen Spiralarmen sind rötliche Sternbildungsregionen verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Danilo Pivato, Gimmi Ratto

Die prächtige Spiralgalaxie M33 ist ein markantes Mitglied der lokalen Gruppe. Sie hat anscheinend mehr als ihren gerechten Anteil an leuchtendem Wasserstoff. Man kennt sie auch auch als Dreiecksgalaxie. Sie ist ungefähr 3 Millionen Lichtjahre entfernt.

Dieses Teleskopporträt zeigt die innersten 30.000 Lichtjahre der Galaxie. Es betont ihre rötlich ionisierte Wolken aus Wasserstoff. Sie werden als HII-Regionen bezeichnet. Die gewaltigen HII-Regionen in M33 sind entlang der losen Spiralarme verteilt, die sich zum Kern winden. Sie gehören zu den größten Regionen mit Sternbildung, die wir kennen. Darin entstehen sehr massereiche, aber kurzlebige Sterne. Ihre intensive UV-Strahlung ionisiert den Wasserstoff in der Umgebung. So entsteht das charakteristische rote Leuchten.

Um das Bild zu verbessern, wurde eine Farbansicht der Galaxie aus Breitbanddaten erstellt. Diese wurde mit Schmalbanddaten kombiniert. Diese wurden mit einem H-alpha-Filter aufgenommen. Dieser Filter ist durchlässig für das Licht der stärksten sichtbaren Emissionslinie von Wasserstoff.

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Die Milchstraße geht unter

Über dem Horizont wölbt sich die Milchstraße mit diffusen Sternwolken und dunklen Staubwolken. Darunter bilden die Planeten Mars und Saturn mit dem hellen Stern Antares ein Dreieck knapp über den Bäumen.

Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN, Erde und Sterne)

Bei dunklem Himmel kann der Untergang der Milchstraße ein dramatischer Anblick sein. Unsere Galaxis ist von der Seite zu sehen. Sie verläuft über der staubigen namibischen Wüste fast parallel zum Horizont und reicht vom hellen, südlichen Zentauren links bis Kepheus rechts im Norden.

Das digital kombinierte Panorama zeigt eine Landschaft mit Nachthimmel von Anfang August mit den Sternwolken der Milchstraße und Flüssen aus kosmischem Staub. Die Farben der Nebel sind mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Mars, Saturn und Antares sieht man sogar bei einem helleren Nachthimmel. Sie bilden das helle Dreieck, das die Bäume unter der Wölbung der Galaxis berührt. Unsere Milchstraße ist nicht die einzige Galaxie im Bild. Rechts schimmern bei der Milchstraße zwei weitere große Mitglieder der Lokalen Gruppe. Es sind die Andromedagalaxie und die Dreiecksgalaxie.

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Die Zwerggalaxie Wolf-Lundmark-Melotte (WLM)

Mitten im Bild schwebt die kleine Galaxie WLM im Sternbild Walfisch. Sie wirkt unregelmäßig und ist von rosaroten Sternbildungsregionen und blauen Sternen gesprenkelt.

Bildcredit: ESO, VST/OmegaCAM-Durchmusterung der Lokalen Gruppe

WolfLundmarkMelotte (WLM) ist nach den drei Astronomen benannt, die an ihrer Entdeckung und Erkennung beteiligt waren. WLM ist eine einsame Zwerggalaxie. Man sieht sie im großteils südlichen Sternbild Walfisch (Cetus). Sie ist etwa 3 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und eines der am weitesten entfernten Mitglieder unserer Lokalen Gruppe.

Vielleicht hatte WLM sogar noch nie Wechselwirkungen mit einer anderen Galaxie in der Lokalen Gruppe. Doch das einsame Inseluniversum hat viele verräterische rötliche Sternbildungsregionen und heiße, junge, bläuliche Sterne. Im Halo der kleinen Galaxie sind ältere, kühle gelbliche Sterne verteilt. Die Zwerggalaxie ist nur etwa 8000 Lichtjahre groß.

Dieses scharfe Porträt von WLM stammt von der 268-Megapixel-OmegaCAM. Sie ist am Weitwinkel-Abbildungs- und -Durchmusterungsteleskop auf dem Paranal-Observatorium der ESO montiert.

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Der Tarantelnebel NGC 2070

Die hellen Fasern aus dickem Staub wirken, als wären sie von innen heraus beleuchtet, zum Rand hin werden sie immer dunkler. Im Hintergrund sind Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung: Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten: Hubble-Tarantel-Schatzkammer, Europäische Südsternwarte ESO

Der Tarantelnebel (NGC 2070) ist größer als tausend Lichtjahre. Er ist eine riesige Sternbildungsregion in der Großen Magellansche Wolke (GMW). Das ist eine Begleitgalaxie der Milchstraße. Sie ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt. Das kosmische Spinnentier ist die größte und stürmischste Sternbildungsregion, die wir in der ganzen Lokalen Gruppe kennen. Sie breitet sich über dieses eindrucksvolle Kompositbild aus. Das Bild entstand aus Daten, die im Weltraum und auf der Erde aufgenommen wurden.

Mitten im Tarantelnebel ist ein zentraler junger Haufen aus massereichen Sternen. Er ist als R136 katalogisiert. Aus diesem Sternhaufen strömen intensive Strahlung, Sternwinde und Stoßwellen von Supernovae. Sie liefern die Energie für das Leuchten des Nebels. Außerdem formen sie die spinnenartigen Fasern.

Um die Tarantel sind weitere Sternbildungsregionen verteilt. Sie enthalten junge Sternhaufen, Fasern und leer gefegte, blasenförmige Wolken. Rechts unten explodierte die Supernova SN 1987A. Sie war die nächstgelegene Sternexplosion der Neuzeit. Das reiche Sichtfeld liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch. Es ist zirka 1 Grad breit, das sind 2 Vollmonde nebeneinander. Wäre der Tarantelnebel näher, z. B. 1500 Lichtjahre entfernt wie der Orionnebel, würde er über den halben Himmel reichen.

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