Einsturz des Arecibo-Teleskops

Videocredit: Arecibo Observatory, NSF

Beschreibung: Dies hier war ein großartiges wissenschaftliches Instrument. Ab 1963 war das 305 Meter große Arecibo-Teleskop in Puerto Rico in den USA mehr als 50 Jahre lang das größte Radioteleskop der Welt mit einer Einzel-Parabolantenne.

Mit den Daten von Arecibo wurden zahllose Premieren und Etappenziele erreicht: Die Vermessung von Merkurs Rotation, die Erstellung von Karten der Venusoberfläche, die Entdeckung erster Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, der Nachweis von Gravitationswellen oder die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Außerdem, so wird berichtet, wurden geheime militärische Radaranlagen durch die Beobachtung ihrer Reflexionen am Mond aufgespürt.

Das Arecibo-Teleskop hatte seine Blütezeit hinter sich und sollte stillgelegt werden. Zu Beginn des Monats erlitt es einen katastrophalen strukturellen Zusammenbruch, wie man auf diesem Videozusammenschnitt sieht.

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Mammatuswolken über Mount Rushmore

Diesen Berg nennen die einheimischen Lakota

Bildcredit und Bildrechte: Laure Mattuzzi

Beschreibung: Was befindet sich unter diesen seltsamen Wolken? Präsidenten. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr vielleicht die Köpfe von vier früheren US-Präsidenten, die in den berühmten Mount Rushmore in South Dakota (USA) gemeißelt wurden.

Viel deutlicher zeigt das Bild die ungewöhnlichen Mammatuswolken, die kurze Zeit darüber zogen. Beides wurde Anfang September von einem überraschten Touristen mit einer schnellen Kamera fotografiert. Gewöhnliche Wolken mit flachen Unterseiten entstehen, wenn feuchte, ruhige Luftschichten aufsteigen. Anders die kühlen, buckeligen Mammatuswolken – sie entstehen, wenn eishaltige, turbulente Lufttaschen absinken und sich erwärmen. Solche turbulente Luft geht häufig mit einem Gewitter einher. Jede Mammatustasche ist etwa einen Kilometer groß.

Den größeren Berg nennen die einheimischen LakotaSechs Großväter“ nach den Gottheiten für die Richtungen Nord, Süd, Ost, West, oben und unten.

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Das Auge des Mondes

Der Mond in der Öffnung dieses Felsbögens im Arches-Nationalpark in der Nähe von Moab in Utah (USA) sieht wie ein Auge am Himmel aus.

Bildcredit und Bildrechte: Zachery Cooley

Beschreibung: Wer beobachtet hier wen? Dieses Bild des Mondes hinter dem Tor einer Felswand wirkt wie ein riesiges Auge, das uns ansieht. Das Foto von Ende Oktober ist zwar nur eine einzige Aufnahme, doch das visuelle Duplikat erforderte eine Menge Planung.

Das fotografische Ziel wurde erstens durch präzise zeitliche Planung erreicht, damit der fast volle Mond im in diesem augenförmigen Bogen erscheinen würde, zweitens durch exakte räumliche Planung, damit der Winkeldurchmesser des Mondes bildhaft in den Gesteinsbogen passte, und drittens durch Glück, damit der Himmel klar war und die ganze Anordnung funktionierte. Die scheinbar zufällige Überlagerung wurde mithilfe dreier Smartphone-Apps technisch umgesetzt.

Der Sandsteinbogen, der durch Erosion geformt wurde, ist Millionen Jahre alt und nur einer von Tausenden natürlichen Felsbögen im Arches-Nationalpark in der Nähe von Moab in Utah (USA). Im Gegensatz dazu findet ihr den Mond die Hälfte der Zeit eigentlich überall auf der Erde am Himmel.

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Mars, die Plejaden und Andromeda

Die Plejaden, die Andromedagalaxie und der Planet Mars in Opposition über einer Gruft im Phrygischen Tal in der Türkei.

Bildcredit und Bildrechte: Cem Özkeser

Beschreibung: Drei sehr unterschiedliche – und sehr berühmte – Objekte wurden letzten Monat auf einem einzigen Bild fotografiert. Links oben sind die hellen, blauen Plejaden, sie sind wohl der berühmteste Sternhaufen des Nachthimmels. Die Plejaden (M45) sind ungefähr 450 Lichtjahre entfernt, wenige Grad von Orion entfernt und leicht zu finden.

