Keogramm: Der Himmel im Jahr 2025

Im Jahr 2025 wurde alle 15 Minuten in den Niederlanden ein Bild des Himmels fotografiert. Dieses Bild kombiniert all diese Aufnahmen. Wir sehen Nacht, Tag, Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen, Mondschein, die blaue Stunde und vieles mehr. Das Bild ist waagrecht gestreift, die Nächte zeichnen sich links neben der Mitte als sanduhrförmiges Gebilde ab, das von Blau umgeben ist.

Bildcredit und Lizenz: Cees Bassa (Niederländisches Institut für Radioastronomie)

Was wäre, wenn man den ganzen Himmel – auf einen Blick – ein ganzes Jahr lang sehen könnte? Ungefähr das sieht man hier. 2025 fotografierte eine Allsky-Kamera in den Niederlanden alle 15 Sekunden den ganzen Himmel. Die Zeilen in der Mitte all dieser Bilder wurden ausgerichtet und zu einem Keogramm kombiniert. Oben ist Januar und Dezember ist unten. Die Mitte der Nacht läuft senkrecht links neben der Bildmitte.

Was sehen wir? Das Offensichtlichste ist, dass der Tageshimmel meist blau ist. Die Nachtstunden erscheinen überwiegend schwarz. Zwölf helle Bänder kreuzen den Nachthimmel. Sie stammen vom Schein des Mondes. Zur Sommersonnenwende ist die schwarze Sanduhrform am schmalsten – wie z. B. heute, wenn die Tage am längsten sind. Der breiteste Teil tritt zur Wintersonnenwende auf.

Auch Tagundnachtgleichen sind im Keogramm erkennbar. Beispielsweise liegt das Äquinoktium im Frühling von letztem Jahr auf der Nordhalbkugel bei ungefähr drei Vierteln der Höhe.

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Tagesmond trifft den Abendstern

Hinter dramatischen Wolken leuchtet der von Kratern übersäte Sichelmond am blauen Himmel. Oben gleißt ein heller Lichtpunkt. Es ist die Venus, die bald vom Mond verdeckt wird.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo

Die Venus betritt gerade die himmlische Bühne der Erde als strahlender Abendstern. Mit dem Mond, anderen Planeten und hellen Sternen gleißt sie abends im Westen am Himmel. Als die Sonne am 17. Juni unterging, begleitete das himmlische Leuchtfeuer den jungen, schmalen Sichelmond. An einigen Orten sah man, wie der Mond die Venus verdeckte und vor ihr vorbeizog.

In einer Sternwarte in einem Garten südlich von British Columbia in Kanada fand die Bedeckung durch den Mond bei Tage statt. Diese Aufnahme mit Teleskop zeigt das Ereignis am dramatisch bewölkten Himmel. Die Venus verschwand für eine Stunde. Dann tauchte sie am dunklen Rand des Mondes wieder auf.

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Sternennacht II

Über dem dunklen, schrägen Horizont steigt der Abendhimmel auf. Links steht ein hoher Baum. Der Himmel ist teilweise bewölkt. Rechts oben hängt der junge Sichelmond. Rechts neben dem Baum strahlt ein heller Planet. Vorne steht rechts neben dem Baum eine Staffelei mit dem berühmten Gemälde

Bildcredit und Bildrechte: Rodrigo Guerra, Original-Gemälde: Vincent van Gogh

Kommt euch diese Szene bekannt vor? Es ist eine moderne Nachbildung des berühmten Gemäldes La nuit étoilée von Vincent van Gogh. Sowohl das Bild als auch das Gemälde zeigen einen hohen Baum auf der linken Seite, einen Sichelmond oben rechts, den Planeten Venus direkt rechts neben dem Baum, einen im Vordergrund von links nach rechts ansteigenden Horizont und Wolken über dem Horizont.

