Ein blauer Blutmond

Der Mond ist in den rötlichen Erdschatten getaucht. Rechts unten leuchtet der Rand bläulich, dort fällt Sonnenlicht darauf, das durch die Ozonschicht der Erde gedrungen war.

Bildcredit und Bildrechte: Dominique Dierick

Dieser scharfe Schnappschuss wurde mit Teleskop fotografiert. Er zeigt den Erntemond spät im September. Hier war er zu Beginn einer totalen Mondfinsternis ganz in den dunklen Kernschatten der Erde getaucht. Es war die letzte Finsternis einer Tetrade. Das ist eine Serie von vier aufeinanderfolgenden totalen Mondfinsternissen.

Der Vollmond stand nahe dem Perigäum und war besonders dunkel. Die Farbe der totalen Finsternis war ein tiefes Blutrot, da die Mondoberfläche Licht in den Erdschatten bricht, das von den niedrigen Schichten der Atmosphäre gefiltert wird. Aus der Mondperspektive stammt das rötliche Licht von allen Sonnenauf- und untergängen am Erdrand.

Doch knapp am Schattenrand hat der Mond einen eindeutig blauen Farbstich. Auch das blaue Mondlicht der Finsternis wird durch die Erdatmosphäre gefiltert. Es stammt von Sonnenstrahlen, die durch hohe Atmosphärenschichten dringen und von Ozon gefärbt werden. Ozon streut rotes Licht und ist für blaues Licht durchlässig.

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Charon: Mond von Pluto

Diese Seite des Mondes Charon zeigt immer zu Pluto. Oben am Pol ist eine rotbraune Verfärbung, sie heißt informell Mordor Macula. Um den ganzen Mond verläuft nahe dem Äquator ein Gürtel aus Rissen und Schluchten.

Bildcredit: NASA, Johns Hopkins Univ./APL, Southwest Research Institute

Die abgedunkelte, rätselhafte Polregion im Bild wird informell Mordor Macula genannt. Sie krönt dieses erstklassige, hoch aufgelöste Porträt von Charon, Plutos größtem Mond. Die Bilddaten stammen von New Horizons. Sie wurden bei der größten Annäherung am 14. Juli gewonnen und am 21. September zur Erde geschickt.

Bei der Bearbeitung wurden Daten in Blau, Rot und Infrarot kombiniert und die Farben verstärkt. Nun zeigen sie Variationen der Zusammensetzung der Oberfläche mit einer Auflösung von etwa 2,9 Kilometern. Charon ist 1214 Kilometer groß. Das ist etwa 1/10 der Größe des Planeten Erde, aber immerhin der halbe Durchmesser von Pluto. Damit ist er im Sonnensystem der größte Begleiter im Verhältnis zu seinem Planeten.

Das plastische Bild zeigt die Halbkugel von Charon, die immer zu Pluto zeigt. Man erkennt deutlich einen Gürtel aus Rissen und Schluchten, der offenbar um den ganzen Mond läuft. Er trennt scheinbar die sanfte Ebene im Süden vom vielfältigen Gelände im Norden.

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Verfinstert am Südhimmel

Über den Kuppeln der Magellan-Teleskope wölbt sich die Milchstraße. Rechts oben leuchtet der tiefrote Mond. Nachthimmellicht schimmert am Horizont.

Bildcredit und Bildrechte: Yuri Beletsky (Carnegie Las-Campanas-Observatorium)

Das faszinierende Panorama vom Südhimmel zeigt die bunte Nacht vom 27. auf 28. September. Über den Kuppeln der Magellan-Zwillingsteleskope am Las-Campanas-Observatorium wölbt sich die zentrale Milchstraße mit diffusem Leuchten und dunklen Furchen. Die Kuppeln sind 6,5 m breit.

Der tiefrote Mond prägt das Bild. Die totale Mondfinsternis beim Perigäum wurde lang erwartet. Dabei tauchte der Mond in den Erdschatten. Er reflektiert das Licht aller Sonnenauf- und -untergänge, das in den kegelförmigen Kernschatten der Erde gestreut wird.

Die empfindliche Digitalkamera zeigt den verfinsterten Mond in malerischem Rot und weitere Farben der Nacht. Dazu gehören rote und grüne Schatten von Nachthimmellicht in der Atmosphäre. Links unter dem Mond schimmert die Andromedagalaxie hinter dem rötlichen Luftleuchten und den Lichtern am Horizont. Sie ist ein winziger Fleck. Das ganze Panorama zeigt links die Magellanschen Wolken. Sie sind Begleitgalaxien der Milchstraße.

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Flüssiges Wasser auf dem Mars zieht saisonale Streifen

Vom Gipfel des Hügels im Bild laufen Schlieren abwärts, die etwa auf halber Höhe enden. Sie stammen offenbar von Flüssigkeiten.

