Rote Sonne hinter dem Rauch der Waldbrände

Die Szene wirkt wie die Animation eines roten Zwergsterns, den man auf einem fiktiven Exoplaneten sieht. Doch der Stern ist unsere Sonne. Sie leuchtet rot, weil die Rauchwolken eines Waldbrandes sie verdunkeln.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Das könnte die Aussicht auf einem Exoplaneten sein, der um einen roten Zwergstern kreist. Doch es ist unsere Sonne. Dieses Bild entstand am 22. Juli 2026 in der Region Okanagan. Sie liegt in der Provinz British Columbia in Kanada. Der Rauch der Waldbrände im pazifischen Nordwesten wirkt wie ein Sonnenfilter. So konnte die Fotografin die Sonne direkt fotografieren.

Das schaurige Bild zeigt mehrere Sonnenflecken. Der Rauch besteht aus winzigen Teilchen, die Licht mit kurzer Wellenlänge blockieren und streuen. Daher ist das Licht, das von der Sonne kommt, dunkler und röter als sonst. Doch es ist niemals sicher, direkt zur Sonne zu blicken! Der Rauch macht die Auf- und Untergänge der Sonne farbiger.

In etwa ungefähr 6 Milliarden Jahren wird die Sonne tatsächlich röter. Sie erreicht dann die Phase eines Roten Riesen.

Zur Originalseite

Mars gibt Psyche einen Gravitationsschub

Videocredit: NASA/JPL-Caltech/ASU/True Story Films; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Körper im Sonnensystem helfen, bei der Forschung in den Tiefen des Alls Treibstoff zu sparen! Dieses Video zeigt, wie die Raumsonde Psyche an Fahrt gewinnt. Sie änderte ihre Flugbahn mit sehr wenig Treibstoff, indem sie sich im Mai 2026 beim Mars einen Gravitationsschub holte. Der Mars zieht im Schnitt mit fast 87.000 km/h auf seiner Bahn um die Sonne. Seine Bewegung entlang der Bahn und seine Gravitation führten dazu, dass Mars die Sonde Psyche mitzog, sodass sie schneller wurde.

Gravitationsmanöver gibt es seit der Mission Luna 3 im Jahr 1959. Mit solchen Manövern gelangen Raumsonden (z. B. Voyager oder Cassini) weiter hinaus als nur mit Treibstoff alleine. Die Unterstützung durch Gravitation hilft der Raumsonde Psyche auf ihrer Reise zum Asteroiden Psyche, den sie 2029 erreicht.

Als die Sonde den Mars passierte, testete sie ihre Instrumente. Diese sollen die Zusammensetzung und das Magnetfeld des Asteroiden untersuchen. Die Mission Psyche ist die erste zu einem Asteroiden, der großteils aus Metall besteht. Metalle sind ein wichtigerer Bestandteil von Planeten als Gestein oder Eis.

Tipp: Sucht einen dunklen Himmel und beobachtet diesen August die Perseïden-Meteore ohne Mond!

Zur Originalseite

Der Blasen-Nebel NGC 7635

Umgeben von rot leuchtenden Rändern dunkler Wolken schimmert in der Mitte eine Blase. Sie wirkt sehr zart, doch sie entstand durch gewaltige Prozesse.
Bildcredit und Bildrechte: Paweł Piechnik

Wie entstand diese riesige Blase im All? Der Wind eines Sterns hat die reizende Erscheinung geblasen. Sie erinnert an einen Kopf. Katalogisiert ist sie als NGC 7635, doch man kennt sie simpel als Blasennebel.

Diese Ansicht entstand in Krakau in Polen. Eine lang belichtete Aufnahme brachte die faszinierenden Details der kosmischen Blase und ihrer Umgebung zum Vorschein. Die Blase ist 10 Lichtjahre groß. Sie wirkt sehr zart, doch es gibt Hinweise auf gewaltsame Prozesse, die dort im Gange sind.

Rechts neben dem Zentrum der Blase ist ein heller, heißer Stern in den reflektierenden Staub des Nebels gehüllt. Er besitzt wahrscheinlich die 10- bis 20-fache Masse der Sonne. Sein heftiger Sternwind und seine intensive Strahlung höhlten die Struktur aus leuchtendem Gas in das dichtere Material der Molekülwolke, die ihn umgibt.

Der faszinierende Blasennebel ist an die 11.000 Lichtjahre entfernt und liegt im stolzen Sternbild Kassiopeia.

