Eine hohe Klippe auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko

Klippe auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, fotografiert von der Raumsonde Rosetta.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Raumsonde Rosetta, NAVCAM; Weitere Bearbeitung: Stuart Atkinson

Beschreibung: Diese hohe Klippe befindet sich weder auf einem Planeten noch auf einem Mond, sondern auf einem Kometen. Die Klippe ist Teil des dunklen Kerns des Kometen, sie wurde von Rosetta entdeckt, einer von der ESA gestarteten Roboter-Raumsonde, die 2014 ein Rendezvous mit dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (TG) im Sonnenorbit hatte.

Diese zerklüftete Klippe wurde 2014 von Rosetta fotografiert. Obwohl sie etwa einen Kilometer hoch aufragt, wäre es wegen der geringen Oberflächengravitation des Kometen TG wahrscheinlich leicht möglich hinaufzuklettern, und man könnte wohl sogar einen Sprung von der Klippe überleben. Am Fuß der Klippe ist relativ glattes Gelände, das von bis zu 20 Meter großen Felsen übersät ist.

Die Daten von Rosetta lassen vermuten, dass das Eis des Kometen TG einen deutlich anderen Deuteriumanteil hat als das Wasser in den Ozeanen der Erde – und daher wahrscheinlich einen anderen Ursprung. 2016 endete Rosettas Mission mit einem kontrollierten Aufschlag auf dem Kometen TG. Soeben vollendete Komet TG eine weitere enge Annäherung an die Erde, noch ist er mit einem kleinen Teleskop weiterhin sichtbar.

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Gestatten: Komet Leonard

Komet C/2021 A1 (Leonard) mit Schweif und Koma über dem June Lake im Osten der Sierra Nevada in Kalifornien (USA).

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Beschreibung: Hier kommt Komet Leonard.

Komet C/2021 A1 (Leonard) wurde im Januar 2021 als blasser Fleck entdeckt, als er sich noch außerhalb der Marsbahn befand – doch seine Bahn bringt den riesigen zerfallenden Schneeball ins innere Sonnensystem. Er zieht im Dezember nahe an Erde und Venus vorbei, ehe er Anfang Januar 2022 um die Sonne wandert. Kometen sind bekanntermaßen schwierig einzuschätzen, doch manche prognostizieren für Komet Leonard eine Aufhellung, sodass er im Dezember mit freiem Auge sichtbar wird.

Komet Leonard wurde vor etwas mehr als einer Woche fotografiert, als er bereits eine grünliche Koma und einen ausgedehnten Staubschweif besaß. Dieses Bild entstand aus 62 Bildern, die mit einem mittleren Teleskop fotografiert wurden – eine Aufnahmeserie folgt dem Kometen, eine andere Serie den Hintergrundsternen. Die Einzelbilder wurden am dunklen Himmel in der Nähe des June Lake im Osten der Sierra Nevada in Kalifornien (USA) fotografiert. Bald nachdem der Komet Mitte Dezember an der Erde vorbeizieht, wechselt er vom nördlichen zum südlichen Himmel.

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Rosettas Komet in den Zwillingen

Komet Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der von der Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae erforscht wurde.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (Projekt CARA, CAST)

Beschreibung: Dieses Teleskopbild vom 7. November  zeigt den periodischen Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der auf seinem 6,4 Jahre dauernden Umlauf zurückkehrt. Der Staubschweif des Kometen zieht vor den Hintergrundsternen im Sternbild Zwillinge vorbei, er reicht rechts oben bis zu Ypsilon Geminorum. Beta Geminorum, auch als Pollux bekannt, ist der hellste Stern in den Zwillingen, er leuchtet links oben knapp außerhalb Bildrandes.

Tschurjumow-Gerassimenko erreichte am 2. November 2021 sein Perihel, das ist die größte Annäherung an die Sonne. Im Perigäum, der größten Annäherung an den Planeten Erde am 12. November, war dieser Komet etwa 0,42 Astronomische Einheiten entfernt, trotzdem war er zu blass, um ihn mit bloßem Auge zu sehen.

