Sternhaufen, Spiralgalaxie und Supernova

Links oben ist der offene Sternhaufen NGC 6939 im Sternbild Kepheus, unten ist die Galaxie NGC 6946, in der eine Supernova explodiert ist. Sie ist mit roten Strichen markiert.

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Demaria

Dieses farbige Teleskopfeld ist ein kosmischer Schnappschuss vom 19. Mai. Es ist am Himmel etwa 1 Grad breit, das entspricht 2 Vollmonden. Die gezackten Sterne in der Milchstraße im Vordergrund sind im königlichen Sternbild Kepheus verteilt, während die Sterne des offenen Haufens NGC 6939 etwa 5000 Lichtjahre entfernt am oberen Bildrand versammelt sind.

Links unten liegt die Spiralgalaxie NGC 6946, die wir von oben sehen. Sie ist fast 22 Millionen Lichtjahre entfernt. Die roten Linien zeigen die Supernova SN 2017eaw, sie wurde kürzlich entdeckt. Es ist die finale Explosion eines massereichen Sterns und sind in die bläulichen Spiralarme der Galaxie eingebettet.

In den letzten 100 Jahren wurden in NGC 6946 ganze 10 Supernovae entdeckt. Zum Vergleich: Durchschnittlich explodiert in unserer Milchstraße ungefähr eine Supernova in 100 Jahren. NGC 6946 ist auch als Feuerwerksgalaxie bekannt.

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SH2-155 – der Höhlennebel

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Coles und Mel Helm

Diese Landschaft am Himmel zeigt den staubigen Höhlennebel. Er ist im Sharpless-Katalog als Sh2-155 gelistet. Die Daten für das Teleskopbild wurden mit einem Schmalbandfilter gewonnen, der für das rötliche Licht ionisierter Atome von Wasserstoff durchlässig war.

Die Szene ist etwa 2400 Lichtjahre entfernt. Sie liegt in der Ebene unserer Milchstraße im königlichen nördlichen Sternbild Kepheus. Die astronomische Forschung zeigt, dass die Region am Rand einer massereichen Molekülwolke liegt. Sie heißt Kepheus-B und entstand mit den heißen jungen Sternen der Kepheus-OB3-Sternassoziation.

Der helle Grat aus ionisiertem Wasserstoff wird von der Strahlung der heißen Sterne angeregt. Der hellste Stern links über der Bildmitte sticht daraus hervor. Durch die Strahlung entstehen Ionisationsfronten. Sie führen wahrscheinlich zu kollabierenden Kernen und neuer Sternbildung im Inneren. Die kosmische Höhle ist für Sternbildung angemessen groß – sie misst mehr als 10 Lichtjahre.

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Der Elefantenrüssel in Kepheus

In der Mitte ist eine dunkle Wolke mit rot leuchtendem Rand und einigen hellen Sternen darin. Im Hintergrund sind viele Sterne auf schwach leuchtenden Nebeln verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Stephen Leshin

Es wirkt die Illustration in einer galaktischen Genau-so-Geschichte. Der Elefantenrüsselnebel windet sich im hohen, fernen Sternbild Kepheus im Emissionsnebel und jungen Sternhaufenkomplex IC 1396. Der kosmische Elefantenrüssel ist auch als vdB 142 bekannt. Er ist länger als 20 Lichtjahre.

Diese farbige Nahaufnahme enthält Bilddaten, die mit einem Schmalbandfilter aufgenommen wurden. Er ist für das Licht ionisierter Wasserstoffatome durchlässig. Das Ergebnis ist ein Kompositbild. Es betont die hellen, zurückgefegten Ränder um die Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas. Solche eingebetteten, dunklen, rankenförmigen Wolken enthalten das Rohmaterial für Sternbildung. Manchmal verbergen sie im Inneren Protosterne.

Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt. Er bedeckt eine mehr als 5 Grad große Region am Himmel. Diese dramatische Szene zeigt ein 1 Grad großes Feld, es ist etwa so breit wie 2 Vollmonde.

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NGC 7635: Blase in einem kosmischen Meer

Mitten im Bild leuchtet eine winzige blaue Blase, die von grüngelb leuchtenden Wolken umgeben ist. Links oben ist ein näher gelegener Sternhaufen.

Bildcredit und Bildrechte: Sébastien Gozé

Seht ihr die Blase in der Mitte? Die zarte schwebende Erscheinung auf dieser Weitwinkelansicht treibt in einem kosmischen Meer aus Sternen und leuchtendem Gas. Sie heißt schlicht Blasennebel und ist als NGC 7635 katalogisiert.

Der winzige Blasennebel etwa 10 Lichtjahre groß. Er und der größere Komplex aus interstellaren Gas- und Staubwolken sind ungefähr 11.000 Lichtjahre entfernt. Die Wolken reichen über die Grenze zwischen den Sternbildern Kepheus und Kassiopeia. Die prachtvolle Ansicht zeigt auch den offenen Sternhaufen M52 (links oben). Seine Entfernung beträgt etwa 5000 Lichtjahre.

Das Bild ist am Himmel etwa zwei Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung zum Blasennebel zirka 375 Lichtjahren.

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NGC 7822 im Kepheus

Ein grün-blau schillernder Nebel bildet eine rundliche Struktur. In der Mitte zeichnen sich dunkle Staubwolken als Silhouetten ab.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Cannistra (StarryWonders)

Heiße junge Sterne und kosmische Säulen aus Gas und Staub drängen sich in NGC 7822. Die leuchtende Region, in der Sterne entstehen, liegt im nördlichen Sternbild Kepheus am Rand einer riesigen Molekülwolke. Sie ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt. Der Nebel bildet eine bunte Himmelslandschaft. Die hellen Ränder und dunklen Formen fallen auf.

