Wenn Rosen nicht rot sind

Der Rosettennebel ist in zwei Versionen abgebildet. Wenn man die Maus über das Bild schiebt, wird eine alternative Version gezeigt.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Coles und Mel Helm

Nicht alle Rosen sind rot, aber sie können trotzdem sehr hübsch sein. Der Rosettennebel und andere Gebiete mit Sternbildung werden auf astronomischen Bildern oft rot dargestellt, denn die markanteste Emission im Nebel stammt meist von Wasserstoffatomen.

Die stärkste optische Emissionslinie von Wasserstoff ist H-alpha. Sie liegt im roten Bereich des Spektrums. Doch die Schönheit eines Emissionsnebels liegt nicht nur im roten Licht. Auch andere Atome im Nebel werden vom energiereichen Sternenlicht angeregt und strahlen Licht in schmale Emissionslinien ab.

Für diese prächtige Ansicht des Rosettennebels wurden Aufnahmen kombiniert, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die Emission der Atome von Schwefel sind rot, Wasserstoff ist blau und Sauerstoff ist grün abgebildet. Das Schema für die Kartierung der schmalen Emissionslinien von Atomen in ein breiteres Farbspektrum wird bei vielen Hubblebildern angewendet, die Gebiete mit Sternbildung zeigen.

Der Rosettennebel liegt im Sternbild Einhorn und ist ungefähr 3000 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Distanz ist das Bild etwa 100 Lichtjahre breit. Wollt ihr die Rose rot färben? Dann folgt diesem Link oder schiebt den Mauspfeil über das Bild.

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Hubble zeigt Jupiter in Infrarot

Jupiter ist hier in seltsamen Farben abgebildet. Die Wolken, die normalerweise beige oder braun gefärbt sind, leuchten hier blau oder rosarot. Der Rote Fleck ist zartrosa, die Pole leuchten magentafarben. Das Bild zeigt Jupiter in Infrarotlicht.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Daten: Michael Wong (UC Berkeley) et al.; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Jupiter sieht im Infrarotlicht etwas anders aus. Das Weltraumteleskop Hubble fotografiert regelmäßig den ganzen jovianischen Riesen. So will man die Bewegungen von Jupiters Wolken besser verstehen. Die Bilder helfen auch der robotischen NASA-Raumsonde Juno. Jupiter wird in viel mehr Farben beobachtet, als Menschen sehen können. Dazu gehören auch ultraviolettes und infrarotes Licht.

Das Bild entstand 2016. Drei Bänder im nahen Infrarot wurden digital zu einem farbcodierten Bild vereint. Jupiter wirkt in Infrarot fremd, weil das Sonnenlicht anders reflektiert wird. Die Helligkeit mancher Wolkenhöhen und Breitengrade wirkt daher unstimmig.

Viele Strukturen auf Jupiter sind vertraut. Dazu gehören die hellen Zonen und dunklen Gürtel um den Planeten nahe am Äquator. Man erkennt auch den großen Roten Fleck links unten und die Sturmsysteme, die wie Perlenketten südlich vom Roten Fleck verlaufen. Die Pole leuchten, weil dort geladene Teilchen in Jupiters Magnetosphäre Dunst in großer Höhe anregen.

Juno vollendete nun 10 von 12 geplanten wissenschaftlichen Runden um Jupiter. Die Sonde zeichnet weiterhin Daten auf. Damit will die Menschheit nicht nur Jupiters Wetter verstehen, sondern auch das, was unter Jupiters dicken Wolken liegt.

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Partielle Sonnenfinsternis über Buenos Aires

Hinter einer Insel im Meer vor Buenos Aires geht die Sonne hinter Wolken am orangefarbenen Himmel unter. Am oberen Rand der Sonne fehlt ein kleiner Splitter.

Bildcredit und Bildrechte: Fefo Bouvier

Was ist mit dem oberen Rand der Sonne passiert? Letzte Woche war auf der Südhalbkugel der Erde mancherorts eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Dabei bedeckt der Mond einen Teil unserer Sonne.

Dieses Bild entstand gegen Ende der Finsternis an der Küste von Uruguay. Der Blick fällt auf Buenos Aires in Argentinien. Vorne ragt die Isla Farallón mit ihrem Leuchttrum aus dem Meer. Links neben der Sonne fliegt ein Flugzeug. Für das Bild wurden zwei Aufnahmen mit derselben Kamera und den gleichen Einstellungen nacheinander fotografiert und digital kombiniert. Ein Bild zeigt die Landschaft, das andere die Sonne zum Höhepunkt.

