Der Adler steigt auf

Anaglyphe des Mondlandemoduls Eagle beim Aufstieg von der Mondoberfläche, links ragt die Erde über den Mondrand.

Bildcredit: Apollo 11, NASABildrechte: John Kaufmann (ALSJ)

Nehmt eure rot-blauen Brillen und seht euch dieses Stereobild im Mondorbit an. Die Stereo-Anaglyphe entstand aus zwei Fotos (AS11-44-6633, AS11-44-6634), die der Astronaut Michael Collins 1969 bei der Mission Apollo 11 fotografiert hat. Sie zeigt die Aufstiegsstufe der Mondlandefähre, genannt The Eagle (Adler). Sie traf am 21. Juli auf die Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn.

An Bord der Aufstiegsstufe befanden sich Neil Armstrong und Buzz Aldrin. Sie betraten als erste Menschen den Mond. Der glatte, dunkle Bereich auf der Mondoberfläche ist das Mare Smythii. Es liegt unter dem Äquator am äußersten östlichen Rand der Mondvorderseite. Hinter dem Horizont des Mondes lugt der blaue Planet Erde hervor.

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Panorama des Landeplatzes von Apollo 11

Dieses Panorama vom Landeplatz der Mission Apollo 11 wurde aus Bildern erstellt, die durch die Fenster der Mondlandefähre Eagle fotografiert wurden.

Neil Armstrong, Apollo 11, NASA

Habt ihr kürzlich ein Panorama aus einer anderen Welt gesehen? Dieses Panorama entstand aus hoch aufgelösten Rasterdateien der Original-Filmaufnahmen. Es zeigt die prächtige Einöde am Landeplatz von Apollo 11 auf dem Mond im Meer der Ruhe. Neil Armstrong fotografierte die Bilder kurz nach der Landung am 20. Juli 1969 aus seinem Fenster des Mondlandemoduls Eagle (Adler).

Das Bild ganz links (AS11-37-5449) ist das erste, das je eine Person auf einer anderen Welt fotografiert hat. Vorne links im Süden sind Schubdüsen, rechts im Westen fällt der Schatten des Adlers auf den Mond. Zum Größenvergleich: Der große, seichte Krater rechts ist etwa 12 Meter groß.

Die Bilder wurden etwa eineinhalb Stunden nach der Landung durch die Fenster der Mondlandefähre fotografiert. Es war noch vor dem Ausstieg auf die Mondoberfläche. Das sollte den Landeplatz dokumentieren, falls eine frühe Abreise nötig wäre.

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Tycho und Clavius in der Morgendämmerung

Das Bild zeigt den jungen Krater Tycho und den alten Krater Clavius auf der Mondvorderseite in der Morgendämmerung.

Bildcredit und Bildrechte: Eduardo Schaberger Poupeau

Diese dramatische Teleskopansicht wurde am 7. Juli bei Halbmond fotografiert. Süden befindet sich oben. Das Bild zeigt den Mond-Terminator und die zerklüfteten südlichen Hochländer. Die Sonne leuchtet in einem niedrigen Winkel von rechts, während die Dämmerung den jungen Krater Tycho und den alten Krater Clavius in die Region erreicht.

Tycho ist der scharfkantige Krater links unter der Mitte, er ist 85 Kilometer groß und etwa 100 Millionen Jahre jung. Sein 2 Kilometer hoher Zentralberg und der Kraterwall reflektieren das helle Sonnenlicht, sein glatter Boden liegt im dunklen Schatten.

Die Trümmer, die bei dem Einschlag ausgeworfen wurden, als Tycho entstand, lassen den Krater bei fast vollem Mond sehr markant erscheinen, sie bilden ein gut sichtbares System heller Streifen und Strahlen, die über einen Großteil der Mondvorderseite reichen. Sogar ein Teil des Materials, das etwa 2000 Kilometer entfernt an der Landestelle von Apollo 17 gesammelt wurde, stammt wahrscheinlich vom Tycho-Einschlag.

