NGC 602 und jenseits davon

Im Bild sind einige Sternballungen, die an Juwelen erinnern. Dahinter leuchtet ein blaugrauer Nebel mit braunen, komprimierten Rändern.

Credit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI / AURA) – ESA/Hubble-Arbeitsgruppe

Beschreibung: Am äußeren Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer Begleitgalaxie unserer Milchstraße, die etwa 200.000 Lichtjahre entfernt ist, liegt der 5 Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602. Dieses tolle Hubblebild zeigt ihn in seiner Region, umgeben von Gas und Staub. Dichte Ränder und zurückgefegte Formen lassen vermuten, dass die energiereiche Strahlung und Stoßwellen von den massereichen jungen Sternen in NGC 602 den Staub wegerodiert und Sternbildung ausgelöst haben, die von der Mitte des Sternhaufens ausging.

In der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke umfasst das Bild zirka 200 Lichtjahre. Auf diesem scharfen Hubblebild ist im Hintergrund auch eine interessante Auswahl an Galaxien zu sehen. Diese Galaxien sind Hunderte Millionen Lichtjahre weiter entfernt als NGC 602.

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Der magellansche Strom

Hier ist der ganze Himmel in Radiowellenlängen abgebildet. Waagrecht verläuft die Milchstraße, einige rosarote Flecken sowie eine lange rosarote Struktur liegen außerhalb bei den Magellanschen Wolken.

Credit: David L. Nidever et al, NRAO/AUI/NSF und A. Mellinger, LAB Survey, Parkes Obs., Westerbork Obs., Arecibo Obs.

Beschreibung: Über den Himmel verläuft ein ungewöhnlicher Strom aus Gas zu den majestätischen Magellanschen Wolken: der Magellan-Strom. Der Ursprung des Gases ist unbekannt, er liefert aber wahrscheinlich einen Hinweis auf den Ursprung und das Schicksal der berühmtesten Begleitgalaxien unserer Milchstraße: der Großen und der Kleinen Magellanschen Wolke. Bis vor kurzem gab es hauptsächlich zwei Entstehungsthesen: dass der Strom durch Gas erzeugt wurde, das aus diesen Galaxien herausgerissen wurde, als sie durch den Halo unserer Milchstraße hindurchwanderten, oder dass der Strom durch die unterschiedlichen Gezeitenkräfte der Milchstraße entstand. Kürzlich zeigten Weitwinkel-Radiobilder, darunter jene des Byrd-Green-Bank-Teleskops, dass der Magellansche Strom länger und älter ist als zuvor angenommen wurde – er ist vielleicht 2,5 Milliarden Jahre alt. Diese Beobachtungen stützen einen dritten möglichen Ursprung des Stroms: dass die Große und die Kleine Magellansche Wolke einst so nahe aneinander vorbeiwanderten, dass durch die Gravitation entstehende Gezeiten einen Ausbruch an Sternentstehung auslösten, der den Strom verließ. Oben sind die Radioemissionen des Magellanschen Stroms in Falschfarben-Pink abgebildet. Sie wurden digital über ein kürzlich fertiggestelltes Bild des gesamten Himmels im sichtbaren Licht gelegt und erstrecken sich über den Himmel und enden unten rechts bei den beiden Magellanschen Galaxien.

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Der Schweif der Kleinen Magellanschen Wolke

Rechts ist eine unregelmäßige Galaxie abgebildet, nach rechts hin breitet sich ein dünner Schleier aus Sternen aus.

Credit: NASA / JPL-Caltech / STScI

Beschreibung: Eine Satellitengalaxie unserer Milchstraße, die Kleine Magellansche Wolke, ist ein Wunder des Südhimmels, benannt nach Ferdinand Magellan, dem portugiesischen Weltumsegler des 16. Jahrhunderts. Sterne, Gas und Staub der kleinen irregulären Galaxie, die sich etwa 200.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Tukan befindet, liegen im Balken und dem ausgedehnten Flügel und sind auf Bildern von optischen Teleskopen häufig zu finden. Doch die Galaxie hat auch einen Schweif. Dieser Schweif wird auf diesem Falschfarben-Infrarotmosaik des Spitzer-Weltraumteleskops auskundschaftet und erstreckt sich vom vertrauteren Balken und Flügel aus nach rechts. Er wurde wahrscheinlich durch Gravitations-Gezeiten aus der Galaxie herausgerissen und enthält hauptsächlich Gas, Staub und neu gebildete Sterne. Zwei Haufen junger Sterne, welche die sie umgebenden Staubwolken ihrer Geburt erwärmen, sind im Schweif als rote Flecken zu sehen.

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Laserangriff auf das galaktische Zentrum

Zwischen zwei Teleskoptürmen steigt die Milchstraße mit markanten Staubwolken auf, vom linken Teleskop leuchtet ein Laserstrahl in die Sternwolken.

Credit: Yuri Beletsky (ESO)

Warum schießt hier ein heller Laserstrahl zum Zentrum der Galaxis? Zum Glück ist es nicht der erste Schritt zu einem galaktischen Krieg. Vielmehr messen Astronomys am Very Large Telescope (VLT) in Chile die Unruhe der Erdatmosphäre, die sich ständig verändert.

Der Laser regt Atome in großer Höhe an. Dabei entsteht ein künstlicher Stern. Die Abbildungen der angeregten Atome ändern sich mit der Luftunruhe. So kann man die Unschärfe der Atmosphäre sofort messen. Mit dieser Information wird der beobachtende Teleskopspiegel am VLT leicht deformiert und gleicht die Unschärfe aus. Hier beobachtete das VLT das Zentrum der Galaxis. Daher wurde die atmosphärische Unschärfe in diese Richtung vermessen.