Die nächste Sonnenfinsternis, die man auf der Erde sieht, ist wieder eine partielle Finsternis. Mitte Juli ist sie in Teilen von Südaustralien und Tasmanien zu beobachten.

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Galaxien entstehen in einem magnetischen Universum

Bildcredit: IllustrisTNG Projekt; Visualisierung: Mark Vogelsberger (MIT) et al. Musik: Gymnopedie 3 (Komponist: Erik Satie, Musiker: Wahneta Meixsell)

Woher kommen wir? Wir wissen, dass wir auf einem Planeten leben, der um einen Stern kreist. Dieser umrundet eine Galaxie. Aber wie ist das alles entstanden?

Um das zu verstehen, verbesserten Forschende die berühmte IllustrisSimulation. So entstand IllustrisTNG, das bisher komplexeste Computermodell. Es zeigt, wie Galaxien im Universum entstehen. Im Video entwickeln sich die Magnetfelder vom frühen Universum (Rotverschiebung 5) bis heute (Rotverschiebung 0). Relativ schwache Magnetfelder sind blau, starke sind weiß dargestellt. Diese Felder passen sehr gut zu Galaxien und Galaxienhaufen.

Zu Beginn der Simulation kreist eine erdachte Kamera um das virtuelle IllustrisTNG-Universum. Sie zeigt eine junge Region, die 30 Millionen Lichtjahre groß und ziemlich fadenförmig ist. Durch die Schwerkraft entstehen viele Galaxien. Sie verschmelzen, während sich das Universum ausdehnt und entwickelt. Am Ende passt das simulierte IllustrisTNG-Universum statistisch gesehen gut zu dem Universum, das wir heute beobachten. Doch es gibt einige interessante Unterschiede. Dazu gehört z. B. eine Abweichung bei der Energie von Radiowellen, die von schnellen geladenen Teilchen ausgehen.

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LL Ori und der Orionnebel

Das Bild wirkt wie ein Gemälde in rosa und gelben Farbtönen, es sind Nebel mit einigen eingebetteten Sternen, um die eine Bugwelle verläuft.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnis-Team

Im Gas- und Staubmeer des Orionnebels schlagen die Sterne Wellen. Die ästhetische Nahaufnahme mit kosmischen Wolken und Sternwinden zeigt den Stern LL Orionis, der mit dem Fluss des Orionnebels in Wechselwirkung tritt.

Der veränderliche Stern LL Orionis ist noch in den Jahren seiner Entstehung. Er treibt durch das Sternbildungsgebiet im Orion und erzeugt einen stärkeren Wind als unserer Sonne, die im mittleren Alter ist. Wenn der schnelle Sternwind auf langsames Gas trifft, entsteht eine Stoßfront, ähnlich wie die Bugwelle eines Bootes, das durchs Wasser fährt, oder bei einem Flugzeug, das schneller fliegt als der Schall.

Links über der Mitte ist ein kleiner, zierlicher Bogen. Es ist die kosmische Bugstoßwelle von LL Oris. Sie ist etwa ein halbes Lichtjahr lang. Das langsamere Gas strömt aus dem Trapez, das ist der heiße Sternhaufen im Orionnebel. Es liegt links oben außerhalb des Bildes. Die Stoßfront um LL Ori hat im Raum die Form einer Schale. Sie wirkt dort am hellsten, wo man sie von der Seite sieht.

Das schöne Bild wirkt wie ein Gemälde. Es ist Teil eines großen Mosaiks und zeigt das komplexe Gebiet im Orion mit Sternbildung. Mit den Sternen entstehen auch die vielen fließenden Formen.

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Silhouetten von Manhattan

Über der Skyline von Manhattan ziehen Wolken fantastische Muster. Eine gestrichelte, helle Linie zieht über das Reservoir im Central Park. Es ist die Internationale Raumstation ISS, die noch in der Sonne leuchtet. Auch ein paar Strichspuren von Sternen sind zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Stan Honda

Die dramatische urbane Landschaft mit Nachthimmel entstand am 13. Februar. Stadtlichter leuchten in der Upper East Side von Manhattan. Das Bild in Schwarz und Weiß entstand aus einer Reihe digitaler Belichtungen. Es erinnert an eine Zeit, in der empfindliche Schwarz-Weiß-Filme eine beliebte Wahl für die lichtschwache Fotografie bei Nacht und in der Astronomie waren.

