Polarlicht über Neuseeland

Die Himmelslandschaft über dem neuseeländischen Lake Tekapo hat viel zu biegen: Die Milchstraße, Wolken und Strahlenbüschel, die vom Mond ausgehen, ein Polarlicht und die Große Magellansche Wolke. Links vorne ist der See, rechts stehen Kuppeln des Mount-John-Observatoriums.

Bildcredit und Bildrechte: David Weir (Earth and Sky Ltd.)

Manchmal sieht man immer mehr, je länger man ein Bild ansieht, vielleicht auch auf diesem Nachtpanorama. Es wurde letzte Woche in Neuseeland fotografiert. Links sind gewöhnliche Wolken. Durch die digitale Kombination von 11 jeweils 20 Sekunden belichteten Einzelbildern sind sie leicht verschoben.

Rechts im Bild glimmt ein auffälliges breites rosarotes Polarlicht. Der wenig alltägliche Farbton entsteht wahrscheinlich durch angeregte Sauerstoffatome in der oberen Erdatmosphäre. Wenn ihr genauer hinschaut, seht ihr vielleicht links ein helles Licht hinter dem Berg. Hier geht der Mond auf. Wenn ihr noch genauer hinseht, erkennt ihr zarte Wolkenstrahlen, die vom Mond ausgehen.

In der Bildmitte bemerkt ihr vielleicht das zentrale Band der Milchstraße. Sie trennt scheinbar fast senkrecht die Wolken links vom Polarlicht rechts. Nimmt man den oberen rechten Teil des Bildes unter die Lupe, zeigt sich ein verschwommener Fleck hoch am Himmel. Das ist die Große Magellansche Wolke. Zahllose Sterne bevölkern den fernen Hintergrund.

Im Vordergrund auf der Erde stehen zwei Kuppeln des Mount-John-Observatoriums und eine Kamera auf einem Stativ. Sie fotografierte den Großteil dieser Szenerie über dem ruhigen Lake Tekapo.

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Die Plejaden – detailreich und staubhaltig

Das Bild ist voller Sterne und Nebel. In der Mitte leuchten die gefaserten Nebel um einige hellere Sterne blau.

Bildcredit und Bildrechte: David Lane

Der bekannte Sternhaufen der Plejaden zerstört langsam einen Teil einer vorbeiziehenden Wolke aus Gas und Staub. Die Plejaden sind der hellste offene Sternhaufen am irdischen Himmel. Sie sind fast überall auf der Nordhalbkugel mit bloßem Auge zu sehen.

Die vorbeiziehende junge Staubwolke ist vermutlich Teil des Gouldschen Gürtels. Das ist ein ungewöhnlicher Ring mit junger Sternbildung. Er umgibt die Sonne in der lokalen Milchstraße. In den letzten 100.000 Jahren wanderte der Gouldsche Gürtel zufällig mitten durch die älteren Plejaden und verursachte eine starke Reaktion zwischen Sternen und Staub.

Der Druck des Sternenlichtes drängt den Staub im umgebenden blauen Reflexionsnebel zurück. Kleinere Staubteilchen werden stärker abgedrängt. Ein kurzfristiges Ergebnis ist, dass Teile der Staubwolke faser– und schichtartig wurden. Man sieht das im detailreichen Bild.

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Die wolkigen Kerne aktiver Galaxien

Bildcredit: NASA / GSFC, W. Steffen (UNAM)

Wie sieht es aus, wenn man ins Zentrum einer aktiven Galaxie reist? Vermutlich enthalten die meisten Galaxienzentren Schwarze Löcher. Sie sind Millionen Mal massereicher als unsere Sonne. Die Räume um diese sehr massereichen Schwarzen Löcher sind wohl alles andere als ruhig. Sie flackern in vielen Farben. Daher trägt die gesamte Objektklasse die Bezeichnung Aktiver Galaxienkern.

Dieses Video zeigt, wie ein aktiver galaktischer Kern aus der Nähe aussehen könnte. Aktive Galaxienkerne besitzen meist massereiche Akkretionsscheiben, die das zentrale Schwarze Loch speisen. Mächtige Strahlen schießen elektrisch geladene Materie weit hinaus ins umgebende Universum.

