Hubble zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 1672

Die Spiralgalaxie NGC 1672 im Sternbild Schwertfisch hat einen markanten Balken im Zentrum. An ihren Spiralarmen verlaufen markante rote Sternbildungsgebiete.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA, O. Fox, L. Jenkins, S. Van Dyk, A. Filippenko, J. Lee and the PHANGS-HST Team, D. de Martin (ESA/Hubble), M. Zamani (ESA/Hubble)

In vielen Spiralgalaxien verläuft ein Balken über das Zentrum. Auch in unserer Milchstraße soll sich ein zentraler Balken befinden. Die hier gezeigte Spiralgalaxie NGC 1672 mit ausgeprägtem Balken wurde vom Weltraumteleskop Hubble mit spektakulären Details aufgenommen. Wir sehen dunkle, feine Staubbänder, junge Sternhaufen mit blauen Sternen, rote Emissionsnebel aus leuchtendem Wasserstoff, einen langen, hellen Balken aus Sternen im Zentrum und einen hellen aktiven Kern, der höchstwahrscheinlich ein sehr massereiches Schwarzes Loch enthält.

Das Licht von NGC 1672 benötigt etwa 60 Millionen Jahre, bis es unsere Erde erreicht. Die Galaxie hat einen Durchmesser von ungefähr 75.000 Lichtjahren. NGC 1672 ist im Sternbild Schwertfisch (Dorado) zu finden. Sie wurde untersucht, um herauszufinden, wie ein Spiralbalken die Sternbildung in der zentralen Region einer Galaxie beeinflusst.

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NGC 1499: Der Kaliforniennebel

Der leuchtend rote Nebel im Bild erinnert wegen seiner Form an den US-Bundesstaat Kalifornien. In der Mitte liegt ein blauer Nebel mit einem orangegelben Streifen links daneben.

Bildcredit und Bildrechte: Toni Fabiani Mendez

Gibt es die mythische Insel der Königin Calafia eventuell im All? Das vielleicht nicht. Aber zufällig erinnert der Umriss dieser Molekülwolke im Weltraum an die Form des US-Bundesstaats Kalifornien. Unsere Sonne ist nur etwa 1000 Lichtjahre vom Kaliforniennebel entfernt im Orionarm der Milchstraße.

Der klassische Emissionsnebel ist auch als NGC 1499 bekannt. Er ist ungefähr 100 Lichtjahre lang. Im Bild stammt das markanteste Leuchten im Kaliforniennebel von rotem Licht. Es ist charakteristisch für Wasserstoffatome, die mit lang verlorenen Elektronen rekombinieren. Die Elektronen wurden zuvor von energiereichem Sternenlicht abgestreift, dabei wurden die Atome ionisiert.

Sehr wahrscheinlich liefert der heiße, bläuliche Stern Xi Persei das energiereiche Sternenlicht, das einen Großteil des Gases im Nebel ionisiert. Er strahlt rechts neben dem Nebel. Der Kaliforniennebel ist ein häufiges Ziel in der Astrofotografie. Mit einem Weitwinkelteleskop erkennt man ihn bei dunklem Himmel im Sternbild Perseus. Er ist nicht weit von den Plejaden entfernt.

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Wirbelstürme an Jupiters Nordpol

Jupiters Nordpol ist in Infrarotlicht abgebildet. Um einen dunklen Bereich sind mehrere dunkle Wirbel angeordnet.

Bildcredit und Bildrechte: NASA, JPL-Caltech, SwRI, ASI, INAF, JIRAM

Warum gibts so viele Zyklon-Wirbelstürme an Jupiters Nordpol?

Diese Frage kann derzeit noch niemand beantworten. Die robotische Raumsonde Juno der NASA hat 2018 beim Umfliegen von Jupiter die Daten aufgenommen, aus denen diese atemberaubende Ansicht der kuriosen Zyklone am Nordpol des Riesenplaneten konstruiert wurde.

Wenn man die thermische Strahlung aus den jovianischen Wolkenoberflächen misst, kommt mehr Infrarot aus ihnen heraus als aus der ganzen von der Sonne beleuchteten Halbkugel. Es zeigen sich acht Wolkenwirbel, die einen riesigen Zyklon mit einem Durchmesser von 4000 Kilometers umgeben – und zwar gleich neben dem geographischen Nordpol des Riesenplaneten.

