Die Hanteln

Im Bild sind zwei Nebel zum Größenvergleich abgebildet: Links der Hantelnebel, rechts der kleine Hantelnebel.

Credit und Bildrechte: Daniel López, IAC

Diese beiden Nebel sind als M27 (links) und M76 katalogisiert. Sie sind landläufig als Hantelnebel und Kleiner Hantelnebel bekannt. Ihre landläufigen Namen beziehen sich auf die Hanteln- oder Sanduhrform der Nebel.

Beide sind planetarische Nebel, also Gashüllen, die von vergehenden sonnenähnlichen Sternen abgestoßen wurden. Sie sind ähnlich groß, fast aufs Lichtjahr genau. Beide Bilder wurden im selben Maßstab gemacht. Daher ist der Grund, weshalb sie unterschiedlich groß erscheinen, dass einer davon näher ist. Die Entfernung wird beim Hantelnebel auf etwa 1200 Lichtjahre geschätzt, der Kleine Hantelnebel ist mindestens 3000 Lichtjahre entfernt.

Die detailreichen Schmalband-Falschfarbenbilder zeigen einige interessante komplexe Strukturen in M27 und M76. Die Emissionen von Wasserstoff-, Stickstoff- und Sauerstoffatomen in den kosmischen Wolken wurden betont.

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Der Pferdekopfnebel im Orion

Die untere Hälfte des Bildes ist dunkel, die obere leuchtet magentafarben. Aus der dunklen Hälfte ragt eine pferdekopfförmige dunkle Wolke in den roten Bereich. Links unten leuchtet ein blauer Nebel mit einem Stern in der Mitte.

Credit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, U. Arizona

Einer der am leichtesten erkennbaren Nebel am Himmel ist der Pferdekopfnebel in Orion. Er ist Teil einer dunklen Molekülwolke. Die ungewöhnliche Form ist auch als Barnard 33 bekannt. Sie wurde erstmals im 19. Jahrhundert auf einer Fotoplatte entdeckt.

Das rote Leuchten stammt von Wasserstoff, der sich vorwiegend hinter dem Nebel befindet. Er wird vom nahe liegenden hellen Stern Sigma Orionis ionisiert. Ein blauer Reflexionsnebel, der auch als NGC 2023 bezeichnet wird, umgibt den hellen Stern links unten.

Die dunkle Farbe des Pferdekopfnebels entsteht durch dicken Staub. Der untere Teil des Pferdekopfnackens wirft einen Schatten nach links. Aus dem Nebel entweichen Gasströme, die von einem starken Magnetfeld gebündelt werden. Helle Flecken unten im Pferdekopfnebel sind junge Sterne, die gerade entstehen.

Licht braucht etwa 1500 Jahre, um vom Pferdekopfnebel zu uns zu gelangen. Dieses Bild entstand Anfang des Monats mit einem 60-Zentimeter-Teleskop am Mt. Lemmon SkyCenter in Arizona in den USA.

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Ein Geist im östlichen Schleier

Ein leuchtend rot- und cyanfarben gefiederter Nebel füllt die ganze Bildbreite.

Credit und Bildrechte: Paul Mortfield, Stefano Cancelli

Bedrohliche fliegende Formen und grelle Farben prägen die Zeit um Halloween. Sie markieren auch diese kosmische Nahaufnahme, die den östlichen Schleiernebel zeigt. Der Schleiernebel ist der riesige Überrest einer Supernova, das ist die Trümmerwolke der finalen Explosion eines massereichen Sterns, die sich ausdehnt. Der Schleier ist annähernd rund. Am Himmel liegt er im Sternbild Schwan und ist fast 3 Grad breit.

Dieser Ausschnitt im östlichen Schleier ist nur ½ Grad breit, das ist ungefähr die scheinbare Winkelbreite des Mondes. Vom Planeten Erde ist der Schleier geschätzte 1400 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz entspricht das einer Breite von 12 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die Emissionen von Wasserstoffatomen im Überrest sind rot dargestellt. Grünliche Farbtöne zeigen die starken Emissionen von Sauerstoffatomen. Im westlichen Teil des Schleiers liegt eine weitere Erscheinung, die zur Jahreszeit passt: der Hexenbesen.

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Der Nordamerikanebel

Die rot leuchtende Wolke im Bild hat die Umrisse des Kontinents Nordamerika. Das ganze Bild ist von zahlreichen Sternen gesprenkelt.

Credit und Bildrechte: Ignacio Rico Gualda

Der Nordamerikanebel am Himmel kann es, der Kontinent Nordamerika auf der Erde kann es nicht: Sterne bilden. Das tun besonders die hellen Teile Zentralamerika und Mexiko – in Analogie zum Kontinent auf der Erde. Im Nebel sind sie ein heißes Bett aus Gas, Staub und neu entstandenen Sternen. Man bezeichnet sie als die Cygnus-Wand.