Das Bild entstand aus Daten von Schmalbandfiltern. Diese Daten kartieren die Strahlung von atomarem Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel in blauen, grünen und roten Farbtönen. Die Kombination dieser Emissionslinien und Farben ist die bekannte Hubble-Farbpalette.

Die Energie für die Strahlung der Atome stammt von den heißen Sternen im Zentrum. Ihre gewaltigen Winde und die Strahlung formen und erodieren die dichteren Säulen. Sie räumen eine charakteristische Höhlung mitten in der Wolke frei, die Lichtjahre groß ist. Immer noch könnten in den Säulen durch Gravitationskollaps Sterne entstehen. Doch wenn die Säulen erodieren, werden Sterne, die vielleicht gerade entstehen, am Ende von ihrem Vorrat an Sternenstoff getrennt.

Das Bild ist in der geschätzten Entfernung von NGC 7822 mehr als 40 Lichtjahre breit.

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Spuk im Kepheus-Flare

Hinter dichten Sternen sind graubraune Nebel verteilt, die an geisterhaften Spuk erinnern.

Bildcredit und Bildrechte: Thomas Lelu

Geisterhafte Gestalten spuken durch diese von Juwelen geschmückte Weite. Sie treiben im königlichen Sternbild Kepheus durch die Nacht. Natürlich sind die Gestalten kosmische Staubwolken, die man im schwach reflektierten Sternenlicht kaum sieht. Sie sind weit von eurer Nachbarschaft auf der Erde entfernt, sondern lauern in der Ebene der Milchstraße am Rand der komplexen Molekülwolke Kepheus-Flare. Sie sind etwa 1200 Lichtjahre entfernt.

Rechts liegt vdB 141 oder Sh2-136 im sternbedeckten Sichtfeld. Er ist mehr als 2 Lichtjahre groß und heller als die anderen geisterhaften Spukwesen. Man kennt ihn auch als Geisternebel. Darin befinden sich die verräterischen Zeichen dichter, kollabierender Kerne in einem frühen Stadium der Sternbildung.

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Ein riesiger Tintenfisch und die fliegende Fledermaus

Mitten im Bild schimmert eine fragile längliche weiß-bläuliche Form. Es ist der Nebel Ou4. Er ist von einer rot leuchtenden Gashülle umschlossen. Möglicherweise ist Ou4 ein Ausfluss des Sterns HR8119.

Bildcredit und Bildrechte: Rolf Geissinger

Diese kosmische Szene liegt im königlichen Sternbild Kepheus. Darauf sind sehr blasse Nebel zu sehen, doch sie sind am Himmel des Planeten Erde sehr groß. Der riesige Tintenfischnebel ist als Ou4 katalogisiert. Sh2-129 kennt man auch als Fliegenden Fledermausnebel. Das Teleskopfeld ist 4 Grad breit, das entspricht 8 Vollmonden. Es entstand aus Schmalband-Bilddaten, die im Laufe von fast 17 Stunden gewonnen wurden.

Der französische Astrofotograf Nicolas Outters entdeckte den 2011 den Tintenfischnebel. Er hat eine zweipolige Form. Man erkennt sie hier an den blaugrünen Emissionen doppelt ionisierter Sauerstoffatome.

Anscheinend ist der Tintenfischnebel ganz von der rötlichen Wasserstoff-Emissionsregion Sh2-129 umschlossen. Doch es ist es schwierig, seine tatsächliche Entfernung und Natur zu erkennen. Eine aktuelle Untersuchung lässt vermuten, dass Ou4 tatsächlich in Sh2-129 liegt, der etwa 2300 Lichtjahre entfernt ist. Wenn das stimmt, wäre Ou4 ein eindrucksvoller Ausfluss von HR8119. Das ist ein Dreifachsystem heißer, massereicher Sterne, die mitten im Nebel liegen. Der riesige Tintenfischnebel ist fast 50 Lichtjahre lang.

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Lynds Dunkelnebel 1251

Braungraue Nebel verdecken teilweise dahinter liegende Sterne. Links ist eine dunkle Wolke. Rötliches Licht im dunklen Nebel verrät, wo Sterne entstehen.

Bildcredit und Bildrechte: Lynn Hilborn

In Lynds Dunkelnebel LDN 1251 entstehen Sterne. Die staubige Molekülwolke ist ungefähr 1000 Lichtjahre entfernt. Sie gehört zu einem Komplex dunkler Nebel in der Kepheus-Flare-Region. Dieser Komplex schwebt über der Ebene unserer Milchstraße. Die undurchsichtigen dunklen Wolken werden im ganzen Spektrum astronomisch erforscht.

Man fand dort energiereiche Erschütterungen und Ausflüsse zusammen mit neu entstandenen Sternen. Manche erkennt man am vielsagenden rötlichen Leuchten der Herbig-Haro-Objekte, die auf diesem scharfen Bild verteilt sind. Hinter dem staubigen Raum verstecken sich ferne Galaxien.

Die detailreiche Ansicht entstand mit einem Teleskop. Sie ist am Himmel etwa so breit wie zwei Vollmonde. Das sind 17 Lichtjahre in der geschätzten Entfernung von LDN 1251.

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