LDN 1622: Dunkler Nebel im Orion

Die Astronomin Beverly Turner Lynds katalogisierte die dunkle Wolke im Bild als LDN 1622. Sie hat den Spitznamen Butzemann-Nebel und liegt vor einer Wolke aus leuchtendem Wasserstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Fellows

Die Silhouette einer dunklen Wolke prägt diese kosmische Szene. LDN 1622 (Lynds‚ dunkler Nebel 1622) liegt vor einer sanft leuchtenden Wolke aus Wasserstoff. Man erkennt ihn erst auf lang belichteten Aufnahmen deutlich. Im Gegensatz dazu findet man den helleren Reflexionsnebel vdB 62 leichter: Er liegt knapp über der dunklen Wolke.

LDN 1622 befindet sich in der Scheibe unserer Milchstraße nahe bei einer Gegend am Himmel, die als Barnards Schleife bekannt ist. Diese große Wolke umgibt die vielen Emissionsnebel im Gürtel und Schwert des Sternbilds Orion. Der Staub der dunklen Wolke LDN 1622 ist wahrscheinlich ähnlich weit von uns entfernt, nämlich ungefähr 1500 Lichtjahre. Die Wolke ist im Bild 3 Grad breit. In ihrer Entfernung beträgt ihr Durchmesser daher ganze 100 Lichtjahre! Im Staub sind junge Sterne versteckt. Sie wurden mit der Infrarotkamera des Weltraumteleskops Spitzer beobachtet.

Dank ihrer gespenstischen Erscheinung erhielt die Wolke LDN 1622 den Spitznamen Butzemann-Nebel (Boogeyman Nebula).

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CTB 1: Der Medulla-Nebel

Ein kompakter roter Nebel leuchtet mitten im Bild. Er ist von roten Nebelschwaden und einem zarten, fast transparenten blauen Schleier umgeben. Seine Form und Struktur erinnern an ein Gehirn.

Bildcredit: Pierre Konzelmann

Wie entsteht dieser ungewöhnliche Nebel? CTB 1 ist eine Gashülle, die sich ausdehnt. Vor etwa 10.000 Jahren explodierte ein Stern im Sternbild Kassiopeia und hinterließ diesen Nebel.

Nahe beim Kern des Sterns bauten Elemente durch Kernfusion einen stabilisierenden Druck auf. Als diese Elemente verbraucht waren, explodierte der Stern. Dabei entstand dieser Supernovaüberrest. Wegen seiner Ähnlichkeit mit der Form eines Gehirns trägt er den Spitznamen Medulla-Nebel. Er leuchtet immer noch im sichtbaren Licht, weil der Nebel mit dem interstellaren Gas kollidiert, das ihn umgibt. Dabei entsteht Hitze.

Der Nebel leuchtet auch im Röntgenlicht. Warum er das tut, wird noch erforscht. Eine Hypothese lautet, dass bei der Explosion ein energiereicher Pulsar entstand. Dieser versorgt wohl den Nebel mit Energie, indem er schnelle Winde ausstößt. Tatsächlich entdeckte man im Radiowellenbereich einen Pulsar, den die Explosion der Supernova mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde fortgeschleudert hat.

Wenn man den Medulla-Nebel von der Erde aus sieht, ist er so groß wie der Vollmond, aber extrem blass. Daher brauchte man für dieses Bild 84 Stunden Belichtungszeit an einem kleinen Teleskop in Texas in den USA.

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Simeis 147: Der Spaghetti-Nebel, ein Supernova-Überrest

Der leuchtende Spaghetti-Nebel füllt das Bild. Er ist von leuchtenden, verworrenen Fasern geprägt. Der Nebel ist hier rot leuchtend dargestellt.

Bildcredit und Bildrechte: Saverio Ferretti

Sein beliebter Spitzname ist der „Spaghetti-Nebel“. Doch offiziell ist er als Simeis 147 oder Sharpless 2-240 katalogisiert. Schnell verliert man sich in den verschlungenen, gewundenen Fasern des komplexen Supernova-Überrests. Er liegt am Rand der Sternbilder Stier (Taurus) und Fuhrmann (Auriga). Die beeindruckende Gasstruktur ist am Himmel fast 3 Grad breit – das entspricht sechs Vollmond-Durchmessern. In der geschätzten Entfernung von 3000 Lichtjahren ist das eine Ausdehnung von etwa 150 Lichtjahren.

