Der Tarantelnebel NGC 2070

Die hellen Fasern aus dickem Staub wirken, als wären sie von innen heraus beleuchtet, zum Rand hin werden sie immer dunkler. Im Hintergrund sind Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung: Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten: Hubble-Tarantel-Schatzkammer, Europäische Südsternwarte ESO

Der Tarantelnebel (NGC 2070) ist größer als tausend Lichtjahre. Er ist eine riesige Sternbildungsregion in der Großen Magellansche Wolke (GMW). Das ist eine Begleitgalaxie der Milchstraße. Sie ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt. Das kosmische Spinnentier ist die größte und stürmischste Sternbildungsregion, die wir in der ganzen Lokalen Gruppe kennen. Sie breitet sich über dieses eindrucksvolle Kompositbild aus. Das Bild entstand aus Daten, die im Weltraum und auf der Erde aufgenommen wurden.

Mitten im Tarantelnebel ist ein zentraler junger Haufen aus massereichen Sternen. Er ist als R136 katalogisiert. Aus diesem Sternhaufen strömen intensive Strahlung, Sternwinde und Stoßwellen von Supernovae. Sie liefern die Energie für das Leuchten des Nebels. Außerdem formen sie die spinnenartigen Fasern.

Um die Tarantel sind weitere Sternbildungsregionen verteilt. Sie enthalten junge Sternhaufen, Fasern und leer gefegte, blasenförmige Wolken. Rechts unten explodierte die Supernova SN 1987A. Sie war die nächstgelegene Sternexplosion der Neuzeit. Das reiche Sichtfeld liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch. Es ist zirka 1 Grad breit, das sind 2 Vollmonde nebeneinander. Wäre der Tarantelnebel näher, z. B. 1500 Lichtjahre entfernt wie der Orionnebel, würde er über den halben Himmel reichen.

Zur Originalseite

Massereiche Sterne in NGC 6357

Das Panorama zeigt einen höhlenartigen Nebel. In der Mitte liegt der Sternhaufen Pismis 24. Die leuchtenden Farben wurden mit der Hubble-Farbpalette erzielt.

Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team, BearbeitungJohannes Schedler

In NGC 6357 liegen massereiche Sterne. NGC 6357 ist ein ausgedehnter Komplex aus Emissionsnebeln beim Stachel des Sternbildes Skorpion. Er ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt. Diese Nahaufnahme von NGC 6357 wurde auf der Erde fotografiert.

In der Mitte liegt der Sternhaufen Pismis 24. Er enthält sogar einige der massereichsten Sterne der Galaxis, die wir kennen. Es sind Sterne mit fast 100 Sonnenmassen. Die helle Zentralregion im Nebel enthält Staubsäulen aus Molekülgas. Darin liegen wahrscheinlich massereiche Protosterne, die vor den neugierigen Augen optischer Instrumente verborgen bleiben.

Aus dem Nebel werden komplexe Formen gemeißelt, indem interstellare Winde und die energiereiche Strahlung der jungen, neu gebildeten massereichen Sterne das Gas und den Staub, in dem sie entstanden sind, hinausdrängen. Dabei bringen sie auch den Nebel zum Leuchten.

Das Farbkompositbild wurde im Hubble-Farbschema erstellt und mit Schmalband-Bilddaten ergänzt. Letztere betonen die höhlenartige Erscheinung des Nebels. Emissionen der Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff sind in roten, grünen und blauen Farbtönen dargestellt. Das prächtige Teleskopbild ist in der geschätzten Entfernung von NGC 6357 etwa 50 Lichtjahre breit.

Zur Originalseite

Der markante Sternhaufen R136

Rechts ist ein gleißender, dichter Sternhaufen mit blauen Sternen. Er ist in einen Nebel mit vielen Fasern eingebettet. Links daneben ist eine sehr dunkle Stelle.

