Im Zentrum des Tarantelnebels

Wild verschlungene Staubfasern füllen das Sichtfeld. In der Mitte leuchten sie hell, weiter außen sind sie rötlich gefärbt. Außen sind teilweise Sterne sichtbar.

Bildcredit: ESA, NASA, Hubble, ESO; Bearbeitung: Danny LaCrue

Im Tarantelnebel gibt es riesige Blasen aus angeregtem Gas, lange Fasern aus dunklem Staub und ungewöhnlich massereiche Sterne. Mitten im Nebel leuchtet ein Knoten aus Sternen. Er ist so dicht, dass man ihn früher für einen einzigen Stern hielt. Dieser Sternhaufen wird heute als R136 oder NGC 2070 bezeichnet. Er liegt über der Mitte dieses Bildes und enthält viele heiße junge Sterne. Ihr energiereiches Licht ionisiert laufend das Gas im Nebel. Zugleich höhlt ihr starker Teilchenwind Blasen aus und formt verschlungene Fasern.

Dieses Bild ist charakteristisch eingefärbt. Es entstand aus Bildern des Weltraumteleskops Hubble* und des New Technology Telescope NTT der ESO in Chile, die digital kombiniert wurden. Es zeigt viele Details im turbulenten Zentrum des Nebels in der Großen Magellanschen Wolke GMW. Der Tarantelnebel wird auch 30 Doradus genannt. Er ist eine der größten Sternbildungsregionen, die wir kennen. Alle paar Millionen Jahre kam es phasenweise darin zu ungewöhnlich starker Sternbildung.

*Das Weltraumteleskop Hubble ist ein gemeinsames Projekt von NASA und ESA.

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Mond in den Hyaden

Vom Mond sieht man sowohl die nach unten zeigende Sichel als auch seine Nachtseite, die von der Erde beschienen wird. Dahinter sind die Sterne der Hyaden.

Bildcredit und Bildrechte: Jerry Lodriguss (Catching the Light)

Habt ihr kürzlich den Mond gesehen? Am 18. April wanderte seine zunehmende Sichel, die von der Sonne beleuchtet war, am Nachthimmel vor den Sternen der Hyaden vorbei. Dieses Telefoto zeigt die ganze Mondkugel und dahinter den nahen Sternhaufen. Er ist v-förmig und am hellen Stern Aldebaran verankert.

Das faszinierende Himmelsbild entstand aus einer Serie an Bildern, die unterschiedlich belichtet und digital kombiniert wurden. Am kürzesten wurde ein Bild mit 1/60stel Sekunde belichtet. Es zeigt scharfe Details der hellen Mondsichel. Länger belichtete Aufnahmen mit bis zu 15 Sekunden Belichtungszeit zeigen die blasseren Sterne dahinter und den Erdschein. Das ist die Nachtseite des Mondes, die von der Erde beschienen wird. Man sieht sie mit bloßem Auge.

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Blick auf NGC 3344

Eine Spiralgalaxie füllt das Bild. Innen schimmern gelbliche Sterne, in den Spiralarmen liegen viele Sternhaufen und Regionen mit Sternbildung.

Bildcredit: ESA / Hubble und NASA

An unserem Aussichtspunkt in der Milchstraße sehen wir NGC 3344 von oben. Die große, schöne Spiralgalaxie ist fast 40.000 Lichtjahre groß. Sie ist nur 20 Millionen Lichtjahre entfernt und steht im Sternbild Kleiner Löwe.

Die mehrfarbige Nahaufnahme stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Sie wurde in Wellenlängen von nahem Infrarot bis Ultraviolett aufgenommen. In NGC 3344 sind erstaunliche Details erkennbar. Das Bild zeigt etwa 15.000 Lichtjahre der Zentralregion der Spirale. Vom Kern nach außen wechseln die Farben der Galaxie. Das gelbliche Licht alter Sterne färbt das Zentrum. An den losen, bruchstückhaften Spiralarme sind junge, blaue Sternhaufen und rötliche Sternbildungsregionen angeordnet. Die hellen, gezackten Sterne sind natürlich näher als NGC 3344. Sie liegen weit in unserer Milchstraße.

