RCW 114: Drachenherz im Altar

Hinter vielen kleinen, spitzen Sternen breitet sich eine gewölbte rote Wolke aus, die in der Mitte eine Höhlung hat. Die Wolke hat stark ausgeprägte Ranken und Fasern.

Bildcredit und Bildrechte: Andrew Campbell

Diese große kosmische Wolke ist als RCW 114 katalogisiert. Ihre Form wirkt dramatisch und gefasert. Sie liegt im südlichen Sternbild Altar. Am Himmel des Planeten Erde ist sie mehr als sieben Grad breit, das sind 14 Vollmonde nebeneinander. Trotzdem ist es schwierig, sie abzubilden. Dieses Mosaik entstand mit einem Teleskop. Dazu fotografierte man die vielsagenden rötlichen Emissionen der ionisierten Atome von Wasserstoff.

Man fand heraus, dass RCW 114 der Überrest einer Supernova ist. Das ist die finale Explosion eines massereichen Sterns. Dabei entstand eine Stoßwelle, die sich immer noch ausdehnt. Sie fegt die umgebende interstellare Materie auf. So kam es zu den langen, faserartigen Emissionen.

Nach guten Schätzungen ist die Wolke mehr als 600 Lichtjahre entfernt. Somit hat sie einem Durchmesser von etwa 100 Lichtjahren. Das Licht der Supernovaexplosion, bei der RCW 114 entstand, erreichte die Erde also vor rund 20.000 Jahren. Kürzlich erkannte man einen Pulsar – das ist ein rotierender Neutronenstern – als Überrest des kollabierten Sternkerns.

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M1: Der unglaubliche expandierende Krebs

Die verworrenen Fasern des Krebsnebels M1 sind rot abgebildet, sie umhüllen einen grauen Nebel. M1 ist von vielen Sternen umgeben, der Hintergrund ist schwarz.

Bildcredit und Bildrechte: Detlef Hartmann

Der Krebsnebel ist als M1 katalogisiert. Er ist der erste Eintrag auf Charles Messiers berühmter Liste von Dingen, die keine Kometen sind. Inzwischen ist die Krabbe als Überrest einer Supernova bekannt. Das ist eine Trümmerwolke von der Explosion eines massereichen Sterns, die sich ausdehnt.

Die gewaltsame Entstehung des Krebses wurde im Jahr 1054 beobachtet. Heute ist der Nebel ungefähr 10 Lichtjahre groß. Er expandiert immer noch mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde. In den letzten 10 Jahren beobachtete man seine Expansion. Sie ist auf diesem faszinierenden Zeitraffervideo zu sehen.

Von 2008 bis 2017 entstand jedes Jahr an einer ferngesteuerten Sternwarte in Österreich mit demselben Teleskop samt Kamera ein Bild. Diese 10 Bilder wurden zu einem Zeitrafferfilm kombiniert. Die Belichtungszeit beträgt insgesamt 32 Stunden. Die scharfen Einzelbilder wurden bearbeitet. Sie zeigen sogar die dynamische Strahlung im Inneren.

Der Krebsnebel ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Stier.

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Der Helixnebel von CFHT

Der Helixnebel ist in Falschfarben abgebildet. Sein Inneres schimmert grün, das Auge ist von rosa-violetten Hüllen umgeben. Außen herum leuchten viele Sterne.

Bildcredit: CFHT, Coelum, MegaCam, J.-C. Cuillandre (CFHT) und G. A. Anselmi (Coelum)

Schaut unsere Sonne eines Tages so aus? Der Helixnebel ist einer der hellsten planetarischen Nebel in unserer Nähe. Er ist eine Gaswolke, wie sie am Ende der Existenz eines sonnenähnlichen Sterns entsteht. Die äußeren Hüllen des Sterns werden in den Weltraum getrieben. Aus unserer Perspektive wirkt es, als würden wir in eine Spirale blicken. Der Überrest des zentralen Sternkerns wird zu einem Weißen Zwerg. Er strahlt in einem so energiereichen Licht, dass das Gas, das das zuvor abgestoßen wurde, zu fluoreszieren beginnt.