22 Einzelbilder wurden in 2 Minuten und 40 Sekunden fotografiert und kombiniert. Der Blick reicht über das Reservoir im Central Park von New York. Über die Ansicht in Zeitraffer wandern Sterne. Wolken ziehen dahin und bilden Muster am Himmel. Von oben nach unten läuft eine strichlierte Linie durch die surreale Szene. Es ist die Internationale Raumstation ISS. Sie ist noch von der Sonne beleuchtet und zieht zum Horizont im Südosten. Die kurzen Pausen zwischen den Aufnahmen bilden Lücken in der hellen Spur der Raumstation.

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Komet PanSTARRS am Rand

Das Bild ist dicht von Sternen bedeckt, dazwischen sind braune Nebel verteilt. Unten in der Mitte prangen die Plejaden mit ihrem blauen Nebel, rechts oben der rote Kaliforniennebel. Vor so viel Fülle geht der blaue Komet PanSTARRS rechts unten regelrecht unter.

Bildcredit und Bildrechte: JoAnn McDonald

Der Komet PanSTARRS (C/2016 R2) wird auch der blaue Komet genannt. Auf dieser Weitwinkelaufnahme vom 13. Jänner steht er links unten. Die kosmische Landschaft bedeckt am Himmel fast 20 Grad. Sie entstand aus gut belichteten und bearbeiteten Bildern einer empfindlichen Digitalkamera.

Die farbigen Wolken und staubhaltigen dunklen Nebeln sind für das bloße Auge zu blass. Der Kaliforniennebel rechts oben ist auch als NGC 1499 bekannt. Er hat eine vertraute Form. Seine Küstenlinie ist mehr als 60 Lichtjahre lang und ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt. Der ausgeprägte rötliche Schimmer im Nebel stammt von den Atomen von Wasserstoff. Sie werden vom hellen blauen Stern Xi Persei darunter ionisiert.

Unten in der Mitte glänzt der berühmte Sternhaufen der Plejaden. Er ist ungefähr 400 Lichtjahre entfernt und 15 Lichtjahre groß. Seine klare blaue Farbe entsteht durch die Reflexion von Sternenlicht am interstellaren Staub. Zwischen den beiden markanten Objekten liegen die heißen Sterne der Perseus-OB2-Assoziation und staubige, dunkle Nebel am Rand der nahen, massereichen Molekülwolken in Stier und Perseus.

Im Kometenschweif sind ungewöhnlich viele ionisierte Moleküle von Kohlenmonoxid (CO+). Sie fluoreszieren im Sonnenlicht und sind großteils für seinen markanten blauen Farbton verantwortlich. Der Komet ist auf dem Bild zirka 17 Lichtminuten von der Erde entfernt.

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Die Silhouette von Enceladus

Oben liegt die dunkle Silhouette des Mondes Enceladus. Er verdeckt einen Teil der Ringe in der Mitte. Im Gegenlicht sieht man, wie Eisschwaden aus seinem Südpol strömen. Die Ringe sind zwei helle Streifen waagrecht in der Mitte. Unten ist der kleine Mond Pandora.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Dieses Bild der Raumsonde Cassini vom 1. November 2009 zeigt den Mond Enceladus. Er ist 500 km groß und eine der interessantesten Welten im Sonnensystem. Die Sonne beleuchtet ihn von hinten. Das dramatische Licht zeigt Schwaden, die ständig aus dem Südpol des Saturnmondes ins Weltall strömen.

Cassini entdeckte die eisigen Wolken 2005. Sie strömen wahrscheinlich aus einem Ozean unter der Eishülle von Enceladus. Das Material gelangt direkt in Saturns äußeren, zarten E-Ring und sorgt dafür, dass die Oberfläche von Enceladus so stark reflektiert wie Schnee. Im ganzen Bild streuen Saturns eisige Ringe Sonnenlicht zu Cassinis Kameras. Hinter den Ringen befindet sich die Nachtseite des 80 Kilometer großen Mondes Pandora. Das Licht von Saturn beleuchtet ihn schwach.

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