Zu den Unterschieden gehört, dass das Foto Mitte April dieses Jahres in Cascavel, Brasilien, aufgenommen wurde, während das Gemälde 1889 in Saint-Rémy-de-Provence in Frankreich entstand. Viele sehen die originale Sternennacht als eines der drei berühmtesten Gemälde der heutigen Zeit. Es ist ein Statement über die Wunder des Nachthimmels. Heute jährt sich (ungefähr) der Morgen, an dem van Gogh den Himmel sah, den er später in seiner Version der Sternennacht malte.

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Die Erde zwischen den Planeten

Das linke Bild zeigt die Erde unter den Ringen des Saturn, sie ist mit einem Pfeil markiert. Das Bild stammt von der Raumsonde Cassini. Rechts sind Mond und Erde aus der Perspektive der Raumsonde MESSENGER beim Planeten Merkur zu sehen.
Bildcredit: Cassini-Bildgebungs-Team, SSI, JPL, ESA, NASA und NASA / Labor für Angewandte Physik der JHU / Carnegie Inst. Washington

Am 19. Juli 2013 gab es eine interplanetare Premiere. Die Erde wurde am selben Tag aus der Sicht zweier anderer Planeten im Sonnensystem fotografiert. Ein Bild entstand beim innersten Planeten Merkur, das andere beim Ringplaneten Saturn.

Das linke Bild zeigt die Erde als blassblauen Punkt unter den Saturnringen. Es wurde von der Raumsonde Cassini aufgenommen, die damals um den äußersten Gasriesen kreiste. Am selben Tag machten viele Menschen auf der Erde Schnappschüsse von Saturn.

Im rechten Bild sieht man das Erde-Mond-System vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Es stammt von der Raumsonde MESSENGER, die sich damals im Orbit um Merkur befand. Das Bild entstand bei der Suche nach kleinen natürlichen Begleitern des Planeten Merkur. Solche Monde müssten ziemlich lichtschwach sein. Im MESSENGER-Bild sind die hellere Erde und der Mond überbelichtet. Sie strahlen im reflektierten Sonnenlicht.

Cassini und MESSENGER erforschten das Sonnensystem. Mittlerweile haben beide ihre Missionen beendet. Eine Rückkehr zur Erde war für keine der beiden Sonden geplant.

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Supermond versus Mikromond

Der Erdmond wirkt größer, wenn er näher an der Erde ist. Links ist der Mond in Erdnähe (Perigäum), rechts in Erdferne (Apogäum). Beide Bilder wirken sehr plastisch, der kleinere Mond liegt optisch vor dem größeren.
Bildcredit: Soumyadeep Mukherjee

Was ist so mikro an dem blauen Mikromond heute Nacht? Gleich nach Sonnenuntergang geht ein voller Mond auf. Er ist etwas kleiner und dunkler als sonst, weil die der Mond seine voll beleuchtete Phase nahe beim Apogäum erreicht. Dort ist der Mond auf seiner elliptischen Bahn am weitesten von der Erde entfernt.

Der Mikromond ist heute Nacht sogar der kleinste Mond des Jahres. Er verströmt das wenigste Licht und ist am weitesten von der Erde entfernt. Doch es gibt noch einen Grund, warum er bemerkenswert ist. Er ist nämlich auch ein „blauer Mond„. Das bedeutet, dass er der zweite Vollmond im selben Monat ist.

Hier wurde ein Supermond mit einem Mikromond verglichen. Als Supermond erscheint der Vollmond am größten. Beide Vollmonde wurden in Kalkutta in Indien fotografiert, und zwar im Mai und im Dezember 2021. Der nächste Mikromond ist nächsten Monat und der nächste blaue Mond Ende 2028. Doch der nächsten blauen Mikromond kommt erst 2053.

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Der Mond geht hinter dem Vulkan Teide unter

Videocredit und -rechte: Daniel López (El Cielo de Canarias); Musik: Piano della Moon (Dan Silva)

Diese Menschen sind nicht in Gefahr. Was hier von links oben kommt, ist nur der weit entfernte Mond. Luna sieht hier so groß aus, weil ihr sie durch ein Teleobjektiv seht. Die Erde verursacht den Großteil der Bewegung. Weil sie sich dreht, verschwindet der Mond langsam hinter dem Berg Teide, einem Vulkan auf den Kanarischen Inseln. Diese gehören zu Spanien und liegen vor der Nordwestküste Afrikas.

