B93: Ein dunkler interstellarer Geist

Vor rosa und fliederfarbenen Nebeln, die mit Sternen gespickt sind, zieht eine dunkle Wolke. Sie erinnert an einen Tropfen Tusche, der in ein Glas Wasser fällt.

Bildcredit und Bildrechte: Christian Bertincourt; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

„Ein Geist in der Milchstraße …“ nannte es Christian Bertincourt. Der Astrofotograf schuf dieses beeindruckende Bild von Barnard 93 (B93). Dieser 93. Eintrag in Barnards Katalog dunkler Nebel liegt in der Kleinen Sagittarius-Sternwolke Messier 24. Seine Dunkelheit bildet einen starken Kontrast zu den hellen Sternen und dem Gas dahinter. In gewisser Weise ist B93 tatsächlich wie ein Geist, denn er besteht aus Gas und Staub. Beides entstand beim Niedergang von Sternen, zum Beispiel durch Supernovae.

B93 wirkt wie eine dunkle Leere, aber nicht, weil es dort tatsächlich leer ist. Stattdessen verdeckt der Staub das Licht der Sterne und leuchtenden Gase, die weiter entfernt sind. Wie bei anderen dunklen Nebeln kondensiert auch ein Teil des Gases in B93 irgendwann durch die Schwerkraft. Sobald es dicht und massereich genug ist, entstehen neue Sterne. Wenn das geschieht und die Sterne zünden, verwandelt sich B93 von einem dunklen Geist in einen leuchtenden Ort mit jungen Sternen.

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Webb zeigt den planetarischen Nebel der roten Spinne

Hinter dicht verteilten Sternen, die sehr unterschiedlich hell leuchten, breitet sich ein Nebel aus, der nicht nur faszinierend geformt ist, sondern auch interessant gefärbt. In der Mitte leuchtet er gelb-rot, die Fortsätze außen sind leuchtend blau.

Bildcredit: ESA/Webb, NASA und CSA, J. H. Kastner (RIT)

Oh welch ein verworren Netz ein planetarischer Nebel weben kann! Der planetarische Nebel der Rote Spinne hat eine komplexe Struktur. Sie entsteht, weil ein gewöhnlicher Stern seine äußere Gashülle abstößt und zu einem Weißen Zwerg wird. Der Nebel ist als NGC 6537 bekannt. Er ist einer der bipolaren planetarischen Nebel. Diese haben zwei helle Flügel, die meist symmetrisch sind. Der Weiße Zwerg im Zentrum zählt zu den heißesten, die je beobachtet wurden. Wahrscheinlich ist er Teil eines Doppelsternsystems.

Von den Sternen im Zentrum strömen Winde aus, deren Geschwindigkeit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde beträgt. Diese Winde strömen die Nebelwände entlang. Dabei stoßen Wellen aus heißem Gas auf Staub. Das führt dazu, dass sich der Nebel immer mehr weitet. Die Atome in den Stoßwellen strahlen Licht ab, wie man auf diesem Bild in Falschfarben-Infrarot des James-Webb-Weltraumteleskops sieht.

Der Rote-Spinne-Nebel befindet sich im Sternbild Schütze (Sagittarius). Seine Entfernung ist nicht genau bekannt. Sie wird auf 4000 Lichtjahre geschätzt.

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SWAN, Schwan, Adler

Vor den dichten Sternwolken der zentralen Milchstraße posiert der Komet C/2025 R2 (SWAN). Die roten Nebel im Bild sind der Adlernebel und der Schwanennebel. Sie sind auch als M16 und M17 bekannt.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block

Komet C/2025 R2 (SWAN) zeigt eine grünliche Koma und einen schwachen Schweif. Diese Teleskopaufnahme vom 17. Oktober ist 7 Grad breit. Darauf steht der Komet vor einer Ansammlung von Sternen und staubigen interstellaren Wolken.

An diesem Tag posierte der neue Besucher im inneren Sonnensystem mit zwei anderen „Himmelsvögeln“ vor dem Zentrum unserer Milchstraße. Messier 16 am unteren Bildrand und Messier 17 sind auch als Adlernebel bzw. Schwanennebel bekannt.

Das grünliche Leuchten der Koma des Kometen entsteht, wenn zweiatomiges Kohlenstoffgas im Sonnenlicht fluoresziert. Die rötlichen Farbtöne in den Nebeln stammen von ionisiertem Wasserstoff. Sie zeigen Gebiete mit Sternentstehung, diese sind etwa 5000 Lichtjahre entfernt.

