Komet Leonard und die Walgalaxie

Komet Leonard (C/2021 A1) zwischen den Galaxien NGC 4631 (Walgalaxie) und NGC 4656 (Hockeyschläger) in den Jagdhunden.

Bildcredit und Bildrechte: Gregg Ruppel

Beschreibung: Dieses Teleskop-Kompositbild vom 24. November zeigt den Kometen Leonard (C/2021 A1), der in der Dämmerung über den nördlichen Himmel zieht, zwischen zwei Galaxien. Der Komet ist von einer grünlichen Koma umgeben, sein Staubschweif bohrt sich scheinbar ins Herz von NGC 4631 (oben), die auch als Walgalaxie bekannt ist. Natürlich sind NGC 4631 und NGC 4656 (unten, auch Hockeyschläger genannt) Galaxien im Hintergrund, die etwa 25 Millionen Lichtjahre entfernt sind.

An diesem Tag war der Komet ungefähr 6 Lichtminuten von unserem hübschen Planeten entfernt. Seine größte Annäherung an die Erde (der Venus kommt er sogar noch näher) steht noch bevor, daher wird Komet Leonard im Dezember noch heller. Schon jetzt ist dieser Komet ein gutes Objekt für Ferngläser und kleine Teleskope. Bei seiner größten Annäherung an die Sonne am 3. Januar dreht er wahrscheinlich seine letzte Runde im inneren Sonnensystem.

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Gestatten: Komet Leonard

Komet C/2021 A1 (Leonard) mit Schweif und Koma über dem June Lake im Osten der Sierra Nevada in Kalifornien (USA).

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Beschreibung: Hier kommt Komet Leonard.

Komet C/2021 A1 (Leonard) wurde im Januar 2021 als blasser Fleck entdeckt, als er sich noch außerhalb der Marsbahn befand – doch seine Bahn bringt den riesigen zerfallenden Schneeball ins innere Sonnensystem. Er zieht im Dezember nahe an Erde und Venus vorbei, ehe er Anfang Januar 2022 um die Sonne wandert. Kometen sind bekanntermaßen schwierig einzuschätzen, doch manche prognostizieren für Komet Leonard eine Aufhellung, sodass er im Dezember mit freiem Auge sichtbar wird.

Komet Leonard wurde vor etwas mehr als einer Woche fotografiert, als er bereits eine grünliche Koma und einen ausgedehnten Staubschweif besaß. Dieses Bild entstand aus 62 Bildern, die mit einem mittleren Teleskop fotografiert wurden – eine Aufnahmeserie folgt dem Kometen, eine andere Serie den Hintergrundsternen. Die Einzelbilder wurden am dunklen Himmel in der Nähe des June Lake im Osten der Sierra Nevada in Kalifornien (USA) fotografiert. Bald nachdem der Komet Mitte Dezember an der Erde vorbeizieht, wechselt er vom nördlichen zum südlichen Himmel.

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Rosettas Komet in den Zwillingen

Komet Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der von der Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae erforscht wurde.

Bildcredit und Bildrechte: Rolando Ligustri (Projekt CARA, CAST)

Beschreibung: Dieses Teleskopbild vom 7. November  zeigt den periodischen Kometen Tschurjumow-Gerassimenko (67P), der auf seinem 6,4 Jahre dauernden Umlauf zurückkehrt. Der Staubschweif des Kometen zieht vor den Hintergrundsternen im Sternbild Zwillinge vorbei, er reicht rechts oben bis zu Ypsilon Geminorum. Beta Geminorum, auch als Pollux bekannt, ist der hellste Stern in den Zwillingen, er leuchtet links oben knapp außerhalb Bildrandes.

Tschurjumow-Gerassimenko erreichte am 2. November 2021 sein Perihel, das ist die größte Annäherung an die Sonne. Im Perigäum, der größten Annäherung an den Planeten Erde am 12. November, war dieser Komet etwa 0,42 Astronomische Einheiten entfernt, trotzdem war er zu blass, um ihn mit bloßem Auge zu sehen.

Der gut erforschte Komet wurde bei seiner letzten Reise durch das innere Sonnensystem von Robotern vom Planeten Erde erforscht. Er ist nun die letzte Raststätte der historischen Raumsonde Rosetta und der Landesonde Philae.

