Meteor verdampft und zieht eine Spur im Eidechsen-Nebel

Eine helle Spur zischt quer durchs Bild. Dahinter leuchten blasse rote Nebelwolken am sternklaren Himmel im Sternbild Eidechse.
Bildcredit und Bildrechte: Tom Burnett

Was passiert mit diesem Meteor? Die helle Meteorspur tauchte blitzschnell auf und verschwand wieder, während eine lang belichteten Aufnahme des großen Eidechsen-Nebels entstand. Der Eidechsen-Nebel leuchtet mitten im Bild in blassem Rot. Er liegt nahe beim Zentrum der Milchstraße.

Der Meteoroid war vermutlich ein kleiner Stein. Er leuchtete auf, weil er die umgebende Luft der Erdatmosphäre aufheizte und anregte. Dabei verdampfte er und hinterließ Gas und Staub, das der Wind verwehte. Die Farben des Nebels liefern Hinweise, woraus er bestand. Das Bild entstand letzten Monat an den Death-Valley-Observatorien in Nevada (USA).

Dieser Monat eignet sich besonders gut, um Meteore zu sehen. Aktuell sind drei Meteorströme aktiv, doch sie wetteifern derzeit mit dem Licht des hellen Dreiviertelmondes um Sichtbarkeit. Die Perseïden sind der aktivste dieser Ströme. Sie erreichen den Höhepunkt in etwa 10 Tagen. Dann ist der Mond sehr viel dunkler. Dieses Jahr fällt der Höhepunkt der Perseïden nämlich nicht nur fast genau auf Neumond. An manchen Orten gibt es sogar eine totale Sonnenfinsternis.

Zur Originalseite

Feuerregenbogen über West Virginia

Am blauen Himmel leuchten Faserwolken wie ein Regenbogen. Unten ragen die Kronen von Bäumen ins Bild, weiße Wolken und Kondensstreifen von Flugzeugen ziehen über den Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: Christa Harbig

Was passiert mit dieser Wolke? Die ferne Federwolke (Cirre) enthält Eiskristalle, sie verhalten sich wie kleine, schwebende Prismen. Informell nennt man die Erscheinung Feuerregenbogen, weil sie flammenartig wirkt. Offiziell nennt man sie Zirkumhorizontalbogen. Er verläuft parallel zum Horizont.

Einen Feuerregenbogen sieht man nur, wenn die Sone mindestens 58 Grad hoch am Himmel steht und darunter Federwolken schweben. In diesem Fall war es eine Faserwolke (Fibratus). Die vielen flachen sechsseitigen Eiskristalle in der Federwolke brechen das Sonnenlicht gemeinsam auf homogene Art und Weise. Dazu müssen sie waagrecht ausgerichtet sein.

Zirkumhorizontalbögen sieht man nur selten. Dieser Feuerregenbogen wurde 2021 fotografiert, und zwar nahe beim North Fork Mountain. Er steht in West Virginia in den USA.

Zur Originalseite

Bockmond und Venusgürtel

Über dem Meer ragen Berge der Insel Krk auf, über denen der Vollmond aufgeht. Zusammen mit dem Mond steigt auch ein bleigraues Band auf, das sich nach oben hin rosarot verfärbt. Es ist der Schatten der Erde, der oben in den Venusgürtel übergeht.
Bildcredit und Bildrechte: Aaron Gronstal

Bockmond ist der traditionelle Name für den Vollmond im Juli. Diese zart gefärbte Landschaft an der Adria wurde am 28. Juli auf der Insel Krk fotografiert, die vor der kroatischen Küste liegt. Über den fernen Bergen geht der volle Bockmond auf.

Wenn die Sonne untergeht, geht gleichzeitig der Vollmond auf. Daher steigt in der Dämmerung auch der Erdschatten auf. Er ist ein diffuses graues Band, das im Südosten über den Bergen am Horizont immer höher steigt. Über dem Erdschatten wölbt sich der rosarote Bogen der Gegendämmerung. Das zart getönte Band entsteht, wenn Sonnenlicht zurückgestreut wird. Man kennt es landläufig als Venusgürtel.

Als sich dieser volle Bockmond den östlichen Horizont mit dem Schatten der Erde auf die Atmosphäre und dem Venusgürtel teilte, bereitete er scheinbar die Bühne für den nächsten Neumond am 12. August, der seinen Schatten auf den Planeten Erde wirft – bei der totalen Sonnenfinsternis, auf die wir uns schon sehr freuen!

