Der Möwen-Nebel

Eine rötliche Nebelwolke vor einem Sternenhintergrund mit weiteren bräunlichen Nebeln. Die rötliche Wolke erinnert in der Form an eine fliegende Möwe mit ausgebreiteten Flügeln. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Timothy Martin

Diese Wolke aus leuchtendem Gas dunklem Staub liegt zwischen den Sternen. Für Astronom*innen auf der Erde sieht sie aus wie ein Vogel. Sie trägt deshalb den Namen Möwen-Nebel.

Dieses Breitbandbild des kosmischen Vogels zeigt einen Streifen der Milchstraße, der 3,5 Grad breit ist. Er liegt ungefähr in Richtung des Sirius, dem hellsten Stern im Sternbild Großer Hund. Der helle Kopf des Möwennebels ist als IC 2177 katalogisiert. Er ist ein kompakter, staubiger Emissions- und Reflexionsnebel. Darin ist der massereiche Stern HD 53367 eingebettet.

Die ganze Emissionsregion besteht aus Objekten, die andere Katalogbezeichnungen haben. Er ist wahrscheinlich Teil einer ausgedehnten Hüllenstruktur und entstand durch Supernova-Explosionen, die eine nach der anderen stattfanden. Der auffällige bläuliche Bogen rechts unter der Mitte ist die Bugstoßwelle des Ausreißer-Sterns FN Canis Majoris.

Dieser Komplex aus Sternen der Canis-Majoris-OB1-Gruppe und interstellaren Gas- und Staubwolken leuchtet rötlich im Licht von angeregtem Wasserstoff. Er breitet sich über 200 Lichtjahre aus. Von uns ist er rund 3800 Lichtjahre entfernt.

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Rubins erster Blick: Sternenlandschaft im Schützen

Dieses erste Bild des Vera-C.-Rubin-Observatoriums zeigt einen Ausschnitt im Sternbild Schütze mit dem Lagunen- und dem Trifidnebel. Das Bild ist sehr detailreich und zeigt viele kleine Nebel.

Bildcredit und Lizenz: NSF–DOE Vera-C.-Rubin-Observatorium

Diese interstellare Himmelslandschaft ist ein 4 Grad großes, prall gefülltes Sternenfeld in Richtung des Zentrums der Milchstraße. Es ist eines der ersten Bilder des neuen Vera-C.-Rubin-Observatoriums. Die hellen Nebel und Sternhaufen im Bild sind begehrte Halte auf Teleskoptouren am Himmel: Messier 8 und Messier 20.

Messier 8 wird auch der Lagunennebel genannt. Er ist eine gigantische Sternentstehungsregion mit über 100 Lichtjahren im Durchmesser. M8 ist etwa 4000 Lichtjahre von uns entfernt. Er enthält einen außergewöhnlichen Sternhaufen voll mit jungen und massereichen Sternen. Ihre starke Strahlung und ihre Sternwinde mischen den Nebel ordentlich durch und regen ihn zum Leuchten an.

Messier 20 trägt den Spitznamen Trifidnebel, weil er von dunklen Staubbändern in drei Teile geteilt wird. Sein rotes Leuchten entsteht durch leuchtenden Wasserstoff. Die blauen Farbtöne stammen von reflektiertem Sternenlicht.

Das Rubin-Observatorium nahm das Bild in den Nächten von 1.-4. Mai auf. In seiner vollen Auflösung ist die prachtvolle Sternenlandschaft im Schützen 84.000 Pixel breit und 51.500 Pixel hoch.

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Der Rosettennebel in einem weiten Feld

Das Bildfeld ist voller rot leuchtender Nebelschwaden. Dazwischen sind orangefarbene und blaue Wolken verteilt. Rechts unten ist der berühmte Rosettennebel.

Bildcredit: Toni Fabiani Méndez

Findet ihr den Rosettennebel? Der rötliche, blumenartige Nebel über der Bildmitte mag zunächst als heißer Kandidat erscheinen – doch er ist es nicht. Der berühmte Rosettennebel befindet sich tatsächlich rechts unten im Bild. Er ist hier in Blau- und Weißtönen dargestellt und über goldfarbene Filamente mit den übrigen Nebeln verbunden.