Der Nebel ist ein Supernova-Überrest. Sein Alter wird auf rund 40.000 Jahre geschätzt. Das Licht dieser gewaltigen Sternexplosion erreichte die Erde also zu einer Zeit, als noch Wollhaarmammuts umherzogen. Neben dem expandierenden Überrest hinterließ die kosmische Katastrophe einen Pulsar. Das ist ein schnell rotierender Neutronenstern. Er war der ursprüngliche Kern des Sterns.

Das Bild wurde letzten Monat in Forca Canapine in Italien aufgenommen.

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Der Krebsnebel M1

Vor einem schwarzen, sternenbesetzten Hintergrund steht eine ovale Wolke mit faseriger Struktur. DIe Fasern leuchten weiß, rot und blau und der Kernbereich der Wolke leuchtet diffus gelblich.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Chen

Solch ein Durcheinander hinterlässt ein Stern, wenn er explodiert. Der Krebsnebel entstand in einer Supernova, die man im Jahr 1054 beobachtete. Ihn durchziehen rätselhafte Filamente. Diese Fasern sehen nicht nur ziemlich kompliziert aus, sie haben scheinbar auch weniger Masse, als die Supernova ausgeworfen hat. Zudem scheinen sie sich schneller auszudehnen, als von einer freien Explosion zu erwarten ist.

Dieses Bild hat ein Amateurastronom in Leesburg in Florida in den USA in drei Nächten des letzten Monats fotografiert. Dazu nahm er Einzelbilder in den drei Grundfarben auf. Zusätzliche Details fing er im charakteristischen Leuchten des Wasserstoffs ein.

Der Krebsnebel ist rund 10 Lichtjahre groß. Im Zentrum des Nebels befindet sich ein Pulsar. Das ist ein Neutronenstern, der so viel Masse wie die Sonne hat, dabei aber nur so groß wie eine Stadt ist. Der Krebspulsar dreht sich einer Sekunde rund 30-mal um die eigene Achse.

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Einhorn, Fuchsfell und Christbaum

Das Bild ist von markanten, rot leuchtenden Nebeln durchzogen. Es ist ein Tumult aus Sternen, Nebelfetzen und dunklen Staubwolken. Der Nebel unten erinnert an ein Fuchsfell. Oben ist der markante Kegelnebel. Die Form dazwischen erinnert an einen Christbaum.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Kalika

Die Sternbildungsregion NGC 2264 ist eine schöne, komplexe Anordnung aus interstellarem Gas und Staub. Sie ist ungefähr 2.700 Lichtjahre entfernt und liegt in einem lichtschwachen Sternbild. Es wird fantasievoll Einhorn (Monoceros) genannt. Man findet es nahe beim Himmelsäquator und bei der Ebene unserer Milchstraße.

Die Himmelslandschaft passt zur Jahreszeit. Sie mischt dunkle interstellare Staubwolken und rötliche Emissionsnebel, die vom energiereichen Licht neuer Sterne angeregt werden. Wo die dunklen Staubwolken, die das Licht absorbieren, nahe bei heißen, jungen Sternen liegen, reflektieren sie das Sternenlicht. So entstehen blaue Reflexionsnebel.

Ein bläulich schimmernder Dunst umgibt den hellen, veränderlichen Stern S Monocerotis mitten im Bild. Über S Monocerotis ist eine einfache dreieckige Anordnung. Es sind die Sterne von NGC 2264, die man allgemein als Weihnachtsbaum-Sternhaufen kennt.

Der Kegelnebel wurde vom energiereichen Sternenlicht geformt. Er hängt kopfüber an der Spitze dieses kosmischen Christbaums. Unter dem Baum liegt der staubige, verschlungene Pelz aus leuchtendem Gas und Staub. Er wird Fuchsfellnebel genannt.

Das detailreiche Bild wurde mit einem Teleskop aufgenommen. Von oben nach unten ist es etwa 1,5 Grad hoch. Das sind am Himmel drei Vollmonddurchmesser. In der Entfernung von NGC 2264 ist die Region fast 80 Lichtjahre hoch.

