Mars zwischen den Nebeln

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Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Zwischen dem Lagunen- und dem Trifidnebel ist ein heller roter Fleck. Was ist es? Der Mars. Das detailreiche bunte Himmelsbild zeigt, wie der Rote Planet zwischen den beiden bekannten Nebeln durchzieht. Charles Messier, der kosmische Archivar des 18. Jahrhunderts, katalogisierte die Nebel als M8 und M20.

M20, der Trifidnebel, liegt rechts über der Mitte. Er zeigt einen markanten Kontrast aus Rot, Blau und dunklen Staubbahnen. Rechts unten breitet sich das weite, rote Leuchten von M8 aus, dem Lagunennebel. Beide Nebel sind nur ein paar Tausend Lichtjahre entfernt. Zum Vergleich: Zwischen den beiden steht vorübergehend der Mars als markantes „lokales“ Himmelslicht. Als der Rote Planet letzte Woche fotografiert wurde, war er nur etwa 10 Lichtminuten entfernt.

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Ankündigung der Nova Carinae 2018

Ein rot leuchtender Nebel links unten ist von dicht verteilten Sternen überlagert. Rechts oben leuchten zwei helle Sterne, einer davon ist mit einem Pfeil markiert. Es ist die Nova Carinae 2018.

Bildcredit und Bildrechte: A. Maury und J. Fabrega

Wie hell wird die Nova Carinae 2018? Die Nova wurde erst letzte Woche entdeckt. Sie ist als ASASSN-18fv katalogisiert. Zwar treten Novae regelmäßig überall im Universum auf. Doch diese Nova ist am irdischen Himmel so ungewöhnlich hell, dass man sie auf der Südhalbkugel derzeit leicht mit einem Fernglas sieht.

Die Nova ist mit einem Pfeil markiert. Sie liegt nahe beim malerischen Carinanebel. Eine Nova vom Typ Ia ist eine thermonukleare Explosion auf der Oberfläche eines Weißen Zwergs. Für gewöhnlich wird sie ausgelöst, nachdem der Weiße Zwerg eine bestimmte Menge Materie eines Begleitsterns ansammelt hat. Doch die Details dieses Ausbruchs sind noch unbekannt.

Astronom*innen beobachten diesen ungewöhnlichen Sternausbruch in den nächsten Wochen, um zu sehen, wie sich die Nova Carinae 2018 entwickelt. Vielleicht wird sie hell genug für eine Beobachtung mit bloßem Auge.

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Sharpless 249 und der Quallennebel

Mitten im Bild leuchten rote Nebel. Rechts unten ist ein rundes Gebilde, das an eine Qualle erinnert. Nach links oben breitet sich ein diffuser Nebel aus. Der Raum rundherum ist dicht mit kleinen Sternen gespickt. Zwei hellere Sterne leuchten links und rechts neben den roten Nebelwolken.

Bildcredit und Bildrechte: Albert Barr

Dieses Teleskopbild zeigt den Quallennebel. Er ist normalerweise blass und schwer fassbar. Die Szene in der Mitte ist rechts und links an den beiden hellen Sternen My und Eta Geminorum verankert. Sie liegen am Fuß der himmlischen Zwillinge.

Der Quallennebel ist der helle Emissionsbogen, an dem Tentakel baumeln. Die kosmische Qualle gehört zum blasenförmigen Supernovaüberrest IC 443. Er ist die Trümmerwolke eines explodierten massereichen Sterns, die sich ausdehnt. Das Licht der Explosion erreichte erstmals vor mehr als 30.000 Jahren den Planeten Erde.

Die Qualle hat einen Cousin in astrophysikalischen Gewässern. Es ist ein Supernovaüberrest, der Krebsnebel genannt wird. Dieser enthält – wie auch der Quallennebel – einen Neutronenstern. Das ist der Rest eines kollabierten Sternkerns. Links oben füllt der Emissionsnebel Sharpless 249 das Feld. Der Quallennebel ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz wäre das Bild etwa 300 Lichtjahre groß.