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Komet, Walfisch und Hockeyschläger

Der Komet ATLAS (C/2020 R4) teilt sich dieses hübsche Teleskopsichtfeld in den Jagdhunden mit den Galaxien NGC 4631 und NGC 4656/7.

Bildcredit und Bildrechte: Grand Mesa Observatory, Terry Hancock / Tom Masterson

Beschreibung: Der Komet ATLAS (C/2020 R4) erreichte am 1. März die größte Annäherung an die Sonne und kam am 23. April der Erde am nächsten. Auf diesem hübschen Teleskopsichtfeld zeigt er eine blasse grünliche Koma und einen kurzen Schweif. Der Komet wurde hier an seiner Position vom 5. Mai fotografiert, damals befand er sich innerhalb der Grenzen des nördlichen Sternbildes Jagdhunde (Canes Venatici) und nahe der Sichtlinie zu zwei faszinierenden Hintergrundgalaxien, die landläufig Wal und Hockeyschläger genannt werden.

NGC 4631 erinnert an einen Wal, ist aber eine Spiralgalaxie von der Größe der Milchstraße. Sie ist etwa 25 Millionen Lichtjahre entfernt, ihr seht sie rechts oben von der Seite. NGC 4656/7 links unter NGC 4631 hat die Form eines geknickten Stabs wie viele wechselwirkende Galaxien. Die Verzerrungen und verwischten Spuren aus Gas, die in anderen Wellenlängen aufgespürt wurden, lassen vermuten, dass der kosmische Wal und der Hockeyschläger einander in ferner Vergangenheit nahe kamen.

Der Komet ATLAS ist nur etwa 7 Lichtminuten von der Erde entfernt und auf der Abreise. In weniger als 1000 Jahren sollte er das innere Sonnensystem wieder besuchen.

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Drei Schweife des Kometen NEOWISE

Die Schweife des Kometen C/2020 F3 (NEOWISE) mit dem schmalen rötlichen Natrium-Schweif.

Bildcredit und Bildrechte: Nicolas Lefaudeux

Der Komet C/2020 F3 (NEOWISE) hat einen ungewöhnlich roten Schweif. Wie entstand er? Durch Natrium. Komet NEOWISE war im Sommer 2020 ein spektakulärer Anblick. Er hatte zeitweise mehr als nur einen überraschend gestreiften weißen Staubschweif und einen hübsch gefleckten blauen Ionenschweif. Einige Bilder mit großem Farbumfang zeigten einen ungewöhnlichen roten Schweif. Man untersuchte ihn. Dabei zeigte sich, dass die Farbe dieses dritten Schweifs großteils von Natrium stammt.

Als der Kern des Kometen NEOWISE wärmer wurde, setzte er vielleicht Anfang Juli durch das helle Sonnenlicht Gas mit vielen Natriumatomen frei. Sie wurden von ultraviolettem Sonnenlicht elektrisch geladen, und der Sonnenwind trieb sie hinaus.

Dieses Bild in Echtfarben entstand Mitte Juli in der französischen Bretagne. Gelegentlich beobachtet man Kometenschweife aus Natrium. Sie sind aber selten. Dieser hier verschwand Ende Juli. Komet C/2020 F3 (NEOWISE) ist inzwischen verblasst. Er verlor all seine hellen Schweife und erreicht derzeit die Jupiterbahn, während er sich ins äußere Sonnensystem zurückzieht. In ungefähr 7000 Jahren kehrt er zurück.

Astrophysik: +2400 Codes in der Astrophysics Source Code Library (ASCL)

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Komet Atlas und der Gürtel des Orion

Komet Atlas (C/2020 M3) wurde im Sommer mit dem Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System entdeckt und zieht durch das Sternbild Orion.

Bildcredit und Bildrechte: Charles Bracken

Beschreibung: Der Komet Atlas (C/2020 M3) ist ein weiterer Komet, der – erst diesen Sommer – mit dem von der NASA finanzierten Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System entdeckt wurde. Am 14. November erreicht er seine größte Annäherung an den Planeten Erde. Er wird nicht so hell wie Komet Neowise, ist aber mit Fernglas im vertrauten Sternbild Orion zu sehen, durch das er gerade wandert.

