Annäherung an Jupiter

Videokomposition und -rechte: Peter Rosén et al.; Musik: The Awakening von Clemens Ruh

Was sieht man, wenn man sich Jupiter nähert? Um das zu erlebbar zu machen, fotografierte ein Team aus 91 Hobby-Astrofotografen* auf der Erde mehr als 1000 Bilder von Jupiter. Die Ergebnisbilder wurden ausgerichtet und digital zu diesem Zeitraffervideo kombiniert.

Die Serie der Aufnahmen begann im Dezember 2014 und dauerte etwas länger als drei Monate. Das Ergebnis ist ein fiktiver Film der Annäherung. Er hat eine Ähnlichkeit mit dem, was die Roboter-Raumsonde Juno der NASA sah, als sie sich letzten Juli erstmals Jupiter näherte.

Zu Beginn ist Jupiter eine kleine Kugel nahe der Bildmitte. Wir nähern uns dem Planeten von unten. Er ragt bald immer größer auf. Man erkennt immer klarer, wie seine Wolkenbänder rotieren. Der schrumpfende Rote Fleck auf Jupiter rotiert zweimal ins Bild. Er zeigt eine ungewöhnliche Aktivität. Viele weiße Ovale wandern um den riesigen Planeten. Das Video endet mit einem Flug der imaginären Raumsonde über Jupiters Nordpol.

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Ganymed, der größte Mond

Der Jupitermond Ganymed wurde hier von der Raumsonde Galileo detailreich abgebildet. Er ist von stark unterschiedlich gefärbten Geländeformen überzogen.

Bildcredit: NASA, JPL, Raumsonde Galileo

Wie sieht der größte Mond im Sonnensystem aus? Jupiters Mond Ganymed ist sogar größer als Merkur und Pluto. Er hat eine eisige Oberfläche, die mit hellen jungen Kratern gesprenkelt ist. Sie überlagern eine Mischung aus älterem, dunklerem Gelände, das von mehr Kratern übersät und von Rillen und Graten umgeben ist. Die große, runde Struktur rechts oben heißt Galileo Regio. Sie ist eine urzeitliche Region unbekannten Ursprungs.

Ganymed besitzt vermutlich eine Ozeanschicht, in dem es mehr Wasser gibt als auf der ganzen Erde. Er könnte Leben enthalten. Wie auch der Erdmond zeigt Ganymed seinem Zentralplaneten – in diesem Fall Jupiter – immer dieselbe Seite.

Dieses Bild fotografierte die NASA-Raumsonde Galileo vor 20 Jahren. Ihre Mission endete 2003 mit einem Tauchgang in Jupiters Atmosphäre. Derzeit kreist die NASA-Raumsonde Juno um Jupiter. Sie untersucht den inneren Aufbau des Riesenplaneten und viele seiner Eigenschaften.

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Bögen am Frühlingshimmel

Über einem verschneiten Bergpanorama wölbt sich rechts die Milchstraße, der linke Bogen ist das schwache Band des Zodiakallichtes. Am Horizont leuchten helle orangefarbene Lichter.

Bildcredit und Bildrechte: Ondrej Kralik

In dieser nördlichen Frühlingsnacht wölben sich zwei helle Bögen am Himmel. Das Bergpanorama wurde am 29. März nach Sonnenuntergang fotografiert. Auf dem Chopok in der Zentralslowakei entstanden auf ungefähr 2000 Metern Seehöhe 57 Aufnahmen.

Rechts verläuft der Bogen der nördlichen Milchstraße ab dort, wo sie aus der Gipfelperspektive über die irdischen Lichter hinaufreicht. Die Dämmerung war schon vorbei. Doch nahe am Horizont schwebt ein heller Lichtfleck am Himmel. Er verblasst im zweiten hellen Bogen des Zodiakallichtes, das nahe der Mitte die Milchstraße kreuzt. Staub in der Ebene der Ekliptik reflektiert Sonnenlicht. So entsteht das Zodiakallicht, das nach Sonnenuntergang am klaren, dunklen nördlichen Frühlingshimmel manchmal markant leuchtet.

Der helle Jupiter steht links am Horizont fast gegenüber der Sonne. Weil sich Jupiter fast in der Ekliptik befindet, liegt er in einer Aufhellung im Band aus Zodiakallicht. Sie liegt ebenfalls gegenüber der Sonne: Es ist der Gegenschein.

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Fünf Monde und Jupiter

Oben leuchtet der Mond der Erde, unten die vier galileischen Monde des Gasriesen Jupiter. Von den Monden im Bild ist der Erdmond der viertgrößte, nur Europa ist kleiner. Der Himmel war von dünnen Wolken bedeckt.

Bildcredit und Bildrechte: Göran Strand

Am 10. April teilten sich der Vollmond und Jupiter dieses Sichtfeld. Es wurde mit einem Teleobjektiv fotografiert. Beide waren fast in Opposition. Das bedeutet, sie standen am irdischen Himmel gegenüber der Sonne. Als das Einzelbild entstand, zog gerade eine Wolkenbank vorbei. Sie dunkelte das helle Mondlicht leicht ab.

Das Bild zeigt die vertraute Vorderseite unseres natürlichen Begleiters und die vier galileischen Monde des größten Gasriesen im Sonnensystem in einer Reihe. Die winzigen Lichtpünktchen über dem hellen Jupiter sind – von oben nach unten – Kallisto, Europa, Ganymed und Io.