Die Menschen im Film sind 16 Kilometer entfernt. Viele blicken zur Kamera, weil hinter dem Fotografen die Sonne aufgeht. Es ist kein Zufall, dass der Vollmond genau dann aufgeht, wenn die Sonne untergeht. Das liegt daran, dass die Sonne am Himmel stets gegenüber dem Vollmond steht. Dieses Video entstand 2018 während eines Vollmonds im Frühling. Im Englischen trägt dieser die Bezeichnung „Milk Moon“ (Milchmond). Das Video ist kein Zeitraffer. Der Mond ging wirklich so schnell unter.

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Die Messier-Krater in Stereo

Zwei Krater sind auf einem Ausschnitt der Mondoberfläche dargestellt. Sie liegen waagrecht nebeneinander und sind Cyan und Magenta gefärbt, sodass man sie mit 3D-Brillen betrachten kann.
Bildcredit: Apollo 11, NASA; Rechte am Stereobild: Patrick Vantuyne

Viele helle Nebel und Sternhaufen am Nachthimmel listete der Astronom Charles Messier in seinem berühmten Katalog. Aber auch zwei große und beeindruckende Krater tragen seinen Namen. Sie sind markante Strukturen im sonst flachen Mare Fecunditatis (Meer der Fruchtbarkeit). Der linke Krater ist Messier, er ist 15 mal 8 Kilometer groß. Messier A ist rechts und misst 16 mal 11 Kilometer.

Die leicht längliche Form wurde durch einen Einschlag im flachen Winkel verursacht. Dieser Einschlag verursachte auch zwei helle Spuren aus Auswurfmaterial, welche sich über die Mondoberfläche (rechts vom Bild) erstrecken. Das Bild soll mit 3D Brillen (rot-blau, wobei rot am linken Auge sein soll) betrachtet werden. Es entstand aus hochaufgelösten Scans zweier Bilder (AS11-42-6304 und AS11-42-6305) die während der Apollo 11 Mission zum Mond aufgenommen wurden.

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Mond, Venus und die Plejaden

Sieben Bilder des Mondes sind diagonal im Bild angeordnet, darunter glitzern die "sieben Schwestern". Wir nennen sie auch Plejaden oder M45, und so gut wie nie sieht man dort genau sieben Sterne. Das helle Licht rechts ist der Planet Venus.
Bildcredit und Bildrechte: Gianni Tumino; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Nein, die Erde hat nicht vor Kurzem sechs neue Monde bekommen! Heute zeigt APOD ein Weltraumbild, das aus mehreren Aufnahmen kombiniert wurde. Es ist der Abendhimmel vom 19. April über dem südlichen Sizilien. Wir folgen Mond, Venus und den Plejaden, während die Dämmerung in den Abend übergeht.

Zwischen 2023 und 2029 „besucht“ der Mond die Plejaden einmal im Monat, denn sie lieben in der Ekliptik. Sie ist die Ebene des Sonnensystems. Im April 2026 kam auch noch die Venus zur himmlischen Begegnung. Die Plejaden werden auch Messier 45 genannt. Normalerweise sieht man sechs ihrer Sterne mit freiem Auge, und zwar überall auf der Welt. Daher ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden in vielen Kulturen um sie.

In Nordamerika lebt zum Beispiel der Stamm der Haudenosaunee. Sie sehen in den Plejaden sechs Buben. Diese tanzten so begeistert, dass sie in den Himmel abhoben. Forschende der Astronomie fanden kürzlich Tausende weitere Sterne in den Plejaden. Obwohl wir schon Jahrtausende zu ihm hinaufblicken, können wir also immer noch mehr über diesen Sternhaufen lernen.

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