Freier Flug im Raum

Über der blauen Erde mit weißen Wolken schwebt ein weit entfernter Astronaut im schwarzen All. Es ist Bruce McCandless II mit einer Manned Maneuvering Unit.

Bildcredit: NASA, STS-41B

Wie wäre es wohl, frei im Weltraum zu schweben? Bruce McCandless II durfte das am eigenen Leib erfahren. 1984 driftete er weiter hinaus als sonst jemand zuvor. Bei der Space-Shuttle-Mission 41-B waren McCandless und sein Kollege, der NASA-Astronaut Robert Stewart, die ersten, die so einen unangebundenen Außenbordeinsatz erlebten. McCandless (im Bild) schwebte frei im All. Er war etwa 100 Meter vom Frachtraum einer Raumfähre entfernt und bewegte sich mit einer besatzten Manövereinheit (Manned Maneuvering Unit, MMU).

Der Antrieb der MMU funktionierte, indem er Stickstoff ausstieß. Man setzte damit Satelliten aus oder holte sie ein. Mit einer Masse von über 140 Kilogramm ist eine MMU auf der Erde schwer. Aber wie alles andere auch ist sie schwerelos, wenn sie im Orbit schwebt. Die MMU wurde später durch die SAFER-Rucksack-Antriebseinheit ersetzt.

Zur Originalseite

Artemis I: Flugtag 13

Links unten ragt die Raumpatrouille Orion ins Bild. Rechts oben steht die blaue Erde hinter dem braunen Mond. Beide sind etwa zu drei Vierteln beleuchtet.

Bildcredit: NASA, Artemis I

Am 13. Flugtag der Mission Artemis I erreichte das Raumschiff Orion seine größte Entfernung zur Erde. Das war am 28. November 2022. Orion war damals auf ihrer fernen retrograden Umlaufbahn mehr als 430.000 Kilometer von der Erde entfernt. Die Distanz zum Mond betrug fast 70.000 Kilometer.

Dieses Standbild stammt aus einem Video vom 13. Flugtag. Es zeigt den Planeten Erde und seinen großen natürlichen Satelliten im selben Sichtfeld. Aus der Sicht des Raumschiffs sind sie fast gleich groß.

Am 26. Flugtag (am 11. Dezember 2022) landete das besatzungslose Raumschiff auf seiner Heimatwelt. Damit endete die historische Mission Artemis I. Die Mission Artemis II bringt vier Astronaut*innen um den Mond und wieder zurück. Sie startet frühestens am 6. Februar.

Zur Originalseite

Orion zeigt, wie die Erde untergeht

Links ragt das Raumschiff Orion ins Bild, rechts der Mond der Erde. Unten am Mondrand schimmert eine kleine blaue Murmel, die Erde.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Dieser Schnappschuss aus dem Weltraum entstand am 21. November 2022. Hier verschwinden gerade acht Milliarden Menschen, weil der helle Rand des Mondes ihre Heimatwelt verdeckt. Es war der sechste Tag der Mission Artemis I. Eine Außenkamera des Raumschiffs Orion nahm das Bild auf.

Das Raumschiff Orion flog dabei kontrolliert am Mond vorbei und näherte sich seiner Oberfläche auf 130 Kilometer. Beim Vorbeiflug gewann Orion genug Geschwindigkeit für eine ferne rückläufige Umlaufbahn um den Mond. Diese führte die Kapsel 92.000 Kilometer vom Mond fort. Sie war rückläufig (retrograd), weil das Raumschiff in Gegenrichtung zur Umlaufbahn des Mondes um die Erde kreiste.

Als das Raumschiff Orion am 28. November 2022 den Mond umrundete, erreichte es seine größte Entfernung von der Erde. Sie betrug etwas mehr als 400.000 Kilometer. Dabei brach Orion den Rekord von Apollo 13. Seither ist es das am weitesten entfernte Raumschiff, das es Menschen möglich machen sollte, das Weltall zu erforschen.

