Erinnerung an NEOWISE

Komet NEOWISE war 2020 im Norden beim Großen Wagen zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horalek / Institut für Physik Opava

Beschreibung: Erinnert ihr euch an letzten Juli? Unter den Sternen des Großen Wagens war der Komet NEOWISE am Abendhimmel zu sehen. Nach Sonnenuntergang konnte man auf der Nordhalbkugel den Kometen, der mit bloßem Auge sichtbar war, über dem nordwestlichen Horizont unter dem Kasten des berühmten Himmelswagens suchen.

Der Komet wirkte wie ein diffuser „Stern“ mit Schweif, vielleicht nicht so lang wie auf dieser unvergesslichen Himmelsansicht vom 23. Juli 2020 aus der Tschechischen Republik, die etwa zur größten Annäherung des Kometen an den Planeten Erde fotografiert wurde. Fotos des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) zeigen häufig den breiten Staubschweif und den blassen, aber getrennten bläulichen Ionenschweif des Kometen, der weiter reichte, als man mit bloßem Auge sehen konnte. Weltweit waren Himmelsbeobachterinnen begeistert vom Kometen NEOWISE, dem Überraschungsbesucher aus dem äußeren Sonnensystem.

Prächtige Bilder des Kometen NEOWISE 2020: 31., 30., 29., 28., 27., 26., 25. und 24. Juli

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Mimas im Saturnlicht

Die Raumsonde Cassini zeigt den kraterübersäten Mond Mimas.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Die zu Saturn gerichtete Halbkugel von Mimas liegt neben der dramatisch von der Sonne beleuchteten Sichel in fast völliger Dunkelheit. Das Mosaik wurde fast zeitgleich mit der letzten Annäherung der Raumsonde Cassini am 30. Januar 2017 fotografiert. Cassinis Kamera war nur 45.000 Kilometer von Mimas entfernt und zeigte fast genau zur Sonne.

Das Ergebnis ist eine der am höchsten aufgelösten Ansichten des eisigen, von Kratern übersäten 400 Kilometer großen Mondes. Eine aufgehellte Version zeigt die zu Saturn gerichtete Halbkugel des synchron rotierenden Mondes besser, sie wird von Sonnenlicht beleuchtet, das von Saturn reflektiert wird. Schiebt den Mauspfeil über das Bild, um es zu sehen, oder folgt diesem Link.

Andere Bilder von Cassini zeigen den großen, bedrohlichen Krater Herschel des kleinen Mondes Mimas.

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Tulpe und Cygnus X-1

Der Tulpennebel als Sh2-101 im Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Uriarte

Beschreibung: Dieses große Teleskopsichtfeld blickt im nebelreichen Sternbild Schwan (Cygnus) in die Ebene unserer Milchstraße. Die helle Wolke aus leuchtendem Gas und Staub in der Bildmitte wird landläufig Tulpennebel genannt, er ist auch als Sh2-101 im Katalog des Astronomen Stewart Sharpless von 1959 verzeichnet.

Der komplexe, schöne Tulpennebel ist fast 70 Lichtjahre groß und blüht in einer Entfernung von ungefähr 8000 Lichtjahren. Das Bild wurde mit der Hubblepalette erstellt, die das Leuchten von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoff-Ionen in roten, grünen und blauen Farben darstellt. Die Ultraviolettstrahlung junger, energiereicher Sterne am Rand der Cygnus-OB3-Assoziation, zu der auch der O-Stern HDE 227018 zählt, ionisiert die Atome und sorgt für die Emissionen im Tulpennebel.

Im Blickfeld befindet sich auch der Mikroquasar Cygnus X-1, eine der stärksten Röntgenquellen am Himmel des Planeten Erde. Er wird von mächtigen Strahlen aus der Akkretionsscheibe eines Schwarzen Lochs angetrieben. Seine blassere, bläulich gekrümmte Stoßfront ist jedoch kaum sichtbar, und zwar direkt über den Staubgefäßen der kosmischen Tulpe beim oberen Bildrand.

