Rover 1A hüpft auf dem Asteroiden Ryugu

Das Bild wirkt unruhig und verschwommen. Links ist die Oberfläche des Asteroiden 162173 Ryugu, rechts strahlen helle diffuse Lichter.
Bildcredit und Bildrechte: ISAS, JAXA, Mission Hayabusa2

Der Asteroid 162173 Ryugu ist etwa einen Kilometer groß. Auf seiner Oberfläche hüpfen neuerdings zwei kleine Roboter umher. Die beiden sind jeweils etwa so groß wie eine kleine Bratpfanne. Sie bewegen sich in der geringen Gravitation, indem sie hüpfen. Dabei bleiben sie etwa 15 Minuten oben und landen dann ein paar Meter entfernt. Am Samstag schickte der Rover 1A bei einem seiner ersten Sprünge ein frühes Bild seiner neuen Heimatwelt. Ihr seht sie links.

Am Freitag löste sich die Landesonde MINERVA-II-1 von ihrer Sonde Hayabusa2, entkoppelte die Rover 1A und 1B und landete dann auf Ryugu. Die Erforschung von Ryugu liefert der Menschheit nicht nur Information über Ryugus Oberfläche und sein Inneres. Wir erfahren auch, welche Materialien im frühen Sonnensystem für die Entwicklung von Leben verfügbar waren.

Es ist geplant, noch zwei weitere hüpfende Rover auszusetzen. Außerdem soll Hayabusa2 eine Probe der Oberfläche von Ryugu nehmen und diese noch vor 2021 für eine genaue Untersuchung zur Erde schicken.

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Äquinoktium: Analemma über den Steinen von Callanish

Hinter den Steinen von Callanish geht die Sonne auf. Die Schatten der Monolithe fallen nach vorne auf die grüne Wiese. Am blauen Himmel ist ein Muster aus Sonnenpunkten, das eine 8-förmige Schleife bildet. Es ist ein Analemma.
Bildcredit und Bildrechte: Giuseppe Petricca

Kehrt die Sonne jeden Tag zur selben Zeit zum selben Punkt am Himmel zurück? Nein. Eine visuelle Antwort liefert ein Analemma. Das ist ein Komposit aus Bildern, die im Laufe eines Jahres regelmäßig am selben Ort immer zur gleichen Zeit fotografiert werden. Die Bilder für dieses Analemma entstanden alle paar Tage um 4 Uhr nachmittags bei Callanish. Es ist ein Dorf auf den Äußeren Hebriden. Diese Inseln gehören zu Schottland im Vereinigten Königreich.

Vorne stehen die Steine von Callanish. Der Steinkreis entstand um 2700 v. Chr. in der Bronzezeit. Ob die Platzierung der Callanish-Steine eine astronomische Bedeutung hatte oder hat, ist nicht bekannt. Die Achterschleife eines Analemmas entsteht, weil die Erdachse geneigt ist. Außerdem ist die Bahn der Erde um die Sonne elliptisch. Zu den Sonnenwenden steht die Sonne am oberen oder unteren Ende des Analemmas. Die Äquinoktien liegen bei den Mittelpunkten des Analemmas, nicht beim Schnittpunkt.

Heute um 3:54 Uhr MESZ (1:54 UT) ist Äquinoktium („gleiche Nacht“). Dann sind Tag und Nacht auf dem ganzen Planeten Erde fast gleich lang. Viele Kulturen feiern zum Äquinoktium die Änderung der Jahreszeit.

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Fensterplatz über der Hudson Bay

Über einem Flugzeugtriebwerk schimmern grüne und violette Polarlichter am tiefblauen Himmel in der Dämmerung. Mitten im Bild blitzt ein Meteor auf. Rechts leuchtet schon die Sonne unter dem Horizont.
Bildcredit und Bildrechte: Ralf Rohner

Am 18. August bot ein Fensterplatz auf dem Nachtflug von San Francisco nach Zürich diese reizende Aussicht. An den Himmel über der Hudson Bay war ein Schleier aus farbigem Licht drapiert. Das Bild entstand aus sechs Aufnahmen, die aus der Hand kurz belichtet und später digital kombiniert wurden.