Zur Originalseite

Rote Sonne hinter dem Rauch der Waldbrände

Die Szene wirkt wie die Animation eines roten Zwergsterns, den man auf einem fiktiven Exoplaneten sieht. Doch der Stern ist unsere Sonne. Sie leuchtet rot, weil die Rauchwolken eines Waldbrandes sie verdunkeln.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Das könnte die Aussicht auf einem Exoplaneten sein, der um einen roten Zwergstern kreist. Doch es ist unsere Sonne. Dieses Bild entstand am 22. Juli 2026 in der Region Okanagan. Sie liegt in der Provinz British Columbia in Kanada. Der Rauch der Waldbrände im pazifischen Nordwesten wirkt wie ein Sonnenfilter. So konnte die Fotografin die Sonne direkt fotografieren.

Das schaurige Bild zeigt mehrere Sonnenflecken. Der Rauch besteht aus winzigen Teilchen, die Licht mit kurzer Wellenlänge blockieren und streuen. Daher ist das Licht, das von der Sonne kommt, dunkler und röter als sonst. Doch es ist niemals sicher, direkt zur Sonne zu blicken! Der Rauch macht die Auf- und Untergänge der Sonne farbiger.

In etwa ungefähr 6 Milliarden Jahren wird die Sonne tatsächlich röter. Sie erreicht dann die Phase eines Roten Riesen.

Zur Originalseite

Mars gibt Psyche einen Gravitationsschub

Videocredit: NASA/JPL-Caltech/ASU/True Story Films; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Körper im Sonnensystem helfen, bei der Forschung in den Tiefen des Alls Treibstoff zu sparen! Dieses Video zeigt, wie die Raumsonde Psyche an Fahrt gewinnt. Sie änderte ihre Flugbahn mit sehr wenig Treibstoff, indem sie sich im Mai 2026 beim Mars einen Gravitationsschub holte. Der Mars zieht im Schnitt mit fast 87.000 km/h auf seiner Bahn um die Sonne. Seine Bewegung entlang der Bahn und seine Gravitation führten dazu, dass Mars die Sonde Psyche mitzog, sodass sie schneller wurde.

Gravitationsmanöver gibt es seit der Mission Luna 3 im Jahr 1959. Mit solchen Manövern gelangen Raumsonden (z. B. Voyager oder Cassini) weiter hinaus als nur mit Treibstoff alleine. Die Unterstützung durch Gravitation hilft der Raumsonde Psyche auf ihrer Reise zum Asteroiden Psyche, den sie 2029 erreicht.

Als die Sonde den Mars passierte, testete sie ihre Instrumente. Diese sollen die Zusammensetzung und das Magnetfeld des Asteroiden untersuchen. Die Mission Psyche ist die erste zu einem Asteroiden, der großteils aus Metall besteht. Metalle sind ein wichtigerer Bestandteil von Planeten als Gestein oder Eis.

Tipp: Sucht einen dunklen Himmel und beobachtet diesen August die Perseïden-Meteore ohne Mond!

Zur Originalseite

Der Blasen-Nebel NGC 7635

Umgeben von rot leuchtenden Rändern dunkler Wolken schimmert in der Mitte eine Blase. Sie wirkt sehr zart, doch sie entstand durch gewaltige Prozesse.
Bildcredit und Bildrechte: Paweł Piechnik

Wie entstand diese riesige Blase im All? Der Wind eines Sterns hat die reizende Erscheinung geblasen. Sie erinnert an einen Kopf. Katalogisiert ist sie als NGC 7635, doch man kennt sie simpel als Blasennebel.

Diese Ansicht entstand in Krakau in Polen. Eine lang belichtete Aufnahme brachte die faszinierenden Details der kosmischen Blase und ihrer Umgebung zum Vorschein. Die Blase ist 10 Lichtjahre groß. Sie wirkt sehr zart, doch es gibt Hinweise auf gewaltsame Prozesse, die dort im Gange sind.

Rechts neben dem Zentrum der Blase ist ein heller, heißer Stern in den reflektierenden Staub des Nebels gehüllt. Er besitzt wahrscheinlich die 10- bis 20-fache Masse der Sonne. Sein heftiger Sternwind und seine intensive Strahlung höhlten die Struktur aus leuchtendem Gas in das dichtere Material der Molekülwolke, die ihn umgibt.

