Der Blaue Mond und der Baum

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Houck

Gibt es so eine Anordnung nur alle heiligen Zeiten? Nein. Doch diese Einzelaufnahme wurde bei „blauem Mond“ fotografiert. Ende Jänner knipste der Fotograf diese Anordnung bei Vollmond. Es war der zweite des Monats und wird daher als „blauer Mond“ bezeichnet. Für die Aufnahme lief er schnell umher, um einen Punkt zu finden, wo der Mond im Hintergrund hinter dem Bogen eines Baumes im Vordergrund zu sehen war.

Leider gab es keine andere Möglichkeit, als sich in den Schlamm zu werfen und die Kamera auf einem Zaun aus Stacheldraht abzustellen. Zuvor schufen hungrige Kühe den Bogen in der Eiche, die in Knight’s Ferry in Kalifornien in den USA steht.

Solche skurrilen Anordnungen mit Mond und Baum gibt es bei jedem Vollmond, wenn man genug Zeit und Planung investiert. Eine neue Gelegenheit bietet sich dieses Wochenende. Dann geht wieder ein „blauer Mond“ auf. Es ist schon der zweite „blaue“ Mond des Jahres 2018. Somit ist dieser Monat der zweite des Jahres, in dem zwei Vollmonde auftreten. Jahre mit zwei blauen Monden sind recht selten. Das letzte solche Jahr war 1999, das nächste ist 2037.

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Die Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra ist grünlich und mit goldenen Symbolen verziert. Man erkennt einen Kreis und eine Sichel, die wahrscheinlich beide den Mond darstellen. Oben sind mehrere Sterne, vielleicht die Plejaden. Auf der ganzen Scheibe sind goldene Punkte verteilt, vermutlich sind es Sterne. Unten ist ein Bogen, vielleicht eine Sonnenbarke. Links und rechts sind Bögen (der linke ging verloren), die vermutlich der Winkelmessung dienten.

Bildcredit: Dbachmann, Wikipedia

Das ist vermutlich die älteste bekannte Darstellung des Nachthimmels. Doch was zeigt sie, und warum wurde sie geschaffen? 1999 fanden Schatzsucher die Himmelsscheibe in der Nähe von Nebra in Deutschland mit einem Metalldetektor. Sie lag zwischen mehreren Waffen aus der Bronzezeit. Das urzeitliche Artefakt ist zirka 30 Zentimeter groß. Es wurde der Aunjetitzer Kultur zugeordnet, die 1600 v. Chr. Teile von Europa bewohnte.

Die Punkte Sterne sind wahrscheinlich Sterne, und der Sternhaufen stellt wohl die Plejaden dar. Der große Kreis und die Sichel symbolisieren nach aktueller Auffassung den Mond. Der Zweck der Scheibe bleibt unbekannt. Einige Hypothesen vermuten eine astronomische Uhr, ein Kunstwerk oder ein religiöses Symbol. Ihr Wert liegt bei 8,9 Millionen Euro. Manche glauben, die Himmelsscheibe von Nebra wäre nur eine von zweien, und die zweite warte noch auf ihre Entdeckung.*

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*Dafür gibt es keine Belege; Anm. d. Übersetzerin

Der Sternenhimmel von März bis Mai

Eine komplexe Infografik visualisiert die Himmelsereignisse im Frühjahr 2018. Unten in der Mitte steht eine Figur mit Teleskop.

Bildcredit und Bildrechte: Universe2go.com

Was sieht man in den nächsten Monaten am Nachthimmel? Diese Grafik zeigt ein paar Höhepunkte. Die Grafik ist wie ein halbes Ziffernblatt, die Mitte liegt unten. Links sind die Himmelsereignisse im März gelistet, April ist oben und Mai rechts. Unten steht eine Person mit Teleskop. Doch man sieht fast alle dargestellten Ereignisse ohne Fernrohr. Wenn ein Objekt der Erde relativ nahe ist, liegt es näher bei der Figur in der Mitte.