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W5: Der Seelennebel

Der Seelennebel füllt das Bild. Große Höhlungen sind von blau schimmerndem Gas gefüllt. Außen sind dicke Ränder aus rot und orangefarben leuchtendem Gas.

Bildcredit und Bildrechte: Jeffrey Horne

Neue Sterne entstehen in der Seele der Königin von Aithiopia. Genauer gesagt findet man in der Richtung des Sternbilds Kassiopeia eine große Region mit Sternbildung. Sie hat den Namen Seelennebel. In der griechischen Mythologie ist Kassiopeia die eitle Frau eines Königs, der vor langer Zeit ein Gebiet am oberen Nil regierte.

Der Seelennebel heißt auch Westerhout 5 (W5) und enthält mehrere offene Sternhaufen. Wir sehen dunkle Säulen und Schwaden aus kosmischem Staub sowie riesige Blasen, die durch die Sternwinde von jungen Sternen entstanden sind.

Der Seelennebel ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt und über 100 Lichtjahre groß. Oft sehen wir ihn in einem Bild mit seinem Himmelsnachbarn, dem Herznebel (IC 1805). Unser Bild hier wurde in Nashville in Tennessee aufgenommen. Es besteht aus Aufnahmen, die 234 Stunden Belichtung in verschiedenen Farben kombinieren: Das Rot stammt von Wasserstoff, das Gelb von Schwefel und das Blau von Sauerstoff.

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Der Pferdekopfnebel

Vor einem rot leuchtenden Emissionsnebel, der von Fasern durchzogen ist, zeichnet sich eine dunkle Wolke ab. Sie hat eine Form, die an einen Pferdekopf erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: George Chatzifrantzis

Diese staubige interstellare Molekülwolke wurde von den Winden und der Strahlung von Sternen geformt. Dabei nahm sie zufällig eine Form an, die man gleich erkennt. Passenderweise ist sie als Pferdekopfnebel bekannt. Sie ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt in den riesigen Wolkenkomplex im Orion eingebettet.

Die dunkle Wolke ist ungefähr fünf Lichtjahre „hoch“. Sie ist als Barnard 33 katalogisiert. Erstmals wurde sie auf einer fotografischen Platte erkannt, die im späten 19. Jahrhundert aufgenommen wurde. B33 ist hauptsächlich sichtbar, weil sich der dunkle Staub als Silhouette vom Leuchten des Emissionsnebels IC 434 abhebt.

Bilder des Hubble-Weltraumteleskops aus dem frühen 21. Jahrhundert zeigen, dass in B33 junge Sterne entstehen. Natürlich verändert sich die Form der prächtigen interstellaren Wolke allmählich in den nächsten paar Millionen Jahren. Aber vorerst ist der Pferdekopfnebel ein lohnendes Objekt, auch wenn es mit kleinen Teleskopen von der Erde schwierig zu beobachten ist.

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Das Herz des Seelennebels

Ein dunkler Staubwulst, der teilweise orangefarben leuchtet, liegt vor einer blau leuchtenden Nebelwand. Das Bild ist von kleinen Sternen übersät.

Bildcredit und Bildrechte: Nicola Bugin

Diese kosmische Nahaufnahme blickt tief in den Seelennebel. Um dunkle und düstere Staubwolken verlaufen helle, schmale Ränder. Sie sind als IC 1871 katalogisiert. Der Nebel hat einen Durchmesser von 25 Lichtjahren. Er nimmt nur einen kleinen Teil des viel größeren Herz- und Seelennebels ein. Der Nebel ist etwa 6500 Lichtjahre von uns entfernt und liegt im Perseus-Spiralarm der Milchstraße. Von der Erde aus sehen wir diese Region im Sternbild Kassiopeia, der Königin von Aithiopia.

IC 1871 ist ein gutes Beispiel für angeregte Sternentstehung. Starke Sternwinde und die intensive Strahlung der massereichen, jungen Sterne formen die dichten Wolken. Die Farbpalette wurde für zahlreiche Hubble-Aufnahmen von Sternbildungsregionen verwendet und wurde dadurch sehr bekannt.

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