Simeis 188 in Sternen, Staub und Gas

Ein magentafarbener Nebel füllt fast das ganze Bild, links oben gesäumt von blauen Reflexionsnebeln und durchzogen von einigen dunklen Staubranken. Im Bild leuchten einige markante helle Sterne, dazwischen sind Sterne wie Glitzer verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Dieter Willasch (Astro-Cabinet)

Wenn Sterne entstehen, regiert das Chaos. Besonders bunt treibt es die Sternbildungsregion Simeis 188. Sie enthält einen ungewöhnlichen hellen Wolkenbogen, der als NGC 6559 katalogisiert ist. Oben seht ihr rot leuchtende Emissionsnebel aus Wasserstoff, blaue Reflexionsnebel und dunkle Absorptionsnebel aus Staub sowie Sterne, die daraus entstanden sind.

Die ersten massereichen Sterne, die aus dem dichten Gas entstehen, strahlen energiereiches Licht ab und verströmen Winde, die ihren Entstehungsort erodieren, zerteilen und formen. Dann explodieren sie. Der dabei entstehende Sumpf kann ebenso schön wie komplex sein.

Nach zehn Millionen Jahren verdampft der Staub, das Gas wird fortgefegt und alles, was zurückbleibt, ist ein nackter, offener Sternhaufen. Simeis 188 ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Sie liegt im Sternbild Schütze ungefähr ein Grad nordöstlich von M8, dem Lagunennebel.

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Milchstraße über Piton de l’Eau

Über einem ruhigen Kratersee auf einem erloschenen Vulkan wölbt sich die majestätische Milchstraße. Hinten in der Mitte steht der Piton des Neiges, es ist der höchste Gipfel auf der Insel Réunion.

Bildcredit und Bildrechte: Luc Perrot

Wenn ihr lange genug auf eine klare, mondlose Nacht wartet, treten die Sterne manchmal prachtvoll hervor. So eine Gelegenheit gab es Anfang des Monats am Piton de l’Eau auf Réunion. Vorne liegt ein Vulkankrater, er ist mit Wasser gefüllt und von Büschen und Bäumen umgeben. Der ruhige Kratersee reflektiert das Sternenlicht.

Wenn ihr genau schaut, seht ihr in der Bildmitte den Piton des Neiges, das ist der höchste Gipfel der Insel. Er ist mehrere Kilometer entfernt. Im Hintergrund leuchtet hoch über dem See das Licht Hunderter Sterne. Die meisten davon sind weniger als 100 Lichtjahre entfernt in der unmittelbaren stellaren Nachbarschaft.

Oben wölbt sich weit entfernt das majestätische Zentralband unserer Milchstraße, in der das Licht von Millionen von Sternen leuchtet. Die meisten davon sind Tausende Lichtjahre entfernt. Der Astrofotograf berichtete, dass er fast zwei Jahre warten musste, bis Himmel und Wolken dieses Bild erlaubten.

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Die Milchstraße über den Osterinseln

Am Himmel leuchtet das blaue Band der Milchstraße mit dunklen Staubwolken. Unten stehen gelb beleuchtete Steinstatuen auf Rapa Nui, der Osterinsel.

Bildcredit und Bildrechte: Manel Soria

Warum wurden die Statuen auf der Osterinsel Rapa Nui errichtet? Das ist nicht bekannt. Sicher ist, dass dort mehr als 800 riesige Steinstatuen stehen. Die Statuen auf Rapa Nui sind meist mehr als doppelt so hoch wie ein Mensch und wiegen etwa die 200-mal so viel wie ein Mensch.

Über die Geschichte oder Bedeutung der ungewöhnlichen Statuen ist nur wenig bekannt. Manche denken, dass die meisten davon vor etwa 500 Jahren als Abbilder lokaler Herrscher einer verlorenen Zivilisation sind. Oben seht ihr einige der Steinriesen. Sie wurden 2009 unter dem Zentralband unserer Milchstraße abgelichtet.