Die Mission Artemis II soll vier Astronaut*innen um den Mond führen und wieder zurückbringen. Der Start ist schon für 6. Februar geplant.

Zur Originalseite

Apollo 14: Aussicht von Antares

Der Blick aus dem Landemodul Antares bei Apollo 14 reicht über das Fra-Mauro-Hochland. Vorne steht ein kleiner Transporter, links dahinter die Flagge der USA. Oben unter einem Felsen ist ein Krater. Darin liegen ein Speer und ein Golfball.

Bildcredit: Edgar Mitchell, Apollo 14, NASA; MosaikEric M. Jones

Am 5. Februar 1971 landete das Modul Antares von Apollo 14 auf dem Mond. Gegen Ende des Aufenthalts schoss der Astronaut Ed Mitchell durch das Fenster der Landefähre eine Reihe von Fotos der Mondoberfläche. Diese kombinierte Eric Jones zu einem detaillierten Mosaik. Eric Jones war Herausgeber des Apollo Lunar Surface Journal.

Der Blick reicht über das Hochland Fra Mauro. Es liegt nordwestlich von der Landestelle. Das Bild entstand, nachdem die Astronauten von Apollo 14 ihren zweiten und letzten Außenbordeinsatz auf dem Mond beendet hatten. Vorne steht ihr Modular Equipment Transporter. Er ist ein Gerät mit zwei Rädern, das an eine Rikscha erinnert. Sie nützten es, um Werkzeuge und Proben zu transportieren.

Oben in der Bildmitte liegt nahe am Horizont ein Felsbrocken. Er ist 1,5 Meter groß und erhielt den Namen Schildkrötenfelsen (Turtle Rock). Im flachen Krater unter der Schildkröte liegt der lange, weiße Griff eines Geräts, mit dem Proben aufgenommen wurden. Mitchell warf es wie einen Speer dorthin.

Alan Shepard war Mitchells Kollege beim Außenbordeinsatz, und er war auch der erste Amerikaner im All. Mit einem improvisierten 6er-Eisen schlug er zwei Golfbälle. Einer von Shepards Golfbällen ist der weiße Punkt unter Mitchells Speer.

Zur Originalseite

Vollmondlicht

Über drei Hügelkuppen steht der fast volle Mond. Man erkennt deutlich die dunklen Flecken. Am oberen Rand verläuft der Terminator, dort sind ein paar Krater erkennbar. Zwischen zwei Kuppen steht ein Beobachter mit Teleskop.

Bildcredit und Bildrechte: Zhengjie Wu und Jeff Dai (TWAN)

Bei Vollmond ist der Mond am hellsten. Heute Nacht könnt ihr im Licht des ersten Vollmonds im Jahr 2026 stehen. Der Vollmondzeitpunkt ist am 3. Januar um 10:03 Uhr Weltzeit.

Etwa 7 Stunden später, um 17:16 Uhr Weltzeit, erreicht die Erde den sonnennächsten Punkt ihrer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne im Jahr 2026: das Perihel. Der Januar-Vollmond war auch nicht weit vom Punkt seiner größten Annäherung an die Erde entfernt, dem Perigäum. In diesem Mondphasenzyklus fand das Perigäum des Mondes am 1. Januar um 21:44 Uhr Weltzeit statt.

Ihr könnt auch den Planeten Jupiter sehen, der heute Nacht fast seine größte Helligkeit für 2026 erreicht. Er steht am Himmel nahe beim Vollmond. Vergesst aber nicht, nach den seltenen, hellen Feuerkugeln des Sternschnuppenstroms der Quadrantiden Ausschau zu halten, wenn ihr draußen den Nachthimmel beobachtet!

Zur Originalseite

Sonnenwend-Sonnen-Tätowierung

Vorne führt ein geteerter Weg zu einem Bergdorf, rechts ist ein Geländer. Auf dem Boden ist ein weißer Abdruck des Zauns. Dort, wo der Zaun einen Schatten auf den Boden warf, konnte der Frost am Boden nicht schmelzen und bildete ein weißes Muster.

