Die Prager astronomische Uhr

Die astronomische Uhr am Rathaus von Prag ist normalerweise von Menschenmassen umgeben. Hier wurde sie in den frühen Morgenstunden auf einem menschenleeren Platz fotografiert.

Bildcredit und Lizenz: Jorge Láscar

In der Prager Altstadt gibt es eine Uhr, so groß wie ein Gebäude. Tagsüber sammeln sich dort Massen von Menschen, um zu sehen, wie sie die Stunde schlägt. Das Zifferblatt der Prager astronomischen Uhr ist eindrucksvoll komplex. Es zeigt nicht nur die erwartete Zeit bezogen auf die Sonne (Sonnenzeit), sondern auch die auf die Sterne bezogene Zeit (Sternzeit), die Zeiten von Sonnenaufgang und -untergang, die Zeit am Äquator, die Phase des Mondes und vieles mehr.

Die Uhr wurde 1410 fertiggestellt. Viele ihrer inneren Mechanismen wurden mehrmals modernisiert, doch es blieben auch Originalteile erhalten. Unter der Uhr befindet sich ein fast gleich großer, statischer Solarkalender. Die Prager astronomische Uhr wurde hier allein fotografiert. Es war an einem frühen Morgen im März 2009. Derzeit werden die Prager Rathausuhr und der alte Stadtturm wieder einmal renoviert. Voraussichtlich im Juni 2018 geht die Uhr wieder in Betrieb.

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A/2017 U1: ein interstellarer Besucher

Mitten im Bild ist ein Lichtpunkt, die anderen Himmelskörper sind Sterne, sie ziehen Strichspuren, denn das Teleskop folgte dem interstellaren Asteroiden A/2017 U1.

Bildcredit: Alan Fitzsimmons (ARC, Queens Universität Belfast), Isaac Newton Group

Rasend schnell reist er auf einer extrem hyperbolischen Bahn. Er zog eine Haarnadelkurve, als er an der Sonne vorbeisauste. Nun wird er als A/2017 U1 bezeichnet. Er ist der erste bekannte kleine Körper aus dem interstellaren Weltraum.

Der interstellare Besucher ist der Lichtpunkt mitten im Bild. Es wurde am 28. Oktober mit dem Wilhelm-Herschel-Teleskop auf den Kanarischen Inseln aufgenommen und 5 Minuten belichtet. Der Körper ähnelt einem Asteroiden. Er zeigt keine Anzeichen kometenartiger Aktivität. Die blassen Sterne dahinter ziehen Streifen, denn das wuchtige Teleskop folgt dem schnell wandernden Körper A/2017 U1. Der Teleskopspiegel hat einen Durchmesser von 4,2 Metern.

Am 19. Oktober entdeckte der Astronom Rob Weryk (IfA) das bewegte Objekt in Daten der nächtlichen Himmelsdurchmusterung Pan-STARRS. A/2017 zieht derzeit aus dem Sonnensystem hinaus und kehrt niemals zurück. Vom Planeten Erde aus sieht man ihn nur noch mit großen optischen Teleskopen.

Zwar konnte man aus seiner Bahn den interstellaren Ursprung feststellen. Aber wir wissen noch nicht, wie lange das Objekt zwischen den Sternen der Milchstraße getrieben ist. Die Geschwindigkeit seiner interstellaren Reise beträgt etwa 26 Kilometer pro Sekunde. Zum Vergleich: Die Raumsonde Voyager 1 der Menschheit reist mit 17 Kilometern pro Sekunde durch den interstellaren Raum.

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NGC 4993: Der galaktische Ort einer historischen Explosion

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit: NASA und ESA

Links über der Mitte der Galaxie NGC 4993 ist ein rötlicher Punkt. Er war vorher nicht da. Sehr ihr ihn? Im August suchte man in dem großen Feld ein mögliches optisches Gegenstück zu dem heftigen Gravitationswellenereignis GW170817. Der verblassende Punkt bekam rasch eine historische Bedeutung. Er zeigt die exakte Position von GW170817.

Es war das erste Mal, dass man bei einem Ereignis mit Gravitationswellen das Gegenstück in elektromagnetischen Wellenlängen mit großen Teleskopen untersuchen konnte. Starke Indizien zeigen, dass es eine kurze Kilonova mit Gammablitz war. Das ist eine Explosion, bei der zwei Neutronensterne verschmelzen. Bei so einer Explosion entstehen neue Elemente.

Das Bild von Hubble zeigt die Linsengalaxie NGC 4993 und den verblassenden Punkt ein paar Tage nach der Entdeckung. Weitere Analysen untersuchen die Physik der Explosion. Man will auch herausfinden, welche schweren Elemente entstanden sind. Eine Frage lautet, ob sich Gravitationswellen und Licht ähnlich schnell ausbreiten. Man sucht auch nach einer neuen Methode, um die Entfernungsskala des Universums zu kalibrieren.

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Orion über der Osterinsel

Ein urzeitlicher Moai auf der Osterinsel mustert den gleißenden Stern Sirius. Über ihm leuchten die Sternbilder Orion und Hase (Lepus).

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (CarnegieLas Campanas-Observatorium, TWAN)

Warum wurden die Statuen der Osterinsel errichtet? Niemand weiß das genau. Sicher ist, dass es dort über 800 große Steinstatuen gibt. Die Statuen der Osterinsel sind im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie ein Mensch und haben mehr als die 200-fache Masse.