Zur Originalseite

Simulation TNG50: Ein Galaxienhaufen entsteht

Videocredit: IllustrisTNG Project; Visualisierung: Dylan Nelson (Max Planck Institute for Astrophysics) et al.; Music: Symphony No. 5 (Ludwig van Beethoven), via YouTube-Audio-Bibliothek

Wie entstehen Haufen aus Galaxien? Das Universum bewegt sich zu langsam, um das zu beobachten. Also erstellte man mit Computern schnellere Simulationen. Ein bekanntes Projekt ist TNG50 von IllustrisTNG. Es ist eine verbesserte Version der bekannten Illustris-Simulation.

Der erste Teil des Videos folgt der Spur von kosmischem Gas, es ist großteils Wasserstoff, während es sich zu Galaxien und Galaxienhaufen entwickelt. Die Simulation beginnt beim frühen Universum und läuft bis heute. Helle Farben markieren schnelleres Gas. Während sich das Universum entwickelt, fällt Gas in Gravitationssenken. Wir sehen, wie Galaxien entstehen. Diese Galaxien drehen sich, stoßen zusammen und verschmelzen. Und die ganze Zeit entstehen Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien. Sie stoßen das umgebende Gas mit hoher Geschwindigkeit aus.

Die zweite Hälfte des Videos folgt den Sternen. Wir sehen, wie sich ein Galaxienhaufen formiert. Sternströme begleiten diesen Prozess. Der Ausfluss aus Schwarzen Löchern ist in der Simulation TNG50 überraschend komplex. Am Ende folgt ein Vergleich der Details mit unserem realen Universum.

Wir untersuchen immer noch, wie Gas im frühen Universum verschmolzen ist. So verstehen wir besser, wie unsere Erde, die Sonne und das Sonnensystem einst entstanden sind.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

RCW 86, ein historischer Supernova-Überrest

Die rötlich leuchtenden Fasern vor dicht verteilten Sternen gehören vielleicht zum Überrest der ältesten Supernova, von der je berichtet wurde. Die Berichte stammen aus China. Sie liegt im Sternbild Zentaur.
Bildcredit und Bildrechte: David Cowland

Im Jahr 185 n. Chr. berichteten chinesische Astronomen, dass in der Sterngruppe Nanmen ein neuer Stern aufleuchtete. Auf heutigen Sternkarten liegt dieser Teil des Himmels im südlichen Sternbild Zentaur. Monatelang sah man den neuen Stern mit bloßem Auge, ehe er verblasste und verschwand – so die Aufzeichnungen. Heute hält man ihn für die früheste Supernova der berichtet wurde.

Dieses Bild aus dem 21. Jh. entstand mit einem Teleskop. Es zeigt die feinen Umrisse des blassen Emissionsnebels vor dem Hintergrund aus Sternen. Man fand heraus, dass er der Überrest dieser historischen Sternexplosion ist. Der Nebel ist als RCW 86 katalogisiert. Seine rissige Form ist ungefähr kreisförmig und besteht aus interstellarem Gas, das von der Stoßwelle der Supernova ionisiert wird. Die Welle breitet sich immer noch aus.

Bilder aus dem All zeigen, dass RCW 86 große Mengen des Elements Eisen enthält. Doch im Überrest findet man keinen Neutronenstern oder Pulsar. Daher zählte die Supernova vermutlich zum Typ Ia. Bei manchen Supernovae kollabiert der Kern eines massereichen Sterns. Doch eine Supernova vom Typ Ia ist die thermonukleare Detonation eines Weißen Zwergs in einem Binärsystem, welcher zuvor Materie von seinem Begleiter ansammelte.

Der Supernovaüberrest RCW 86 liegt nahe an der Ebene unserer Milchstraße. Er ist am Himmel größer als der Vollmond und zu blass, als dass man ihn mit bloßem Auge sehen könnte. RCW 86 ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt und an die 100 Lichtjahre groß.

Zur Originalseite

NGC 3576: Nebel der Freiheitsstatue

Ein Nebel, dessen Form an die Freiheitsstatue erinnert, ist von orangefarbenen Schleifen umgeben. Dazwischen sind dunkle Nebelfetzen verteilt. Hinten ziehen blaue und rötliche Nebelfetzen über den Himmel. Die Region ist von Sternen gesprenkelt.
Bildcredit und Bildrechte: Logan Carpenter

Was passiert mit dem Nebel der Freiheitsstatue? Darin entstehen helle Sterne und interessante Moleküle, die freigesetzt werden. Der komplexe Nebel liegt in einer Sternbildungsregion. Man nennt ihn RCW 57, aber auch NGC 3576, NGC 3582 oder NGC 3584. Der Nebel erinnert manche Leute an ein ikonisches Denkmal. Für andere sieht er aus wie ein fliegender Superheld oder ein weinender Engel.