Rechts oben leuchtet die ausgedehnte Andromedagalaxie. Nach unserer eigenen ist sie wohl die berühmteste Galaxie des Nachthimmels. Andromeda (M31) ist eines von wenigen Objekten, an denen wir mit bloßem Auge Millionen Jahre altes Licht sehen können.

In der Mitte steht der helle, rötliche Mars, er ist wohl der berühmteste Planet des Nachthimmels. Heute steht Mars in Opposition, das bedeutet, dass er gegenüber der Sonne steht und somit die ganze Nacht sichtbar ist.

Im Vordergrund erhebt sich eine urzeitliche Gruft im Phrygischen Tal in der Türkei. Das Grab, in dem zwei steinerne Löwen dargestellt sind, ist das eindrucksvolle Zeugnis einer mächtigen Zivilisation, die vor Tausenden Jahren hier lebte. Mars, der jetzt annähernd seine größte Helligkeit erreicht hat, ist nach Sonnenuntergang leicht im Osten zu finden.

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Die Milchstraße über St. Michael’s Mount

Zu St. Michael’s Mount führt bei Niedrigwasser ein Fahrdamm und am Himmel die Milchstraße.

Bildcredit: Simon R. Hudson

Beschreibung: Wo laufen Land und Himmel zusammen? An jedem Horizont – doch hier führt der Pfad auf der Erde zu St. Michael’s Mount (kornisch: Karrek Loos yn Koos), einer kleinen historischen Insel in Cornwall (England). Der Berg ist normalerweise von seichtem Wasser umgeben, doch bei Niedrigwasser verläuft ein von Menschen errichteter Fahrdamm dorthin.

Die Straße am Himmel ist das zentrale Band unserer Milchstraße, sie führt scheinbar ebenfalls zu St. Michael’s Mount, doch in Wirklichkeit ist sie weit entfernt. Der rote Nebel in der Milchstraße knapp über dem Schloss ist der Lagunennebel, links daneben leuchtet der helle Jupiter, und rechts blitzt ein Meteor auf.

Die Vordergrund- und Hintergrundbilder für dieses Kompositbild wurden in derselben Julinacht am selben Ort fotografiert. Meteore sind flüchtig, und die Scheibe der Milchstraße verschiebt sich im Lauf der Nacht, während sich die Erde dreht, doch Jupiter bleibt bis Dezember markant am Abendhimmel.

Mond bedeckt Mars: Interessante bei APOD eingereichte Bilder
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Picture Rocks Sun Dagger in Tucson


Videocredit und -rechte: Martha Schaefer, Brad Schaefer, Jim Stamm; Musik und Lizenz: Awakening (Wojciech Usarewicz), Lone Tree Music

Beschreibung: Uralte Sonnendolche tun euch nicht weh, aber sie verraten vielleicht die Zeit. Ein Sonnendolch ist eine dolchförmige Lücke in einem Schatten, wenn das Sonnenlicht durch eine Spalte in einem nahe gelegenen Felsen strömt.

Vor mehr als tausend Jahren ritzten amerikanische Ureinwohner im Südwesten spiralförmige Petroglyphen in Stein, die auf unterschiedliche Weise von Sonnendolchen beleuchtet wurden, wenn die Sonne über den Himmel zieht. Es handelt sich um eine Art Sonnenuhr, bei der das Ende des Sonnendolches beispielsweise zu Mittag auf die Spirale zeigt. Die Zeichnung lässt auf die Jahreszeit schließen, wobei möglicherweise eine Sonnenwende oder Äquinoktium beleuchtet wird.

Sonnendolche dienten vermutlich Sonnenpriestern während einsamer Wachestunden mit Gebeten und Opfergaben. Dieses Video zeigt das Wenige, was vom historischen Picture Rocks Sun Dagger in der Nähe von Tucson in Arizona (USA) bekannt ist. Wahrscheinlich wurde er um 1000 n. Chr. von einem Hohokam-Sonnenpriester geschaffen.

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Das Märchen von NEOWISE

Ein Meteor der Perseiden und Komet NEOWISE über Schloss Neuschwanstein in Bayern (Deutschland).