Der gut erforschte Komet wurde bei seiner letzten Reise durch das innere Sonnensystem von Robotern vom Planeten Erde erforscht. Er ist nun die letzte Raststätte der historischen Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae.

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Komet und Krebs

Sternenfeld im Sternbild Stier mit Messier 1, dem Krebsnebel, und dem Kometen 67P Tschurjumow-Gerassimenko.

Bildcredit und Bildrechte: Jose Mtanous

Beschreibung: Dieses hübsche Sichtfeld umfasst am Himmel mehr als 2 Grad oder 4 Vollmonde, gefüllt mit Sternen des Sternbilds Stier. Rechts über der Mitte dieses Bildes erkennt ihr die verschwommene, blasse rötliche Erscheinung von Messier 1 (M1), der auch als Krebsnebel bekannt ist. M1 ist das erste Objekt im berühmten Katalog des Kometenjägers Charles Messier aus 18. Jahrhundert, in dem Dinge gelistet sind, die eindeutig keine Kometen sind.

Auf diesem Bild, das aus Daten vom 11. Oktober entstand, befindet sich jedoch ein Komet. Links unter der Mitte leuchten die blasse, grünliche Koma und der staubige Schweif des periodischen Kometen 67P Tschurjumow-Gerassimenko, auch bekannt als Rosettas Komet. Im 21. Jahrhundert wurde er die erste Station von Robotern vom Planeten Erde.

Rosettas Komet kehrt nun ins innere Sonnensystem zurück zu seinem nächsten Perihel – der größten Annäherung an die Sonne, die er am 2. November erreicht. Der Komet ist zu blass für das bloße Auge, sein nächstes Perigäum – die größte Annäherung an die Erde – findet am 12. November statt.

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Rosettas Komet im Visier

Komet Tschurjumow-Gerassimenko im Sternbild Stier.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (Projekt CARA, CAST)

Beschreibung: Der blasse Komet Tschurjumow-Gerassimenko (67P) zieht auf dieser Teleskopansicht vom 7. September vor dem Hintergrund der Sterne und schwachen, fernen Galaxien im Sternbild Stier vorbei. Vor etwa 5 Jahren wurde der 4 Kilometer lange, zweilappige Kern des Kometen nach Abschluss der historischen Kometen-Mission Rosetta zur letzten Ruhestätte von Robotern vom Planeten Erde.

Tschurjumow-Gerassimenko wanderte über die Jupiterbahn hinaus und erreicht am 2. November auf seiner periodischen 6,4-jährigen Bahn sein nächstes Perihel – das ist die größte Annäherung an die Sonne. Am 12. November erreicht der Komet sein Perigäum, das ist die größte Annäherung an die Erde. Er ist dann ungefähr 0,42 Astronomische Einheiten von der Erde entfernt. Trotzdem braucht ihr ein Teleskop, um ihn zu sehen, sogar während seiner größten Helligkeit, die er voraussichtlich Ende November und im Dezember erreicht.

Am 7. September war Rosettas Komet zirka 0,65 Astronomische Einheiten von unserem hübschen Planeten entfernt, das sind etwa 5,4 Lichtminuten.

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Erinnerung an NEOWISE

Komet NEOWISE war 2020 im Norden beim Großen Wagen zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horalek / Institut für Physik Opava

Beschreibung: Erinnert ihr euch an letzten Juli? Unter den Sternen des Großen Wagens war der Komet NEOWISE am Abendhimmel zu sehen. Nach Sonnenuntergang konnte man auf der Nordhalbkugel den Kometen, der mit bloßem Auge sichtbar war, über dem nordwestlichen Horizont unter dem Kasten des berühmten Himmelswagens suchen.