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NGC 3324, der Gabriela-Mistral-Nebel in Carina

Die helle Emissionsregion in der Mitte leuchtet blau, sie ist von einem Staubwall umgeben. Mit diesem Rand bekommt sie das Aussehen der chilenischen Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Sternwinde und die Strahlung junger heißer Sterne brachten diese helle kosmische Wolke in Form. Die Sterne im offenen Haufen NGC 3324 liegen vor einer taschenförmigen Region aus leuchtendem atomarem Gas, in der Sterne entstehen. Staubwolken zeichnen sich als Schemen ab. Die Region ist ungefähr 35 Lichtjahre breit und 7500 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im nebelreichen südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina).

Das Bild entstand aus Aufnahmen mit Teleskop und Schmalbandfiltern. Die Filter waren durchlässig für die typischen Wellenlängen ionisierter Atome von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Einzelbilder sind in roten, grünen und blauen Farbtönen kartiert. Das sind die Farben der beliebten Farbpalette von Hubble.

In der himmlischen Landschaft leuchten helle Nebelwolken. Rechts sind sie von kühlem, undurchsichtigem Staub begrenzt. Manche erkennen hier das Gesicht einer bekannten Person im Profil. Daher heißt die Region Gabriela-Mistral-Nebel. Gabriela Mistral ist eine chilenische Dichterin und Nobelpreisträgerin.

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Hinweis: Der Text wurde nachträglich gegendert

NGC 602 und seine Umgebung

Wie kleine Juwelen auf einem Samttuch glitzern die Sterne des offenen Sternhaufens NGC 602 mitten im Bild. Sie sind von einer Nebelwolke umgeben, die von den Sternen zurückgedrängt wurde.

Bildcredit: Röntgen – Chandra: NASA/CXC/Univ.Potsdam/L.Oskinova et al; Optisch – Hubble: NASA/STScI; Infrarot – Spitzer: NASA/JPL-Caltech

Der Sternhaufen NGC 602 ist 5 Millionen Jahre jung. Er liegt am Rande der Kleinen Magellanschen Wolke, das ist Begleitgalaxie der Milchstraße, die etwa 200.000 Lichtjahre entfernt ist. Dieses faszinierende Hubblebild der Region wurde durch Bilder in Röntgenlicht von Chandra sowie Infrarot von Spitzer erweitert. Darauf liegt NGC 602 inmitten von Staub und Gas, in dem er entstand.

Die fantastischen Ränder und zurückgefegten Formen sind starke Hinweise, dass die energiereiche Strahlung und die Stoßwellen der massereichen jungen Sterne in NGC 602 die staubige Materie erodiert haben. Dabei lösten sie eine fortschreitende Sternbildung aus, die vom Haufenzentrum auswärts wandert.

Das Bild ist in der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke ungefähr 200 Lichtjahre breit. Diese scharfe, vielfarbige Ansicht zeigt auch ein reizendes Sortiment an Galaxien im Hintergrund. Sie liegen Hunderte Millionen Lichtjahre oder mehr hinter NGC 602.

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Die Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra ist grünlich und mit goldenen Symbolen verziert. Man erkennt einen Kreis und eine Sichel, die wahrscheinlich beide den Mond darstellen. Oben sind mehrere Sterne, vielleicht die Plejaden. Auf der ganzen Scheibe sind goldene Punkte verteilt, vermutlich sind es Sterne. Unten ist ein Bogen, vielleicht eine Sonnenbarke. Links und rechts sind Bögen (der linke ging verloren), die vermutlich der Winkelmessung dienten.