Bildcredit und Bildrechte: Marcella Pace

Das Wort „Solstitium“ stammt aus dem Lateinischen. Es bedeutet „Sonne“ und „anhalten“ oder „stillstehen“. Der deutsche Begriff „Sonnenwende“ geht noch weiter. Tatsächlich verlangsamt sich die jährliche Nord-Süd-Bewegung der Sonne am Himmel in den Tagen um die Sonnenwende herum, hält inne und kehrt dann die Richtung um. Rund um die Sonnenwenden ändert sich der Bahnbogen der Sonne am Himmel daher nur wenig.

Am Himmel der Nordhalbkugel der Erde steht der Bogen der Sonne um die Dezember-Sonnenwende sehr tief. Zusammen mit den niedrigen Temperaturen an der Oberfläche hinterließ er hier eine deutliche Spur auf dem Weg, der zum Bergdorf Peaio in Norditalien führt.

Der morgendliche Frost auf der Straße konnte nur dort schmelzen, wo das Sonnenlicht den Boden erreichte. Dort, wo ständig der Schatten des Zauns lag, blieb er der Frost bestehen und malte ein Bild des Zauns auf den Asphalt.

Zur Originalseite

Orion und das Meer der Stürme

Hinter dem Raumschiff Orion ragt der Mond riesig auf. In die glatten Flächen sind tiefe Krater gerammt, die seitlich von der Sonne beleuchtet werden. Links verläuft der Terminator, das ist die Schattengrenze zwischen Tag und Nacht.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Am 5. Dezember 2022 fing eine Kamera an Bord des unbesetzten Raumschiffs Orion diesen Anblick ein. Kurz danach machte sich das Raumfahrzeug nach dem Vorbeiflug am Mond auf den Rückweg. Hinter einem ausgeklappten Sonnenkollektor breitet sich die dunkle, ebene Landschaft am westlichen Rand des Oceanus Procellarum aus.

Der Oceanus Procellarum, das Meer der Stürme, ist das größte der Maria auf der Mondvorderseite, die mit Lava überflutet sind. Links im Bild verläuft der Mondterminator. Er ist die Trennlinie zwischen Tag und Nacht auf dem Mond. Über der Bildmitte liegt der Krater Marius. Er hat einen Durchmesser 41 Kilometern. Der Strahlenkrater Kepler ist am Rand rechts neben dem Flügel des Sonnenkollektors zu sehen. Die hellen Strahlen von Kepler reichen nach Norden und Westen bis zu Marius und seinem dunklen Kraterinneren.

Am 11. Dezember 2022 kehrte die Raumkapsel Orion in ihre Heimatwelt zurück. Die historische Mission Artemis 1 endete mit der erfolgreichen Wasserung des Raumschiffs im Pazifischen Ozean auf der Erde.

Zur Originalseite

Mondspiele

Über einem Nadelwald geht der Sichelmond in der Abenddämmerung unter. Links neben dem Wald steht eine kleine Kirche in der Nähe von Danta di Cadore in Norditalien.

Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer

Das hier ist kein Standbild aus einem Videospiel. Es wirkt, als würde sich die kleine Bergkirche unterhalb der Baumgrenze vor dem Mond verstecken. Die Aufnahme entstand am 23. November kurz nach Sonnenuntergang in der Nähe von Danta di Cadore in Norditalien. Sie wurde mit einem Teleobjektiv fotografiert und ist sorgfältig komponiert.

Während die Kirchenmauern von irdischen Flutlichtern beleuchtet werden, reflektiert der Mond das Licht der Sonne. Zu jedem Zeitpunkt beleuchtet die Sonne eine Hälfte der Mondoberfläche. Diese wird dann auch als Tagseite des Mondes bezeichnet. In dieser Nacht sah man allerdings nur einen kleinen Teil der sonnenbeschienenen Oberfläche. Es war etwa drei Tage nach Neumond. Der Mond befand sich in einer zunehmenden Halbmondphase.

Zur Originalseite