Komet SWAN zieht nun wieder aus dem inneren Sonnensystem hinaus. Er bleibt aber weiterhin ein gutes Ziel für Ferngläser und kleine Teleskope. In den frühen Abendstunden kann man ihn am Nordhimmel nahe am südlichen Horizont beobachten. C/2025 R2 (SWAN) kam unserem schönen Planeten am 20. Oktober am nächsten. Er war damals nur 2,2 Lichtminuten entfernt.

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Nebel und Sternhaufen im Schützen

Die Region ist voller leuchtender Nebel und wirkt daher unvertraut, weil das Bild viele Objekte zeigt, die man nur bei langer Belichtungszeit sieht. Neben dem Trifidnebel und dem Lagunennebel leuchten der Katzenpfotennebel und der Supernovaüberrest SNR G007.5-01.7, dazu die Sternhaufen M21 und NGC 6544.

Bildcredit und Bildrechte: J. De Winter, C. Humbert, C. Robert und V. Sabet; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Erkennt ihr berühmte Himmelsobjekte auf diesem Bild? Der Astronom Charles Messier katalogisierte im 18. Jahrhundert nur zwei davon: den hellen Lagunennebel M8, der unten leuchtet, und den farbenprächtigen Trifidnebel M20 rechts oben. Der Nebel links, der an eine Katzenpfote erinnert, ist NGC 6559. Er ist viel blasser als die anderen beiden.

Noch schwieriger erkennt man die dünnen blauen Fasern links. Sie gehören zum Supernovaüberrest SNR G007.5-01.7. Ihr Schimmer stammt von kleinen Mengen leuchtender Sauerstoffatome, die so blass sind, dass mehr als 17 Stunden Belichtung mit nur einer blauen Farbe nötig waren, um sie zur Geltung zu bringen.

Zwei Sternhaufen rahmen diese Szene vom Entstehen und Vergehen der Sterne: der offene Sternhaufen M21 gleich über Trifid und der Kugelsternhaufen NGC 6544 links unten.

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Ein schöner Trifid

Der Trifidnebel M20 im Sternbild Schütze besteht aus drei Nebelarten. In der Mitte ist ein roter, runder Nebel mit hellen Sternen in der Mitte, der von dunklen Staubbahnen dreigeteilt wird. Außen herum verläuft unten ein blauer Reflexionsnebel. Das ganze Gebiet ist in einen Sternenteppich eingebettet.

Bildcredit und Bildrechte: Alessandro Cipolat Bares

Der prächtige Trifidnebel ist eine kosmische Kontraststudie. Man kennt ihn auch als M20. Er ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt und liegt im nebelreichen Sternbild Schütze. Der Trifid ist eine Sternbildungsregion in der Ebene unserer Galaxis. Er enthält drei verschiedene Arten astronomischer Nebel. Es sind rote Emissionsnebel, blaue Reflexionsnebel und dunkle Nebel.

Das Licht der Atome von Wasserstoff prägt die roten Emissionsnebel. Blaue Reflexionsnebel entstehen, wenn Staub das Licht von Sternen reflektiert. In dunklen Nebeln sind dichte Staubwolken als Silhouetten zu sehen. Die undurchsichtigen Staubbahnen teilen die rote Emissionsregion grob in drei Teile. Daher hat der Trifidnebel seinen gängigen Namen. Rechts oben im roten Emissionsnebel sind Säulen und Strahlen erkennbar. Sie wurden von neu entstandenen Sternen geformt. Auf berühmten Nahaufnahmen des Weltraumteleskops Hubble sind sie im Detail zu sehen.

Der Trifidnebel ist ungefähr 40 Lichtjahre groß. Er ist zu blass für das bloße Auge. Auf diesem detailreichen Teleskopbild bedeckt er am Himmel der Erde einen Bereich, der fast so groß ist wie der Vollmond.

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Rubins erster Blick: Sternenlandschaft im Schützen

Dieses erste Bild des Vera-C.-Rubin-Observatoriums zeigt einen Ausschnitt im Sternbild Schütze mit dem Lagunen- und dem Trifidnebel. Das Bild ist sehr detailreich und zeigt viele kleine Nebel.

Bildcredit und Lizenz: NSF–DOE Vera-C.-Rubin-Observatorium

Diese interstellare Himmelslandschaft ist ein 4 Grad großes, prall gefülltes Sternenfeld in Richtung des Zentrums der Milchstraße. Es ist eines der ersten Bilder des neuen Vera-C.-Rubin-Observatoriums. Die hellen Nebel und Sternhaufen im Bild sind begehrte Halte auf Teleskoptouren am Himmel: Messier 8 und Messier 20.