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Die Ringgalaxie AM 0644-741

Die Ringgalaxie AM 0644-741 liegt etwa 300 Millionen Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Fliegender Fisch (Volans).

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung: Jonathan Lodge

Beschreibung: Der Rand der großen blauen Galaxie rechts ist eine riesige, ringartige, 150.000 Lichtjahre große Struktur, die aus neu entstandenen, extrem hellen massereichen Sternen besteht. AM 0644-741 ist als Ringgalaxie bekannt und entstand durch eine gewaltige Galaxienkollision.

Wenn Galaxien kollidieren, durchdringen sie sich gegenseitig, doch ihre Einzelsterne kommen selten in Kontakt. Die Ringform der Galaxie ist das Ergebnis der gravitationsbedingten Störung, hervorgerufen durch eine kleine Galaxie, als sie die Galaxie passierte. Wenn so etwas geschieht, werden interstellares Gas und Staub komprimiert. Dadurch wandert eine Stoßfront an Sternbildung vom Einschlagpunkt auswärts wie eine Welle über die Oberfläche eines Teichs.

Die anderen Galaxien im Sichtfeld liegen im Hintergrund, die  nicht mit AM 0644-741 wechselwirken. Die gezackten Sterne im Vordergrund liegen weit innerhalb unserer Milchstraße. Die kleinere eindringende Galaxie befindet sich rechts nahe am oberen Rand des Bildes, das mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen wurde.

Die Ringgalaxie AM 0644-741 liegt etwa 300 Millionen Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Fliegender Fisch (Volans).

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Flemings dreieckiges Büschel

Im Schleiernebel, der auch als Cygnusschleife oder NGC 6979 bekannt ist, befindet sich Flemings dreieckiges Büschel.

Bildcredit und Bildrechte: Anthony Saab

Beschreibung: Diese verworrenen Fasern aus erschüttertem leuchtendem Gas wirken chaotisch. Sie sind Teil des Schleiernebels im Sternbild Schwan am Erdhimmel. Der Schleiernebel ist ein großer Supernovaüberrest, das ist eine sich ausdehnende Wolke, die bei der Explosion eines massereichen Sterns entstand. Das Licht der ursprünglichen Supernovaexplosion erreichte die Erde wahrscheinlich vor mehr als 5000 Jahren.

Die leuchtenden Fasern sind eigentlich lange Wellen in einer Hülle, die wir fast von der Seite sehen. Bemerkenswert deutlich getrennt ist das Leuchten ionisierter Wasserstoff- (blau) und Sauerstoffatome (rot). Der Schleiernebel ist auch als Cygnusschleife bekannt und als NGC 6979 katalogisiert, er umfasst inzwischen etwa 6 Vollmonddurchmesser. Die Länge der Büschel beträgt ungefähr 30 Lichtjahre, seine Entfernung wird auf 2400 Lichtjahre geschätzt.

Der Nebel wird häufig als Pickerings Dreieck bezeichnet, nach dem Direktor des Harvard-Collegeobservatoriums. Doch man nennt ihn nach seiner Entdeckerin, der Astronomin Williamina Fleming, auch Flemings dreieckiges Büschel.

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CG4: Eine zerrissene kometare Globule

Die Globule CG4 im Sternbild Puppis (Achterdeck des Schiffes) schnappt scheinbar nach einer Galaxie.

Bildcredit und Bildrechte: Nicolas Rolland und Martin Pugh

Beschreibung:  Kann eine Gaswolke eine Galaxie schnappen? Nicht einmal annähernd. Die „Klaue“ der seltsam wirkenden „Kreatur“ auf diesem Foto ist eine Gaswolke und als kometare Globule bekannt. Diese Globule ist jedoch geplatzt.