Dank des weiten Bildausschnitts und der tiefroten Belichtung scheint das Bild noch viele weitere „Blumen“ im All zu zeigen. Der als NGC 2237 bezeichnete Bereich im Zentrum des Rosettennebels ist von den hellblauen Sternen des offenen Sternhaufens NGC 2244 bevölkert. Ihre stellaren Winde und das energiereiche Licht räumen das Zentrum der Nebelwolke allmählich frei.

Der Rosettennebel ist etwa 5000 Lichtjahre von uns entfernt und erstreckt sich allein über eine Fläche, die etwa dem dreifachen Durchmesser des Vollmondes entspricht. Dieses blütenreiche Himmelsfeld liegt im Sternbild Einhorn (Monoceros).

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Kosmische Funde zwischen Skylla und Charybdis

In einem Sternenfeld mit ein paar schwachen hellbraunen Staubwolken liegt in der Mitte eine große Wolke mit braunem Staub und blauen Gashüllen.

Bildcredit und Bildrechte: Louis LEROUX-GÉRÉ; Text: Ogetay Kayali (Michigan Tech U.)

Kommt euch dieses himmlische Objekt bekannt vor? Höchstwahrscheinlich nicht: Es handelt sich nämlich um ein Erstentdeckungsbild! Massereiche Sterne bilden schwere Elemente in ihrem Inneren und explodieren schließlich als Supernova. Die Überreste kühlen relativ schnell ab und verblassen. Dadurch sind sie sehr schwer zu entdecken.

Genau nach solchen schwachen Überresten von Supernovae sucht eine Gruppe von Amateur-Astrofotografen*. Sie stöbern in mehreren Durchmusterungen des Himmels nach Spuren dieser Ereignisse. Das Ergebnis ist dieses weltweit erste Foto vom Supernova-Überrest G115.5+9.1. Die Entdecker tauften den Überrest Skylla. Das schwach leuchtende Objekt liegt im Sternbild des mythischen Königs Kepheus von Aithiopia.

Die Emission von Wasserstoffatomen wird hier in Rot gezeigt. Sauerstoff zeigt leichte Spuren von Blau. Überraschenderweise befindet sich gleich noch eine Entdeckung im Bild im rechten oberen Eck. Dort ist ein bisher unbekannter Kandidat für einen planetarischen Nebel. Passend zu Skylla wurde der Nebel Charybdis getauft. Es ist eine Anlehnung an die Redewendung „Gefangen zwischen Skylla und Charybdis“ aus Homers Odyssee.

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NGC 6302: Der Schmetterlingsnebel

Der Schmetterlingsnebel NGC 6302 explodiert scheinbar in zwei Richtungen. Er ist hier von einem Sternenfeld umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Die leuchtenden Sternhaufen und Nebel am Nachthimmel der Erde erhalten oft die Namen von Blumen oder Insekten. NGC 6302 bildet mit seiner beeindruckenden Spannweite von rund drei Lichtjahren keine Ausnahme.

Der Zentralstern des planetarischen Nebels verwandelt sich in einen Weißen Zwerg. Er wird dabei extrem heiß und leuchtet intensiv im ultravioletten Licht. Seine Oberflächentemperatur wird auf etwa 250.000 Grad Celsius geschätzt. Der Zentralstern entzieht sich durch einen Staubring der direkten Sicht. Doch sein energiereiches UV-Licht ionisiert die Atome im Nebel.

Die detailreiche Aufnahme wurde aus Schmalband-Bilddaten erstellt. Darauf erscheinen ionisierter Wasserstoff und doppelt ionisierter Sauerstoff in ihren charakteristischen roten und grünlichen Farbtönen. Sie zeigen ein atemberaubend komplexes Geflecht aus Knoten und Filamenten in den flügelartigen Ausströmungen des Nebels.

NGC 6302 ist ungefähr 4.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im arachnologisch dazu passenden Sternbild des Skorpions (Scorpius).

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Schleiernebel: Fasern einer alten Supernova

Am Nachthimmel ist eine große, komplexe Nebelwolke in Rot und Blau. Der Schleiernebel hat mehrere bekannte Teile, zum Beispiel den Fledermausnebel und den Hexenbesen.

