SS 433: Doppelstern-Mikroquasar


Animationscredit: DESY, Science Communication Lab

Beschreibung: SS 433 ist eines der exotischsten Sternsysteme, die wir kennen. Sein unscheinbarer Name entstand durch seinen Eintrag in einem Katalog von Milchstraßensternen, die eine für atomaren Wasserstoff charakteristische Strahlung aussenden. Sein auffälliges Verhalten stammt von einem kompakten Objekt – einem schwarzen Loch oder Neutronenstern –, um das sich eine Akkretionsscheibe mit Ausströmungen gebildet hat. Da die Scheibe und die Ausströmungen von SS 433 jenen um sehr massereiche schwarze Löcher in den Zentren ferner Galaxien ähneln, vermutet man, dass SS 433 ein Mikroquasar ist.

Dieses animierte Video basiert auf Beobachtungsdaten. Es zeigt einen massereichen, heißen, normalen Stern, der gemeinsam mit dem kompakten Objekt in einer Umlaufbahn gefangen ist. Zu Beginn des Videos sieht man, wie durch Gravitation Materie vom normalen Stern losgerissen wird, die auf eine Akkretionsscheibe fällt. Der Zentralstern stößt Strahlen aus ionisiertem Gas in entgegengesetzte Richtungen aus – mit jeweils etwa einem Viertel der Lichtgeschwindigkeit.

Im nächsten Abschnitt zeigt das Video eine Aufsicht auf die ausströmenden Strahlen, die eine Präzessionsbewegung ausführen und dabei eine sich ausdehnende Spirale erzeugen. Danach sieht man die sich ausbreitenden Strahlen aus noch größerer Entfernung nahe dem Zentrum im Supernovaüberrest W50.

Vor zwei Jahren fand man mithilfe der HAWC-Detektoranordnung in Mexiko unerwartet heraus, dass SS 433 Gammastrahlen mit ungewöhnlich hoher Energie (im TeV-Bereich) aussendet. Doch es gibt weitere Überraschungen: Eine aktuelle Analyse von Archivdaten des NASASatelliten Fermi zeigt eine Gammastrahlenquelle, die – wie man hier sieht – von den Zentralsternen getrennt ist, und die aus bisher unbekannten Gründen Gammastrahlenpulse mit einer Periode von 162 Tagen aussendet – das entspricht der Präzessionsperiode der Strahlen von SS 433.

Lehrende und Studierende: Ideen für die Verwendung von APOD im Lehrsaal
Zur Originalseite

Visualisierung: Schwarzes Loch mit Akkumulationsscheibe


Visualisierungscredit: Goddard-Raumfahrtzentrum der NASA, Jeremy Schnittman

Beschreibung: Wie sieht es aus, wenn man ein schwarzes Loch umkreist? Wenn das schwarze Loch von einer wirbelnden Scheibe aus leuchtendem Gas, das sich ansammelt, umgeben ist, lenkt die gewaltige Gravitation des schwarzen Lochs das Licht ab, das die Scheibe ausstrahlt. Dadurch sieht sie sehr ungewöhnlich aus. Diese Videoanimation visualisiert das.

Das Video beginnt mit der Beobachterin, die von knapp über der Ebene der Akkretionsscheibe auf das schwarzen Lochs blickt. Um das zentrale schwarze Loch herum verläuft ein dünnes, rundes Bild der umgebenden Scheibe, es markiert die Position der Photonensphäre – in deren Inneren der Ereignishorizont des schwarzen Lochs liegt.

Teile des großen Hauptbildes der Scheibe auf der linken Seite erscheinen heller, während sie sich auf euch zubewegen. Während das Video weiterläuft, fliegt ihr über das schwarze Loch und schaut von oben hinunter. Dann durchquert ihr die Scheibenebene am anderen Ende und kommt zum ursprünglichen Aussichtspunkt zurück. Die Akkretionsscheibe erzeugt einige interessante Bildumkehrungen, doch sie wirkt niemals flach.

Visualisierungen wie diese sind heute besonders interessant, weil das Event Horizon Telescope schwarze Löcher so detailreich wie nie zuvor abbildet.

Zur Originalseite

Picture Rocks Sun Dagger in Tucson


Videocredit und -rechte: Martha Schaefer, Brad Schaefer, Jim Stamm; Musik und Lizenz: Awakening (Wojciech Usarewicz), Lone Tree Music

Beschreibung: Uralte Sonnendolche tun euch nicht weh, aber sie verraten vielleicht die Zeit. Ein Sonnendolch ist eine dolchförmige Lücke in einem Schatten, wenn das Sonnenlicht durch eine Spalte in einem nahe gelegenen Felsen strömt.

