Polarlicht über dem White-Dome-Geysir

Vorne bricht der White-Dome-Geysir im Yellowstone-Nationalpark aus. Er sprüht eine hohe Dampfschwade aus, die nach links verweht wird. Am Himmel schimmern grüne und rote Polarlichter.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Howell

Manchmal brechen Himmel und Erde zugleich aus. Vor ein paar Jahren gab es unerwartet farbige Polarlichter. Am Horizont schimmerten grüne Polarlichter. Hoch oben breiteten sich prächtige Bänder aus roten Polarlichtern aus. Der helle Mond leuchtete vorne auf die pittoreske Szene. Weit entfernt strahlten vertraute Sterne.

Ein gewissenhafter Astrofotograf fotografierte das Bildmosaik nach genauer Planung. Es entstand im Gebiet des White-Dome-Geysirs im Yellowstone-Nationalpark, der im Westen der USA liegt. Kurz nach Mitternacht brach White Dome aus. Er sprühte einen viele Meter hohen Strom aus Wasser und Dampf in die Luft.

Das Wasser in einem Geysir wird von glühendem Magma in einer Tiefe von mehreren Kilometern zu Dampf erhitzt. Es steigt durch Felsspalten zur Oberfläche auf. Etwa die Hälfte aller bekannten Geysire befinden sich im Yellowstone-Nationalpark. Der geomagnetische Sturm, der diese Polarlichter erzeugte, ist zwar inzwischen vorüber. Doch der White-Dome-Geysir bricht weiterhin alle 30 Minuten aus.

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Io vor Jupiter von Voyager 1

Vor Jupiters wirbelnden Wolken ist der Mond Io erkennbar. Das Bild entstand aus vielen Einzelaufnahmen. Auf Io sind runde Strukturen erkennbar, die sich später als Vulkane entpuppten.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Voyager 1; Bearbeitung: Alexis Tranchandon, Solaris

1979 flog die NASA-Raumsonde Voyager 1 an Jupiter und seinen Monden vorbei. Das Mosaik zeigt den Mond Io vor dem Hintergrund der diffusen, wirbelnden Wolkenbänder des Gasriesen Jupiter. Die Bilder dafür nahm Voyagers Kamera aus einer Entfernung von ungefähr 8,3 Millionen km auf. Das Bild von Io im Mosaik ist vielleicht das erste, auf dem man seltsame runde Strukturen mitten auf Ios Oberfläche erkennt. Sie sind mehr als 60 km groß. In der Mitte sind sie dunkel und haben helle Ränder.

Diese Strukturen sind, wie wir nun wissen, vulkanischen Ursprungs. Damals hielt man sie für Impaktkrater, die im ganzen Sonnensystem häufig auf Gesteinskörpern vorkommen. Doch als Voyager sich Io weiter näherte, zeigten Nahaufnahmen eine bizarre Welt ohne Einschlagkrater. Stattdessen wird Ios Oberfläche häufig durch Vulkanaktivität erneuert.

Anfang des Jahres begann Juno, um Jupiter zu kreisen. Juno ist eine neue Roboter-Raumsonde der NASA. Die Sonde kam Jupiters Wolken bei einem Vorbeiflug letzte Woche näher als 5000 km. In den nächsten zwei Jahren hofft man, mit Juno Neues über Jupiter herauszufinden, zum Beispiel, was sich in Jupiters Innerem befindet.

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Perseïden-Feuerkugel am Sunset Crater

Über den Silhouetten von hügeligen Wäldern im vulkanischen Sunset Crater National Monument zischt ein heller grüner Meteor der Perseïden die Sommermilchstraße entlang.

Bildcredit und Bildrechte: Jeremy Perez

In der Nacht des 12. August blitzte ein heller Meteor der Perseïden über dem vulkanischen Sunset Crater National Monument auf. Der Krater befindet sich im US-amerikanischen Arizona auf dem Planeten Erde. Der Meteor streift die Sommermilchstraße entlang. Seine ursprüngliche Farbe entstand wohl durch die charakteristische hohe Geschwindigkeit der Meteore des Stroms.

