3I/ATLAS fliegt vorbei

Von vielen kleinen Sternen umgeben zieht der interstellare Komet 3I/ATLAS durchs Bild. In der Mitte ist seine grünliche Koma, nach links zeigt ein gelblicher Staubschweif, und der bläuliche Ionenschweif breitet sich nach links aus. Rechts oben ist ein heller blauer Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

3I/ATLAS ist ein interstellarer Besucher, der Schlagzeilen macht. Am 19. Dezember flog er in relativ großer Distanz an unserem Planeten vorbei. Er war 1,8 Astronomische Einheiten entfernt, das entspricht etwa 900 Lichtsekunden.

Diese lang belichtete Aufnahme zeigt den Kometen aus einem anderen Sternsystem, als er am 15. Dezember nachts vor schwachen Sternen im Sternbild Löwe (Leo) vorbeizog. Die Farben im Bild wurden verstärkt. Daher erkennt man das schwache Gelb des Staubschweifs und den leicht bläulichen Ionenschweif gut. Die Koma des Kometen hat einen grünlichen Schimmer.

3I/Atlas verlässt uns nun wieder. Dabei folgen ihm zahlreiche Teleskope auf der Erde und im All. Der Komet bewegt sich auf einer hyperbolischen Bahn aus dem Sonnensystem hinaus. Seine Geschwindigkeit relativ zur Sonne beträgt etwa 64 Kilometer pro Sekunde. Das ist zu schnell, um sich von der Gravitation der Sonne einfangen zu lassen.

Zur Originalseite

Einhorn, Fuchsfell und Christbaum

Das Bild ist von markanten, rot leuchtenden Nebeln durchzogen. Es ist ein Tumult aus Sternen, Nebelfetzen und dunklen Staubwolken. Der Nebel unten erinnert an ein Fuchsfell. Oben ist der markante Kegelnebel. Die Form dazwischen erinnert an einen Christbaum.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Kalika

Die Sternbildungsregion NGC 2264 ist eine schöne, komplexe Anordnung aus interstellarem Gas und Staub. Sie ist ungefähr 2.700 Lichtjahre entfernt und liegt in einem lichtschwachen Sternbild. Es wird fantasievoll Einhorn (Monoceros) genannt. Man findet es nahe beim Himmelsäquator und bei der Ebene unserer Milchstraße.

Die Himmelslandschaft passt zur Jahreszeit. Sie mischt dunkle interstellare Staubwolken und rötliche Emissionsnebel, die vom energiereichen Licht neuer Sterne angeregt werden. Wo die dunklen Staubwolken, die das Licht absorbieren, nahe bei heißen, jungen Sternen liegen, reflektieren sie das Sternenlicht. So entstehen blaue Reflexionsnebel.

Ein bläulich schimmernder Dunst umgibt den hellen, veränderlichen Stern S Monocerotis mitten im Bild. Über S Monocerotis ist eine einfache dreieckige Anordnung. Es sind die Sterne von NGC 2264, die man allgemein als Weihnachtsbaum-Sternhaufen kennt.

Der Kegelnebel wurde vom energiereichen Sternenlicht geformt. Er hängt kopfüber an der Spitze dieses kosmischen Christbaums. Unter dem Baum liegt der staubige, verschlungene Pelz aus leuchtendem Gas und Staub. Er wird Fuchsfellnebel genannt.

Das detailreiche Bild wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Von oben nach unten ist es etwa 1,5 Grad hoch. Das sind am Himmel drei Vollmonddurchmesser. In der Entfernung von NGC 2264 ist die Region fast 80 Lichtjahre hoch.

Zur Originalseite

Rätsel: Kleine rote Punkte im frühen Universum

Sechs Einzelbilder in zwei Reihen von je drei Bildern. Auf jedem Bild ein unscharfer roter Punkt auf schwarzem Hintergrund und zwei Zeilen Text am jeweils oberen Rand.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, JWST; Dale Kocevski (Colby College)

Was sind diese kleinen roten Punkte? Niemand kennt die Antwort auf diese Frage. Astronom*innen entdeckten sie erst im letzten Jahr. Inzwischen fanden sie mit dem Weltraumteleskop James Webb Hunderte kleine rote Punkte im frühen Universum.

Kleine rote Punkte leuchten extrem schwach. Man findet sie regelmäßig auf lang belichteten Aufnahmen, die für andere Zwecke gemacht werden.