Bildcredit: Dbachmann, Wikipedia

Das ist vermutlich die älteste bekannte Darstellung des Nachthimmels. Doch was zeigt sie, und warum wurde sie geschaffen? 1999 fanden Schatzsucher die Himmelsscheibe in der Nähe von Nebra in Deutschland mit einem Metalldetektor. Sie lag zwischen mehreren Waffen aus der Bronzezeit. Das urzeitliche Artefakt ist zirka 30 Zentimeter groß. Es wurde der Aunjetitzer Kultur zugeordnet, die 1600 v. Chr. Teile von Europa bewohnte.

Die Punkte Sterne sind wahrscheinlich Sterne, und der Sternhaufen stellt wohl die Plejaden dar. Der große Kreis und die Sichel symbolisieren nach aktueller Auffassung den Mond. Der Zweck der Scheibe bleibt unbekannt. Einige Hypothesen vermuten eine astronomische Uhr, ein Kunstwerk oder ein religiöses Symbol. Ihr Wert liegt bei 8,9 Millionen Euro. Manche glauben, die Himmelsscheibe von Nebra wäre nur eine von zweien, und die zweite warte noch auf ihre Entdeckung.*

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*Dafür gibt es keine Belege; Anm. d. Übersetzerin

Im Herzen des Herznebels

Durch eine dunkelrot leuchtende Höhlung sieht man auf blau leuchtende Nebel. Die Öffnung ist herzförmig.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Erickson

Was ist da im Herznebel? Der große Emissionsnebel mit der Bezeichnung IC 1805 sieht wie ein menschliches Herz aus. Seine Form passt vielleicht zum Valentinstag. Dieses Herz leuchtet in hellem rotem Licht, das von seinem häufigsten Element abgestrahlt wird: Wasserstoff.

Für das rote Leuchten und den Umriss sorgt eine kleine Sterngruppe nahe dem Zentrum des Nebels. Mitten im Herznebel liegen die jungen Sterne des offenen Haufens Melotte 15. Mit ihrem energiereichen Licht und ihren Sternwinden tragen sie mehrere pittoreske Staubsäulen ab.

Der offene Sternhaufen enthält einige helle Sterne mit der fast 50-fachen Masse der Sonne. Viele weitere blasse Sterne haben weniger als eine Sonnenmasse. Schließlich fehlt ein Mikroquasar. Er wurde vor Millionen Jahren ausgestoßen. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er steht im Sternbild Kassiopeia, der mythologischen Königin von Aithiopia.

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Blauer Komet trifft blaue Sterne

Rechts ist der Sternhaufen der Plejaden von blau leuchtenden Staubwolken umgeben, links ist der Komet C/2016 R2 (PanSTARRS), dessen Schweif dieselbe Farbe hat. Doch der Komet zieht nicht zum Sternhaufen, sondern nach oben.

Bildcredit und Bildrechte: Tom Masterson (Transient Astronomer)

Was zieht da zum Sternhaufen der Plejaden? Es ist der Komet C/2016 R2 (PanSTARRS). Doch die Erscheinung täuscht. Der berühmte Sternhaufen der Plejaden, der rechts im markant blauen Licht massereicher junger Sterne leuchtet, liegt weit dahinter.

Links ist Komet PanSTARRS, der das innere Sonnensystem besucht. Er ist ein taumelnder Eisblock aus dem äußeren Sonnensystem und präsentiert gerade einen langen Ionenschweif in markant blauem Licht. Seine Farbe entsteht durch einen ungewöhnlich hohen Anteil an ionisiertem Kohlenmonoxid.

Komet PanSTARRS wandert im Bild nach oben. Sein Ionenschweif zeigt von der Sonne weg. Ein komplexer Sonnenwind aus Teilchen, die aus von der Sonne ausströmen, treibt ihn in diese Richtung. Der Komet ist mit einem kleinen Teleskop zu sehen. Während er sich von der Erde entfernt, wird er für uns blasser. Das Perihel – das ist die größte Annäherung an die Sonne – erreicht er Anfang Mai.

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