Vor mehr als tausend Jahren ritzten amerikanische Ureinwohner im Südwesten spiralförmige Petroglyphen in Stein, die auf unterschiedliche Weise von Sonnendolchen beleuchtet wurden, wenn die Sonne über den Himmel zieht. Es handelt sich um eine Art Sonnenuhr, bei der das Ende des Sonnendolches beispielsweise zu Mittag auf die Spirale zeigt. Die Zeichnung lässt auf die Jahreszeit schließen, wobei möglicherweise eine Sonnenwende oder Äquinoktium beleuchtet wird.

Sonnendolche dienten vermutlich Sonnenpriestern während einsamer Wachestunden mit Gebeten und Opfergaben. Dieses Video zeigt das Wenige, was vom historischen Picture Rocks Sun Dagger in der Nähe von Tucson in Arizona (USA) bekannt ist. Wahrscheinlich wurde er um 1000 n. Chr. von einem Hohokam-Sonnenpriester geschaffen.

Zur Originalseite

Ein Flug durch Hubbles Ultra Deep Field

Videocredit: NASA, ESA, F. Summers, Z. Levay, L. Frattare, B. Mobasher, A. Koekemoer und das HUDF-Team (STScI)

Wie sieht es aus, wenn man durchs ferne Universum fliegt? Um das herauszufinden, schätzte ein Team von Astronominnen* die relative Entfernung von mehr als 5000 Galaxien im Hubble Ultra Deep Field (HUDF). Es ist eins der fernsten Galaxienfelder, die je abgebildet wurden.

Licht braucht viel Zeit, um das Universum zu durchqueren. Daher sehen wir die meisten Galaxien im Video zu einer Zeit, als das Universum erst einen Bruchteil seines jetzigen Alters hatte. Damals entstanden die Galaxien gerade erst. Sie hatten ungewöhnliche Formen, wenn man sie mit Galaxien der Gegenwart vergleicht. Es gibt noch keine ausgeprägten Spiralgalaxien wie unsere Milchstraße oder die Andromedagalaxie.

Am Ende des Videos fliegt man an den fernsten Galaxien des HUDF-Feldes mit einer Rotverschiebung von mehr als 8 vorbei. Diese frühe Klasse an Galaxien hat eine geringe Leuchtkraft. Diese frühen Galaxien enthielten wahrscheinlich energiereiche Sterne. Ihr Licht verwandelte einen Großteil der übrig gebliebenen normalen Materie im Universum von einem kalten Gas in heißes, ionisiertes Plasma.

Astrophysik: Stöbert in mehr als 2200 Codes in der Quellcodebibliothek für Astrophysik

Zur Originalseite

Der rotierende Mond von LRO

Videocredit: NASA, LRO, Arizona State U.

Beschreibung: Niemand sieht derzeit den Mond so rotieren, weil der Erdmond durch die Gezeitenreibung gebunden mit der Erde rotiert und uns nur eine Seite zeigt. Doch mithilfe moderner digitaler Technik, kombiniert mit vielen detailreichen Bildern, die der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) zur Erde schickte, wurde ein hochaufgelöster virtueller Film der Mondrotation erstellt.

Dieses Zeitraffervideo beginnt mit der Standard-Erdansicht des Mondes. Doch rasch rotiert knapp unter dem Äquator das Mare Orientale ins Blickfeld, es ist ein großer Krater mit einem dunklen Zentrum, das von der Erde aus schwierig zu sehen ist.

Das Video verkürzt einen ganzen Mondmonat auf 24 Sekunden. Es zeigt deutlich, dass sich auf der Seite des Mondes, die man von der Erde aus sieht, eine Fülle dunkler Mondmeere befindet, während auf der erdabgewandten Mondseite vorwiegend helle lunare Hochländer liegen. Derzeit entwickeln acht verschiedene Nationen aktiv mehr als 19 neue Mondmissionen. Der geplante Starttermin der meisten davon liegt innerhalb der nächsten drei Jahre.

Interessange Bilder des Kometen NEOWISE, die an APOD geschickt wurden: Juli || 18 || 17 || 16 || 15 || 14 || 13 || 12 || 11 || 10. und früher ||

Zur Originalseite

Komet NEOWISE geht über der Adria auf


Videocredit und -rechte: Paolo Girotti

Beschreibung: Dieser Anblick war es wert, frühmorgens aus dem Bett zu steigen. Komet C/2020 F3 (NEOWISE) ging letzte Woche vor der Morgendämmerung auf – sehr zur Freude nördlicher Himmelsfreunde, die früh genug munter waren.