Bildcredit und Bildrechte: Abdullah Alharbi

Diese Wolkenfetzen sind die letzten sichtbaren Reste eines Sterns in der Milchstraße. Vor etwa 7000 Jahren explodierte der Stern als Supernova und hinterließ den Schleiernebel. Zu dieser Zeit war die sich ausdehnende Wolke so hell wie eine Mondsichel. Für Menschen, die zu Beginn der Geschichtsaufzeichnung lebten, war dieses Phänomen für mehrere Wochen zu sehen.

Heutzutage ist der Supernovaüberrest auch als Cygnus-Bogen bekannt. Inzwischen ist er verblasst und nur mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Schwan (Cygnus) zu sehen. Der verbliebene Schleiernebel ist riesig, obwohl er 1400 Lichtjahren entfernt ist. Er umspannt einen Bereich, der mehr als fünf Vollmonde breit ist.

Dieses Bild entstand Mitte 2024 in Kuwait. Die Emissionen von Wasserstoff sind in Rot dargestellt und die von Sauerstoff in Blau. Bei Aufnahmen des ganzen Schleiernebels erkennen selbst fachkundige Augen die einzigartigen Fasern nur mit Schwierigkeiten.

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Zeta und Rho Ophiuchi in der Milchstraße

Auf einem richtig bunten Himmel sind viele Sternen und Nebel verteilt, die rot, gelb, blau und braun leuchten.

Bildcredit und Bildrechte: Ireneusz Nowak

Werft einen Blick auf eine der fotogensten Regionen am Nachthimmel. Das leuchtende Band der Milchstraße läuft schräg von links unten hinauf. Rechts neben der Mitte strahlt der farbenprächtige Wolkenkomplex um Rho Ophiuchi. Der große, rötliche Nebel um Zeta Ophiuchi oben. Man erkennt ihn an seiner markanten Kreisform.

Im Allgemeinen leuchten Nebeln rot, wenn ihr angeregter Wasserstoff Licht abstrahlt. Blau ist ein Hinweis auf interstellaren Staub. Er reflektiert bevorzugt das Licht junger, heller Sterne. Dichtere Staubwolken wirken meist dunkelbraun. Diese beeindruckende Himmelsansicht versteckt viele bekannte Objekte. Findet Ihr sie? Beispiele sind der helle Stern Antares, der Kugelsternhaufen M4 und der markante Blaue Pferdekopfnebel.

Die Weitwinkelaufnahme entstand im Juni letzten Jahres in Südafrika. Die Belichtungszeit betrug insgesamt mehr als 17 Stunden.

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NGC 1360: Der Rotkehlchen-Ei-Nebel

Ein dunkles Sternenfeld umgibt eine blaue-rosa Nebelwolke. Mitten in der Nebelwolke verlaufen ein paar dunkle Staubbahnen.

Bildcredit und Bildrechte: Andrea Iorio, Vikas Chander und ShaRA-Team

Dieser schöne Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Seine Form und Farbe erinnern an das Ei einer Wanderdrossel. Die kosmische Wolke ist etwa 3 Lichtjahre groß. Sie liegt im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Für die Aufnahme wurde ein Teleskop verwendet.

Der eiförmige Nebel hat die Katalogbezeichnung NGC 1360. Er ist ein planetarischer Nebel. Anders als ein Ei stellt er keinen Anfang dar, sondern die kurze und letzte Phase in der Entwicklung eines Sterns.

Mitten im Nebel leuchtet der Zentralstern von NGC 1360. Er ist ein Doppelstern und besteht wahrscheinlich aus zwei weißen Zwergsternen. Die beiden haben weniger Masse als unsere Sonne, sind aber viel heißer. Ihre intensive, unsichtbare ultraviolette Strahlung verändert die Gashülle um sie herum. Sie hat den Atomen darin Elektronen entrissen. Das Innere von NGC 1360 leuchtet blaugrün. Das Licht entsteht, wenn sich Elektronen mit doppelt ionisierten Sauerstoffatomen verbinden.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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