Die Perseïden treten mit 60 km pro Sekunde ein. Daher können sie grüne Emissionen von Sauerstoffatomen anregen, wenn sie die dünne Atmosphäre in großer Höhe passieren. Dieser Perseïd hinterließ eine leuchtende, beständige Spur. Auch das ist charakteristisch für helle Meteore. Unten zeigt eine Bildfolge von links nach rechts seine Entwicklung im Lauf von drei Minuten. Die Kamera erfasste ein Zeitraffervideo der verdrehten, treibenden Bahn.

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Io: Mond vor Jupiter

Vor den riesigen Wolken auf Jupiter schwebt der vulkanische Mond Io. Das Bild stammt von der Raumsonde Cassini, sie schickte es um die Jahrtausendwende von ihrer Reise zu Saturn.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Wie groß ist der Jupitermond Io? Er ist der vulkanischste Körper im Sonnensystem. Io hat einen Durchmesser von 3600 km. Damit ist er ähnlich groß wie der einzige große natürliche Begleiter des Planeten Erde. Zur Jahrtausendwende passierte die Raumsonde Cassini Jupiter. Von dort schickte sie diese Ansicht des aktiven Io. Dahinter ist der größte Gasriese.

Die Ansicht demonstriert eindrucksvoll die Größe des riesigen Planeten. Scheinbar schwebt Io im Bild knapp über Jupiters wabernden Wolken. Doch er rast etwa 420.000 km von Jupiters Zentrum entfernt einmal in 42 Stunden seine Bahn entlang. Damit ist Io fast 350.000 km von Jupiters Wolkenoberflächen entfernt. Das entspricht ungefähr der Entfernung zwischen Erde und Mond.

Seit Juli kreist die NASA-Raumsonde Juno um Jupiter. Sie nähert sich seinen Wolkenoberflächen manchmal weniger als 5000 km.

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Drei Planeten vom Pic du Midi

Nebeneinander sind die Planeten Mars, Saturn und Jupiter abgebildet. Sie leuchten derzeit hell am Nachthimmel.

Bildcredit und Bildrechte: JL. Dauvergne, E. Kraaikamp, F. Colas / S2P / IMCCE / OMP

Habt ihr kürzlich Planeten gut gesehen? Das Bild zeigt alle drei Planeten, die jetzt hell am Nachthimmel leuchten. Sie wurden kürzlich mit dem 1-Meter-Teleskop am Observatorium auf dem Pic du Midi fotografiert. Es steht in den französischen Pyrenäen.

Mars ist fast in Opposition. Am 30. Mai erreichte er die größte Erdnähe. Derzeit bietet er die besten Fototermine der letzten 10 Jahre. Das scharfe Bild zeigt Wolken über dem Nordpol des Roten Planeten oben. Am rechten Rand stehen hohe Vulkane.

Saturn erreicht heute Nacht seine Opposition. Seine hellen Ringe und Lücken erkennt ihr deutlich auf dem Porträt, das mit Teleskop fotografiert wurde. Jupiter steht jetzt in der Abenddämmerung am höchsten. Er zeigt in dieser Szene seine Wolkenbänder, die um den ganzen Planeten verlaufen, und den Großen Roten Fleck. Nach Ankunft der solarbetriebenen Raumsonde Juno und JunoCam erwarten wir im Juli neue Nahaufnahmen des Gasriesen.

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Valles Marineris: Die große Schlucht auf dem Mars

Quer über den Mars verläuft die längste, breiteste und tiefste Schlucht des Sonnensystems, das Valles Marineris. Es wurde hier von den Viking-Sonden aufgenommen.

Bildcredit: Viking-Projekt, USGS, NASA

In den nächsten Tagen sieht Mars am Himmel der Erde gut aus – aber nicht so gut wie hier. Für diese tolle Ansicht musste ein Raumschiff den Roten Planeten besuchen. Mitten durchs Bild verläuft eine der größten Schluchten im Sonnensystem.