Der Komet wirkte wie ein diffuser „Stern“ mit Schweif, vielleicht nicht so lang wie auf dieser unvergesslichen Himmelsansicht vom 23. Juli 2020 aus der Tschechischen Republik, die etwa zur größten Annäherung des Kometen an den Planeten Erde fotografiert wurde. Fotos des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) zeigen häufig den breiten Staubschweif und den blassen, aber getrennten bläulichen Ionenschweif des Kometen, der weiter reichte, als man mit bloßem Auge sehen konnte. Weltweit waren Himmelsbeobachterinnen begeistert vom Kometen NEOWISE, dem Überraschungsbesucher aus dem äußeren Sonnensystem.

Prächtige Bilder des Kometen NEOWISE 2020: 31., 30., 29., 28., 27., 26., 25. und 24. Juli

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Komet, Walfisch und Hockeyschläger

Der Komet ATLAS (C/2020 R4) teilt sich dieses hübsche Teleskopsichtfeld in den Jagdhunden mit den Galaxien NGC 4631 und NGC 4656/7.

Bildcredit und Bildrechte: Grand Mesa Observatory, Terry Hancock / Tom Masterson

Beschreibung: Der Komet ATLAS (C/2020 R4) erreichte am 1. März die größte Annäherung an die Sonne und kam am 23. April der Erde am nächsten. Auf diesem hübschen Teleskopsichtfeld zeigt er eine blasse grünliche Koma und einen kurzen Schweif. Der Komet wurde hier an seiner Position vom 5. Mai fotografiert, damals befand er sich innerhalb der Grenzen des nördlichen Sternbildes Jagdhunde (Canes Venatici) und nahe der Sichtlinie zu zwei faszinierenden Hintergrundgalaxien, die landläufig Wal und Hockeyschläger genannt werden.

NGC 4631 erinnert an einen Wal, ist aber eine Spiralgalaxie von der Größe der Milchstraße. Sie ist etwa 25 Millionen Lichtjahre entfernt, ihr seht sie rechts oben von der Seite. NGC 4656/7 links unter NGC 4631 hat die Form eines geknickten Stabs wie viele wechselwirkende Galaxien. Die Verzerrungen und verwischten Spuren aus Gas, die in anderen Wellenlängen aufgespürt wurden, lassen vermuten, dass der kosmische Wal und der Hockeyschläger einander in ferner Vergangenheit nahe kamen.

Der Komet ATLAS ist nur etwa 7 Lichtminuten von der Erde entfernt und auf der Abreise. In weniger als 1000 Jahren sollte er das innere Sonnensystem wieder besuchen.

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Drei Schweife des Kometen NEOWISE

Die Schweife des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) mit dem schmalen rötlichen Natrium-Schweif.

Bildcredit und Bildrechte: Nicolas Lefaudeux

Der Komet C/2020 F3 (NEOWISE) hat einen ungewöhnlich roten Schweif. Wie entstand er? Durch Natrium. Komet NEOWISE war im Sommer 2020 ein spektakulärer Anblick. Er hatte zeitweise mehr als nur einen überraschend gestreiften weißen Staubschweif und einen hübsch gefleckten blauen Ionenschweif. Einige Bilder mit großem Farbumfang zeigten einen ungewöhnlichen roten Schweif. Man untersuchte ihn. Dabei zeigte sich, dass die Farbe dieses dritten Schweifs großteils von Natrium stammt.

Als der Kern des Kometen NEOWISE wärmer wurde, setzte er vielleicht Anfang Juli durch das helle Sonnenlicht Gas mit vielen Natriumatomen frei. Sie wurden von ultraviolettem Sonnenlicht elektrisch geladen, und der Sonnenwind trieb sie hinaus.

Dieses Bild in Echtfarben entstand Mitte Juli in der französischen Bretagne. Gelegentlich beobachtet man Kometenschweife aus Natrium. Sie sind aber selten. Dieser hier verschwand Ende Juli. Komet C/2020 F3 (NEOWISE) ist inzwischen verblasst. Er verlor all seine hellen Schweife und erreicht derzeit die Jupiterbahn, während er sich ins äußere Sonnensystem zurückzieht. In ungefähr 7000 Jahren kehrt er zurück.

Astrophysik: +2400 Codes in der Astrophysics Source Code Library (ASCL)

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