Das Helle, das Dunkle und das Staubige

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Tasos Liampos

Beschreibung: Diese farbenprächtige Himmelslandschaft in den nebelreichen Sternfeldern in der Ebene unserer Milchstraße im königlichen Sternbild Kepheus ist ungefähr zwei Vollmonde breit. Sie liegt nahe dem Rand der massereichen Molekülwolke in dieser Region und ist ungefähr 2400 Lichtjahre entfernt.

Rechts unter der Mitte befindet sich die hellrote Emissionsregion Sharpless (Sh) 155, die auch als der Höhlennebel bekannt ist. Ungefähr 10 Lichtjahre der hellen Gasränder der kosmischen Höhle werden vom ultravioletten Licht der heißen jungen Sterne in ihrer Umgebung ionisiert. Staubige blaue Reflexionsnebel wie vdB 155 links oben und dichte undurchsichtige Staubwolken sind auf der interstellaren Leinwand ebenfalls reichlich vorhanden. Astronomische Forschungen zeigen auch andere dramatische Anzeichen von Sternbildung, zum Beispiel der helle rote Fleck von Herbig-Haro (HH) 168. Die Strahlung des Herbig-Haro-Objekts oben in der Mitte wird von energiereichen Strahlen eines neu entstandenen Sterns hervorgerufen.

Zur Originalseite

Der Irisnebel in einem Staubfeld

Zwischen braunen Nebelschwaden leuchtet der blaue Irisnebel im Sternbild Kepheus. Das Bild ist voller Sterne, einige sind heller und haben auffällige Zacken.
Bildcredit und Bildrechte: Franco Sgueglia und Francesco Sferlazza

Welche blaue Blume wächst auf diesem dunklen Feld aus interstellarem Staub? Es ist der Irisnebel. Seine auffällige blaue Farbe entsteht durch das Licht des hellen Sterns SAO 19158. Es wird von einer dichten Stelle aus normalerweise dunklem Staub reflektiert. Der Stern leuchtet großteils blau. Außerdem reflektiert der Staub bevorzugt das blaue Licht des Sterns. Der gleiche Effekt macht den Himmel der Erde blau. Der braune Farbton des Staubs, der überall vorhanden ist, entsteht zum Teil durch Photolumineszenz. Staub verwandelt ultraviolette Strahlung in rotes Licht.

Der Irisnebel ist als NGC 7023 katalogisiert. Er wird regelmäßig untersucht, denn er enthält ungewöhnlich viele polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffen (PAK). Diese komplexen Moleküle gibt es auch auf der Erde. Sie entstehen zum Beispiel, wenn Holz nicht vollständig verbrennt. Der hellblaue Anteil im Irisnebel ist etwa sechs Lichtjahre breit. Der Irisnebel ist ungefähr 1300 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Kepheus.

Zur Originalseite

NGC 6946 ins Auge sehen

Die Galaxie NGC 6946 ist von oben sichtbar. An ihren Spiralarmen sind blaue Sternhaufen und rote Sternbildungsgebiete verteilt, in der Mitte leuchtet sie gelb.

Bildcredit: KompositbilddatenSubaru-Teleskop (NAOJ) und Robert Gendler; BearbeitungRobert Gendler

Von der Milchstraße aus sehen wir NGC 6946 von oben. Die prachtvolle Spiralgalaxie ist nur 10 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im hohen, fernen Sternbild Kepheus hinter einem nahen Schleier aus Staub und Sternen.

Vom Kern aus ändern sich die Farben der Galaxie: Im Zentrum leuchtet das gelbliche Licht alter Sterne, weiter außen sind junge blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung an den losen, lückenhaften Spiralarmen verteilt. NGC 6946 leuchtet auch im Infrarotlicht hell. Sie enthält viel Gas und Staub und hat eine hohe Rate an Sternentstehung und Sternzerstörung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man mindestens neun Supernovae in NGC 6946. Eine Supernova ist die finale Explosion eines massereichen Sterns.

NGC 6946 ist fast 40.000 Lichtjahre breit. Man kennt sie auch als Feuerwerksgalaxie. Dieses außergewöhnliche Porträt von NGC 6946 ist ein Komposit aus Bilddaten des Subaru-Teleskops. Es steht auf dem Mauna Kea und hat einen 8,2 Meter großen Spiegel.

Zur Originalseite

Ein Elefantenrüssel in Kepheus

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung – Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten – Subaru-Teleskop (NAOJ), Robert Gendler, Adam Block

Hier seht ihr den staubigen Elefantenrüssel-Nebel. Er windet sich in IC 1396, einem Komplex aus Emissionsnebeln und jungen Sternhaufen. IC 1396 liegt im hohen Sternbild Kepheus. Die Nahaufnahme entstand aus Bilddaten von großen und kleinen Teleskopen.

Der kosmische Elefantenrüssel ist auch als vdB 142 bekannt und mehr als 20 Lichtjahre lang. Die farbige Ansicht betont helle, zurückgefegte Grate. Diese umfassen Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas. Solche Wolken, die in dunkle Ranken eingebettet sind, enthalten das Rohmaterial für neue Sterne. Im Inneren verbergen sich oft Protosterne.

Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Die große Region ist am Himmel mehr als 5 Grad breit. Das Feld der dramatischen Szene misst ein 1 Grad, es ist also etwa so breit wie 2 Vollmonde.