Der Fotograf war vor Sonnenaufgang auf den Beinen und dokumentierte in dramatischer Weise einen der wenigen Kometen, die in diesem Jahrhundert bisher mit bloßem Auge sichtbar waren. Dieser Eindringling ins innere Sonnensystem bleibt vielleicht als der große Komet 2020 in Erinnerung.

Dieses Video zeigt detailreich, wie der Komet NEOWISE in Italien über der Adria aufgeht. Das Zeitraffervideo kombiniert mehr als 240 Bilder, die in einem Zeitraum von 30 Minuten aufgenommen wurden. Ihr seht, wie der Komet hinter einem Vordergrund heller, wogender leuchtender Nachtwolken und vor einem Hintergrund ferner Sterne aufgeht.

Komet NEOWISE blieb bisher unerwartet hell. Der Kern, aus dem Ionen- und Staubschweif ausströmen, ist – wie man herausfand – ungefähr fünf Kilometer groß. Zum Glück sehen schon in wenigen Tagen Beobachter im Norden mit einem klaren, dunklen Nordwesthorizont den interplanetaren Schneeball, der die Sonne reflektiert, abends kurz nach Sonnenuntergang.

Laufend aktualisiert: Interessante Bilder des Kometen NEOWISE, die an APOD gesendet wurden
Zur Originalseite

Unsere rotierende Erde

Videocredit und -rechte: Bartosz Wojczyński

Wurde eure Welt schon einmal auf den Kopf gestellt? Das würde jeden Tag passieren, wenn ihr euch auf die Sterne konzentrieren würdet. Die meisten Zeitraffervideos vom Nachthimmel zeigen, wie die Sterne und der Himmel über eine feststehende Erde wandern. Hier rotiert jedoch die Kamera so, dass die Sterne fixiert sind und sich die Erde dreht.

Das Video komprimiert jede Stunde zu einer Sekunde. Es zeigt eindrucksvoll die tägliche Rotation der Erde, die sogenannte Tagesbewegung. Zu Beginn zeigt das Video vom letzten Jahr ein offenes Feld im afrikanischen Land Namibia an einem klaren Tag. Die Schatten wandern, während sich die Erde dreht. Am Himmel geht der Erdschatten auf. Einen kurzen Moment erscheint der Venusgürtel, dann wird der Tag zur Nacht.

Das majestätische Band unserer Milchstraße breitet sich über den Nachthimmel aus. Satelliten zischen vorüber, sie reflektieren in der Erdumlaufbahn das Sonnenlicht. Am Nachthimmel erkennt ihr auch die Große und die Kleine Magellansche Wolke.

Das Video zeigt den Himmel auf der Südhalbkugel der Erde. Ein ähnliches Video könnte man auf jeder mittleren Breite unseres blauen Planeten drehen.

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator
Zur Originalseite

APOD ist heute 25 Jahre alt

Videocredit: Idee und Leitung: Alex Dantart (observatorio.info), Koordination: Josef Chlachula (astro.cz/apod) und Alice Allen (ASCL) sowie die Truppe unermüdlicher freiwilliger Übersetzerinnen von APOD und Social-Media-Digerati; Musik: unminus.com: They Say, Sad Circus, Naya, Please Wait, Good God

Heute feiern wir ein Vierteljahrhundert Astronomy Picture of the Day. APOD gibt es immer noch. Es ist für viele ein Ort der Beständigkeit. Zur Feier des silbernen APOD-Jubiläums filmten einige „TVAoTaSMD“ ihre Geburtstagsgrüße in diesem Video und zeigen einige ihrer Lieblingsbilder.

APOD informiert zusammen mit der NASA zum Thema Weltraum und Astronomie. Viele Freiwillige liefern unbezahlt die Übersetzung in viele Weltsprachen. Sie verbreiten APOD auf Plattformen im Netz. APOD berichtet über die aktuelle Forschung von NASA, ESA und anderen Institutionen. Dazu gibt es interessante Visualisierungen aus dem faszinierenden astronomischen Universum, in dem wir leben.

Auch die Gründer von APOD (frisch und lebendig!) sprechen ein herzliches Dankeschön aus – nicht nur den TVAoTaSMD, sondern auch den Lesenden von APOD für das beständige Interesse, die Unterstützung und viele kultivierte Gespräche im Lauf der Jahre.

Kleine Korrektur: Das erste im Video gezeigte Bild ist vom 7. November 2016 (im Abspann des Videos ist das richtige Datum).

Zur Originalseite