Der faszinierende Blasennebel ist an die 11.000 Lichtjahre entfernt und liegt im stolzen Sternbild Kassiopeia.

Zur Originalseite

Simulation TNG50: Ein Galaxienhaufen entsteht

Videocredit: IllustrisTNG Project; Visualisierung: Dylan Nelson (Max Planck Institute for Astrophysics) et al.; Music: Symphony No. 5 (Ludwig van Beethoven), via YouTube-Audio-Bibliothek

Wie entstehen Haufen aus Galaxien? Das Universum bewegt sich zu langsam, um das zu beobachten. Also erstellte man mit Computern schnellere Simulationen. Ein bekanntes Projekt ist TNG50 von IllustrisTNG. Es ist eine verbesserte Version der bekannten Illustris-Simulation.

Der erste Teil des Videos folgt der Spur von kosmischem Gas, es ist großteils Wasserstoff, während es sich zu Galaxien und Galaxienhaufen entwickelt. Die Simulation beginnt beim frühen Universum und läuft bis heute. Helle Farben markieren schnelleres Gas. Während sich das Universum entwickelt, fällt Gas in Gravitationssenken. Wir sehen, wie Galaxien entstehen. Diese Galaxien drehen sich, stoßen zusammen und verschmelzen. Und die ganze Zeit entstehen Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien. Sie stoßen das umgebende Gas mit hoher Geschwindigkeit aus.

Die zweite Hälfte des Videos folgt den Sternen. Wir sehen, wie sich ein Galaxienhaufen formiert. Sternströme begleiten diesen Prozess. Der Ausfluss aus Schwarzen Löchern ist in der Simulation TNG50 überraschend komplex. Am Ende folgt ein Vergleich der Details mit unserem realen Universum.

Wir untersuchen immer noch, wie Gas im frühen Universum verschmolzen ist. So verstehen wir besser, wie unsere Erde, die Sonne und das Sonnensystem einst entstanden sind.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

RCW 86, ein historischer Supernova-Überrest

Die rötlich leuchtenden Fasern vor dicht verteilten Sternen gehören vielleicht zum Überrest der ältesten Supernova, von der je berichtet wurde. Die Berichte stammen aus China. Sie liegt im Sternbild Zentaur.
Bildcredit und Bildrechte: David Cowland

Im Jahr 185 n. Chr. berichteten chinesische Astronomen, dass in der Sterngruppe Nanmen ein neuer Stern aufleuchtete. Auf heutigen Sternkarten liegt dieser Teil des Himmels im südlichen Sternbild Zentaur. Monatelang sah man den neuen Stern mit bloßem Auge, ehe er verblasste und verschwand – so die Aufzeichnungen. Heute hält man ihn für die früheste Supernova der berichtet wurde.

Dieses Bild aus dem 21. Jh. entstand mit einem Teleskop. Es zeigt die feinen Umrisse des blassen Emissionsnebels vor dem Hintergrund aus Sternen. Man fand heraus, dass er der Überrest dieser historischen Sternexplosion ist. Der Nebel ist als RCW 86 katalogisiert. Seine rissige Form ist ungefähr kreisförmig und besteht aus interstellarem Gas, das von der Stoßwelle der Supernova ionisiert wird. Die Welle breitet sich immer noch aus.

Bilder aus dem All zeigen, dass RCW 86 große Mengen des Elements Eisen enthält. Doch im Überrest findet man keinen Neutronenstern oder Pulsar. Daher zählte die Supernova vermutlich zum Typ Ia. Bei manchen Supernovae kollabiert der Kern eines massereichen Sterns. Doch eine Supernova vom Typ Ia ist die thermonukleare Detonation eines Weißen Zwergs in einem Binärsystem, welcher zuvor Materie von seinem Begleiter ansammelte.

Der Supernovaüberrest RCW 86 liegt nahe an der Ebene unserer Milchstraße. Er ist am Himmel größer als der Vollmond und zu blass, als dass man ihn mit bloßem Auge sehen könnte. RCW 86 ist etwa 8000 Lichtjahre entfernt und an die 100 Lichtjahre groß.

Zur Originalseite