NGC 6960 – der Hexenbesen

Ein bläulicher Nebel mit roten wolkigen Strukturen verläuft wie ein Wasserfall diagonal durchs Bild. Im Hintergrund sind zarte Sterne dicht verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh (Heaven’s Mirror Observatory)

Vor zehntausend Jahren, lange bevor die Geschichte aufgezeichnet wurde, strahlte plötzlich ein neues Licht am Nachthimmel auf. Ein paar Wochen später verblasste es wieder. Heute wissen wir, dass es von einer Supernova stammte. Das ist ein Stern, der explodierte. Von der Supernova blieb eine Trümmerwolke zurück, die sich ausdehnt. Wir nennen sie Schleiernebel.

Diese scharfe Ansicht entstand mit Teleskop. Sie ist auf einen westlichen Ausschnitt des Schleiernebels zentriert, der als NGC 6960 katalogisiert ist. Weniger formell kennt man ihn als Hexenbesennebel. Die interstellare Stoßwelle von der heftigen Explosion pflügt durch den Raum. Sie fegt interstellare Materie auf und regt sie an. Die leuchtenden Fasern wurden mit Schmalbandfiltern abgebildet. Sie sind wie lange Wellen in einem Tuch, das wir fast genau von der Seite sehen. Im Nebel sind atomarer Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau-grün) auffallend gut aufgeteilt.

Der ganze Supernovaüberrest ist etwa 1400 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Schwan. Der Hexenbesen ist ungefähr 35 Lichtjahre groß. Der helle Stern im Bild ist 52 Cygni. An einem dunklen Ort sieht man ihn mit bloßem Auge. Es gibt aber keinen Zusammenhang mit dem urzeitlichen Supernovaüberrest.

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NGC 3324, der Gabriela-Mistral-Nebel in Carina

Die helle Emissionsregion in der Mitte leuchtet blau, sie ist von einem Staubwall umgeben. Mit diesem Rand bekommt sie das Aussehen der chilenischen Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Sternwinde und die Strahlung junger heißer Sterne brachten diese helle kosmische Wolke in Form. Die Sterne im offenen Haufen NGC 3324 liegen vor einer taschenförmigen Region aus leuchtendem atomarem Gas, in der Sterne entstehen. Staubwolken zeichnen sich als Schemen ab. Die Region ist ungefähr 35 Lichtjahre breit und 7500 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im nebelreichen südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina).

Das Bild entstand aus Aufnahmen mit Teleskop und Schmalbandfiltern. Die Filter waren durchlässig für die typischen Wellenlängen ionisierter Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Einzelbilder sind in roten, grünen und blauen Farbtönen kartiert. Das sind die Farben der beliebten Farbpalette von Hubble.

In der himmlischen Landschaft leuchten helle Nebelwolken. Rechts sind sie von kühlem, undurchsichtigem Staub begrenzt. Manche erkennen hier das Gesicht einer bekannten Person im Profil. Daher heißt die Region Gabriela-Mistral-Nebel. Gabriela Mistral ist eine chilenische Dichterin und Nobelpreisträgerin.

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Hinweis: Der Text wurde nachträglich gegendert

NGC 2023 im Schatten des Pferdekopfes

Der Nebel NGC 2023 um einen jungen Stern in der Mitte ist von hübschen blauen, roten und dunklen Nebeln umgeben. Weil er so nahe beim Pferdekopfnebel liegt, wird er nur selten allein abgebildet.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Mazlin, Mark Hanson, Warren Keller, Rex Parker, Tommy Tse und Peter Proulx (SSRO / PROMPT / CTIO)

NGC 2023 wird von einem hellen jungen Stern in Orions staubigen Molekülwolken geformt. Er liegt in der Nähe der dramatischen Silhouette des Pferdekopfnebels und wird daher häufig übersehen. Doch für sich genommen ist er ein schöner Emissions- und Reflexionsnebel, in dem Sterne entstehen. Er ist nur 1500 Lichtjahre entfernt.