Wolken aus Gas und Staub kreisen um die zentralen Schwarzen Löcher. In jüngster Zeit erkannte man, dass die Wolken so dicht sind, dass sie sogar die alles durchdringenden Röntgenstrahlen ausblenden können, sodass sie uns nicht erreichen. Solche Trübungen von Röntgenlicht können Stunden oder Jahre dauern. Das wurden bei der Analyse von Daten entdeckt, die in mehr als einem Jahrzehnt vom RossiX-ray-Timing-Explorer (RXTE) der NASA gewonnen wurden.

Ist eure Postkarte angekommen? Seht nach!

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Raumsonde Cassini kreuzt Saturns Ringebene

Über den Planeten Saturn verläuft eine dünne blaue Linie, das sind die berühmten Ringe. Auf der Linie sind zwei kleine Monde erkennbar. Oben werfen die Ringe Schatten auf den Planeten.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, ISS, JPL, ESA, NASA

Wenn das Saturn ist, wo sind dann die Ringe? Galileo beobachtete 1612, wie Saturns „Anhängsel“ verschwanden. Doch er verstand nicht, warum. Später, aber noch im selben Jahrhundert, erkannte man, dass Saturns ungewöhnliche Ausstülpungen Ringe sind, und dass sie scheinbar verschwinden, wenn die Erde die Ringebene kreuzt. Dann sind die Ringe von der Seite sichtbar. Die Saturnringe liegen in eine Ebene, die proportional viel dünner ist als eine Rasierklinge.

Auch die Roboter-Raumsonde Cassini kreuzt die Ebene der Saturnringe. Beim Kreuzen der Ebene entstand einer Serie von Bildern. Der interessierte spanische Amateur Fernando Garcia Navarro wählte aus dem enormen Onlinearchiv von Cassinis Rohbildern eines vom Februar 2005.

Das eindrucksvolle Ergebnis ist ein digital beschnittenes Bild in charakteristischen Farben. Saturns dünne Ringebene erscheint blau, die Bänder und Wolken in Saturns oberer Atmosphäre sind goldfarben. Details der Saturnringe sind in den hohen, dunklen Schatten im oberen Teil des Bildes erkennbar. Monde erscheinen als Beulen in den Ringen.

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M44: Praesepe

Der Sternhaufen M44 im Sternbild Krebs ist seit der Antike bekannt. Zwischen blau leuchtenden Sternen sind im Bild auch einige orangefarbene Rote Riesen verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Der Sternhaufen M44 ist etwa 600 Lichtjahre entfernt. Er ist einer der nächstgelegenen Sternhaufen in der Umgebung unseres Sonnensystems. Man kennt ihn auch als Praesepe oder Bienenkorbhaufen. Seine Sterne sind ungefähr 600 Millionen Jahr alt. Im Vergleich zu den 4,5 Milliarden Jahren unserer Sonne ist er also jung. M44 und der noch näher gelegene Sternhaufen der Hyaden im Stier sind ähnlich alt und zeigen eine gemeinsame Bewegung im Raum. Daher vermutet man, dass sie gemeinsam in einer großen Molekülwolke entstanden sind.

Der offene Sternhaufen M44 ist an die 15 Lichtjahre breit. Er enthält rund 1000 Sterne. Am Himmel befindet er sich im Sternbild Krebs. Dort ist er so breit wie zirka 3 Vollmonde (1,5 Grad). M44 ist mit bloßem Auge sichtbar. Man kennt ihn seit der Antike. Im 18. Jahrhundert notierte ihn Charle Messier als 44 Eintrag in seinem Katalog. Schon viel früher wurde der Haufen als zarte Wolke oder himmlischer Nebel beschrieben. Bis Teleskope verfügbar waren, konnte man ihn nicht in Einzelsterne auflösen.

Der Haufen ist ein beliebtes Ziel für Leute mit Fernglas. Er besitzt wenige gelbliche kühle Roten Riesen. Auf diesem farbigen Schnappschuss der Sterngruppe sind sie zwischen seinen helleren, heißen blauen Hauptreihensterne verteilt.

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Der lange Strahl des Leuchtturm-Nebels

Der Leuchtturmnebel ist im Bild rechts unten abgebildet, der Supernovaüberrest, von dem er ausgeschleudert wurde, leuchtet links oben. Alle Nebel im Bild sind violett abgebildet.