Über die Geschichte und Bedeutung der ungewöhnlichen Felsskulpturen ist nur wenig bekannt. Viele glauben, dass sie vor etwa 700 Jahren geschaffen wurden. Die Vorbilder waren einheimische Oberhäupter einer untergegangenen Zivilisation.

2016 wurde ein urzeitlicher Moai vor dem Sternbild Orion abgebildet. Im Orion verläuft die berühmte Linie aus drei Gürtelsternen. Der gleißende Stern Beteigeuze leuchtet links in Rot, Rigel steht oben in der Mitte. Der Steinriese mustert scheinbar Sirius, den hellsten Stern am Nachthimmel.

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Cassinis letztes Bild

Das letzte Bild der Raumsonde Cassini zeigt ihren Einschlagsort, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Saturns Oberfläche wurde dort von den Ringen beleuchtet, die Sonnenlicht reflektieren.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute

Wie geplant tauchte die Raumsonde Cassini am 15. September in die obere Atmosphäre von Saturn. Davor erforschte sie 13 Jahre lang das Saturnsystem. Die Schubdüsen der Raumsonde feuerten bis zum Ende. Nach dem großen Finale – das war beispiellosen Serie von 22 Tauchgängen zwischen Saturn und den Ringen – stürzte die Sonde in die Atmosphäre.

Cassinis letztes Signal erreichte nach 83 Minuten den Planeten Erde und den Antennenkomplex Deep Space Network im australischen Canberra. Dort verlor man um 11:55 UT den Kontakt mit der Raumsonde. Für die Raumsonde war Saturn hell. Die Sonne stand oben, als Cassini mit 113.000 km/h in die wirbelnden Wolkenoberflächen des Gasriesen pflügte.

Cassinis letztes Bild zeigt den Ort des Einschlags Stunden früher, als er noch auf der Nachtseite des Planeten lag. Die Oberflächen der Wolken werden von den Ringen beleuchtet. Es ist Sonnenlicht, das von den Saturnringen reflektiert wird.

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Apollo 11: Etwas Sonne tanken

Rechts hinten steht das Mondlandemodul "Adler". Davor in der Mitte rollt Buzz Aldrin eine Folie aus und richtet sie zur Sonne. Sein langer Schatten fällt nach rechts über den dunkelgrauen Mondboden.

Bildcredit: Apollo 11, NASA (Bild digitalisiert von Kipp Teague)

Dieses Bild der Mondoberfläche zeigt helles Sonnenlicht und lange dunkle Schatten. Der Apollo-11-Astronaut Neil Armstrong fotografierte es am 20. Juli 1969. Armstrong betrat als Erster den Mond. Rechts hinten steht das Mondmodul der Mission, der Adler.

Buzz Aldrin, der Pilot des Mondmoduls, steht im Raumanzug in der Mitte. Er entrollt eine lange Folie, das Solar Wind Composition Experiment. Die Folie wurde zur Sonne gerichtet und fing Teilchen ein, die mit dem Sonnenwind einströmten. Sie sind eine Stichprobe der Materie von der Sonne. Das Sonnenwind-Experiment wurde zusammen mit Mondgestein und Proben des Mondbodens zur Untersuchung in irdischen Laboren zur Erde gebracht.

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Donnermond über Pisa

Hinter dem Dom zu Pisa mit dem Baptisterium und dem Schiefen Turm von Pisa leuchtet der Vollmond.

Bildcredit und Bildrechte: Marco Meniero

Was stimmt nicht mit diesem Bild? Wenn ihr es herausfindet, wisst ihr, wo es fotografiert wurde. Eins der Gebäude ist seltsam – es steht schief. Der Schiefe Turm von Pisa wurde kurz nach Beginn seiner Errichtung 1173 ein Wahrzeichen. Heute ist er UNESCOWeltkulturerbe.

Eine Legende erzählt, dass Galileo auf dem Schiefen Turm ein Gesetz der Gravitation demonstrierte. Es besagt, dass Objekte mit unterschiedlicher Masse gleich schnell fallen.

Das Bild wurde letzte Woche fotografiert. Rechts steht der Schiefe Turm von Pisa und links der Dom zu Pisa mit dem Baptisterium. Dazwischen schien der volle Donner-Mond. Mit modernen Methoden wurde der Turm erfolgreich stabilisiert. Er sollte – wenn nichts dazwischenkommt – die nächsten 200 Jahre seine aktuelle Neigung beibehalten.

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Vollmond und Boston Light

Hinter einem Leuchtturm, der an einer Küste steht, geht der rot gefärbte Vollmond nach rechts auf. Der Leuchtturm ist das Boston Light.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Dieser gut geplante Zeitablauf wurde mit Teleobjektiv aufgenommen. Er zeigt, wie der Vollmond im Juli über dem äußeren Hafen von Boston in Massachusetts auf dem Planeten Erde aufging. Im Vordergrund steht der historische irdische Leuchtturm, der als Boston Light bekannt ist.

Manche kennen den Vollmond im Juli als Donnermond. Das bezieht sich wohl auf das Geräusch des typisch stürmischen Wetters im Sommer auf der Nordhalbkugel. Doch auf dieser Videoserie war der östliche Himmel klar. Die lange Sichtlinie am Horizont führt durch viele Schichten in der Atmosphäre. Sie filtern und brechen das Mondlicht. So entstehen die rötliche Farbe, die geriffelten Ränder und die deformierte Form des aufgehenden Mondes.

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