Ein paar Höhepunkte am Himmel sind dieses Frühjahr die helle Venus am Abendhimmel im März, der Meteorstrom der Lyriden im April und Jupiter, der im Mai den Abendhimmel erreicht. In jeder Jahreszeit seht ihr manchmal, wie die Internationale Raumstation (ISS) über den Himmel zieht, wenn ihr wisst, wann ihr wohin gucken müsst.

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Ein Auto umkreist die Erde

Die Erde mit Ozeanen, Kontinenten und Wolken füllt den Hintergrund. Vorne ragt ein Auto mit offenem Schiebedach und einer Puppe ins Bild. Es diente als Ballast für einen Raketentest.

Bildcredit: SpaceX

Letzte Woche kreiste ein Auto um die Erde. Es wurde von Menschen und Robotern auf der Erde gebaut. Die Firma SpaceX startete es, um zu demonstrieren, dass ihre Rakete Falcon Heavy ein Raumschiff ins Sonnensystem transportieren kann. Das kultige Auto wurde absichtlich skurril gestaltet. Es sollte interessanter sein als Betonblöcke, um die Tauglichkeit der Rakete zu demonstrieren. Am Steuer sitzt eine Gliederpuppe namens Starman in einem Raumanzug.

Das Einzelbild stammt aus einem Video, das mit einer von drei am Auto montierten Kameras aufgenommen wurde. Diese Kameras waren mit der Autobatterie verbunden, die nun keinen Strom mehr liefert. Bald verließ das Auto den Erdorbit und kreist nun bis in unbestimmte Zukunft zwischen der Erde und dem inneren Rand des Asteroidengürtels um die Sonne.

Vielleicht ist es Milliarden Jahre unterwegs, bis sich die Sonne zu einem Roten Riesen ausdehnt. Wenn jemand in ferner Zukunft das birgt, was vom Auto noch übrig ist, wäre das ein einzigartiger Einblick in Technologien, die im 20. und frühen 21. Jahrhundert auf der Erde entwickelt wurden.

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Totale Finsternis von Sonne und Mond

Links ist der blutrote Mond bei einer totalen Mondfinsternis von Sternen umgeben. Das rote Licht wird von der Erdatmosphäre in den Kernschatten gestreut. Rechts beleuchtet die Erde die dunkle Mondoberfläche, weil sie Sonnenlicht reflektiert. Am Rand des Mondes sind rosarote Protuberanzen. Die Korona der Sonne bildet viele Schlieren und Schleifen.

Kompositbildcredit und Bildrechte: Wang Letian, Zhang Jiajie

Das Bild vergleicht zwei berühmte Finsternisse auf kreative Weise. Links ist die totale Mondfinsternis vom 31. Jänner. Rechts seht ihr die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 2017. Die totalen Finsternisse wurden digital Rücken an Rücken verbunden und bearbeitet. Beide zeigen den Mond etwa zum Höhepunkt der Totalität.

Bei der Mondfinsternis beleuchtet der dunkelrote Erdschatten zart die Mondoberfläche. Doch bei der Sonnenfinsternis steht der Mond als Silhouette vor der hellen Scheibe der Sonne. Die Mondoberfläche ist an sich dunkel. Man sieht sie gerade noch im Erdschein. Die Bilder sind am Mond ausgerichtet. Am Nachthimmel um den verfinsterten Mond sieht man auch blasse Sterne. Die verfinsterte Sonne ist von vielschichtigen Details der Protuberanzen und koronalen Ströme umgeben.

Die totale Phase der Finsternis am 21. August dauerte auf dem Pfad, den der Schatten des Mondes zog, nur etwa 2 Minuten oder weniger. Dagegen dauerte die Totalität des blauen Super-Blutmondes am 31. Jänner auf der ganzen Nachtseite des Planeten Erde länger als eine Stunde.

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Mondfliege und Strichspuren

Hinter einem kahlen Baum ist der Himmel dicht von den Strichspuren von Sternen überzogen. Links oben ist eine seltsame Spur. Sie ist an den Enden sehr hell, dazwischen ist sie dunkler und rötlich. Es ist der Mond während einer totalen Finsternis. Hinten am Horizont stehen Berge.