Bildcredit und Bildrechte: Stephane Guisard (Los Cielos de America, TWAN)

Beschreibung:  In der Dämmerung fällt Kometenstaub vom Himmel, aber diese traumhafte Szene ist nicht aus einem Märchenfilm. Doch Schloss Neuschwanstein in den bayerischen Alpen diente als Vorlage für das Dornröschenschloss in Disneyland.

Der helle Streifen, der am 20. Juli über den Türmen des Schlosses fotografiert wurde, ist wahrscheinlich ein Meteor der Perseïden. Der jährliche Meteorstrom des Sommers erreicht seinen Höhepunkt zwar erst Mitte August, doch er ist bereits aktiv. Die Meteorspur über dem Märchenschloss zeigt rückwärts zum Radianten des Stroms im heroischen Sternbild Perseus, das außerhalb des oberen Bildrandes liegt. Perseïden-Meteore entstehen aus dem Staub des periodischen Kometen Swift-Tuttle.

Die Himmelserscheinung über dem fernen Horizont ist der aktuelle Liebling des Planeten Erde, Komet NEOWISE. Er zieht derzeit mit seinem breiten Staubschweif über den Nordhimmel.

Bilder des Kometen NEOWISE: Juli 21 || 20 || 19 || 18 || 17 || 16 || 15 || 14 || 13 || 12 || 11 || 10 und früher ||
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Komet NEOWISE über Stonehenge

Komet C/2020 F3 NEOWISE über Stonehenge in England / Großbritannien / Vereinigtes Königreich.

Bildcredit und Bildrechte: Declan Deval

Beschreibung: Habt ihr schon einmal einen Kometen gesehen? Heute Nacht – und wahrscheinlich auch noch die nächsten Nächte – habt ihr eine gute Gelegenheit. Geht bei Sonnenuntergang hinaus und schaut nach Nordwesten. Je niedriger euer Horizont ist, desto besser. Ein Fernglas hilft, aber wenn euer Himmel dunkel und wolkenlos ist, braucht ihr nichts weiter als eure bloßen Augen und Geduld.

Wenn die Sonne untergeht, wird der Himmel dunkel, und ein ungewöhnlicher blasser Streifen taucht auf, der in der Nähe des Horizonts diagonal verläuft. Das ist der Komet NEOWISE. Es ist ein 5 Kilometer großer verdampfender schmutziger Schneeball, der uns aus dem äußeren Sonnensystem besucht und wieder dorthin zurückkehrt. Während sich die Erde dreht, wandert der Komet bald nach unten, also solltet ihr ein Foto machen. Dieses Bild zeigt den Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) vor zwei Tagen, als er über Stonehenge in England sichtbar wurde.

Komet NEOWISE wurde Ende März mit dem NASA-Satelliten NEOWISE entdeckt und hat viele überrascht, indem er die größte Annäherung an die Sonne überlebte, drastisch heller wurde und eindrucksvolle Schweife – einen blauen Ionen- und einen weißen Staubschweif – entwickelte.

Interessante Bilder des Kometen NEOWISE, die bei APOD eingereicht wurden: || 13. Juli || 12. Juli || 11. Juli || 10. Juli und früher ||
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Eine Botschaft von der Erde

1974 wurde bei der Einweihung des Arecibo-Observatoriums diese Botschaft zum Kugelsternhaufen M13 gesendet

Bildcredit: Frank Drake (UCSC) et al., Arecibo-Observatorium (Cornell U.); Lizenz: Arne Nordmann (Wikimedia)

Beschreibung: Was versuchen die Erdlinge uns zu sagen? Diese Nachricht wurde 1974 von der Erde zum Kugelsternhaufen M13 gesendet. Das Diagramm zeigt eine Serie aus Einsen und Nullen, die während der Einweihung des Arecibo-Observatoriums gesendet wurde – es ist immer noch eines der größten Einzel-Radioteleskope der Welt.

Dieser Versuch einer extraterrestrischen Kommunikation war eher zeremoniell – die Menschheit sendet nämlich unabsichtlich regelmäßig Radio- und Fernsehsignale in den Weltraum. Selbst wenn diese Nachricht empfangen würde – M13 ist so weit entfernt, dass wir fast 50.000 Jahre auf die Antwort warten müssten.