Dieses Farbbild wurde neu bearbeitet. Es zeigt dichte Knoten aus dunklem Staub zwischen den Sternen in der Region. Diese ionisieren Felder aus leuchtendem Wasserstoff. Vergehende Sterne stoßen riesige Schleifen aus Gas aus.

Die Region wurde genau untersucht. Das brachte mindestens 33 Sterne mit viel Masse zum Vorschein, die gerade erst entstehen. Man fand auch komplexe Kohlenstoffmoleküle, die man polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nennt. Vermutlich entstehen PAK, wenn das Gas in Regionen mit Sternbildung abkühlt. PAK entstanden wohl auch in dem Nebel, aus dem die Sonne vor fünf Milliarden Jahren hervorging. Das war ein wichtiger Schritt, damit sich auf der Erde Leben entwickeln konnte.

Zur Originalseite

Wolken wie Zuckerwatte um Rho Ophiuchi

Die Nebel um den Stern Rho Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger sind bunt wie Zuckerwatte. Dieses Bild zeigt Reflexionsnebel, Emissionsnebel, Dunkelnebel und den Kugelsternhaufen M4.
Bildcredit und Bildrechte: Ángel Molina; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese Wolken sehen aus wie Zuckerwatte, doch man kann sie nicht essen! Das Bild entstand im spanischen Cádiz und zeigt den Komplex um den Stern Rho Ophiuchi. Es ist ein Gobelin mit jungen und alten astronomischen Phänomenen. Der bunte Wolkenkomplex ist eine Region mit Sternbildung in unserer Nähe. Dort gibt es Hunderte junger stellarer Objekte wie Protosterne und T-Tauri-Sterne.

Kleine Staubkörnchen reflektieren das Licht des Dreifach-Sternsystems im Zentrum. So entstehen die blauen Reflexionsnebel. Das ultraviolette Licht der heißen Sterne ionisiert den Wasserstoff, der sie umgibt. Das erzeugt die roten Emissionsnebel. Der rote Überriese Antares ist so groß, dass er den ganzen Asteroidengürtel im Sonnensystem umschließen könnte. Er beleuchtet die gelbe Region. Der dunkle interstellare Staub verdeckt einige Farben im Komplex.

Auch das JWST beobachtete die Region und zeigt, wie verborgene protoplanetare Scheiben um junge Sterne Schatten werfen. Protoplanetare Scheiben nennt man auch Proplyden, sie sind frühe Stadien bei der Entstehung von Planeten. Rechts unten sitzt der Kugelsternhaufen Messier 4. Er ist fast so alt wie das Universum und ist Zeuge eines weiteren chaotischen Ausbruch an Sternbildung in der Milchstraße.

Zur Originalseite

Die riesige Sonnenfleckengruppe AR 447828

Eine riesige Gruppe an Sonnenflecken überzieht den Ausschnitt der Sonne, der hier abgebildet ist. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Finsternisbrillen.
Bildcredit und Bildrechte: Alfredo Vidal Pérez

Aktuell zieht eine der größten Sonnenfleckengruppen der letzten Zeit über die Sonne. Die Aktive Region 4478 ist nicht einfach nur groß, sie ist gewaltig. Ihre verschlungenen Magnetfelder können riesige Wolken aus geladenen Teilchen ins Sonnensystem schleudern. Man nennt diese Wolken koronale Massenauswürfe (KMA). Einige dieser KMA könnten die Erde treffen.

Im Extremfall führen solche Sonnenstürme dazu, dass Satelliten in der Erdumlaufbahn ausfallen. Sie können auch die Erdatmosphäre leicht verzerren, und es kann zu Überspannungen in Stromnetzen kommen. Wenn diese Teilchen auf die obere Atmosphäre der Erde treffen, lösen sie prachtvolle Polarlichter aus.

Oben seht ihr die Region AR 4478 und ihre dunklen Flecken in sichtbarem Licht. Sie wurde vor wenigen Tagen im spanischen Barcelona fotografiert. Die Gruppe AR 4478 ist fast so groß wie AR 3664, die im Jahr 2024 die Sonne schmückte. Man sieht sie sogar ohne Teleskop mit Brillen für Sonnenfinsternisse. Weltweit verfolgen Leute diese Woche nicht nur AR 4478. Sie haben auch gute Chancen, am Nachthimmel helle Polarlichter zu sehen, die damit einhergehen.

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

Zur Originalseite