Das große Tal wird Valles Marineris genannt. Es ist mehr als 3000 Kilometer lang (das ist ungefähr so weit wie von Wien bis Tromsø*), ganze 600 Kilometer breit (das ist etwa die Entfernung von Wien bis Zürich*) und immerhin 8 Kilometer tief (fast so tief wie die höchsten Berge der Erde*). Zum Vergleich: Die große Schlucht der Erde in Arizona (USA) ist 800 Kilometer lang, 30 Kilometer breit und 1,8 Kilometer tief.

Wie das Valles Marineris entstand, ist nicht bekannt. Eine glaubhafte These besagt, dass es vor Milliarden Jahren als Riss begann, als der Rote Planet abkühlte. In der Schlucht wurden mehrere geologische Prozesse beobachtet. Das Mosaik entstand aus mehr als 100 Bildern des Mars. Sie wurden in den 1970er-Jahren von den Viking-Sonden aufgenommen.

Morgen erreichen Mars und Erde die größte Nähe in 11 Jahren. Dann steht der Rote Planet nach Sonnenuntergang ziemlich markant im Südosten.

*) Anm. d. Übersetzerin

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Volle Venus und Sichelmond gehen auf

Hinter den Silhouetten der Teleskope auf der Kanarischen Insel Teneriffa gehen Mond und Venus auf. Die schmale Mondsichel bedeckt dabei den Morgenstern. Von der schmalen Mondsichel sind drei Bilder zu sehen, von der Venus nur zwei.

Bildcredit und Bildrechte: A. Rosenberg, D. López (El Cielo de Canarias) / IAC

Der innere Planet Venus und ein dünner Sichelmond sind am irdischen Himmel niemals weit von der Sonne entfernt. Dieses Zeitraffer-Komposit wurde am 6. April in der Dämmerung fotografiert. Es zeigt, wie beide kurz vor der Sonne aufgehen. Die Kuppeln des Observatoriums auf dem Vulkan Teide zeichnen sich als Silhouetten in der Dämmerung ab. Sie stehen auf der Kanarischen Insel Teneriffa.

Die Aufnahmeserie entstand mit Teleobjektiv. Sie zeigt die Bedeckung der Venus durch den Mond in drei Bildern. Die Venus war auf ihrer Bahn weit von der Erde entfernt. Sie war in fast voller Phase zu 96 Prozent beleuchtet. Die schmale Mondsichel befindet sich nahe dem Perigäum. Das ist der erdnächste Punkt der Mondbahn. Nur etwa 2 Prozent der Mondscheibe sind von der Sonne beleuchtet.

Der gleißende Morgenstern ist auf den ersten beiden Bildern sichtbar und blitzt hinter dem hellen Mondrand hervor. Auf dem dritten Bild verschwindet er. Fünf Minuten der dramatischen Bedeckung in der Dämmerung sind auf diesem Zeitraffervideo (vimeo) zu 15 Sekunden komprimiert.

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Ein grüner Frühlingsblitz

Hinter einer Wolkenbank geht die Sonne auf. Am oberen Rand leuchtet ein grüner Blitz. Der Aussichtspunkt ist die Caldera auf dem Haleakala auf der Insel Maui.

Bildcredit und Bildrechte: Murray Schukar

Dieser Schnappschuss entstand am 20. März auf dem Gipfel des Haleakala auf der Insel Maui bei einem Urlaub auf der Erde. Er zeigt den ersten Sonnenaufgang im nördlichen Frühling. Die Aussicht wurde mit Teleobjektiv fotografiert. Sie reicht von der vulkanischen Caldera über ein Wolkenmeer. Am oberen Sonnenrand zeigt sich ein flüchtiger grüner Blitz.

Wenn die Sonne hinter einer fernen Wolkenbank aufgeht, können Schichten in der Atmosphäre mit stark unterschiedlichen Temperaturen zu einem farbigen Blitz führen. Die Lichtbrechung erzeugt in der Sichtlinie Mehrfachbilder der Sonne. Diese werden von den Luftschichten verzerrt. Für einen Augenblick können diese Schichten die kürzeren Wellenlängen des grünen Lichtes deutlich ablenken.

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