Ähnliche Daten zeigen auch am jovialen Südpol eine solche Zyklonstruktur mit fünf zirkumpolaren Wirbeln. Die Südpolzyklone sind ein bisschen größer als ihre nördlichen Cousins. Hingegen zeigten die Daten von der Raumsonde Cassini, die einst Saturn umkreiste, dass der Nord- und Südpol von Saturn jeweils nur einen großen Wirbelsturm aufweisen.

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Galaxien im All

Rechts im Bild ist verschwommen ein Teil der Erde, über ihr die orange leuchtende Atmosphäre. Links im Bild der Sternenhimmel mit der Milchstraße und den Magellanschen Wolken.

Bildcredit und Lizenz: NASA, ISS Expedition 72, Don Petit

In diesem Foto aus dem Weltraum steigt die Ebene unserer Milchstraße über der Erde auf. Der Astronaut Don Pettit nahm sie auf.

Er stellte seine Kamera auf geringe Helligkeit und eine lange Belichtungszeit ein. Sie blickte aus dem Fenster eines Dragon-Raumschiffs. Dieses hatte am 29. Januar an die Internationale Raumstation angedockt. Der Außenposten in der Erdumlaufbahn befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von etwa 400 Kilometern über dem Pazifischen Ozean.

Durch die Bewegung verschwimmt die Erde. Der herrliche Blick aus der niedrigen Erdumlaufbahn zeigt die auffälligen Begleitgalaxien der Milchstraße. Sie sind als Große und Kleine Magellansche Wolke bekannt. Ihr könnt sie nahe der oberen linken Bildecke sehen.

Fans des Südhimmels können das Kreuz des Südens erkennen. Die vier hellsten Sterne des berühmten südlichen Sternbilds befinden sich nahe der Bildmitte, direkt hinter dem Rand des hellen Horizonts. Sie scheinen durch die orangefarben leuchtende Erdatmosphäre.

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Der planetarische Nebel Abell 7

Ein kugelförmiger, blau-grauer Nebel leuchtet mitten im Bild. Er ist von roten Sprenkel überzogen und von wenigen Sternen umgeben. Ein bisschen erinnert er an die Iris in einem Auge.

Bildcredit und Bildrechte: Vikas Chander

Der sehr lichtschwache planetarische Nebel Abell 7 ist etwa 1.800 Lichtjahre von uns entfernt. Er befindet sich unter dem Orion im Sternbild Hase (Lepus). Die mit einem Teleskop gemachte Aufnahme zeigt die typische Kugelform. Der Nebel misst ca. 8 Lichtjahre im Durchmesser. Er ist von Sternen der Milchstraße und einigen fernen Hintergrundgalaxien umgeben.

In der kosmischen Wolke sind faszinierende, komplexe Strukturen zu erkennen. Sie wurden durch Langzeitbelichtung und den Einsatz von Schmalbandfiltern verstärkt, welche die Emission von Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff einfangen. Ohne diese Hilfsmittel wäre Abell 7 zu schwach, um mit dem freien Auge gesehen zu werden.

Ein planetarischer Nebel repräsentiert eine sehr kurze Phase in der Entwicklung eines Sterns. Dabei stößt der einst sonnenähnliche Stern im Zentrum des Nebels seine äußeren Hüllen ab. Unsere Sonne wird diese Phase in 5 Milliarden Jahren durchlaufen.

Das Alter von Abell 7 wird auf 20.000 Jahre geschätzt. Doch der Zentralstern, hier als schwacher Weißer Zwerg zu sehen, ist etwa 10 Milliarden Jahre alt.

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Sternbildungs-Galaxie Messier 94

Bildfüllend ist eine Spiralgalaxie von oben abgebildet. In der Mitte ist ein kleiner heller Kern, umgeben von diffusen Sternfeldern, die von markanten Staubbahnen überlagert sind. Außen herum läuft ein Ring aus sehr hell glitzernden Gebieten mit Sternbildung.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA

Das prächtige Inseluniversum Messier 94 befindet sich in nur 15 Millionen Lichtjahren Entfernung im nördlichen Sternbild der Jagdhunde (Canes Venatici). Wir sehen die gesamte Fläche dieser Spiralgalaxie. Sie misst etwa 30.000 Lichtjahre im Durchmesser und ihre Spiralarme ziehen sich durch die äußeren Bereiche der weiten Scheibe. All das macht sie zu einem beliebten Fotomotiv von der Erde aus.