Röntgen-Bildcredit: NASA / CXC / ISDC / L. Pavan et al.

Der Leuchtturm-Nebel entstand durch den Wind eines Pulsars. Das ist ein schnell rotierender, magnetischer Neutronenstern. Dieser Pulsar rast mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde durchs interstellare Medium. Pulsar und Windnebel sind als IGR J11014−6103 katalogisiert. Sie sind etwa 23.000 Lichtjahre von uns entfernt und befinden sich im südlichen Sternbild Carina. Dieses Bild des Röntgenobservatoriums Chandra zeigt die beiden rechts unten.

Der Wind fegt geladene Teilchen, die der Pulsar erzeugte, in einen kometenartigen Schweif, der nach links oben zieht. Es verläuft die Gegenrichtung der Bewegung des Pulsars, der sich vom Supernovarest seiner Herkunft fortbewegt. Sowohl der ausreißende Pulsar als auch das sich ausdehnende Geröllfeld vom Supernovaüberrest entstanden durch die Explosion eines massereichen Sterns nach dem Kern-Kollaps. Bei der Supernova-Explosion wurde der Pulsar hinausgeschleudert.

Zur Szenerie kosmischer Extreme gehört auch ein langer, gewundener Strahl. Er ist fast 37 Lichtjahre lang und steht in einem fast rechten Winkel zur Bewegung des Pulsars. Der energiereiche Teilchenstrahl ist der längste, der je bei einem Objekt in unserer Galaxis beobachtet wurde.

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Komet Lovejoy über der Chinesischen Mauer

Auf einem Gebirge windet sich die Chinesische Mauer. Darüber leuchten am Himmel in der Dämmerung Komet Lovejoy und der Stern Ras Alhague im Schlangenträger.

Bildcredit und Bildrechte: Jiajie Zhang

Komet Lovejoy (C/2013 R1) verblasst schon, weil er ins äußere Sonnensystem zurückkehrt. Doch er schmückt immer noch den Himmel über dem Planeten Erde. Der Komet ist eine zarte Erscheinung in Ferngläsern und kleinen Teleskopen.

Das Relikt aus den Entwicklungsjahren des Sonnensystems wurde am 12. Jänner in der Morgendämmerung zwischen den Sternen im Schlangenträger (Ophiuchus) fotografiert. Nahe beim Kometen leuchtet der helle Stern Alpha Ophiuchi. Er ist auch als Ras Alhague bekannt, das ist der arabische Begriff für „Kopf des Schlangensammlers“.

Die gewundene Form darunter ist die antike Chinesische Mauer beim Panlongshan-Abschnitt nordöstlich von Peking. Panlongshan wird mit „Eingerollter Drache“ übersetzt. Die Szenerie wurde mit Digitalkamera und Teleobjektiv nacheinander auf zwei Aufnahmen fotografiert. Die Bilder wurden kombiniert. So wirken der Vordergrund und der Himmel in der Dämmerung natürlich.

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Eine Regenbogen-Pileus über Simbabwe

Ein dunkler Wolkenberg hat eine helle, schillernde Wolkenkappe. Darüber sind gewellte Wolken zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Peter Lowenstein

Wie viele dunkle Wolken haben einen bunten Rand? Hinter dieser dunklen Wolke liegt eine irisierende Wolke – eine Pileus. Sie besteht aus einer Gruppe Wassertröpfchen, die alle fast gleich groß sind. Daher beugen sie gemeinsam verschiedene Farben des Sonnenlichts unterschiedlich stark.

Dieses Bild wurde kurz vor Sonnenuntergang fotografiert. Zufällig bemerkte ein Fotograf in Murambi Ost die Wolke. Es war in der Nähe des Odzi-Tales und der Mtanda-Gebirgskette in Simbabwe. Dazu fotografierte er ungewöhnliche Wolkenwellen über der Pileus.

Wenn eine seltene Pileus-Wolkenkappe über einer gewöhnlichen Haufenwolke (Cumulus) entsteht, ist das ein Hinweis, dass sich die untere Wolke nach oben ausdehnt und vielleicht ein Sturm entsteht. Doch hier verschwand die farbige Wolke kurz nach ihrer Entdeckung.

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