Strichspuren über dem alten Observatorium von Peking

Hinter einer Armillarsphäre und der hell beleuchteten Stadt sind am Himmel die Strichspuren von Sternen erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Jeff Dai (TWAN)

Zum Observatorium in Peking in China gelangt man mit der U-Bahn. Doch Teleskope findet man dort nicht. Schon im 15. Jahrhundert stellten Astronomen am Ort des alten Observatoriums von Peking Messgeräte auf. Damit vermaßen und verfolgten sie die genauen Positionen von Sternen und Planeten, die man mit bloßem Auge am Himmel sieht.

Einige der kunstvollen astronomischen Instrumente sind heute noch erhalten. Auf der Plattform für Sternbeobachtung sieht man auch heute noch Sterne. Allerdings heben sich nur noch die hellsten davon vor den Lichtern der Städte ab.

Das Bild entstand aus einer Serie von Einzelaufnahmen. Sie entstanden mit einer Kamera auf einem Stativ. Due Aufnahmen wurden überlagert. So werden die Sterne zu bogenförmigen Strichspuren. Doch der hellste Bogen stammt vom Mond. Seine breite Spur verläuft hinter der Armillrsphäre aus Messing am alten Observatorium.

Dieses Bild des alten Observatoriums in Peking entstand im September 2023. Vergleicht es mit einer Aufnahme aus dem Jahr 1895!

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Edwin Hubble entdeckt das Universum

In der Mitte einer alten Fotoplatte ist ein schwarzer, unscharfer Fleck, es ist eine negative Abbildung der Andromeda-Galaxie, rechts oben ist mit roter Tinte "VAR!" notiert.

Bildcredit und Bildrechte: Dank an das Carnegie-Institut für Wissenschaft

Wie groß ist unser Universum? Diese und andere Fragen wurden 1920 von zwei führenden Astronomen erörtert. Diese Diskussion ist heute als die Große Debatte der Astronomie bekannt. Viele Astronominnen und Astronomen vermuteten damals, unsere Milchstraße wäre das ganze Universum. Andere wiederum meinten, unsere Galaxie wäre nur eine von vielen.

Bei der Shapley-Curtis-Debatte wurde jedes Argument ausführlich erörtert, doch es kam zu keinem Konsens. Die Antwort kam mehr als drei Jahre später, als die Veränderung eines einzelnen Punktes im Andromedanebel beobachtet wurde. Hier ist die Original-Glasplatte der Entdeckung digital abgebildet.

Als Edwin Hubble Bilder verglich, bemerkte er, dass sich dieser Punkt veränderte, und am 6. Oktober 1923 schrieb er „VAR!“ auf die Platte. Die beste Erklärung war nach Hubbles Wissensstand, dass der Punkt einen sehr weit entfernten veränderlichen Stern darstellte. Somit war M31 tatsächlich die Andromeda-Galaxie – vielleicht ähnlich aufgebaut wie unsere Galaxis.

Dieses Bild wurde heute vor 100 Jahren kommentiert. Es ist zwar nicht hübsch, doch der veränderliche Punkt öffnete ein Fenster, durch das die Menschheit erstmals wissend in einen überraschend riesigen Kosmos blickte.

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Feuerring über dem Monument Valley

Über der Silhouette des Monument Valley mit markanten Tafelbergen sinkt die Sequenz einer Sonnenfinsternis ab, von links oben nach rechts unten bis Sonnenuntergang.

Bildcredit und Bildrechte: Tunc Tezel (TWAN)

Der Schatten des Neumondes rast am 14. Oktober auf einem schmalen Pfad über Nord-, Mittel- und Südamerika. Auf dem Schattenpfad reicht die scheinbare Größe der Mondscheibe nicht ganz, um die Sonne zu bedecken. Stattdessen wird die Silhouette des Mondes in den Minuten der Totalität von einem feurigen Ring umgeben. Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist etwas dramatischer als Feuerringfinsternis bekannt.

Diese faszinierende Zeitrafferserie vom Mai 2012 veranschaulicht die Phasen einer Feuerringfinsternis. Die Einzelbilder verlaufen von vor Beginn der Finsternis bis Sonnenuntergang über den kultigen Tafelbergen im Monument Valley auf dem Planeten Erde. Interessanterweise ist auch die ringförmige Finsternis am 14. Oktober im Monument Valley zu sehen, sie beginnt nach Sonnenaufgang am östlichen Himmel.

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„Blauer“ Supermond hinter Syrakus

Über einem historischen Leuchtturm von Syrakus auf Sizilien schwebt der als "blauer Supermond" bezeichnete Vollmond im August.

Bildcredit und Bildrechte: Kevin Saragozza

Der letzte Vollmond war zweifach ungewöhnlich. Erstens war es ein „blauer Mond„. Nach aktueller Definition ist ein „blauer Mond“ der zweite Vollmond in einem Kalendermonat. Da das Jahr 2023 13 Vollmonde hat, gibt es in einem Monat zwei, und dieser Monat war August. Der erste Vollmond fand am 1. August statt und trug die Bezeichnung Störmond.

Zweitens war der Vollmond an sich ungewöhnlich, weil es ein „Supermond“ war. Die aktuelle Definition für Supermond lautet, dass der Mond seine volle Phase relativ nahe an der Erde erreicht und daher ein bisschen größer und heller erscheint als sonst.

Hier schwebte der „blaue Supermond“ 2023 weit hinter einem historischen Leuchtturm im italienischen Syrakus auf Sizilien.