Diese Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops umfasst nur ca. 7000 Lichtjahre der zentralen Region von M94. Die scharfe Nahaufnahme zeigt den kompakten, hellen Kern der Galaxie mit deutlichen inneren Staubbahnen, umgeben von einem bläulichen Ring aus jungen, massereichen Sternen. Diese Sterne im Ring scheinen jünger als 10 Millionen Jahre zu sein. Das weist darauf hin, dass die Galaxie zu diesem Zeitpunkt gerade eine Phase rascher Sternentstehung durchlief.

Der kleine, helle Kern ist typisch für Seyfert-Galaxien. Doch wegen des Rings ist M94 auch als Sternentstehungsgalaxie bekannt. Da M94 relativ nahe ist, können hier die Ursachen für den Ausbruch an Sternentstehung im Detail erforscht werden.

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Sieben Schwestern kontra Kalifornien

Dieses Bild zeigt ein weites Feld. Links ist der rote Kaliforniennebel, der Sternhaufen der Plejaden mit blauen Reflexionsnebeln sind rechts. Dazwischen ist viel brauner Staub.

Bildcredit und Bildrechte: Todd Anderson

Rechts im Bild sind die Plejaden in Blau gehüllt. Man kennt sie auch als die Sieben Schwestern oder M45. Sie sind einer der hellsten und am leichtesten sichtbaren offenen Sternhaufen. Die Plejaden enthalten mehr als 3000 Sterne. Sie sind etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt und haben einen Durchmesser von nur 13 Lichtjahren. Ein spektakulärer blauer Reflexionsnebel aus feinem Staub umgibt die Sterne. Einer Legende nach ist einer der hellen Sterne verblasst, seit der Sternhaufen seinen Namen bekam.

Links leuchtet der Kaliforniennebel NGC 1499. Seine Form erinnert an den US-Bundesstaat Kalifornien. Der Nebel ist viel blasser als die Plejaden und daher schwerer zu sehen. Die Wolke aus rötlich schimmerndem Gas ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt.

Zwischen diesen Objekten hätten 25 Vollmonde Platz. Trotzdem ist es gelungen, beide auf diese Weitwinkelaufnahme zu bannen. Wer genau hinsieht, entdeckt auch noch die Sternentstehungsregion IC 348 und die Molekülwolke LBN 777, den sogenannten Baby-Adler-Nebel.

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Vierfache Ausrichtung über Italien

Am dunstigen Nachthimmel sind vier Objekte in einer Reihe. Die beiden nächstgelegenen sind beleuchtete Gebäude auf Hügeln. Im Hintergrund ist ein großer Dreiviertel-Mond, er ist durch die Erdatmosphäre verzerrt und gerötet. Über die Vorderseite des Mondes zieht ein Streifen von einem Flugzeug.

Bildcredit und Bildrechte: Valerio Minato

Warum sieht der Mond hier so seltsam aus? Ein Grund ist seine leuchtend rote Farbe. Die Farbe entsteht durch die Streuung des blauen Lichts in der Erdatmosphäre. Aus demselben Grund ist der Taghimmel blau.

Der Mond ist zudem ungewöhnlich verzerrt. Seine seltsame Form ist ein optischer Effekt. Er entsteht durch Schichten in der Erdatmosphäre. Sie brechen das Licht durch ihre verschiedenen Temperaturen oder Drücke unterschiedlich.

Ein dritter Grund, warum der Mond so ungewöhnlich aussieht, ist, dass zufällig ein Flugzeug vor ihm fliegt.

Der abgebildete malerische Dreiviertelmond wurde vor etwa zwei Wochen über Turin in Italien aufgenommen. Die uns vertraute schwebende Himmelskugel war Teil einer ungewöhnlichen vierfachen Ausrichtung. Zwei historische Gebäude gehören dazu: die Sacra di San Michele auf dem nahen Hügel und die Basilika von Superga gleich dahinter.

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