Die Szene zeigt schimmernde Nordlichter kurz vor Sonnenaufgang. Die näher rückende Sonne beleuchtete schon den Horizont im Nordosten. Auch ein Meteor der Perseïden blitzte auf und zog unter den Deichselsternen des nördlichen Großen Wagens seine Spur. Es war wenige Tage nach dem Höhepunkt des Meteorstroms. Die Spur zeigte quer über den Himmel zum Sternbild Perseus.

Bei kommerziellen Flügen sieht man manchmal schöne Polarlichter und Meteore in der oberen Erdatmosphäre. Sie treten in einer Höhe von ungefähr 100 Kilometern auf. Die Polarlichter entstehen durch energiereiche geladene Teilchen in der Magnetosphäre. Meteore sind leuchtende Spuren von Kometenstaub.

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Die irreguläre Galaxie NGC 55

Eine schmale Galaxie läuft schräg durchs Bild. Ihre Mittelachse ist von rosaroten Sternbildungsregionen und blauen Sternhaufen durchzogen. Außen herum sind wenige Sterne verteilt.
Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Die irreguläre Galaxie NGC 55 ähnelt vermutlich der Großen Magellanschen Wolke (GMW). Die GMW ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt und eine gut bekannte Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Auf Detailbildern ähnelt die GMW einer Balkenspirale. NGC 55 ist dagegen ungefähr 6 Millionen Lichtjahre entfernt und gehört zur Sculptor-Gruppe im Sternbild Bildhauer.

NGC 55 ist ungefähr 50.000 Lichtjahre groß. Wir sehen sie fast genau von der Seite. Sie präsentiert uns ein flaches, schmales Profil. Damit bildet sie einen Kontrast zur GMW, die wir von oben sehen. In der GMW bilden große Emissionsnebel Regionen mit Sternbildung, und auch in NGC 55 entstehen offenbar neue Sterne. Dieses Galaxienporträt zeigt viele Details. Es betont den hellen Kern in NGC 55, den Staubwolken, verräterische rosarote Regionen mit Sternbildung und junge blaue Sternhaufen kreuzen.

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Sterne und Staub in der Südlichen Krone

Helle Sterne sind von blauen Nebeln umgeben. Dazwischen befinden sich auch Herbig-Haro-Objekte mit gekrümmten Staubbögen. Um die blauen Nebel sind dunkle Nebel verteilt. Sie verdecken Sterne, die dahinter liegen.
Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis

Kosmische Staubwolken und junge Sterne mit viel Energie sind auf dieser Ansicht verteilt. Sie ist weniger als 500 Lichtjahre entfernt und entstand mit einem Teleskop. Wir finden den Ausschnitt im Norden der Südlichen Krone (Corona Australis). Blaue Staubwolken verdecken das Licht der Sterne in der Milchstraße dahinter.

Der eindrucksvolle Komplex besteht aus den Reflexionsnebeln NGC 6726, NGC 6727 und IC 4812. Die charakteristische Farbe entsteht, wenn der kosmische Staub das blaue Licht der heißen, jungen Sterne in der Region reflektiert. Der Staub verdeckt auch Sterne, die gerade erst entstehen.

Rechts oben ist der kleinere gelbliche Nebel NGC 6729. Er krümmt sich um den jungen veränderlichen Stern R Coronae Australis. Eingebettete neue Sterne komprimierten die leuchtenden Bögen und Schleifen in der Nähe der Ausströmungen. Man bezeichnet sie als Herbig-Haro-Objekte.

Am Himmel ist dieses Sichtfeld ungefähr 1 Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung der nahen Sternbildungsregion fast 9 Lichtjahren.

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Der Kokonnebel in einem detailreichen Feld

Das Sternfeld im Bild wirkt leicht vernebelt. Rechts oben schimmert ein zarter blau-rosa Nebel mit dunklen Schlieren.
Bildcredit und Bildrechte: Marcel Drechsler (Mediendesign)

Im Kokonnebel entsteht ein neuer Sternhaufen. Der kosmische Kokon rechts oben durchbricht außerdem eine lange Spur aus undurchsichtigen interstellaren Staubwolken, die links daneben verläuft.