Das Bild zeigt links die Sterne bildende Wand. Die Wand wird von hellen jungen Sternen beleuchtet und erodiert. Teilweise ist sie von dem dunklen Staub versteckt, den die Sterne geschaffen haben. Der Nordamerikanebel NGC 7000 ist etwa 50 Lichtjahre groß. Sie liegt etwa 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan.

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NGC 602 und mehr

Ein bläulicher Nebel ist von einem beigefarbenen Rand umgeben, im Inneren leuchtet ein Sternhaufen.

Credit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI / AURA) – ESA/Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Beschreibung: Beim äußeren Rand der Kleinen Magellanschen Wolke, einer 200.000 Lichtjahre entfernten Satellitengalaxie, liegt der fünf Millionen Jahre junge Sternhaufen NGC 602. Der Haufen ist auf dieser prachtvollen Hubble-Aufnahme der Region von Gas und Staub umgeben. Fantastische Grate und zurückgegefegte Ränder lassen vermuten, dass energiereiche Strahlung und Stoßwellen der jungen, massereichen Sterne in NGC 602 das staubhaltige Material erodiert und eine eine vom Zentrum des Haufens ausgehende Abfolge von Sternbildung ausgelöst haben.

Das Bild ist in der geschätzten Entfernung der Kleinen Magellanschen Wolke etwa 200 Lichtjahre breit. Im Hintergrund dieser gestochen scharfen Hubble-Ansicht ist auch eine interessante Auswahl an Galaxien zu sehen. Diese sind Hunderte Millionen Lichtjahre weiter entfernt als NGC 602.

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Sharpless 171

Das Bild zeigt einen farbigen Nebel vor einigen rot umrandeten Sternen.

Credit und Bildrechte: Antonio Fernandez

Kosmische Säulen aus kaltem molekularem Gas und Wolken aus dunklem Staub liegen in Sharpless 171. Die Sternbildungsregion liegt etwa 3000 Lichtjahre entfernt im königlichen Sternbild Kepheus.

Diese prachtvolle Falschfarben-Himmelslandschaft zeigt etwa 20 Lichtjahre der hellen Zentralregion des Nebels. Sie betont die überall vorhandene Emission des atomaren Gases, sie wurde mit Schmalbandfiltern abgebildet sowie einer Farbpalette, die durch die Bilder des Hubble-Teleskops bekannt wurde.

Die jungen, heißen Sterne im neuen Haufen Berkeley 59 liefern die Energie für das Leuchten des Nebels. Diese Sternbildungsregion ist der 171. Eintrag im berühmten Katalog für Emissionsnebel aus dem Jahr 1959, den der Astronom Stewart Sharpless erstellte.

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Massereiche Sterne in NGC 6357

Im Bild ist ein wolkiger, rot leuchtender Nebel, der fast das ganze Bild einnimmt, er ist von Sternen gesprenkelt.

Credit und Bildrechte: Johannes Schedler (Panther-Observatorium)

In NGC 6357, einem expandierenden, 8000 Lichtjahre entfernten Emissionsnebel im Schwanz des Sternbildes Skorpion, liegen massereiche Sterne. Unter der Bildmitte dieser Nahaufnahme von NGC 6357 seht ihr den Sternhaufen Pismis 24, der einige der massereichsten Sterne der Galaxis enthält, die wir kennen. Es sind Sterne mit mehr als 100 Sonnenmassen.

Die helle Zentralregion des Nebels enthält auch staubige Säulen aus molekularem Gas, die wahrscheinlich massereiche Protosterne vor den neugierigen Augen optischer Instrumente verbergen. Interstellare Winde und die energiereiche Strahlung der jungen, neu entstehenden massereichen Sterne formen komplexe Strukturen in diesem Nebel. Die faszinierende Teleskopansicht umfasst in der geschätzten Entfernung von NGC 6357 knapp 50 Lichtjahre.

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NGC 6960: Der Hexenbesen-Nebel

Unter einem hellen Stern mit Lichtkreuz verläuft diagonal ein purpur-bläulicher Nebel aus vielen Fasern.

Credit und Bildrechte: Adam Block, Mount Lemmon SkyCenter, Univ. Arizona

Beschreibung: Vor zehntausend Jahren, noch vor Beginn der Geschichtsaufzeichnung, muss plötzlich ein neues Licht am Nachthimmel erschienen und nach wenigen Wochen wieder verblasst sein. Heute wissen wir, dass dieses Licht ein explodierender Stern war und bezeichnen die farbenprächtige, sich ausdehnende Wolke als Schleiernebel. Oben ist das westliche Ende des Schleiernebels abgebildet. Er ist offiziell als NGC 6960 bekannt und wird auch Hexenbesen-Nebel genannt. Die sich ausdehnende Wolke aus Überresten erhält ihre Farbe, indem sie Gas in ihrer Umgebung zusammenfegt und anregt. Der Supernovaüberrest liegt etwa 1400 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbildes Cygnus. Dieser Hexenbesen hat am Himmel einen dreimal so großen Winkeldurchmesser wie der Vollmond. Der helle Stern 52 Cygni ist von einem dunklen Ort aus mit bloßem Auge sichtbar, steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der historischen Supernova.

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