Was die intergalaktische Kriegsführung betrifft, sind im Zentrum unserer Galaxis keine Opfer zu erwarten. Das Licht dieses mächtigen Lasers erscheint dort – zusammen mit dem Licht unserer Sonne (!) – nur wie ein blasser ferner Stern.

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Seepferdchen in der Großen Magellanschen Wolke

Vor einem leuchtend türkisen Hintergrund zeichnen sich Dunkelwolken ab, eine davon erinnert an ein Seepferdchen.

Credit: NASA, ESA und Mario Livio (STScI)

Mache erkennen hier ein großes Ungeheuer im Weltraum. Doch es ist viel größer als ein Monster. Anderen erscheint es wie ein grasendes Seepferdchen. Aber das dunkle Objekt rechts ist eigentlich eine leblose Säule aus rauchartigem Staub. Sie ist etwa 20 Lichtjahre lang.

Die seltsame Staubform liegt in der benachbarten Großen Magellanschen Wolke in einer Sternbildungsregion neben dem Tarantelnebel. Der energiereiche Nebel erzeugt einen Sternhaufen. Er wird als NGC 2074 bezeichnet. Sein Zentrum liegt beim Hals des Seepferdchens.

Dieses Bild in zugewiesenen Farben entstand letztes Jahr mit der WFPC2 zu Ehren von Hubbles 100.000. Umlauf um die Erde. Die Weitwinkel-Planetenkamera 2 befand sich an Bord des Weltraumteleskops Hubble. Im Haufen entstehen junge Sterne, deren Licht und Winde gleichzeitig im Lauf der nächsten Millionen Jahre langsam die Staubsäulen erodieren.

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Die Große Magellansche Wolke

Die Große Magellansche Wolke ist bildfüllend abgebildet, in der Mitte verläuft diagonal eine helle balkenähnliche Sternansammlung, in der Galaxie sind rosarote Sternbildungsregionen verteilt.

Credit und Bildrechte: Robert Gendler

Beschreibung: Der portugisische Seefahrer Ferdinand Magellan aus dem 16. Jh und seine Besatzung hatten reichlich Zeit um während der ersten Weltumsegelung den südlichen Himmel zu studieren. Ein Ergebnis davon ist, dass zwei verschwommene wolkenartige Objekte, die mittlerweile als Satellitengalaxien unserer viel größeren Milchstraßen-Spiralgalaxie verstanden werden und für Himmelsbeobachter der Südhalbkugel leicht zu sehen sind, als die Magellanschen Wolken bekannt sind. Die Große Magellansche Wolke (LMC) mit einer Entfernung von etwa 160.000 Lichtjahren im Sternbild Schwertfisch (Dorado) ist hier auf einem bemerkenswert deiailreichen Mosaikbild aus 10 Einzelaufnahmen zu sehen. Sie ist die massereichste Satellitengalaxie unserer Milchstraße, erstreckt sich über etwa 30.000 Lichtjahre und ist der Schauplatz der nächstgelegenen Supernova in jüngster Zeit, SN 1987a. Der markante rötliche Knoten unten ist 30 Doradus (auch Tarantelnebel), ein riesiges Sternbildungsgebiet in der Großen Magellanschen Wolke. Um die Supernova zwischen den zahllosen Sternhaufen und Nebeln der LMC zu finden, betrachten Sie einfach diese gut beschriftete Ansicht.

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Das kosmische Netz des Tarantelnebels

In Sterne eingebettet ist ein blau gefaserter Nebel, der an eine komplexe Blume erinnert.

Credit und Bildrechte: Joseph Brimacombe

30 Doradus war ursprünglich als Stern katalogisiert. Doch es ist eine riesige Region in der nahen Großen Magellanschen Wolke (GMW), in der Sterne entstehen. Die spinnwebenartige Erscheinung der Region sorgte für den gängigen Namen Tarantelnebel. Bloß ist diese Tarantel etwa 1000 Lichtjahre groß und 180.000 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im südlichen Sternbild Schwertfisch.

Die Sternschmiede in nächster Nähe der Erde ist der Orionnebel, er ist 1500 Lichtjahre entfernt. Wäre der Tarantelnebel an der Position des Orionnebels, würde er etwa 30 Grad am Himmel abdecken, das sind 60 Vollmonde nebeneinander.

Die spindeldürren Arme des Tarantelnebels umgeben den Sternhaufen NGC 2070. Er enthält einige der hellsten und massereichsten Sterne, die wir kennen. Dieses Bild wurde nach wissenschaftlichen Kriterien gefärbt. Es zeigt faszinierende Details im Nebel. Die kosmische Tarantel war auch der Schauplatz der am nächsten gelegenen Supernova in der jüngsten Vergangenheit.

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NGC 602 und mehr

Ein bläulicher Nebel ist von einem beigefarbenen Rand umgeben, im Inneren leuchtet ein Sternhaufen.

Credit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI / AURA) – ESA/Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung: Beim äußeren Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer 200.000 Lichtjahre entfernten Satellitengalaxie, liegt der fünf Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602. Der Haufen ist auf dieser prachtvollen Hubble-Aufnahme der Region von Gas und Staub umgeben. Fantastische Grate und zurückgegefegte Ränder lassen vermuten, dass energiereiche Strahlung und Stoßwellen der jungen, massereichen Sterne in NGC 602 das staubhaltige Material erodiert und eine eine vom Zentrum des Haufens ausgehende Abfolge von Sternbildung ausgelöst haben.

Das Bild ist in der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke etwa 200 Lichtjahre breit. Im Hintergrund dieser gestochen scharfen Hubble-Ansicht ist auch eine interessante Auswahl an Galaxien zu sehen. Diese sind Hunderte Millionen Lichtjahre weiter entfernt als NGC 602.

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