Derzeit diskutieren Fachleute darüber, was die kleinen roten Punkte sind und welche Bedeutung sie wohl haben. Mögliche Erklärungen sind: extrem massereiche Schwarze Löcher in Gas- und Staubwolken, auf die Materie einströmt; Ausbrüche von Sternbildung in jungen Galaxien, die durch Staub gerötet sind; und schließlich Gaswolken, die von dunkler Materie gespeist werden.

Diese Bilder zeigen sechs kleine rote Punkte, die fast strukturlos sind. Bei jedem steht der Name des JWST-Programms, bei dem sie entdeckt wurden. Außerdem steht bei allen der Wert ihrer kosmologischen Rotverschiebung z. Sie ist ein Maß für die Entfernung. Forschende suchen außerdem im nahen Universum nach den Objekten, die aus früheren kleinen roten Punkten entstanden sein könnten.

Zur Originalseite

Rote Kobolde und Elfen blitzen über Italien auf

Am Himmel zischen seltsame senkrechte rote Blitzbüschel, so genannte Rote Kobolde. Darüber breitet sich ein diffuser roter Ring aus, einer der seltenen Elfen.

Bildcredit und Bildrechte: Valter Binotto

Was passiert hier am Himmel? Blitze! Die häufigste Art sind Blitze aus grellem, weißem Licht zwischen Wolken. In den letzten 50 Jahren wurden jedoch noch weitere Arten von Blitzen in der oberen Atmosphäre bestätigt. Zwei davon sind die Tentakel der roten Kobolde und ringförmige Elfen. Beide dauern nur Bruchteile von Sekunden.

Kobolde sind heller und leichter zu fotografieren als die andere, häufigere Variante der elektrischen Entladung. Die sogenannten Elfen sind Ringe, die sich rasch ausdehnen. Vermutlich entstehen sie, wenn elektromagnetische Pulse von elektrisch geladenen Wolken nach oben schießen und Stickstoffmoleküle in der Ionosphäre zum Leuchten bringen.

Es braucht Geduld und Erfahrung, um eine dieser Blitzarten auf ein Bild zu bannen. Beide Formen in einem Bild zu erwischen gelingt selten, denn sie treten normalerweise nicht gemeinsam auf. Diese Aufnahme ist ein Einzelbild aus einem Video. Es wurde Ende des letzten Monats von Possagno in Italien aus aufgenommen. Unter den Kobolden und Elfen tobt ein fernes Gewitter über der Adria.

Zur Originalseite

Sonnenuntergang zur Sonnenwende bei Stonehenge

Über der historischen Stätte Stonehenge ist der Himmel glasklar und spielt alle Farben von Gelb bis Violett. Zwischen zwei Monolithen geht gerade die Sonne unter.

Bildcredit und Bildrechte: English Heritage, Josh Dury

Gestern erreichte die Sonne ihren südlichsten Punkt am Himmel der Erde. Man nennt ihn die Sonnenwende. Sie markiert in vielen Kulturen den Wechsel der Jahreszeiten. Auf der Nordhalbkugel der Erde wechselt der Herbst zum Winter und auf der Südhalbkugel wird der Frühling zum Sommer.

Unser Bild zeigt den Moment vor dem Beginn der längsten Nacht im Norden 2025 in Stonehenge in Großbritannien. Dort sieht man, wie ein 4,5 Milliarden Jahre alter Feuerball genau zwischen den Steinen untergeht, die vor 4500 Jahren präzise angeordnet wurden. Nicht einmal die Kreiselbewegung der Erdachse über die Jahrtausende hat die astronomische Bedeutsamkeit des Sonnenuntergangs in Stonehenge verändert.

Zur Originalseite

Sonnenwende auf der rotierenden Erde

Videocredit: Meteosat 9, NASA, Earth Observatory, Robert Simmon

Kann man von der Neigung der Erde ableiten, dass heute Sonnenwende ist? – Ja. Zur Sonnenwende ist der Terminator der Erde – das ist die Linie, an der sich Tag und Nacht treffen – am stärksten geneigt. Dieses Zeitraffervideo zeigt dies anhand eines vollen Jahreszyklus des Planeten Erde in zwölf Sekunden. Der Satellit Meteosat 9 befindet sich in einem geosynchronen Orbit. Er nahm jeden Tag zur gleichen Ortszeit (das ist die Zeit nach Sonnenstand) ein Infrarotbild der Erde auf.