Einer der ältesten und größten Krater auf der Vorderseite des Mondes, der 225 Kilometer große Clavius, liegt südlich von Tycho (darüber). Das Strahlensystem des Kraters Clavius vom ursprünglichen Einschlag ist schon lange verblasst.

Die verwitterten Wände und der glatte Boden des alten Kraters sind inzwischen von jüngeren, kleineren Kratern überlagert, deren Einschläge nach der Entstehung von Clavius stattfanden. Die Kuppen der neueren Kraterwände reichen über den älteren Krater hinaus. Sie reflektieren das frühe Licht der Morgendämmerung und bilden schmale, leuchtende Bögen im beschatteten Clavius.

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Phobos, der verlorene Marsmond

Der Mars Reconnaissance Orbiter zeigt den verlorenen Marsmond Phobos, der in etwa 50 Millionen Jahren zerfallen wird.

Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Mars, der Rote Planet, benannt nach dem römischen Kriegsgott, hat zwei winzige Monde, Phobos und Deimos, deren Namen aus dem Griechischen für Angst und Schrecken abgeleitet sind. Diese Marsmonde sind vielleicht eingefangene Asteroiden aus dem Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder vielleicht aus noch weiter entfernten Bereichen im Sonnensystem.

Dieses atemberaubende Farbbild des robotischen Mars Reconnaissance Orbiter zeigt Phobos, den größeren der beiden Monde, die kleinsten sichtbaren Details im Bild sind nur 10 Meter groß. Er ist tatsächlich ein von vielen Kratern übersätes, asteroidenähnliches Objekt. Doch Phobos kreist so nahe um Mars – etwa 5800 Kilometer über der Oberfläche im Vergleich zu 400.000 Kilometer für unseren Mond -, dass die Gezeitenkräfte ihn hinunterziehen. In vielleicht 50 Millionen Jahren zerfällt Phobos vermutlich zu einem Ring aus Trümmern.

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Wo ist der Mann im Mond?

Der mythische Mann im Mond - sichtbar gemacht durch Rollover-Effekt, fotografiert in Cadalso de los Vidrios  in Spanien.

Bildcredit und Bildrechte: Dani Caxete

Habt ihr schon einmal den Mann im Mond gesehen? Diese häufig gestellte Frage spielt auf die Fähigkeit von Menschen an Pareidolie zu erkennen: Sie erkennen vertraute Bilder, wo es eigentlich keine gibt. Die strukturierte Oberfläche des irdischen Vollmondes ist Basis vieler kultiger Objekte, nicht nur in modernen westlichen Kulturen, sondern weltweit in Sagen aller Zeiten.

Typische Beispiele, die von der wahrgenommenen Ausrichtung des Mondes abhängen, sind die Frau im Mond und der Hase im Mond. Der Umriss eines Gesichtes, das oft als Mann im Mond gedeutet wird, sieht die beiden dunklen, runden Regionen – zwei Mondmeeren, hier direkt über der Mondmitte – die Augen.

Überraschenderweise ist auf diesem Bild tatsächlich ein Mann im Mond. Ein genauer Blick zeigt eine echte Person – mit Teleskop – als Silhouette vor dem Mond. Dieses gut geplante Bild wurde 2016 in Cadalso de los Vidrios in Madrid (Spanien) fotografiert.

Welches Bild im Mond ist euer Lieblingsobjekt?

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Alligatorrückenfelsen auf dem Mars

Mastcam-Bilder des Marsrovers Curiosity zeigen die Alligatorrückenfelsen am Fuß des Mount Sharp im Krater Gale auf dem Mars.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS

Beschreibung: Diese weite abschüssige Ebene am Fuß des Mount Sharp im Krater Gale auf dem Mars ist von Felsen übersät, die vom Wind geformt wurden, diese werden als Windkanter bezeichnet. Das Bild zeigt die zerklüftete, schuppige Erscheinung dieser sogenannten Alligatorrückenfelsen, es entstand aus Mastcam-Bildern des Rovers Curiosity, die am Missions-Sol 3.415 (16. März 2022) fotografiert und digital zusammengefügt wurden.