Messier 8 wird auch der Lagunennebel genannt. Er ist eine gigantische Sternentstehungsregion mit über 100 Lichtjahren im Durchmesser. M8 ist etwa 4000 Lichtjahre von uns entfernt. Er enthält einen außergewöhnlichen Sternhaufen voll mit jungen und massereichen Sternen. Ihre starke Strahlung und ihre Sternwinde mischen den Nebel ordentlich durch und regen ihn zum Leuchten an.

Messier 20 trägt den Spitznamen Trifidnebel, weil er von dunklen Staubbändern in drei Teile geteilt wird. Sein rotes Leuchten entsteht durch leuchtenden Wasserstoff. Die blauen Farbtöne stammen von reflektiertem Sternenlicht.

Das Rubin-Observatorium nahm das Bild in den Nächten von 1.-4. Mai auf. In seiner vollen Auflösung ist die prachtvolle Sternenlandschaft im Schützen 84.000 Pixel breit und 51.500 Pixel hoch.

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MeerKAT zeigt das galaktische Zentrum in Radio

Falschfarbenbild in Gelb- und Blautönen vom galaktischen Zentrum im Radiobereich. Verschiedene Wolken, Blasen und Fäden lassen sich erkennen.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, SARAO, S. Crowe (UVA), J. Bally (CU), R. Fedriani (IAA-CSIC), I. Heywood (Oxford)

Was geht im Zentrum unserer Galaxie vor sich? Mit optischen Teleskopen ist das schwer zu beurteilen, denn der Staub zwischen den Sternen verschluckt das sichtbare Licht. In anderen Wellenlängen wie dem Radiobereich kann man das galaktische Zentrum beobachten. Dann ist es eine interessante und aktive Region.

Dieses Bild zeigt das Zentrum unserer Milchstraße. Es entstand mit MeerKAT, einer Anlage aus 64 Radioteleskopen in Südafrika. Das Panorama ist am Himmel so breit wie vier Vollmonde, also 2 Grad. Weil es lange belichtet wurde, zeigt es viele Details. Ihr könnt viele bekannte Quellen klar und detailliert erkennen. Viele tragen das Präfix „Sgr“, weil das galaktische Zentrum im Sternbild Schütze (Sagittarius) liegt.

Im Zentrum unserer Galaxis liegt Sgr A*. Dort ist das zentrale, extrem massereiche Schwarze Loch der Milchstraße. Andere Radioquellen im Bild sind nicht so gut erforscht. Dazu zählen der Bogen links neben Sgr A* und viele fadenartige Strukturen.

Das Weltraumteleskop James Webb hat kürzlich einen kleinen Himmelsbereich beobachtet. Dabei untersuchte man die Auswirkungen von Magnetfeldern auf die Sternentstehung. Das Bild der Infrarotkamera ist rechts oben eingefügt.

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Die Reise zum Mittelpunkt der Galaxis

Videocredit: ESO/MPE/Nick Risinger (skysurvey.org)/VISTA/J. Emerson/Digitized Sky Survey 2

Welche Wunder liegen im Zentrum unserer Galaxis? In Jules Vernes Science-Fiction-Klassiker „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ begegnen Professor Liedenbrock und seine Forscherkollegen vielen seltsamen und aufregenden Wundern.

Astronomen* kennen bereits einige der bizarren Objekte, die sich in unserem galaktischen Zentrum befinden. Dazu zählen riesige kosmische Staubwolken, helle Sternhaufen, wirbelnde Gasringe und sogar ein supermassereiches schwarzes Loch. Ein großer Teil des galaktischen Zentrums ist durch den dazwischenliegenden Staub und das Gas vor unserem Blick auf das sichtbare Licht abgeschirmt. Das kann jedoch mit anderen Formen der elektromagnetischen Strahlung erkundet werden.

Dieses Video ist ein digitaler Zoom in das Zentrum der Milchstraße. Es beginnt mit sichtbaren Lichtbildern aus dem Digitized Sky Survey. Im weiteren Verlauf des Films wechselt das sichtbare Licht zu Infrarot, das durch Staub dringt. Dabei werden Gaswolken sichtbar, von denen 2013 entdeckt wurde, dass sie zum zentralen Schwarzen Loch fallen.

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