Diese Nachricht vermittelt ein paar einfache Fakten über die Menschheit und ihr Wissen: Von links nach rechts stehen die Zahlen von eins bis zehn, danach Atome wie Wasserstoff und Kohlenstoff, einige interessante Moleküle, DNA, ein Mensch mit Beschreibung, Grundlagen unseres Sonnensystems und Einzelheiten des sendenden Teleskops.

Derzeit gibt es mehrere Versuche, außerirdische Intelligenz zu finden, unter anderem einen, bei dem Sie Ihren Computer zu Hause verwenden können.

Expertendiskussion: Wie entdeckt die Menschheit erstmals außerirdisches Leben?
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Radio, The Big Ear und das Wow!-Signal

Das Radioteleskop The Big Ear der staatlichen Universität Ohio lauschte als erstes nach außerirdischen Signalen und entdeckte im August 1977 das Wow!-Signal.

Bildcredit und Bildrechte: Rick Scott

Beschreibung: Seit den frühen Tagen von Radio und Fernsehen senden wir großzügig Signale ins All. Seit einiger Zeit lauschen wir auch. Ein großes Radioteleskop der staatlichen Universität Ohio, das liebevoll The Big Ear genannt wurde, war einer der ersten Lauscher.

Das große Ohr“ war etwa so groß wie drei Footballfelder und bestand aus einer gewaltigen metallenen Grundfläche mit zwei zaunartigen Reflektoren – einer davon war fest montiert, der andere schwenkbar. Mithilfe der Erdrotation tastete es den Himmel ab.

Dieses Foto des früheren Studenten und Big-Ear-Volontärs Rick Scott blickt über die Bodenebene zum fest montierten Reflektor, im Vordergrund stehen die Hörner des Radiofrequenzempfängers. Anfang 1965 wurde das Big Ear zu einer ehrgeizigen Vermessung des Radiohimmels eingesetzt. In den 1970er Jahren lauschte es als erstes Teleskop ständig nach Signalen außerirdischer Zivilisationen.

Einen aufregenden Moment lang registrierte das „große Ohr“ im August 1977 ein sehr starkes, unerwartetes Signal, das als das Wow!-Signal bezeichnet wurde. Die Quelle des Signals, das leider nur einmal zu hören war, konnte nicht ermittelt werden. Im Mai 1998 wurden die letzten Teile des Big Ear abgerissen.

Expertendiskussion: Wie entdeckt die Menschheit erstmals außerirdisches Leben?
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Edwin Hubble entdeckt das Universum

Original-Glasplatte mit Hubbles Markierung

Bildcredit und Bildrechte: Dank an Carnegie Institution für Wissenschaft

Beschreibung: Wie groß ist unser Universum? Diese Frage wurde – neben anderen – heute vor 100 Jahren von zwei führenden Astronomen erörtert. Diese Diskussion wird heute als die Große Debatte der Astronomie bezeichnet.

Viele Astronomen dachten damals, unsere Galaxis, die Milchstraße, wäre das ganze Universum. Viele andere jedoch glaubten, dass unsere Galaxis nur eine von vielen wäre. In der „Großen Debatte“ wurde jedes Argument ausführlich erörtert, doch es wurde kein Konsens erzielt.

Die Antwort kam mehr als drei Jahre später mit der Entdeckung eines veränderlichen Punkts im Andromedanebel, der hier auf der digital reproduzierten originalen Entdeckungs-Glasplatte zu sehen ist. Beim Vergleichen von Bildern bemerkte Edwin Hubble, dass sich dieser Fleck verändert hatte, daher schrieb er „VAR!“ auf die Platte. Hubble wusste: Die beste Erklärung war, dass dieser Fleck das Bild eines veränderlichen, sehr weit entfernten Sterns war. Somit war M31 tatsächlich die Andromeda-Galaxie – und sie war vielleicht ähnlich wie unsere eigene Milchstraße.

Dieses Bild ist nicht hübsch, aber der veränderliche Fleck darauf öffnete eine Tür, durch welche die Menschheit erstmals bewusst in einen überraschend weiten Kosmos spähte.

100-Jahr-Feier: Die Große Debatte der Astronomie fand heute vor 100 Jahren statt.

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