Hier ist eins der seltenen Porträts von NGC 2023. Es zeigt überraschend farbenfrohe und komplexe Fasern mit vielen Details. Die Emissionen, die darin verteilt sind, stammen von Herbig-Haro-Objekten in der Region. Sie stammen von den energiereichen Strahlströmen neu entstandener Sterne.

Das scharfe Teleskopbild ist in der geschätzten Entfernung von NGC 2023 etwa 10 Lichtjahre breit. Rechts außerhalb des Bildrandes liegt der bekanntere kosmische Pferdekopf.

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Mars zwischen den Nebeln

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Zwischen dem Lagunen- und dem Trifidnebel ist ein heller roter Fleck. Was ist es? Der Mars. Das detailreiche bunte Himmelsbild zeigt, wie der Rote Planet zwischen den beiden bekannten Nebeln durchzieht. Charles Messier, der kosmische Archivar des 18. Jahrhunderts, katalogisierte die Nebel als M8 und M20.

M20, der Trifidnebel, liegt rechts über der Mitte. Er zeigt einen markanten Kontrast aus Rot, Blau und dunklen Staubbahnen. Rechts unten breitet sich das weite, rote Leuchten von M8 aus, dem Lagunennebel. Beide Nebel sind nur ein paar Tausend Lichtjahre entfernt. Zum Vergleich: Zwischen den beiden steht vorübergehend der Mars als markantes „lokales“ Himmelslicht. Als der Rote Planet letzte Woche fotografiert wurde, war er nur etwa 10 Lichtminuten entfernt.

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Ankündigung der Nova Carinae 2018

Ein rot leuchtender Nebel links unten ist von dicht verteilten Sternen überlagert. Rechts oben leuchten zwei helle Sterne, einer davon ist mit einem Pfeil markiert. Es ist die Nova Carinae 2018.

Bildcredit und Bildrechte: A. Maury und J. Fabrega

Wie hell wird die Nova Carinae 2018? Die Nova wurde erst letzte Woche entdeckt. Sie ist als ASASSN-18fv katalogisiert. Zwar treten Novae regelmäßig überall im Universum auf. Doch diese Nova ist am irdischen Himmel so ungewöhnlich hell, dass man sie auf der Südhalbkugel derzeit leicht mit einem Fernglas sieht.

Die Nova ist mit einem Pfeil markiert. Sie liegt nahe beim malerischen Carinanebel. Eine Nova vom Typ Ia ist eine thermonukleare Explosion auf der Oberfläche eines Weißen Zwergs. Für gewöhnlich wird sie ausgelöst, nachdem der Weiße Zwerg eine bestimmte Menge Materie eines Begleitsterns ansammelt hat. Doch die Details dieses Ausbruchs sind noch unbekannt.

Astronom*innen beobachten diesen ungewöhnlichen Sternausbruch in den nächsten Wochen, um zu sehen, wie sich die Nova Carinae 2018 entwickelt. Vielleicht wird sie hell genug für eine Beobachtung mit bloßem Auge.

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Sharpless 249 und der Quallennebel

Mitten im Bild leuchten rote Nebel. Rechts unten ist ein rundes Gebilde, das an eine Qualle erinnert. Nach links oben breitet sich ein diffuser Nebel aus. Der Raum rundherum ist dicht mit kleinen Sternen gespickt. Zwei hellere Sterne leuchten links und rechts neben den roten Nebelwolken.

Bildcredit und Bildrechte: Albert Barr

Dieses Teleskopbild zeigt den Quallennebel. Er ist normalerweise blass und schwer fassbar. Die Szene in der Mitte ist rechts und links an den beiden hellen Sternen My und Eta Geminorum verankert. Sie liegen am Fuß der himmlischen Zwillinge.

