Blaue Tränen und die Milchstraße

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Wellen schlagen an die Küstenfelsen der taiwanesischen Insel Nangan auf der Erde. Sie schimmern in einem zarten blauen Licht. Diese Nachtlandschaft am Meer entstand aus einer Serie lang belichteter Aufnahmen. Sie wurde am 16. April fotografiert. Das Bild zeigt das zarte Leuchten der Noctiluca scintillans.

Das maritime Plankton ist auch als Meeresleuchttierchen oder blaue Tränen bekannt. Seine Biolumineszenz wird durch die Bewegung der Wellen stimuliert. Im Westen leuchten die Stadtlichter an der Küste des chinesischen Festlandes unter niedrigen Wolken. Oben ist die Nacht voller Sterne, die Milchstraße leuchtet zart. Über dem Horizont reflektiert die zentrale Wölbung der Galaxis mit ihren dunklen Rissen scheinbar die Felsen und die leuchtenden Wellen.

Zur Originalseite

Meteor in der Milchstraße

Über der kroatischen Halbinsel Istrien läuft die Milchstraße diagonal über den Himmel. Rechts unten blitzt ein Lyrid über den Himmel. Sein grünliches Licht spiegelt sich im Wasser der Adria.

Bildcredit und Bildrechte: Marko Korosec

Die Lyriden gehören zu den Meteorströmen im April. Seit mehr als 2000 Jahren werden sie jährlich beobachtet. Dann durchquert die Erde den Staubstrom, den der langperiodische Komet Thatcher zurücklässt.

Diese Ansicht des Nachthimmels entstand am 21. April in den Morgenstunden. Sie zeigt ein aufgefegtes Staubkörnchen des Kometen, das mit 48 km/s in einer Höhe von zirka 100 Kilometern dahinraste. Der gleißende Streifen des Meteors blitzt am südöstlichen Horizont auf. Er kreuzt die zentrale Milchstraße, die gerade aufgeht.

Seine Bahn zeigt rückwärts zum Radianten des Stroms im Sternbild Leier (Lyra). Es steht hoch am nördlichen Frühlingshimmel, das nicht im Bild liegt. Der gelbliche Riesenstern Antares leuchtet rechts neben der Wölbung der Milchstraße. Noch höher steht rechts der helle Planet Saturn. Der Lyrid leuchtet grünlich über der kroatischen Halbinsel Istrien. Er spiegelt sich im Wasser der Adria.

Zur Originalseite

Bunte Sternwolken im Schwan

Die Nebel um den Stern Sadr im Sternbild Schwan sind bunt gefärbt. Rote Reflexionsnebel bilden eine senkrechte Wand, rechts ist eine dunkle Rauchwolke. Dazwischen sind blaue Reflexionsnebel, einige große Sterne und viele kleine Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: André van der Hoeven

Sterne können in einer farbigen Umgebung entstehen. Das Bild zeigt eine Region mit Sternbildung im Schwan beim hellen Stern Sadr mit viel leuchtendem Gas und dunklem Staub. Die Region ist etwa 50 Lichtjahre breit. Sie gehört zum Gamma-Cygni-Nebel, der etwa 1800 Lichtjahre entfernt ist.

Rechts im Bild windet sich Barnard 344. Er ist eine dunkle Staubwolke, die viel kühles molekulares Gas enthält. Eine markante Wand aus Staub und rot leuchtendem Wasserstoff zieht eine Linie durch die Bildmitte. Das leuchtende rote Gas sind Emissionsnebel. Die blau gefärbten Regionen sind Reflexionsnebel. Sie leuchten im Sternenlicht, das an dunklen Staubkörnchen reflektiert wird.

Der Gamma-Cygni-Nebel übersteht wahrscheinlich die nächste Milliarde Jahre nicht. Denn die meisten hellen, jungen Sterne werden explodieren. Dabei zerstören sie einen Großteil des Staubs und treiben das meiste Gas fort.

Erforsche ein virtuelles Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

NGC 3293, ein heller junger Sternhaufen

Im Bild ist ein relativ kompakter Sternhaufen, rechts oben breiten sich rote Nebelschleier aus, das ganze Bild ist mäßig von Sternen gefüllt.

Bildcredit und Lizenz: ESO/G. Beccari

In NGC 3293 strahlen heiße, blaue Sterne. Der schöne galaktische oder offene Sternhaufen ist erst jüngst entstanden. Er liegt im Sternbild Schiffskiel und ist etwa 8000 Lichtjahre von uns entfernt. NGC 3293 besitzt sehr viele junge, helle Sterne.

Wenn man NGC 3293 genau untersucht, zeigt sich, dass die blauen Sterne nur etwa 6 Millionen Jahre alt sind. Die matteren, röteren Sterne im Haufen sind an die 20 Millionen Jahre alt. Wenn das stimmt, dauerte die Sternbildung im offenen Haufen mindestens 15 Millionen Jahre. Diese Zeitspanne ist kurz, wenn man sie mit den Milliarden Jahren vergleicht, die Sterne wie unsere Sonne bereits existieren, erst recht im Vergleich zur Existenz vieler Galaxien oder unseres Universums, das vor mehr als zehn Milliarden Jahren entstand.

NGC 3293 ist hier abgebildet. Er liegt vor einer dichten Staubbahn und rotem leuchtendem Wasserstoff im Carinanebel.

Zur Originalseite

Freisichtige Nova Sagittarii 2015 Nr. 2

Über den Silhouetten von Bäumen ist die Milchstraße mit ihren vielen Staubwolken an den Himmel gemalt. Unten in einer Lücke zwischen den Bäumen leuchtet die Nova Sagittarii 2015 Nr. 2. Sie ist mit einem Pfeil markiert.