Das Video beginnt mit der Tagundnachtgleiche im September 2010. Der Terminator bildet eine senkrechte Linie: Tag und Nacht sind gleich lang (was die Zeit betrifft – beide bedecken visuell gleiche Anteile der Erdkugel).

Während die Erde ihren Weg um die Sonne fortsetzt, sieht man, wie sich der Terminator neigt, sodass pro Tag weniger Licht auf die Nordhalbkugel fällt. Das führt im Norden zum Winter. Wenn die Neigung am größten ist, findet im Norden die Wintersonnenwende statt. Im Süden ist Sommersonnenwende.

Dann schreitet das Jahr voran. Im März 2011 ist die nächste Tagundnachtgleiche, das ist etwa in der Mitte des Videos. Danach neigt sich der Terminator zur anderen Seite. Auf der Südhalbkugel beginnt der Winter und im Norden der Sommer. Im Film endet das Jahr mit der nächsten September-Tagundnachtgleiche. Damit ist eine weitere der Milliarden Reisen der Erde um die Sonne vollendet.

Zur Originalseite

Sonnenwend-Sonnen-Tätowierung

Vorne führt ein geteerter Weg zu einem Bergdorf, rechts ist ein Geländer. Auf dem Boden ist ein weißer Abdruck des Zauns. Dort, wo der Zaun einen Schatten auf den Boden warf, konnte der Frost am Boden nicht schmelzen und bildete ein weißes Muster.

Bildcredit und Bildrechte: Marcella Pace

Das Wort „Solstitium“ stammt aus dem Lateinischen. Es bedeutet „Sonne“ und „anhalten“ oder „stillstehen“. Der deutsche Begriff „Sonnenwende“ geht noch weiter. Tatsächlich verlangsamt sich die jährliche Nord-Süd-Bewegung der Sonne am Himmel in den Tagen um die Sonnenwende herum, hält inne und kehrt dann die Richtung um. Rund um die Sonnenwenden ändert sich der Bahnbogen der Sonne am Himmel daher nur wenig.

Am Himmel der Nordhalbkugel der Erde steht der Bogen der Sonne um die Dezember-Sonnenwende sehr tief. Zusammen mit den niedrigen Temperaturen an der Oberfläche hinterließ er hier eine deutliche Spur auf dem Weg, der zum Bergdorf Peaio in Norditalien führt.

Der morgendliche Frost auf der Straße konnte nur dort schmelzen, wo das Sonnenlicht den Boden erreichte. Dort, wo ständig der Schatten des Zauns lag, blieb er der Frost bestehen und malte ein Bild des Zauns auf den Asphalt.

Zur Originalseite

Montes Caucasus werfen lange Schatten

Die Nahaufnahme zeigt, wie in den Montes Caucasus die Sonne aufgeht. Die Schattengrenze läuft mitten durch das Mondgebirge. Links sind zwei Kraterwände gerade schon in der Sonne. Die Berge rechts werfen riesige, lange Schatten. Die Böden der Krater sind noch dunkel.

Bildcredit und Bildrechte: Guy Bardon

Bei zunehmendem Halbmond geht die Sonne von der Mondoberfläche aus gesehen bei den Montes Caucasus auf. Auf der Teleskop-Aufnahme wirft die Mondgebirgskette majestätische, turmartige Schatten. An diesem Tag verläuft der Terminator auf dem Mond genau durch diese Region. Der Terminator ist die Grenze zwischen Nacht und Tag.

Die Montes Caucasus wurden nach dem Kaukasus auf der Erde benannt. Die zerklüfteten Gipfel sind bis zu 6 Kilometer hoch. Sie liegen zwischen dem glatten Mare Imbrium im Westen und dem Mare Serenitatis im Osten. Das Licht der aufgehenden Sonne trifft schon die Einschlagskrater links (im Westen) an ihren äußeren, östlichen Kraterwänden. Diese liegen großteils noch im Schatten der Mondlandschaft.

Die Phase „zunehmender Halbmond“ wird gelegentlich auch „erstes Viertel“ genannt. Das bezieht sich auf den ganzen Zyklus der Mondphasen. Er wird in vier Viertel eingeteilt. Jedes Viertel dauert ca. eine Woche. Mit jedem Tag ändert sich die Beleuchtung auf dem Mond ein wenig.

Zur Originalseite