Der Helixnebel ist als NGC 7293 katalogisiert. Er ist etwa 700 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Wassermann (Aquarius). Der Nebel ist zirka 2,5 Lichtjahre groß. Die Aufnahme entstand mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop (CFHT). Dieses steht auf einem inaktiven Vulkan auf Hawaii. Eine Nahaufnahme vom inneren Rand des Helixnebels zeigt komplexe Gasknoten. Ihr Ursprung ist unbekannt.

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Weitwinkelfeld von M78

Mitten im Bild schimmern die bläulichen Nebel M87 und McNeils veränderlicher Nebel. Die beiden sind von einem Meer aus Sternen und rot leuchtendem Wasserstoff umgeben. Dazwischen verlaufen dunkle, dichte Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Fabian Neyer

Im fruchtbaren Sternbild Orion gibt es reichlich interstellare Staubwolken und leuchtende Nebel. Einer der hellsten ist M78. Er leuchtet mitten in der bunten Weitwinkelansicht. Man findet ihn nördlich vom Gürtel des Orion.

Der bläuliche Reflexionsnebel ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa 5 Lichtjahre. Der Farbton entsteht durch Staub, der das blaue Licht heißer, junger Sterne besonders gut reflektiert. Links neben M78 liegt der Reflexionsnebel NGC 2071. Rechts daneben ist McNeils Nebel. Er ist kompakter und fasziniert, denn in jüngster Zeit erkannte man ihn als veränderlichen Nebel. Er ist mit einem jungen, sonnenähnlichen Stern verbunden.

Die rötlichen Lichtflecken stammen von Herbig-Haro-Objekten. Das sind die energiereichen Strahlen von Sternen, die gerade entstehen. Sie zeichnen sich vor dem dunklen Staub ab. Die Aufnahme zeigt auch das blassere, alles durchdringende Leuchten von atomarem Wasserstoff in der Region.

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Der Pferdekopfnebel

Vor einer magentafarbenen Nebelwand mit Sternen zeichnet sich eine dunkle Wolke ab. Sie hat eine Form, die viele an einen Pferdekopf erinnert.

Bildcredit: CFHT, Coelum, MegaCam, J.-C. Cuillandre (CFHT) und G. A. Anselmi (Coelum)

Der Pferdekopfnebel im Orion gehört zu den Nebeln am Himmel, die man am besten wiedererkennt. Er gehört zu einer großen, dunklen Molekülwolke. Die ungewöhnliche Form ist auch als Barnard 33 bekannt. Sie wurde erstmals Ende der 1880er-Jahre auf einer Fotoplatte entdeckt. Das rote Leuchten stammt vorwiegend von Wasserstoff, der hinter dem Nebel liegt. Er wird vom nahen, hellen Stern Sigma Orionis angeregt.

Der dicke Staub ist der Grund, weshalb der Pferdekopf so dunkel ist. Der untere Teil des Pferdekopfnackens wirft einen Schatten nach links. Gas, das aus dem Nebel strömt, wird von einem starken Magnetfeld kanalisiert. Die hellen Flecken im Sockel des Pferdekopfnebels sind junge Sterne, die gerade entstehen. Licht braucht etwa 1500 Jahre, um vom Pferdekopfnebel zu uns zu gelangen.

Dieses Bild wurde mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop auf Hawaii (USA) fotografiert. Es hat einen 3,6 Meter großen Spiegel.

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Nordamerika und der Pelikan

Die rote Emissionsregion im Bild wird von einer dunklen Staubwolke strukturiert. So erinnert der Linke Teil wie Nordamerika, der rechte Teil an einen Pelikan.