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Eine Dreiergruppe im Schützen

In einem sterngefüllten Sichtfeld mit dunklen Staubwolken leuchtet links in Magenta der Lagunennebel, rechts daneben der kleiner blau-rote Trifidnebel mit den markanten Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Diese drei hellen Nebel werden bei Streifzügen mit Teleskop im Sternbild Schütze und den überfüllten Sternfeldern der zentralen Milchstraße oft besucht. Eigentlich katalogisierte der kosmische Tourist Charles Messier im 18. Jahrhundert nur zwei davon.

M8 ist der große Nebel links. Rechts leuchtet der farbenprächtige M20. Der dritte Nebel ist NGC 6559, er befindet sich über M8 und ist durch eine dunkle Staubspur vom größeren Nebel getrennt. Alle drei Sternbildungsregionen sind etwa fünftausend Lichtjahre von uns entfernt.

Der weitläufige M8 ist etwa hundert Lichtjahren groß. Er ist auch als Lagunennebel bekannt. Der gängige Name von M20 ist Trifidnebel. Leuchtender Wasserstoff erzeugt die markante rote Farbe des Emissionsnebels. Sie bildet einen Kontrast zu den markanten blauen Farbtönen im Trifidnebel. Die blauen Nebel entstehen durch Sternenlicht, das von Staub reflektiert wird.

Die weite Himmelslandschaft zeigt rechts über dem Trifidnebel auch M21, einer von Messier offenen Sternhaufen.

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An der Kante von NGC 891

Diagonal im Bild verläuft eine Galaxie, die wir von der Kante sehen. Quer durch die Mitte verlaufen dunkle Staubwolken.

Bildcredit: KompositbilddatenSubaru-Teleskop (NAOJ), Hubble-Vermächtnisarchive, Michael Joner, David Laney (West Mountain Observatory, BYU); BearbeitungRobert Gendler

Dieses scharfe kosmische Porträt zeigt NGC 891. Die Spiralgalaxie ist etwa 100.000 Lichtjahre breit. Wir blicken fast exakt auf ihre Kante. NGC 891 steht etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Andromeda.

Eigentlich ist NGC 891 unserer Milchstraße sehr ähnlich. Auf den ersten Blick hat sie eine flache, dünne galaktische Scheibe und eine zentrale Wölbung. In der Mitte ist sie von dunklem, undurchsichtigem Staub durchschnitten. Das Bild zeigt auch junge blaue Sternhaufen und verräterisch rötliche Sternbildungsregionen.

Durch die seitliche Sicht auf NGC 891 sind Filamente aus Staub sehr auffällig. Sie reichen Hunderte Lichtjahre über und unter die Kantenlinie. Der Staub wurde wahrscheinlich von Supernovaexplosionen oder intensiver Sternbildung aus der Scheibe getrieben. In der Nähe der Galaxienscheibe sind auch blasse Nachbargalaxien zu sehen.

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Nahaufnahme von M106

Die Galaxie im Bild besitzt dunkle Staubwolken, rötliche Sternbildungsregionen, blaue Sternhaufen und ein helles, gelbliches Zentrum.

Bildcredit: KompositbilddatenHubble-Vermächtnisarchiv; Adrian Zsilavec, Michelle Qualls, Adam Block / NOAO / AURA / NSF; BearbeitungAndré van der Hoeven

Dieses Himmelswunder liegt nahe bei der Großen Bärin (Ursa Major). Es ist von den Sternen der Jagdhunde (Canes Venatici) umgeben und wurde 1781 vom metrischen französischen Astronomen Pierre Mechain entdeckt. Später nahm es sein Freund und Kollege Charles Messier als M106 in seinen Katalog auf.

Aktuelle Ansichten, die mit Teleskop fotografiert werden, zeigen viele Details dieser Insel im Universum. M106 ist eine Spiralgalaxie mit einem Durchmesser von etwa 30.000 Lichtjahren. Sie liegt nur zirka 21 Millionen Lichtjahre hinter den Sternen der Milchstraße. Dieses farbige Kompositbild zeigt junge blaue Sternhaufen und rötliche Sternschmieden in den Spiralarmen der Galaxie, markante Staubbahnen und einen hellen zentralen Kern.