Bildcredit und Bildrechte: Ajay Talwar (The World at Night)

Erst war sie unsichtbar. Dann wurde sie sich rasch zu einem der helleren Sterne im Schützen. Inzwischen verblasst sie wieder. Die Sternexplosion Nova Sagittarii 2015 Nr. 2 ist die hellste Nova, die wir seit mehr als einem Jahr auf der Erde zu sehen bekamen. Das Bild entstand vor vier Tagen in Ranikhet im indischen Himalaja.

Mehrere Sterne im westlichen Teil des Schützen bilden den Asterismus der Teekanne. Die Nova ist mit einem Pfeil markiert. Sie ist das neue Wahrzeichen seitlich an der Kanne. Letzte Nacht war die Nova Sag schon deutlich blasser. Zuvor war sie schon heller als die 5. Größenklasse. Nun ist sie gerade noch mit bloßem Auge zu sehen. Trotzdem sollte man die Nova in den nächsten Wochen vor Sonnenaufgang bei dunklem Himmel noch leicht mit einem Fernglas sehen.

Galerie: Sonnenfinsternis

Zur Originalseite

An der Cygnus-Wand

Im Bild leuchtet ein roter Wall, der die Form eines W hat. Er ist von Dunkelnebeln umgeben. Rundum sind Sterne verteilt.

Bildcredit: Jimmy Walker

Die lebhafte Himmelslandschaft zeigt einen w-förmigen leuchtenden Grat. Es ist die Cygnus-Wand. Der kosmische Grat ist etwa 20 Lichtjahre lang und gehört zu einem größeren Emissionsnebel. Dieser hat seinen unverwechselbaren Umriss und wird landläufig Nordamerikanebel genannt.

Das Mosaik entstand aus zwei Bildern, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Das verräterische rötliche Leuchten stammt von ionisierten Wasserstoffatomen. Es wird abgestrahlt, wenn sie mit Elektronen rekombinieren. Das rote Licht markiert eine Ionisationsfront und die Silhouetten dunkler, staubiger Gestalten.

Die dunklen Gestalten werden von der energiereichen Strahlung heißer, massereicher Sterne im Sichtfeld der Region geformt. Es sind Wolken aus kühlem Gas und Staub, in denen wahrscheinlich Sterne entstehen. Der Nordamerikanebel ist als NGC 7000 katalogisiert. Er ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt.

Zur Originalseite

Der Dunkle Fluss zu Antares

Von links strömen dunkle Staubbahnen vor einem dicht gedrängten Hintergrund aus Sternen zu einer bunten Ansammlung aus Nebeln und Sternen auf der rechten Seite. Blaue, rote und gelbe Nebel werden von einem weißen Kugelsternhaufen ergänzt.
Die Region ist als Rho-Ophiuchi-Wolke bekannt.

Bildcredit und Bildrechte: Jason Jennings

Eine dunkle Wolke verbindet den Pfeifennebel mit der farbigen Region beim hellen Stern Antares. Es ist der sogenannte Dunkle Fluss, der vom linken Bildrand ausströmt. Seine trübe Erscheinung stammt von Staub, der das Sternenlicht im Hintergrund abdeckt, obwohl der Dunkelnebel hauptsächlich Wasserstoff und molekulares Gas enthält.

Der Rote Überriese Antares ist von Staub umgeben. Er erzeugt einen ungewöhnlich hellen gelblichen Reflexionsnebel. Darüber befindet sich der helle, blaue Doppelstern Rho Ophiuchi. Er ist in einen bläulichen Reflexionsnebel gehüllt. Auch rote Emissionsnebel sind in der Region verteilt.

Der Kugelsternhaufen M4 liegt rechts neben Antares. In Wahrheit befindet er sich weit hinter den bunten Wolken. Er ist etwa 7000 Lichtjahre entfernt, der Dunkle Fluss ist nur etwa 500 Lichtjahre entfernt. Die farbige Himmelslandschaft ist ein Mosaik aus Teleskopbildern. Das Bildfeld im Sternbild Skorpion ist am Himmel fast 10 Grad breit. Das entspricht 20 Vollmondbreiten.

APOD im Fediversum auf Mastodon

Zur Originalseite

Die Milchstraße über den Sieben Riesen des Urals

Auf einer schneebedeckten Kuppe ragen verschneite Felsen auf, es sind die Manpupunjor-Felsen, eines der Sieben Wunder Russlands. Am Himmel leuchtet die Milchstraße. Links unten kündigt sich die Dämmerung an.

Bildcredit und Bildrechte: Sergei Makurin

Vielleicht habt ihr schon von den Sieben Schwestern am Himmel gehört. Kennt ihr auch die Sieben Riesen auf der Erde? Die ungewöhnlichen Manpupunjor-Felsen stehen westlich vom Uralgebirge. Sie sind eines der Sieben Wunder in Russland. Wie diese urzeitlichen, 40 Meter hohen Säulen entstanden sind, ist unklar.

Der beharrliche Fotograf dieses Bildes kämpfte sich bei unwirtlichem Wetter durch unwegsames Gelände, um die schroffen Steintürme nachts im Winter zu fotografieren. Im Februar letzten Jahres hatte er endlich Erfolg. Mit Selbstauslöser beleuchtet er bei einer der schneebedeckten Säulen vorne den Boden mit einem Blitz. Hoch oben leuchten Millionen Sterne. Das Band der Milchstraße verläuft von links oben hinab.

Zur Originalseite