Da die Räder des Rovers bei früheren Fahrten über die Alligatorrückenfelsen beschädigt wurden, beschloss das Curiosity-Team umzukehren und für den weiteren Aufstieg des Rovers einen anderen Weg zu wählen. Curiosity erklimmt seit 2014 den 5,5 km hohen Zentralberg des Kraters Gale. Beim Aufstieg untersucht er Schichten, die vor Milliarden Jahren durch Wasser auf dem Mars entstanden sind.

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Schatten am Südpol des Mondes

Dieses Bild der ständig beschatteten
Region am Südpol des Mondes entstand aus vielen Mondbildern, die aus verschiedenen Beleuchtungswinkeln aufgenommen wurden Es zeigt, welche Teile nie im direkten Sonnenlicht liegen.

Bildcredit: NASA, Arizona State U., Lunar Reconnaissance Orbiter

Beschreibung: Wurde dieses Bild der Mondoberfläche mit einem Mikroskop aufgenommen? Nein – es ist eine zeitübergreifende Beleuchtungskarte, die mit einer Weitwinkelkamera aufgenommen wurde. Dafür sammelte die Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter in einem Zeitraum von 6 Mondtagen (6 Erdmonaten) 1700 Bilder und nahm dabei immer wieder ein Gebiet um den Südpol des Mondes aus unterschiedlichen Winkeln auf.

Die Bilder wurden zu dieser Karte kombiniert, welche die prozentuale Zeit abbildet, die jeder Punkt der Oberfläche von der Sonne beleuchtet wurde. Der Boden des 19 Kilometer großen Kraters Shackleton in der Kartenmitte bleibt klar erkennbar im Schatten. Am Kraterrand, etwa auf der 9-Uhr-Position, befindet sich der Südpol des Mondes.

Die Kraterböden in der Nähe des Mondsüd- und -nordpols liegen vielleicht ständig im Schatten, während die Bergspitzen möglicherweise fast ständig von der Sonne beleuchtet werden. Die beschatteten Kraterböden könnten künftigen Außenposten als Wassereisspeicher dienen, während sonnenbeleuchtete Bergspitzen gute Standorte sind, um Sonnenenergie zu gewinnen.

12. April um 18 Uhr ist Yuri’s Night im Technischen Museum Wien – Eintritt frei!

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Mond in invertierten Farben

Der Mond der Erde in invertierten Farben.

Bildcredit und Bildrechte: Dawid Glawdzin

Beschreibung: Welcher Mond ist das? Es ist der Erdmond – aber in invertierten Farben. Die Pixelwerte, die hellen und dunklen Bereichen entsprechen, wurden hier umgekehrt beziehungsweise invertiert, sodass eine Falschfarbendarstellung entstand, die an ein Schwarz-Weiß-Negativ erinnert.

Es handelt sich jedoch um ein invertiertes Farbbild. Die gedämpften Farben des Mondes sind echt, wurden aber vor der Invertierung digital verstärkt. Die eigentlich hellen Strahlen des großen Kraters Tycho sind markante Strukturen im Süden (unten). Die dunkelgrünen Linien, die vom 85 Kilometer großen Einschlagsort ausgehen, sind leicht erkennbar. Die sonst dunklen Mondmeere erscheinen hell und silbrig.

Das Bild wurde in Southend-on-Sea in England (Großbritannien) fotografiert. In der Vergangenheit wurden astronomische Bilder, die auf Fotoplatten aufgenommen wurden, direkt auf Farbnegativen untersucht, weil darauf mit den Augen die Details besser erkennbar waren.

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