Zur Originalseite

NGC 7822: Sterne und Staubsäulen in Infrot

Die Nebelwolken im Bild sind normalerweise nicht so hell. Sie wurden in Infrarotlicht aufgenommen.

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Junge Sterne in NGC 7822 höhlen die Stätten ihrer Entstehung aus. Im Nebel sind helle Ränder und komplexe Skulpturen aus Staub verteilt. Sie markieren die detailreiche Himmelslandschaft, die mit dem Satelliten Wide Field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA in Infrarotlicht aufgenommen wurde.

NGC 7822 liegt im nördlichen Sternbild Kepheus am Rand einer riesigen Molekülwolke. Die leuchtende Region mit Sternbildung ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt. Die Energie für die atomare Lichtemission im Gas des Nebels stammt von der energiereichen Strahlung heißer Sterne. Ihre mächtigen Winde und ihr Licht formen und erodieren die dichteren Säulen. Im Inneren der Säulen könnten durch Gravitationskollaps immer noch Sterne entstehen. Doch die Säulen werden erodiert. Das schneidet entstehende Sterne am Ende vom Vorrat an Sternenstoff ab.

In der geschätzten Entfernung von NGC 7822 ist dieses Feld etwa 40 Lichtjahre breit.

Zur Originalseite

NGC 7635: Blase im kosmischen Meer

In einer wilden Mischung aus leuchtenden Gaswolken und Sternen schimmert links unter der Mitte der kleine, bläuliche Blasennebel. Er liegt an der Grenze der Sternbilder Kepheus und Kassiopeia.

Bildcredit und Bildrechte: Rolf Geissinger

Der Blasennebel ist die zarte Erscheinung. Sie schwebt links neben der Mitte dieser weiten Ansicht. Die Blase treibt in einem kosmischen Meer aus leuchtendem Gas und Sternen. Katalogisiert ist er als NGC 7635.

Der winzige Blasennebel ist etwa 10 Lichtjahre groß. Er wurde vom Wind eines massereichen Sterns ausgehöhlt. Die Blase liegt in einem größeren Komplex aus interstellaren Gas- und Staubwolken. Sie ist etwa 11.000 Lichtjahre entfernt und schimmert an der Grenze zwischen den elterlichen Sternbildern Kepheus und Kassiopeia. Links unten ist der offene Sternhaufen M52. Er ist etwa 5000 Lichtjahre entfernt. Rechts über dem Blasennebel leuchtet eine Emissionsregion. Sie wird als Sh2-157 oder Klauennebel bezeichnet.

Am Himmel ist das Bild etwa 3 Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Distanz des Blasennebels einer Weite von 500 Lichtjahren. Es entstand aus Aufnahmen mit Schmal- und Breitbandfiltern. Die Belichtungszeit betrug insgesamt 47 Stunden.

Zur Originalseite

Das Staubungeheuer in IC 1396

Eine dunkle Wolke ragt von unten ins Bild. Ihr Kopf hat eine Höhlung, die an ein Auge erinnert. Auf größeren Bildern der Region erinnert diese dunkle Wolke im Sternbild Kepheus an einen Elefantenrüssel.

Bildcredit und Bildrechte: Anis Abdul

Gibt es ein Ungeheuer in IC 1396? Manche kennen es als Elefantenrüsselnebel. Teile der Gas- und Staubwolken in dieser Sternbildungsregion nehmen unheimliche Formen an. Manche wirken fast menschlich. Doch das einzige Monster ist hier ein heller junger Stern. Er ist zu weit von der Erde entfernt, um uns gefährlich zu werden.

Das energiereiche Licht des Sterns frisst am oberen Bildrand den Staub der dunklen kometenhaften Globule. Die Teilchenstrahlen und -winde dieses Sterns verdrängen auch Gas und Staub in der Umgebung. Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Er bedeckt am Himmel eine viel größere Region als die hier abgebildete. Diese Region ist scheinbar mehr als 10 Vollmonde breit.

APOD-Rückblick: 2. August

Zur Originalseite

IC 1396: Emissionsnebel im Kepheus

Die Emissionsregion IC 1396 wurde hier in gedämpften Farben abgebildet. Unten in der Mitte ragt der dunkle Elefantenrüsselnebel auf.

Bildcredit und Bildrechte:  César Blanco González

Der Emissionsnebel IC 1396 mischt leuchtendes kosmisches Gas und dunkle Staubwolken im hohen, fernen Sternbild Kepheus. Ein Zentralstern sorgt für die Energie in der Sternbildungsregion. Sie ist Hunderte Lichtjahre breit. Am Himmel umfasst sie mehr als drei Grad. Die Region ist fast 3000 Lichtjahre vom Planeten Erde entfernt.

Eine interessante dunkle Form in IC 1396 ist der krumme Elefantenrüsselnebel. Er liegt unter der Mitte. In den dunklen Formen könnten durch Gravitationskollaps immer noch Sterne entstehen. Doch wenn die dichteren Wolken von der starken Strahlung und den Winden der neuen Sterne abgetragen werden, verlieren alle noch entstehenden Sterne den Zugang zu ihrem Vorrat an Sternmaterial.

Die prächtige Farbansicht ist ein Komposit. Es wurde aus Bildern erstellt, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die Strahlung von atomarem Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel im Nebel sind in blauen, grünen und roten Farbtönen abgebildet.

Zur Originalseite