Die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Die berühmten Säulen der Schöpfung wirken hier transparent. Nur ein Teil der Staubwolken ist dunkel. Sie sind von einem blauen Schimmer umgeben. Davor und dahinter sind Sterne dicht gedrängt.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung: Lluís Romero

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie kollabieren unter der Last der Gravitation in den Säulen aus dichtem Gas und Staub. Die intensive Strahlung dieser hellen Sterne, die neu entstanden sind, verdampfen die Materie in ihrer Umgebung.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble in nahem Infrarotlicht. Damit können wir einen Blick durch einen Großteil des dichten Staubs werfen, der die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig macht. Die gewaltigen Strukturen sind Lichtjahre lang. Man nennt sie informell Säulen der Schöpfung oder Säulen der Sternbildung.

Der Adlernebel und der offene Sternhaufen M16 gehören zusammen. Sie sind ungefähr 6500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie leicht mit kleinen Teleskopen. M16 liegt im geteilten Sternbild Serpens Cauda (Schwanz der Schlange), einem nebelreichen Teil des Himmels.

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Sieben staubige Schwestern

Die Plejaden im Sternbild Stier sehen in Infrarot anders aus als im vertrauten sichtbaren Licht.

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Ist das wirklich der berühmte Sternhaufen der Plejaden? Sie sind für ihre markanten blauen Sterne berühmt. Dieses Bild zeigt sie in Infrarotlicht. Daher überstrahlt der umgebende Staub die Sterne. Drei Wellenlängen von Infrarot wurden in sichtbare Farben übersetzt: Rot in 24, Grün in 12 und Blau in 4,6 Mikrometer. Die Ausgangsbilder stammen von der Raumsonde Wide Field Infrared Survey Explorer (WISE) der NASA im Erdorbit.

Die Plejaden sind als M45 katalogisiert. Man nennt sie die „Sieben Schwestern„. Der Sternhaufen liegt in einer Staubwolke, die zufällig vorbeizieht. Licht und Sternwinde der massereichen Plejadensterne stoßen bevorzugt kleinere Staubteilchen ab. Dadurch wird der Staub – wie man hier sieht – in Fasern geschichtet.

Die Plejaden liegen im Sternbild Stier (Taurus) und sind ungefähr 450 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz ist das Bild etwa 20 Lichtjahre breit.

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Der Blaue Pferdekopfd in Infrarot

In der Mitte ist eine beige Nebelwolke, die von leuchtend roten Nebeln umgeben ist. Der Hintergrund ist dunkel und teilweise blau. Im Bild sind einige Sterne verteilt, manche sind von roten Nebeln umgeben.

Bildcredit: WISE, IRSA, NASA; Bearbeitung und Bildrechte: Francesco Antonucci

Der blaue Pferdekopfnebel sieht im Infrarotlicht ganz anders aus. Im sichtbaren Licht erscheint der reflektierende Staub im Nebel blau und ist wie ein Pferdekopf geformt. Im Infrarotlicht entsteht jedoch ein komplexes Labyrinth aus Fasern, Höhlen und Kokons aus leuchtendem Staub und Gas. Dadurch ist es schwierig, das Bild des Pferdes zu erkennen.

Dieses Bild zeigt den Nebel in drei Farben von Infrarot (R=22, G=12, B=4,6 Mikrometer). Es entstand aus Daten der NASA-Raumsonde Wide Field Infrared Survey Explorer WISE. Der Nebel ist als IC 4592 katalogisiert. Er ist ungefähr 40 Lichtjahre breit und 400 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn im Sternbild Skorpion in der zentralen Ebene unserer Milchstraße. IC 4592 ist blasser als der besser bekannte Pferdekopfnebel im Orion. Doch die Region, die er abdeckt, ist breiter. Der Stern, der den Staub beleuchtet und aufheizt, ist Nu Scorpii. Er ist der gelbe Stern links neben der Mitte.