Bildcredit: NASA, ESA und F. Paresce (INAF-IASF), R. O’Connell (U. Virginia) und das HST WFC3 Science Oversight Committee

Im Zentrum der Sternbildungsregion 30 Doradus liegt ein riesiger Sternhaufen. Er enthält einige der größten, heißesten und massereichsten Sterne, die wir kennen. Diese Sterne sind als Sternhaufen R136 bekannt. Sie wurden auf diesem Bild in sichtbarem Licht von der Weitwinkelkamera 3 fotografiert, die 2009 durch das Weltraumteleskop Hubble spähte.

30 Doradus ist auch als Tarantelnebel bekannt. Starke Sternwinde und ultraviolette Strahlung der heißen Haufensterne verwandelten die Gas- und Staubwolken in lang gezogene Gestalten. Der Nebel 30 Doradus liegt in einer Nachbargalaxie. Sie ist als Große Magellansche Wolke (GMW) bekannt und ungefähr 170.000 Lichtjahre entfernt.

Zur Originalseite

Die Reflexionen der 1970er

Die Reflexionsnebel NGC 1977, NGC 1975 und NGC 1973 umgeben eine dunklere Region, die an einen laufenden Mann erinnert. Sie befinden sich nördlich vom bekannten Orionnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, Universität Arizona

Die 1970er werden von Astronomen oft ignoriert, zum Beispiel diese schöne Gruppe an Reflexionsnebeln im Orion: NGC 1977, NGC 1975 und NGC 1973. Man übersieht sie meist, weil eine Sternschmiede in der Nähe so hell leuchtet. Es ist der bekannte Orionnebel.

Die Reflexionsnebel befinden sich in Orions Schwert nördlich vom hellen Orionnebel-Komplex. Sie sind mit Orions gewaltiger Molekülwolke verbunden, die etwa 1500 Lichtjahre entfernt ist. Ihre charakteristische blaue Farbe stammt von interstellarem Staub. Er reflektiert das Licht heißer junger Sterne.

Dieses scharfe Farbbild zeigt unten einen Teil des Orionnebels. Der Reflexionsnebel NGC 1977 mit dem Sternhaufen breitet sich unter der Mitte aus. NGC 1973 liegt rechts darüber, NGC 1975 links darüber. Dunkle Regionen mit blassen roten Emissionen von Wasserstoff am Rand trennen sie von NGC 1977. Die dunklen Regionen erinnern viele an einen laufenden Mann.

Zur Originalseite

Der Lagunennebel in Wasserstoff, Schwefel und Sauerstoff

Der Lagunennebel M8 leuchtet hier blau und ist von roten und braunen Staubwolken umgeben. Im Nebel glitzern die Sterne des offenen Sternhaufens NGC 6530.

Bildcredit und Bildrechte: John Nemcik

Der majestätische Lagunennebel ist mit heißem Gas gefüllt und enthält viele junge Sterne. Er ist 100 Lichtjahre groß und nur ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. Der Lagunennebel ist so groß und hell, dass man ihn ohne Teleskop im Sternbild Schütze (Sagittarius) sieht. Der offene Sternhaufen NGC 6530 mit vielen hellen Sternen entstand vor wenigen Millionen Jahren im Nebel.

Der größere Nebel ist auch als M8 und NGC 6523 bekannt. Er wird „Lagune“ genannt, weil rechts neben der Mitte des offenen Sternhaufens ein Staubband verläuft. Das Bild von M8 wurde im Licht von Wasserstoff (braun), Schwefel (rot) und Sauerstoff (blau) aufgenommen und farbverstärkt. Es ist ein überarbeitetes, zwei Vollmonddurchmesser breites Panorama. Die Sternbildung im Lagunennebel dauert an. Das belegen die vielen Globulen im Nebel.

Zur Originalseite

Nebel im Fuhrmann

Das Bild ist dicht von kleinen Sternen übersät. Hinten sind dichte, teils stark strukturierte, rot leuchtende Nebelwolken verteilt. Rechts ist der Kaulquappennebel, unten sind die Spinne und die Fliege, links oben leuchtet die Emissionsregion IC 405, der Flammensternnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Das antike Sternbild Fuhrmann (Auriga) enthält viele Sternhaufen und Nebel. Im nördlichen Winter reitet es hoch am Nachthimmel. Das detailreiche Teleskopbild entstand mit Schmal- und Breitbandfiltern. Es ist am Himmel fast 4 Grad breit. Das entspricht 8 Vollmonden nebeneinander. Es zeigt einige Schätze im Sternbild Fuhrmann.