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Apollo 11: Etwas Sonne tanken

Das Bild von der Mondoberfläche zeigt links das Mondlandemodul, in der Mitte stellt der Astronaut Buzz Aldrin ein Sonnenwind-Experiment auf. Der Himmel ist schwarz, der Boden von dunklem grauem Staub bedeckt.

Bildcredit: Apollo 11, NASA (Bildscan: Kipp Teague)

Helles, gleißendes Sonnenlicht und lange dunkle Schatten prägen dieses Bild vom Mond. Am 20. Juli 1969, also vor vierundfünfzig Jahren, fotografierte es der Apollo-11-Astronaut Neil Armstrong. Er war der erste Mensch, der die Mondoberfläche betrat.

Rechts steht das Mondmodul der Mission, der Eagle. Davor seht ihr Buzz Aldrin, den Piloten des Mondmoduls, im Raumanzug. Er rollt gerade ein langes Stück Folie aus. Es ist ein Experiment, das erkunden sollte, woraus der Sonnenwind besteht. Als die freigelegte Folie zur Sonne gerichtet wurde, sammelte sie Teilchen aus dem Sonnenwind. Es war eine Materialprobe direkt von der Sonne. Der Sonnenwind-Kollektor wurde zusammen mit Mondgestein und Bodenproben zur Analyse in irdischen Laboren zur Erde gebracht.

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Der Mechanismus von Antikythera

Der korrodierte Kern gehört zu einer komplexen antiken Maschine, die in Griechenland bei Antikythera an Bord eines versunkenen Schiffes entdeckt wurde.

Bildcredit und Lizenz: Marsyas, Wikipedia

Was kann das? Niemand wusste, dass es vor 2000 Jahren die Technologie gab, um so eine Maschine zu bauen. Das hier ist der Mechanismus von Antikythera. Viele sehen darin den ersten Computer. Man fand ihn auf dem Meeresgrund an Bord eines verfaulenden griechischen Schiffes.

Seine Komplexität führte zu jahrzehntelanger Forschung. Wahrscheinlich sind auch heute noch einige seiner Funktionen unbekannt. Röntgenbilder der Maschine bestätigten: Die Hauptfunktion der vielen uhrähnlichen Zahnräder und Lager eine transportable handbetriebene, geozentrische Planetenmaschine war, die künftige Sternen- und Planetenpositionen sowie Mond- und Sonnenfinsternisse berechnete.

Hier seht ihr den korrodierten Kern des größten Zahnrades im Mechanismus von Antikythera, es ist etwa 13 Zentimeter groß. Der ganze Mechanismus war 33 Zentimeter hoch, also ähnlich wie ein großes Buch. In jüngster Zeit wurde es durch neue Computermodelle der fehlenden Teile möglich, diese überraschende antike Maschine vollständig nachzubilden.

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Apollo 11: Armstrongs Selbstporträt auf dem Mond

Das Bild ist eine Spiegelung in einem Visier, es zeigt das Mondlandemodul, einen Astronauten, zwei Experimente und den Schatten des Astronauten, der fotografiert.

Bildcredit: NASA, Apollo 11, Neil Armstrong; Bearbeitung: Michael Ranger

Ein Bild, das Neil Armstrong von Buzz Aldrin auf dem Mond fotografierte, wurde für dieses lunare Selbstporträt digital umgedreht. Armstrongs Originalfoto wurde nach der Mondlandung von Apollo 11 im Juli 1969 aufgenommen. Es zeigt nicht nur die prachtvolle Einöde einer fremdartigen Welt, sondern auch Armstrong selbst, der sich auf Aldrins gekrümmtem Visier spiegelt.

Auf dem freigestellten Bild wurde die kugelförmige Verzerrung der Reflexion auf Aldrins Helm entzerrt. Das Ergebnis ist das berühmte Bild, das Armstrong aus Aldrins Perspektive zeigt. Da Armstrong das Originalbild fotografierte, ist es heute ein 54 Jahre altes Selbstporträt auf dem Mond.

Links seht ihr die Reflexion auf Aldrins Visier vom Originalbild. Hell (aber verzerrt) hängt der Planet Erde rechts oben am Mondhimmel. Ein Bein des Landemoduls Eagle, das mit einer Folie umwickelt ist, ragt markant ins Bild.

Mit der NASA-Mission Artemis II und dem Raumschiff Orion kehren im Jahr 2024 Menschen zur Mondoberfläche zurück.

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Farbe ins Universum bringen

Holzstich eines Wanderers, der den Kopf durch eine mit Sternen übersäte Kugelschale steckt. Links dahinter ist ein Räderwerk zu sehen. In der Mitte steht ein Baum in einer Landschaft, rechts blickt eine skeptische Sonne zum Wanderer, oben ist eine abgewandte Mondsichel mit Gesicht.

Bildcredit: Unbekannt, vermutlich C. Flammarion

Habt ihr Lust, das Universum auszumalen? Dann ist diese berühmte astronomische Illustration eine provisorische Einladung. Ihr, eure Freunde, Eltern oder Kinder können es ausdrucken oder auch digital färben.

Vielleicht interessiert euch, dass der tatsächliche Künstler unbekannt ist, obwohl diese Illustration im Laufe der letzten 100 Jahre an zahlreichen Orten auftauchte. Außerdem hat diese Arbeit keinen anerkannten Namen – fällt euch ein guter ein?

Die Illustration erschien erstmals 1888 in einem Buch von Camille Flammarion. Häufig soll sie zeigen, dass die aktuellen Konzepte Menschen jederzeit durch umfassendere Erkenntnisse ersetzt werden können.

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