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Flug über Jupiters Nordpol in Infrarot


Animationscredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, ASI, INAF, JIRAM

Was sieht man, wenn man über Jupiters Nordpol fliegt? Eine fiktive Animation aus echten Bildern und Daten der NASA-Raumsonde Juno zeigt eine Antwort. Da der Pol derzeit im Schatten liegt, nützt das Video Infrarotlicht, das von Jupiter abgestrahlt wird, und zwar eine Farbe von Infrarot, in der die wärmsten Strukturen am hellsten leuchten.

Zu Beginn der Animation vergrößert Juno die gewaltige Welt. Bald sieht man einen der acht Wirbelstürme, die um den Nordpol kreisen. Alle acht Wirbelstürme um den Pol werden besichtigt, und zwar einer nach dem anderen. Jeder ist so groß wie ein ganzer Kontinent auf der Erde und enthält böige, bruchstückhafte Spiralwände. Am Ende der virtuellen Reise weitet sich das Sichtfeld.

Wenn man Jupiters Wirbelstürme erforscht, hilft das der Menschheit, auch gefährliche Sturmsysteme hier auf der Erde besser zu verstehen. Juno führte kürzlich einen weiteren nahen Vorbeiflug an Jupiter durch. Es war Perijovum 12. Anscheinend ist die Sonde fit genug, um noch ein paar weitere Umläufe zu vollenden. Jeder Umlauf dauert zwei Monate.

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M1: Die Krabbe im All

Eine helle Struktur in der Bildmitte ist von blauen und violetten Nebeln umgeben. Die Farben sind nicht echt. Zwei konzentrische Ellipsen leuchten mitten im Bild, nach links unten strömt ein heller Strahl. Er ist etwa so lang, wie die größere Ellipse hoch ist.

Bildcredit: NASA – Röntgen: CXC, Optisch: STScI, Infrarot: JPL-Caltech

Der Krebsnebel ist als M1 katalogisiert. Er ist das erste Objekt auf Charles Messiers berühmter Liste von Dingen, die keine Kometen sind. Heute weiß man, dass die Krabbe der Überrest einer Supernova ist. Sie besteht aus Resten, die bei der finalen Explosion eines massereichen Sterns übrig blieben. Sie treiben auseinander.

Das faszinierende Bild in Falschfarben kombiniert Daten der Weltraumteleskope Chandra, Hubble und Spitzer. Sie erforschen die Wolke der Trümmer in Röntgen (blau-weiß), sichtbarem Licht (violett) und Infrarot (rosarot).

Der Krebsnebel ist eines der exotischsten Objekte, das Forschende heute kennen. Innen ist ein Neutronenstern, der 30-mal pro Sekunde rotiert. Es ist der helle Punkt nahe der Bildmitte. Der kollabierte Überrest des Sternkerns wirkt wie ein kosmischer Dynamo. Er liefert die Energie für die Strahlung der Krabbe, die im gesamten elektromagnetischen Spektrum leuchtet. Der Krebsnebel ist ungefähr 12 Lichtjahre groß. Er ist 6500 Lichtjahre entfernt und steht im Sternbild Stier.

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Wirbelstürme auf Jupiters Nordpol

Jupiters Nordpol ist in Infrarotlicht abgebildet. Um einen dunklen Bereich sind mehrere dunkle Wirbel angeordnet.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, ASI, INAF, JIRAM

Diese Ansicht zeigt die Wirbelstürme am Nordpol von Jupiter. Sie entstand aus den Daten von Junos Instrument Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM, Jupiter-Polarlicht-Kartierung in Infrarot). Beobachtungen in Infrarot messen die Wärmestrahlung, die von Jupiters Wolkenoberflächen ausgeht. Diese Messungen sind nicht auf die Halbkugel beschränkt, die vom Sonnenlicht beleuchtet werden.

Das Bild zeigt acht zyklonartige Elemente. Sie sind um einen Wirbelsturm angeordnet, der ungefähr 4000 Kilometer groß ist. Er liegt neben dem geografischen Nordpol des Riesenplaneten. Ähnliche Daten zeigen einen Wirbelsturm bei Jupiters Südpol mit fünf zirkumpolaren Zyklonen. Die Wirbelstürme am Südpol sind etwas größer als ihre nördlichen Artgenossen.