Der Quallennebel ist der helle Emissionsbogen, an dem Tentakel baumeln. Die kosmische Qualle gehört zum blasenförmigen Supernovaüberrest IC 443. Er ist die Trümmerwolke eines explodierten massereichen Sterns, die sich ausdehnt. Das Licht der Explosion erreichte erstmals vor mehr als 30.000 Jahren den Planeten Erde.

Die Qualle hat einen Cousin in astrophysikalischen Gewässern. Es ist ein Supernovaüberrest, der Krebsnebel genannt wird. Dieser enthält – wie auch der Quallennebel – einen Neutronenstern. Das ist der Rest eines kollabierten Sternkerns. Links oben füllt der Emissionsnebel Sharpless 249 das Feld. Der Quallennebel ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz wäre das Bild etwa 300 Lichtjahre groß.

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Kamera Orion

Die Sterne des Orion sind von bunten Schleiern umgeben. Man sieht auch die Barnardschleife, den Orionnebel und einige weitere Details.

Bildcredit und Bildrechte: Derrick Lim

Kennt ihr dieses Sternbild? Es ist eine der am leichtesten erkennbaren Sterngruppen am Himmel. Doch Orions Kultobjekte sehen mit bloßem Auge nicht so bunt aus, wie wenn man sie mit einer Kamera fotografiert.

Dieses Mosaik wurde aus 20 Bildern digital kombiniert. Der kühle Rote Riese Beteigeuze ist der hellste Stern links oben. Er hat einem starken Orangeton. In Orion befinden sich viele heiße blaue Sterne. Der Überriese Rigel rechts unten bildet ein Gegengewicht zu Beteigeuze. Rechts oben steht Bellatrix.

Die Gürtelsterne des Orion stehen in einer Reihe. Alle drei etwa 1500 Lichtjahre entfernt und entstanden in den gut erforschten interstellaren Wolken des Sternbildes. Unter Orions Gürtel ist ein rötlicher, verschwommener Fleck, der wohl ebenfalls vertraut ist. Dieses Sternbildungsgebiet ist der Orionnebel.

Die Barnardschleife sieht man mit bloßem Auge nicht. Doch auf der lang belichteten Aufnahme wirkt sie ziemlich auffällig. Sie ist ein riesiger, gasförmiger Emissionsnebel, der Orions Gürtel und Nebel umgibt. Vor mehr als 100 Jahren entdeckte der Orion-Fotopionier E. E. Barnard die Schleife.

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Die Möwe und die Ente

Rote Schleifen bilden den Möwennebel, sie sind hier ausgedehnter auf anderen Bildern. Oben ist eine runde Figur, die den Kopf bildet, sie erinnert an einen Papagei.

Bildcredit und Bildrechte: Raul Villaverde Fraile

Diese Nebel erinnern an eine Möwe und eine Ente. Sie sind nicht die einzigen kosmischen Wolken, die an Flugbilder erinnern. Die beiden Gestalten fliegen durch das Sternbild Großer Hund auf einer weiten Landschaft am Nachthimmel des Planeten Erde, die fast sieben Grad breit ist.

Die ausladende Möwe oben in der Mitte besteht aus zwei markanten Emissionsnebeln. Der hellere Nebel ist als NGC 2327 katalogisiert und stellt den Kopf dar. Der diffusere Nebel IC 2177 bildet Flügel und Körper. Die Entfernung des Nebels wird auf 3800 Lichtjahre geschätzt. Daher beträgt die Flügelspanne der Möwe eindrucksvolle 250 Lichtjahre.

Die Ente schimmert rechts unten und wirkt sehr kompakt. Bei ihrer geschätzten Distanz von 15.000 Lichtjahren ist sie nur etwa 50 Lichtjahre breit. Der Entennebel ist als NGC 2359 katalogisiert. Er wird vom energiereichen Wind eines heißen Sterns in seiner Mitte aufgeblasen, der extrem viel Masse enthält. Der dicke Körper und die geflügelten Anhänge führten auch zu seinem etwas dramatischeren Eigennamen „Thors Helm„.

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