Das hoch aufgelöste Galaxienporträt ist ein Mosaik. Es entstand aus Daten von Hubbles scharfer ACS-Kamera, die mit Farbbilddaten von der Erde kombiniert wurden. M106 ist auch als NGC 4258 bekannt. Sie ist eine nahe gelegene, aktive Seyfertgalaxie und leuchtet im ganzen Spektrum an Strahlung, das von Radiowellen bis Röntgenstrahlung reicht. Die Energie der lebhaften aktiven Galaxien stammt von Materie, die in ein massereiches Schwarzes Loch im Zentrum fällt.

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Meteor über dem Crater Lake

Über einem Kratersee, dem Crater Lake in Oregon, wölbt sich die Milchstraße, davor blitzen Meteore über den Himmel. Wenn man den Mauspfeil über das Bild schiebt, werden die Sternbilder eingeblendet.

Bildcredit und Bildrechte: Brad Goldpaint (Goldpaint Photography)

„Habt ihr das gesehen?“ Diese Frage hört man bei Meteorströmen häufig, denn ein Meteorblitz ist normalerweise zu kurz, um den Kopf zu drehen. Es ist ein glücklicher Zufall, wenn man sieht, wie helle Meteore vorbeischießen. Das Wissen, dass alle Meteore einst kleine Steinchen aus einer anderen Welt waren, macht die Beobachtung vielleicht lohnenswert, sogar wenn eure Beobachtungsfreunde nicht jede einzelne Erfahrung teilen können.

Der Meteorstrom der Lyriden erreichte in den letzten Tagen seinen Höhepunkt. Am dunklen, mondlosen Himmel konnte man an manchen Orten ganze 30 Meteore pro Stunde beobachten.

Das Komposit entstand aus neun Aufnahmen, die letzte Woche fotografiert wurden. Ein heller Meteor der Lyriden zieht über den malerischen Crater Lake im US-Bundesstaat Oregon. Schnee bedeckt den Vordergrund, im Hintergrund wölbt sich das majestätische Band unserer Heimatgalaxie über dem ruhigen See.

Dieses Jahr kommen noch weitere Meteorströme: Mitte August die Perseïden und Mitte November die Leoniden. Beide erreichen ihren Höhepunkt 2012 abseits vom hellen Mondschein.

10.-12. August 2012: Perseïden und die Burggespräche des Orion
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Zodiakallicht-Panorama

Das Panorama umfasst 360 Grad und reicht von Horizont zu Horizont. Quer durch die Mitte verläuft das Zodiakallicht. Die Milchstraße verläuft links und rechts gekrümmt diatonal im Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Miloslav Druckmüller (UM FSI, Technische Universität Brünn), Shadia Habbal (IfA, Univ. von Hawaii)

Dieses 360-Grad-Panorama reicht vom östlichen bis zum westlichen Horizont. Es folgt dem Band des Zodiakallichtes in der ekliptischen Ebene des Sonnensystems. Das blasse Zodiakallicht entsteht durch Staub, der Sonnenlicht streut. Es spannt die elementare Koordinatenebene der Himmelskugel auf, die dem scheinbaren Pfad der Sonne am Himmel in einem Jahr entspricht. Dieser Pfad ist die Erdbahnebene.

Das faszinierende Panorama ist ein Mosaik aus Bildern, die in einer einzigen Nacht zwischen Abend- und Morgendämmerung an zwei Orten auf dem Mauna Kea fotografiert wurden. Die Lichter von Hilo auf Hawaii leuchten am linken östlichen Horizont, das Subaru- und das Keck-Zwillingsteleskop stehen rechts am westlichen Horizont.

In dieser gut gewählten mondlosen Nacht strahlte die Venus als Morgenstern knapp über dem östlichen Horizont, und Saturn stand fast in Opposition. Saturn ist in die Aufhellung des Zodiakalbandes getaucht, die als Gegenschein bezeichnet wird. Der Gegenschein liegt bei 180 Grad Länge. Er ist also auf der Ekliptik eine Winkeldistanz von 180 Grad von der Sonne entfernt.

In der Mosaikprojektion verläuft die Ebene unserer Milchstraße in einem Winkel, der das waagrechte Band des Zodiakallichtes über den beiden Horizonten kreuzt. Die Nebel, Sterne und Staubwolken im gewölbten galaktischen Zentrum gehen im Osten auf.

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