Daten von Cassini zeigten, dass Nord- und Südpol des Gasriesen Saturn ein einziges Wirbelsturmsystem besitzen.

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Hubble zeigt Jupiter in Infrarot

Jupiter ist hier in seltsamen Farben abgebildet. Die Wolken, die normalerweise beige oder braun gefärbt sind, leuchten hier blau oder rosarot. Der Rote Fleck ist zartrosa, die Pole leuchten magentafarben. Das Bild zeigt Jupiter in Infrarotlicht.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Daten: Michael Wong (UC Berkeley) et al.; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Jupiter sieht im Infrarotlicht etwas anders aus. Das Weltraumteleskop Hubble fotografiert regelmäßig den ganzen jovianischen Riesen. So will man die Bewegungen von Jupiters Wolken besser verstehen. Die Bilder helfen auch der robotischen NASA-Raumsonde Juno. Jupiter wird in viel mehr Farben beobachtet, als Menschen sehen können. Dazu gehören auch ultraviolettes und infrarotes Licht.

Das Bild entstand 2016. Drei Bänder im nahen Infrarot wurden digital zu einem farbcodierten Bild vereint. Jupiter wirkt in Infrarot fremd, weil das Sonnenlicht anders reflektiert wird. Die Helligkeit mancher Wolkenhöhen und Breitengrade wirkt daher unstimmig.

Viele Strukturen auf Jupiter sind vertraut. Dazu gehören die hellen Zonen und dunklen Gürtel um den Planeten nahe am Äquator. Man erkennt auch den großen Roten Fleck links unten und die Sturmsysteme, die wie Perlenketten südlich vom Roten Fleck verlaufen. Die Pole leuchten, weil dort geladene Teilchen in Jupiters Magnetosphäre Dunst in großer Höhe anregen.

Juno vollendete nun 10 von 12 geplanten wissenschaftlichen Runden um Jupiter. Die Sonde zeichnet weiterhin Daten auf. Damit will die Menschheit nicht nur Jupiters Wetter verstehen, sondern auch das, was unter Jupiters dicken Wolken liegt.

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Venus bei Nacht in Infrarot von Akatsuki

Die Raumsonde Akatsuki zeigt die Atmosphäre der Venus in Infrarot. In diesem Licht wirkt sie sehr lebhaft und vielschichtig, anders als auf Bildern in sichtbarem Licht.

Bildcredit: JAXA, ISAS, DARTS; Bearbeitung und Bildrechte: Damia Bouic

Warum sind die Venus und die Erde so verschieden? Um das herauszufinden, startete Japan die Roboter-Raumsonde Akatsuki. Die Sonde machte eine ungeplante abenteuerliche Reise um das innere Sonnensystem, die 5 Jahre dauerte. Ende 2015 erreichte sie den Orbit um die Venus. Akatsuki hatte zwar ihre geplante Betriebsdauer überschritten. Doch die Sonde und ihre Instrumente funktionierten so gut, dass ein Großteil der ursprünglichen Mission durchgeführt wurde.

Akatsuki ist auch als Venus Climate Orbiter bekannt. Ihre Instrumente erforschten Unbekanntes über die Schwester der Erde. Man wollte wissen, ob die Vulkane immer noch aktiv sind, ob es in der dichten Atmosphäre Blitze gibt und warum die Winde so viel schneller sind als die Rotationsgeschwindigkeit des Planeten.

Dieses Bild entstand mit Akatsukis IR2-Kamera. Darauf zeigt die Nachtseite der Venus ein schartiges Band um den Äquator aus hohen, dunklen Wolken. Sie absorbieren infrarotes Licht von heißeren Schichten, die tiefer in der Venusatmosphäre liegen. Der helle, orange und schwarz gefärbte Streifen rechts oben ist ein falsches digitales Artefakt. Es bedeckt einen Teil der viel helleren Tagseite der Venus.

Als man Akatsukis Bilder und Daten auswertete, zeigte sich, dass die Venus einen Strom um den Äquator besitzt, ähnlich wie die Windbänder der Erde.

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