Kometare Globulen sind typischerweise von Staubköpfen und länglichen Schweifen gekennzeichnet. Wegen dieser Strukturen haben kometare Globulen eine visuelle Ähnlichkeit mit Kometen, sie sind jedoch ganz anders. Häufig entstehen in Globulen neue, sehr junge Sterne, die in ihren Köpfen stecken. Der Grund für den Riss im Kopf dieses Objekts ist noch nicht bekannt.

Die Galaxie links neben der Globule ist riesig und sehr weit entfernt. Nur durch zufällige Überlagerung sehen wir sie in der Nähe von CG4.

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Sichelneptun und Triton

Die Raumsonde Voyager 2 zeigt Neptun und seinen Mond Triton von hinten in ihrer Sichelphase.

Bildcredit: NASA, Voyager 2

Beschreibung: Die Kamera der leise durchs äußere Sonnensystem gleitenden Raumsonde Voyager 2 fotografierte Neptun und Triton zusammen in ihrer Sichelphase.

Das elegante Bild des Gasriesenplaneten mit seinem wolkenverhangenen Mond wurde kurz nach ihrer größten Annäherung im Jahr 1989 von hinten fotografiert. Von der Erde aus wäre es nicht möglich gewesen, dieses Bild aufzunehmen, weil Neptun von der Sonne aus gesehen niemals eine Sichelphase zeigt.

Der ungewöhnliche Blickwinkel raubt Neptun auch seinen vertrauten blauen Farbton, da Sonnenlicht von hier aus gesehen vorwärts gestreut wird und daher gerötet ist – wie die untergehende Sonne.

Neptun ist kleiner, aber massereicher als Uranus, er besitzt mehrere dunkle Ringe und gibt mehr Licht ab, als er von der Sonne erhält.

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Der Rand des Weltraums

Polarlichter und leuchtende Nachtwolken am Rande des Weltraums.

Bildcredit und Bildrechte: Ralf Rohner

Beschreibung: Wo beginnt der Weltraum? In Bezug auf die Raumfahrt würden manche sagen, an der Karman-Linie, die derzeit mit einer Höhe von 100 Kilometern (60 Meilen) definiert ist. Andere würden eine Höhe von 80 Kilometern (50 Meilen) über der mittleren Meereshöhe der Erde festsetzen. Es gibt jedoch keine scharfe physische Grenze, die das Ende der Atmosphäre und den Beginn des Weltraums markiert.

Die Karmanlinie liegt nahe dem Übergang zwischen der oberen Mesosphäre und der unteren Thermosphäre. Leuchtende Nachtwolken sind sommerliche Erscheinungen in hohen Breiten, sie entstehen am oberen Rand der Mesosphäre in Höhen bis zu etwa 80 Kilometern und sind auch als polare Mesosphärenwolken bekannt. Polarlichtbänder der Nord- und Südlichter werden durch energiereiche Teilchen verursacht, die Atome in der Thermosphäre anregen, sie erreichen Höhen von 80 Kilometern bis über 600 Kilometer.

Diese Aufnahme aus dem Cockpit während eines Fluges in einer Höhe von 10 Kilometern im Bereich der Stratosphärenluftfahrt zeigt sowohl leuchtende Nachtwolken als auch Nordlichter unter einem sternklaren Himmel mit Blick zum Erdhorizont und zum Rand des Weltraums.

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Elefant, Fledermaus und Tintenfisch

Im königlichen Sternbild Kepheus befinden sich der Elefantenrüsselnebel, der Fliegende Fledermausnebel und der Tintenfischnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Patrick Hsieh

Beschreibung: In den ausgedehnten Emissionsnebeln IC 1396 und SH2-129 auf diesem 10 Grad weiten Sichtfeld im nördlichen Sternbild Kepheus, dem König, mischen sich leuchtendes interstellares Gas und dunkle Staubwolken.