Unser natürlicher Begleiter ist näher und heller. Er ragt riesig auf. Doch Kallisto, Ganymed und Io sind physisch größer als der Mond der Erde. Nur die Wasserwelt Europa ist etwas kleiner. Von den sechs größten Begleitern der Planeten im Sonnensystem fehlt in dieser Szenerie nur der Saturnmond Titan.

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Ganymeds Schatten

Der gestreifte Planet Jupiter wird links oben und rechts unten von den Monden Ganymed und Io flankiert. Ganymed wirft oben einen Schatten auf Jupiter.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach, Chilescope

Jupiter nähert sich der Opposition. Sie findet Anfang des nächsten Monats statt und bietet dem Planeten Erde die beste Teleskopsicht. Dieses eindrucksvoll scharfe Bild zeigt den größten Gasriesen. Es wurde am 17. März an einer ferngesteuerten Sternwarte in Chile fotografiert. Vertraute dunkle Gürtel und helle Zonen laufen um den ganzen Riesenplaneten. Die Streifen werden von Windzonen begrenzt, die um den Planeten kreisen. Dazwischen sind rotierende ovale Stürme verteilt.

Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem. Er steht links oben im Bild. Sein Schatten zieht über Jupiters nördliche Wolkenoberflächen. Ganymed ist bemerkenswert detailreich abgebildet. Auch auf dem anderen galileischen Mond Io rechts neben dem großen Jupiter erkennt man helle Strukturen auf der Oberfläche.

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Juno zeigt eine weiße ovale Wolke auf Jupiter

Links ist ein ovales Sturmsystem auf Jupiter, das von stark verwirbelten Wolken umgeben ist. Rechts beginnt der Terminator, die Schattenlinie auf dem Planeten.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSSBearbeitung: Roman Tkachenko

Diese Sturmwolke auf Jupiter ist fast so groß wie die Erde. Die wirbelnde Wolke wird als Weißes Oval bezeichnet. Sie ist ein Hochdrucksystem, ähnlich wie Hochdruckgebiete auf der Erde.

Das Oval liegt in einer „Perlenreihe“ aus weißen Wirbeln. Die Perlen verlaufen südlich von Jupiters berühmtem Roten Fleck. Vielleicht ist auch der Rote Fleck eigentlich ein sehr großes weißes Oval, das rot wurde. Die Wolken in der Umgebung zeigen interessante Turbulenzen, während sie um das Oval herum und dann daran vorbeifließen.

Das Bild entstand am 2. Februar. Damals zog die Roboter-Raumsonde Juno der NASA knapp über die Wolken der jovianischen Welt. In den nächsten Jahren kreist Juno weiterhin um Jupiter und erforscht ihn. Sie ermittelt den Wassergehalt seiner Atmosphäre und versucht herauszufinden, ob sich unter Jupiters dicken Wolken eine feste Oberfläche befindet.

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Wolkenwirbel um Jupiters Süden von Juno

Wir blicken vom Pol auf den Gasriesen Jupiter. Viele Wirbelsysteme und weiße Ovale sind erkennbar.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Damian Peach

Juno vollendete kürzlich ihren vierten nahen Vorbeiflug an Jupiter. Die Robotersonde Juno verließ 2011 die Erde. Letzten Juli erreichte sie Jupiter. Vor 11 Tagen vollendete sie ihren letzten elliptischen Orbit um den größten Planeten unseres Sonnensystems. Dieses Bild zeigt eine neue, hoch aufgelöste Ansicht von Jupiters südlicher Halbkugel. Es entstand bei diesem Vorbeiflug und zeigt die faszinierenden wirbelnden Wolkensysteme.

Der Terminator, das ist die Grenze zwischen Tag und Nacht, verläuft unten diagonal. Also steht die Sonne rechts oben außerhalb des Bildes. Rechts unten sieht man das große, orangefarbene Oval BA. Wie die Details und Farben von Jupiters Wolkenwirbeln entstehen, ist derzeit unbekannt. Junos Sechs-Jahres-Mission untersucht den Riesen Jupiter auf neue Art. Sie versucht zu ermitteln, ob Jupiter unter seinen dicken Wolken eine feste Oberfläche hat.

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Porträt des Sonnensystems

60 Bilder der Raumsonde Voyager 1 zeigen ein Familienporträt der meisten Planeten im Sonnensystem.

Bildcredit: Voyager-Projekt, NASA

Am Valentinstag 1990 blickte die Raumsonde Voyager 1 ein letztes Mal zurück und fotografierte dieses erste Familienporträt des Sonnensystems. Die Sonde war damals 6,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Das ganze Porträt ist ein Mosaik aus 60 Bildern. Der Blickwinkel lag 32 Grad über der Ebene der Ekliptik.

Die Bilder von Voyagers Weitwinkelkamera streifen links durch das innere Sonnensystem. Sie reichen rechts bis zum Gasriesen Neptun. Er ist der äußerste Planet im Sonnensystem. Die Positionen von Venus, Erde, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind mit Buchstaben markiert. Die Sonne ist der helle Fleck mitten im Bildkreis. Die Bildeinschübe der Planeten stammen von Voyagers Teleobjektivkamera.

Merkur ist im Porträt unsichtbar, weil er der Sonne zu nahe steht. Mars ist leider im Sonnenlicht verborgen, das vom Optiksystem der Kamera gestreut wird. Der kleine, blasse Pluto war damals der Sonne näher als Neptun, doch seine Position wurde nicht erfasst.

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