Dieses Teleobjektivfeld vom 8. November kombiniert Aufnahmen, die dem Kometen folgen, mit Aufnahmen von Orions Sternen. Dadurch entsteht ein unglaublich tiefer Himmelseindruck, der Farben und Details zeigt, die man so nicht sieht, nicht einmal mit Fernglas. Die charakteristische grünliche Koma des Kometen seht ihr links oben, über Orions drei Gürtelsternen, die in einer Linie unter der Mitte verlaufen. Dieses atemberaubende Sichtfeld zeigt auch den Orionnebel und den berühmten Pferdekopfnebel. Einer von Orions Gürtelsternen ist fast 2000 Lichtjahre entfernt.

Am 14. November zieht Komet Atlas in einem Abstand von ungefähr 2,9 Lichtminuten an der Erde vorbei.

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Der interstellare Komet 2I/Borisov

Die beiden Aufnahmen stammen von Hubble. Sie zeigen den Kometen 2I/Borisov kit einer blau schimmernden Koma. Im linken Bild vom 16. November 2019 ist auch eine Spiralgalaxie zu sehen. Das rechte Bild entstand am 9. Dezember 2019.

Bildcredit: NASA, ESA und D. Jewitt (UCLA) et al.

Komet 2I/Borisov stammt von anderswo in der Milchstraße. Er besucht das Sonnensystem nur kurz. Der Amateurastronom Gennadi Borissow entdeckte diesen ersten bekannten interstellaren Kometen am 30. August 2019 auf der Krim. Hier zeigen zwei aktuelle Bilder des Weltraumteleskops Hubble den Kometen.

Im linken Bild ist eine ferne Galaxie im Hintergrund nahe der Sichtlinie zu Borisov. Die Galaxie ist verschwommen, weil Hubble dem rasenden Kometen mit seinem Staubschweif folgte. Er war etwa 327 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das rechte Bild zeigt 2I/Borisov kurz nach dem Perihel. Es war seine größte Annäherung an die Sonne. Am 28. Dezember erreicht Borisov die geringste Distanz zu unserem Planeten Erde (das Perigäum). Er ist dann etwa 290 Millionen Kilometer von uns entfernt.

Hubbles scharfe Bilder lösen zwar den Kometenkern nicht auf. Doch man vermutet, dass sein Durchmesser weniger als  einen Kilometer beträgt.

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Blauer Komet in den Hyaden

Die Hyaden füllen dieses Bildfeld. Rechts unten leuchtet der helle Stern Aldebaran in orangen Farben. Links oben ist der Komet C/2016 R2 PanSTARRS. Sein blauer Schweif zeigt nach rechts unten.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Die Sterne des Sternhaufens Hyaden sind im Mosaikbild verteilt. Es entstand aus Bilddaten vom 12. Jänner und ist am Himmel im Sternbild Stier mehr als 5 Grad breit. Der auffällig blaue Komet C/2016 R2 PanSTARRS zieht derzeit durch das Sonnensystem. Er schimmert in diesem weiten Sichtfeld.

Oben befindet sich mitten im Bild die V-Form im Sternhaufen der Hyaden. Der helle Aldebaran ist der Alphastern im Stier. Er verankert das Bild rechts unten. Aldebaran ist ein kühler Roter Riese. Er schimmert im farbigen Sternfeld in orangen Farben. Die Sterne der Hyaden sind 151 Lichtjahre entfernt versammelt. Dagegen ist Aldebaran nur 65 Lichtjahre entfernt und somit nicht in der Nähe der Haufensterne.

Am 12. Jänner war C/2016 R2 mehr als 17 Lichtminuten vom Planeten Erde entfernt und fast 24 Lichtminuten von der Sonne. Die blaue Farbe im Schweif stammt großteils von Kohlenstoffmonoxid, das im Sonnenlicht fluoresziert. Kopf und Koma des Kometen leuchten leicht grünlich. Wahrscheinlich entsteht die Farbe durch die Emission von zweiatomigem Kohlenstoff.

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