Bildcredit und Bildrechte: Haitong Yu

Am 31. Jänner konnte man auf der ganzen Nachtseite der Erde eine geruhsame Mondfinsternis bewundern. Es war die erste von drei totalen Mondfinsternissen, die nacheinander stattfinden. Dieses dramatische Zeitrafferbild entstand in der Provinz Hebei im Norden von China. Es zeigt das himmlische Schauspiel und kombiniert eine Serie an Aufnahmen, die im Laufe von drei Stunden belichtet wurden.

Eine Kamera auf einem Stativ fotografierte den Vollmond, als er über den klaren Nachthimmel glitt. Die Spur des Mondes erinnert an eine Fliege. Sie ist vor und nach der Finsternis sehr hell. Während der dunkleren totalen Finsternisphase, die eine Stunde und 16 Minuten dauerte, wird sie schmal und rot. Weit hinten laufen die farbigen Strichspuren in konzentrischen Bögen über und unter dem Himmelsäquator.

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Ein Seil im Weltraum

Links ragt ein Gerüst ins Bild, das an einen Turm erinnert. Daran hängt an einem Seil ein Gerät, das an einen Satelliten erinnert.

Bildcredit: TSS-1, STS-46-Besatzung, NASA

Das Raumseil ist eine der größten Visionen der Raumfahrt, die sich nicht erfüllt haben. Raumseile sind lange Stränge aus festem Material. Sie sollen Satelliten stabilisieren, Strom erzeugen und einfache Transporte möglich machen.

Die bisher ambitionierte Vision eines Weltraumseiles ist der Weltraumlift. Er ist eine Idee von Konstantin Ziolkowski. Arthur C. Clarke machte ihn bekannt. Dafür wird ein Seil konstruiert, das den Boden mit dem geosynchronen Orbit verbindet. Ein Problem ist die Stärke des Seils. Es ist schwierig, ein lange haltbares Seil zu konstruieren, das nicht reißt.

Der hier verlinkte Artikel beschreibt das Tethered Satellite System 1 (TSS-1). Es wurde 1992 mit der Raumfähre Atlantis getestet. Leider erfüllte TSS-1 die Erwartungen nicht, wie auch andere verwendete Raumseile. Doch der Versuch lieferte viele wertvolle Erkenntnisse.

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Das Planetensystem Kepler-90

Die Grafik zeigt in der oberen Reihe die Planeten des Systems Kepler-90 und darunter die Planeten des Sonnensystems. Auf den ersten Blick scheinen die Himmelskörper sehr ähnlich. Tatsächlich wissen wir aber nichts über die tatsächliche Natur der Exoplaneten.

Illustrationscredit: NASA Ames, Wendy Stenzel

Haben andere Sterne Planetensysteme wie unseres? Ja. Kepler-90 ist so ein System. Es wurde nach dem Satelliten Kepler katalogisiert. Nun entdeckte man einen achten Planeten. Damit besitzt Kepler-90 die gleiche Zahl bekannter Planeten wie unser Sonnensystem.

In einigen Dingen sind sich Kepler-90 und unser System ähnlich. Dazu gehören ein sonnenähnlicher G-Stern, erdähnliche Gesteinsplaneten und Planeten, die ähnlich groß sind wie Jupiter und Saturn. Zu den Unterschieden zählt, dass alle bekannten Planeten von Kepler-90 relativ eng kreisen. Sie kommen ihrem Stern näher als die Erde der Sonne. Somit sind sie vielleicht zu heiß für Leben. Doch vielleicht entdecken wir durch Beobachtungen über längere Zeiträume weiter außen kühlere Planeten.

Kepler-90 ist etwa 2500 Lichtjahre entfernt. Er ist 14 mag hell. Mit mittelgroßen Teleskopen findet man ihn im Sternbild Drache (Draco). Auch im nächsten Jahrzehnt sind Starts für Suchmissionen nach Exoplaneten geplant. Dazu gehören TESS, das JWST, WFIRST und PLATO.

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