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Kamera Orion

Die Sterne des Orion sind von bunten Schleiern umgeben. Man sieht auch die Barnardschleife, den Orionnebel und einige weitere Details.

Bildcredit und Bildrechte: Derrick Lim

Kennt ihr dieses Sternbild? Es ist eine der am leichtesten erkennbaren Sterngruppen am Himmel. Doch Orions Kultobjekte sehen mit bloßem Auge nicht so bunt aus, wie wenn man sie mit einer Kamera fotografiert.

Dieses Mosaik wurde aus 20 Bildern digital kombiniert. Der kühle Rote Riese Beteigeuze ist der hellste Stern links oben. Er hat einem starken Orangeton. In Orion befinden sich viele heiße blaue Sterne. Der Überriese Rigel rechts unten bildet ein Gegengewicht zu Beteigeuze. Rechts oben steht Bellatrix.

Die Gürtelsterne des Orion stehen in einer Reihe. Alle drei etwa 1500 Lichtjahre entfernt und entstanden in den gut erforschten interstellaren Wolken des Sternbildes. Unter Orions Gürtel ist ein rötlicher, verschwommener Fleck, der wohl ebenfalls vertraut ist. Dieses Sternbildungsgebiet ist der Orionnebel.

Die Barnardschleife sieht man mit bloßem Auge nicht. Doch auf der lang belichteten Aufnahme wirkt sie ziemlich auffällig. Sie ist ein riesiger, gasförmiger Emissionsnebel, der Orions Gürtel und Nebel umgibt. Vor mehr als 100 Jahren entdeckte der Orion-Fotopionier E. E. Barnard die Schleife.

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Die Möwe und die Ente

Rote Schleifen bilden den Möwennebel, sie sind hier ausgedehnter auf anderen Bildern. Oben ist eine runde Figur, die den Kopf bildet, sie erinnert an einen Papagei.

Bildcredit und Bildrechte: Raul Villaverde Fraile

Diese Nebel erinnern an eine Möwe und eine Ente. Sie sind nicht die einzigen kosmischen Wolken, die an Flugbilder erinnern. Die beiden Gestalten fliegen durch das Sternbild Großer Hund auf einer weiten Landschaft am Nachthimmel des Planeten Erde, die fast sieben Grad breit ist.

Die ausladende Möwe oben in der Mitte besteht aus zwei markanten Emissionsnebeln. Der hellere Nebel ist als NGC 2327 katalogisiert und stellt den Kopf dar. Der diffusere Nebel IC 2177 bildet Flügel und Körper. Die Entfernung des Nebels wird auf 3800 Lichtjahre geschätzt. Daher beträgt die Flügelspanne der Möwe eindrucksvolle 250 Lichtjahre.

Die Ente schimmert rechts unten und wirkt sehr kompakt. Bei ihrer geschätzten Distanz von 15.000 Lichtjahren ist sie nur etwa 50 Lichtjahre breit. Der Entennebel ist als NGC 2359 katalogisiert. Er wird vom energiereichen Wind eines heißen Sterns in seiner Mitte aufgeblasen, der extrem viel Masse enthält. Der dicke Körper und die geflügelten Anhänge führten auch zu seinem etwas dramatischeren Eigennamen „Thors Helm„.

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Bögen, Strahlen und Stoßwellen um NGC 1999

Zwischen einem Gewirr rot leuchtender Staubwolken strahlen einige helle blaue Sterne mit Zacken. Einige wenige blaue Reflexionsnebel blitzen durch die Lücken der roten Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hanson

Diese Ansammlung von Nebeln und Sternen liegt etwa zwei Grad südlich des berühmten Orionnebels, in dem Sterne entstehen. Die Region ist voller energiereicher junger Sterne. Sie erzeugen Strahlen und Ausflüsse, die mit Hunderten Kilometern pro Sekunde in das Material dringen, das sie umgibt. Durch die Wechselwirkung entstehen leuchtende Stoßwellen. Sie sind als Herbig-Haro-Objekte (HH) bekannt.