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Moroni

Wer unseren hübschen Planeten mag, kennt sicherlich die Umrisse dieser kosmischen Wolken. Links leuchtet die Emissionsregion NGC 7000. Dunkle Staubbahnen ziehen rechts daneben einen Rand. Sie skizzieren die Form eines Kontinents. Daher hat die Emissionsergion den gängigen Namen Nordamerikanebel. Rechts vor der Ostküste des Nordamerikanebels liegt IC 5070. Sein Profil legt den Namen Pelikannebel nahe.

Die beiden hellen Nebel sind etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Sie gehören zur selben großen, komplexen Sternbildungsregion. Diese ist fast so nahe wie der besser bekannte Orionnebel. Bei dieser Entfernung misst das 6 Grad breite Sichtfeld 150 Lichtjahre.

Dieses sorgfältig erstellte kosmische Porträt entstand aus Schmalbandbildern. So wurden die hellen Ionisationsfronten und das charakteristische rote Leuchten des atomaren Wasserstoffs betont. Diese Nebel seht ihr mit Fernglas an einem dunklen Ort. Sucht sie nordöstlich vom hellen Stern Deneb im Sternbild Schwan.

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M42 – der große Orionnebel

Der Orionnebel ist sehr detailreich abgebildet, links leuchtet ein blauer Nebel, rechts die bekannte Höhlung mit dem Trapez.

Bildcredit und Bildrechte: Francesco Battistella

Nur wenige Ansichten der Astronomie regen die Fantasie sosehr an wie ein Sternbildungsgebiet in unserer Nähe. Es ist der Orionnebel. Das leuchtende Gas im Nebel umgibt heiße junge Sterne am Rand einer riesigen interstellaren Molekülwolke. Dieses Bild zeigt viele faserartige Strukturen. Es sind Stoßwellen. Sie bestehen aus Fronten, an denen schnelle Materie auf langsames Gas trifft.

Der Orionnebel ist etwa 40 Lichtjahre groß. Er liegt 1500 Lichtjahre entfernt im selben Spiralarm unserer Galaxis wie die Sonne. Wir sehen den großen Nebel im Orion ist mit bloßem Auge. Er schimmert links unter dem Gürtel aus drei Sternen im beliebten Sternbild Orion, den man leicht erkennt.

Dieses Bild wurde letzten Monat fotografiert. Es wurde zwei Stunden belichtet und zeigt den Nebel in drei Farben. Zum ganze Komplex der Orionnebelwolken gehört auch der Pferdekopfnebel. Er wird im Laufe der nächsten 100.000 Jahre langsam zerstreut.

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Alnitak, Alnilam, Mintaka

Die markantesten Sterne im Bild sind die drei Gürtelsterne des Orion. Sie sind von einem Sternenteppich umgeben, rechts unten kommt eine magentafarben leuchtende Wolke dazu, vor der sich winzig der dunkle Pferdekopfnebel als Silhouette abzeichnet.Links neben dem Pferdekopf ist der von mehreren Sternen umgebene Flammennebel.

Bildcredit und Bildrechte: Mohammad Nouroozi

Helle, bläuliche Sterne verlaufen diagonal durch diese kosmische Aussicht. Es sind – von Osten nach Westen (rechts unten nach links oben) – Alnitak, Alnilam und Mintaka. Die drei blauen Überriesensterne sind auch als Gürtel des Orion bekannt. Sie sind viel heißer und massereicher als die Sonne. Die drei Sterne sind zwischen 800 und 1500 Lichtjahren entfernt. Sie entstanden in Orions gut erforschten interstellaren Wolken.

Die Wolken aus Gas und Staub in dieser Region haben einige überraschend vertraute Formen. Dazu gehören der dunkle Pferdekopfnebel und der Flammennebel rechts unten bei Alnitak. Der berühmte Nebel im Orion liegt vom bunten Sternfeld aus gesehen rechts außerhalb des Bildes. Das schön komponierte Teleskopmosaik entstand aus zwei Bildern. Es ist am Himmel ungefähr vier Grad breit.

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