IC 1396 (links) ist Hunderte Lichtjahre groß und an die 3000 Lichtjahre entfernt, sein bläulicher Zentralstern regt ihn zum Leuchten an. Zu den eindrucksvollen dunklen Formen im Nebel zählt eine gewundene dunkle Wolke rechts unter der Mitte, die landläufig Elefantenrüssel genannt wird. Die Dutzende Lichtjahre lange Wolke enthält das Rohmaterial für Sternbildung und, wie wir nun wissen, Protosterne.

Die hellen Knoten und zurückgefegten Ränder der Emissionen von Sh2-129 rechts sind ähnlich weit vom Planeten Erde entfernt, ihre Form erinnert an den beliebten Namen Fliegender Fledermausnebel. Die jüngste Ergänzung des königlichen kosmischen Zoos in der Fliegenden Fledermaus ist die blassbläuliche Emission von Ou4, dem riesigen Tintenfischnebel.

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NGC 7814: Kleiner Sombrero mit Supernova

Die Galaxie NGC 7814 im Sternbild Pegasus erinnert an M104, den Sombreronebel und wird daher Kleiner Sombrero genannt - hier mit Supernova SN 2021rhu.

Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team

Beschreibung: Richtet euer Teleskop zum hoch fliegenden Sternbild Pegasus, dort findet ihr eine Ansammlung von Milchstraßensternen und fernen Galaxien. In der Mitte dieses hübschen Sichtfeldes, das von einem Vollmond fast bedeckt würde, liegt NGC 7814. Diese Galaxie wird manchmal Kleiner Sombrero genannt, weil sie an die hellere, berühmtere M104 erinnert, die Sombrerogalaxie.

Sowohl der Sombrero als auch der Kleine Sombrero sind von der Seite sichtbare Spiralgalaxien, beide haben ausgedehnte Halos und Zentralwölbungen, die von den Silhouetten dünner Staubbahnen durchschnitten werden. NGC 7814 ist ungefähr 40 Millionen Lichtjahre entfernt und geschätzte 60.000 Lichtjahre groß. Damit ist der Kleine Sombrero physisch ungefähr gleich groß wie seine bekanntere Namensgeberin und erscheint nur deshalb kleiner und blasser, weil er weiter entfernt ist.

Auf dieser Teleskopansicht vom 17. Juli befindet sich in NGC 7814 eine neu entdeckte Supernova, die links neben dem Zentrum der Galaxie markant leuchtet. Die Sternexplosion ist als SN 2021rhu katalogisiert, sie ist eine Typ Ia-Supernova und kann somit der Kalibrierung der Entfernungsskala des Universums dienen.

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Farben: Ringnebel im Vergleich mit Sternen

Das Licht von M57, dem Ringnebel in der Leier, und der Sterne in seiner Umgebung wurden hier mit einem Beugungsgitter in die Spektralfarben zerlegt.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Vanderbei (Princeton U.)

Beschreibung: Was wäre, wenn ihr alle Farben des Rings einzeln sehen könntet? Und die der umgebenden Sterne? Dafür gibt es eine Technik. Dieses Bild zeigt die Farben des Ringnebels (M57) und die der Sterne in seiner Nähe mit so einer Technik, in diesem Fall ein prisma-artiges Beugungsgitter.

Der Ringnebel ist nur wenige Male zu sehen, weil er vorwiegend Licht in nur wenigen Farben abstrahlt. Die beiden hellsten abgestrahlten Farben sind die von Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau), sie erscheinen als fast überlappende Bilder links neben der Bildmitte. Rechts neben der Mitte seht ihr das farbkombinierte Bild, das man normalerweise sieht.

Die Sterne wiederum strahlen den Großteil ihres Lichtes in allen Farben des sichtbaren Spektrums ab. Wenn man diese Farben kombiniert, ergibt das einen fast kontinuierlichen Streifen, daher seht ihr neben den Sternen vielfarbige Balken.

Das Licht von Objekten in seine Spektralfarben aufzuspalten ist wissenschaftlich nützlich. Dadurch erfahren wir, aus welchen Elementen ein Objekt besteht, wie schnell es sich bewegt oder wie weit es von uns entfernt ist.

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