Der anmutige fließende Bogen rechts neben der Mitte ist als HH 222 katalogisiert. Man nennt ihn auch Wasserfallnebel. Das Objekt HH 401 liegt unter dem Wasserfall. Es hat die auffällige Form eines Kegels. Der helle bläuliche Nebel links unter der Mitte ist NGC 1999. Er ist eine staubige Wolke, die das Licht eines veränderlichen Sterns reflektiert, der darin eingebettet ist.

Das ganze kosmische Panorama ist mehr als 30 Lichtjahre breit. Es verläuft am Rand des Orion-Molekülwolkenkomplexes, der etwa 1500 Lichtjahre entfernt ist.

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AE Aurigae und der Flammensternebel

In einer Umgebung von braun leuchtenden Nebeln schimmert hinten wie durch eine Öffnung ein blauer Nebel mit einem helleren Stern in der Mitte hervor.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Warum nennt man AE Aurigae den Flammenstern? Der Nebel IC 405 um den Stern heißt Flammensternnebel, weil es in der Region scheinbar Rauch gibt, obwohl nichts brennt, auch nicht der darin liegende Stern AE Aurigae.

In der Regel definiert man Feuer als schnelle molekulare Aufnahme von Sauerstoff. Sie tritt nur dann auf, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist. In so einer Umgebung mit viel Energie und wenig Sauerstoff gibt es also kein Feuer. Das Material, das an Rauch erinnert, ist großteils interstellarer Wasserstoff. Er enthält aber dunkle Fasern aus kohlenstoffreichen Staubkörnern, die wie Rauch aussehen.

Der helle Stern AE Aurigae strahlt nahe beim Zentrum des Nebels. Er ist so heiß, dass er blau leuchtet. Sein Licht hat so viel Energie, dass es Elektronen aus den Atomen im Gas hinausstößt, das den Stern umgibt. Wenn ein Atom mit einem Elektron rekombiniert, wird Licht abgestrahlt. Das erzeugt den Emissionsnebel.

Der Flammensternnebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Er ist mehr als 5 Lichtjahre breit. Mit einem kleinen Teleskop sieht man ihn im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

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Wenn Rosen nicht rot sind

Der Rosettennebel ist in zwei Versionen abgebildet. Wenn man die Maus über das Bild schiebt, wird eine alternative Version gezeigt.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Coles und Mel Helm

Nicht alle Rosen sind rot, aber sie können trotzdem sehr hübsch sein. Der Rosettennebel und andere Gebiete mit Sternbildung werden auf astronomischen Bildern oft rot dargestellt, denn die markanteste Emission im Nebel stammt meist von Wasserstoffatomen.

Die stärkste optische Emissionslinie von Wasserstoff ist H-alpha. Sie liegt im roten Bereich des Spektrums. Doch die Schönheit eines Emissionsnebels liegt nicht nur im roten Licht. Auch andere Atome im Nebel werden vom energiereichen Sternenlicht angeregt und strahlen Licht in schmale Emissionslinien ab.

Für diese prächtige Ansicht des Rosettennebels wurden Aufnahmen kombiniert, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die Emission der Atome von Schwefel sind rot, Wasserstoff ist blau und Sauerstoff ist grün abgebildet. Das Schema für die Kartierung der schmalen Emissionslinien von Atomen in ein breiteres Farbspektrum wird bei vielen Hubblebildern angewendet, die Gebiete mit Sternbildung zeigen.

Der Rosettennebel liegt im Sternbild Einhorn und ist ungefähr 3000 Lichtjahre von uns entfernt. In dieser Distanz ist das Bild etwa 100 Lichtjahre breit. Wollt ihr die Rose rot färben? Dann folgt diesem Link oder schiebt den Mauspfeil über das Bild.

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