Der Kokonnebel ist als IC 5146 katalogisiert. Er ist fast 15 Lichtjahre groß und ungefähr 3300 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn im nördlichen Sternbild Schwan (Cygnus). Wie auch andere Regionen mit Sternbildung wird sie von rot leuchtendem Wasserstoff markiert, der von jungen, heißen Sternen angeregt wird, und blauem Staub, der Sternenlicht reflektiert. Der Staub liegt am Rand einer Molekülwolke, die man kaum sieht.

Der helle Stern mitten im Nebel ist wahrscheinlich nur ein paar Hunderttausend Jahre alt. Er liefert die Energie für das Leuchten des Nebels, während er langsam einen Raum im Staub und Gas der Molekülwolke aushöhlt. Diese farbige Ansicht des Kokonnebels ist außergewöhnlich detailreich. Sie folgt den Strukturen in und um das staubige Gebiet mit Sternbildung.

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Salz, Pfeffer und Eis

Videocredit und -rechte: Maroun Habib (Moophz)

Gerade wandert ein fotogener Komet über den Himmel. Komet 21P / Giacobini-Zinner ist etwas zu blass für das bloße Auge, doch er entwickelte einen langen Schweif. Dieser ist ein schöner Anblick für Ferngläser und empfindliche Kameras.

Dieses Zeitraffervideo wurde letzte Woche aufgenommen. Es zeigt die Bewegung des Kometen 21P am Himmel. 90 Minuten Aufnahme wurden zu etwa 2,5 Sekunden komprimiert. Der Schweif von 21P folgt nicht der Bewegung des Kometen, was seltsam wirkt. Der Grund dafür ist, dass Kometenschweife immer von der Sonne weggerichtet sind. Als der Komet fotografiert wurde, wanderte er nicht in Richtung Sonne. Weit im Hintergrund sieht man links oben M37, er heißt auch Salz-und-Pfeffer-Sternhaufen. Über der Bildmitte steht der helle, rote Stern V440 Aurigae.

Diese Kugel aus Eis, die Staub schleuderte, ist 2 km groß. Sie passierte letzte Woche ihren sonnen- und den erdnächsten Punkt. Nun verblasst sie, während sie zum Südhimmel weiterzieht. Doch Komet 21P sollte weiterhin sichtbar sein. Noch ungefähr einen Monat lang bleibt sie ein fotogenes Ziel für Kameras auf Stativ.

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Kosmische Kollision formt galaktischen Ring

Rechts im Bild ist eine irreguläre Galaxie, die von einem ovalen blauen Ring aus Sternen umgeben ist. Die Galaxie sitzt innen beim oberen Rand des Ringes. Wahrscheinlich wurde sie von der Galaxie rechts durchdrungen. Rosarote Flecken im Bild zeigen helle Röntgenquellen.
Bildcredit: Röntgen: Chandra (NASA, CXC, INAF, A. Wolter et al.); Optisch: Hubble (NASA, STScI)

Warum ist die Galaxie AM 0644-741 wie ein Ring geformt? Rechts ist der blaue Rand einer Galaxie abgebildet. Er ist eine gewaltige, ringähnliche Struktur, die 150.000 Lichtjahre groß ist. Sie besteht aus neuen, extrem hellen und massereichen Sternen. Die Galaxie AM 0644-741 ist auch als Ringgalaxie bekannt. Sie entstand bei einer gewaltigen Kollision.

Wenn Galaxien kollidieren, durchdringen sie einander. Ihre Einzelsterne stoßen selten zusammen. Die ringähnliche Form ist das Ergebnis der gravitativen Störung. Ausgelöst wurde die Störung von einer kleinen Galaxie, welche die große Galaxie durchdrang. Als das geschah, wurden das Gas und der Staub zwischen den Sternen komprimiert. Das löste eine Welle an Sternbildung aus. Diese Welle wanderte vom Einschlagspunkt nach außen wie Wellen auf der Oberfläche eines Teiches.

Links ist die Galaxie, die wahrscheinlich eingedrungen ist. Das Bild kombiniert Daten der Weltraumteleskope Hubble in sichtbarem Licht und Chandra in Röntgenstrahlung. Röntgenlicht ist rosarot dargestellt. Es zeigt, wo energiereiche Schwarze Löcher oder Neutronensterne hausen. Wahrscheinlich entstanden sie kurz nach der Kollision der Galaxien.

Offene Wissenschaft: 1800+ Codes der Astrophysics Source Code Library

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