Die Emissionsregion IC 405 links oben ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Die roten, verschachtelten Wolken aus leuchtendem Wasserstoff werden auch Flammensternnebel genannt. Der heiße O-Stern AE Aurigae bringt sie zum Leuchten.

IC 410 rechts oben ist viel weiter entfernt, nämlich 12.000 Lichtjahre. Diese Sternbildungsregion ist berühmt für den eingebetteten jungen Sternhaufen NGC 1893 und kaulquappenförmige Wolken aus Staub und Gas.

Rechts unten befinden sich IC 417 und NGC 1931. Sie sind die Spinne und die Fliege. Es sind ebenfalls junge Sternhaufen, die in ihre Entstehungswolken eingebettet sind. Sie liegen weit hinter IC 405. Der Sternhaufen NGC 1907 ist unten rechts neben der Mitte platziert. Das dicht gedrängte Bildfeld in der Ebene unserer Milchstraße liegt ungefähr gegenüber vom galaktischen Zentrum.

Zur Originalseite

Im Zentrum der Spiralgalaxie NGC 3521

Um ein helles Galaxienzentrum wirbeln wild strukturierte Spiralarme voller Dunkelnebel und fleckiger blauer Sternhaufen.

Bildcredit: ESA/Hubble, NASA und S. Smartt (Queen’s University Belfast); Danksagung: Robert Gendler

Diese riesige, wirbelnde Masse aus Sternen, Gas und Staub liegt mitten in einer nahen Spiralgalaxie. Die prächtige Spirale NGC 3521 ist etwa 35 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im Sternbild Löwe. Das dramatische Bild entstand aus Daten des Weltraumteleskops Hubble. Darauf ist die etwa 50.000 Lichtjahre breite Zentralregion dargestellt.

Die Nahaufnahme zeigt die typischen vielfältigen, fleckigen, unregelmäßigen Spiralarme in der Galaxie. Sie sind von Staub und Haufen aus jungen, blauen Sternen gesäumt. Viele andere Spiralgalaxien zeigen gewaltige, ausladende Arme. Die Galaxie NGC 3521 ist am Himmel der Erde relativ hell. Man sieht sie gut mit einem kleinen Teleskop. Doch Amateurfotografinnen* übersehen sie oft neben den anderen Spiralgalaxien im Löwen wie M65 und M66.

Zur Originalseite

Die Kaulquappen von of IC 410

Die magentafarben leuchtende Staubwolke im Bild erinnert an einen Tümpel, in dem rechts unten zwei Kaulquappen schwimmen, die etwas heller leuchten als der Hintergrund. Rechts und in der Mitte sind helle Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Steven Coates

Diese Nahaufnahme wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Sie zeigt den an sich blassen Emissionsnebel IC 410. Rechts unten schwimmen zwei Bewohner des kosmischen Teichs, sie bestehen aus Gas und Staub. Es sind die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel ist teilweise von Staub verdeckt, der sich im Vordergrund befindet. Er umgibt den jungen galaktischen Sternhaufen NGC 1893.

Die sehr heißen, hellen Haufensterne entstanden vor etwa vier Millionen Jahren in der interstellaren Wolke. Sie bringen das Gas zum Leuchten. Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlem Gas und Staub. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang. Wahrscheinlich findet darin fortschreitende Sternbildung statt. Ihre Köpfe wurden von den Winden und der Strahlung der Haufensterne geformt. Sie haben helle Ränder aus ionisiertem Gas. Ihre Schweife laufen von der Zentralregion fort.

IC 410 ist etwa 10.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im nebelreichen Sternbild Fuhrmann.

Zur Originalseite