Bildcredit: NASA, JPL, U. Arizona

Wie entstehen diese veränderlichen Schlieren auf dem Mars? Die dunklen Strukturen bezeichnet man als Recurring Slope Linea (RSL, wiederkehrende Hanglinien). Sie laufen an den Hängen von Hügeln und Kratern abwärts, reichen aber meist nicht bis zum Boden. Noch ungewöhnlicher ist, dass sich diese Schlieren mit den Jahreszeiten verändern. Bei warmem Wetter wachsen sie und sehen frisch aus, im Winter verschwinden sie.

Die beste Erklärung nach umfangreicher Forschung und aktuellen chemischen Analysen lautet, dass die Schlieren wahrscheinlich durch neu austretendes flüssiges Salzwasser entstehen. Es verdampft, während es abwärts fließt. Die Quelle des salzigen Wassers ist noch ungeklärt. Es gibt zwei Möglichkeiten: Tauwasser aus der Marsatmosphäre oder Speicher im Untergrund.

Falls die Ströme nicht allzu salzig sind, fördern sie vielleicht auch heute noch mikrobielles Leben auf dem Mars. Was für eine spannende Vermutung! Das Bild zeigt einen Hügel im Horowitz-Krater. Es wurde mit den Instrumenten der Robotersonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) untersucht. Der MRO schickt seit 2006 Bilder vom Mars.

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Totale Supermondfinsternis mit Gewitter

Der Mond wandert über den Himmel und taucht in den Erdschatten ein. Der Blick reicht von Ibiza übers Meer. Am Horizont zuckt ein Blitz aus den Wolken.

Bildcredit und Bildrechte: Jose Antonio Hervás

Was ist seltener als eine totale Finsternis bei Supermond? Wie wäre es mit einer totalen Finsternis bei Supermond über einem Gewitter? Gestern wurde so ein elektrisierender Ablauf auf Ibiza fotografiert. Ibiza ist eine Insel südöstlich von Spanien. Der Astrofotograf hatte den Ort wegen seiner Schönheit gewählt. Er wollte den ganzen Finsternisablauf fotografieren. Alles, was für die Dokumentation einer unvergesslichen Finsternis noch nicht passte, war das Wetter.

Was zu Beginn wie eine Störung am Horizont aussah, wurde ein Segen. Das Kompositbild entstand aus mehr als 200 digital kombinierten Bildern. Sie wurden während der Nacht am selben Ort fotografiert. Man sieht, wie der Vollmond unterging. Dabei verblasste er im rötlichen Erdschatten und wurde wieder hell. Ein zufälliger Blitz spiegelt sich rechts neben der 400 Meter hohen Felsinsel Es Vedrà im Mittelmeer.

Die nächste totale Finsternis mit einem großen, hellen Supermond findet 2033 statt. Doch die nächste totale Mondfinsternis gibt es schon im Jänner 2018. Am besten sieht man sie in Ostasien und Australien.

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Totale Mondfinsternis über Waterton Lake

Hinter dem Waterton Lake und den Gipfeln des Glacier-Nationalparks wandert der Mond über den Himmel. In der Mitte taucht er in den Erdschatten ein. Mit dem Mond wandern auch Mars, Spica und Saturn über den Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Yuichi Takasaka / TWAN / www.blue-moon.ca

Der Ablauf einer totalen Mondfinsternis wurde im April 2014 fotografiert. Der Blick reicht nach Süden über den eisigen Waterton Lake in einem Nationalpark im kanadischen Alberta auf dem Planeten Erde. Hinten am Horizont stehen die Gipfel des Glacier-Nationalparks in den USA.

Alle 10 Minuten hielt eine Aufnahme die Position und Finsternisphase des Mondes fest. Der Mond wanderte von links nach rechts über die zerklüfteten Berge und die Lichter von Waterton. Der Ablauf zeigt effektvoll die totale Phase der Finsternis. Sie dauerte etwa 80 Minuten.

Schon 270 v. Chr. maß der griechische Astronom Aristarch die Dauer von Mondfinsternissen ohne Digitaluhr und Kamera. Er dachte sich eine einfache, erstaunlich genaue Methode aus. Anhand der Geometrie und der Finsternisdauer berechnete er die Entfernung des Mondes in Erdradien.

Der Finsternisablauf im Bild zeigt auch die Positionen des Mars rechts über dem Mond. Der helle Stern Spica leuchtet neben der rötlichen Mondscheibe und Saturn links darunter.

Galerie: die Supermondfinsternis von letzter Nacht

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Heute Nacht: Supermondfinsternis

Videocredit: GSFC der NASA, David Ladd (USRA) und Krystofer Kim (USRA)

Heute Nacht verblasst der helle Vollmond ins Rötliche. Der Mond wird heute Nacht besonders hell, weil er seine voll beleuchtete Phase nahe bei dem Punkt seiner elliptischen Bahn erreicht, wo er der Erde sehr nahe steht. Weil er so groß ist und so hell leuchtet, nennt man heutigen Vollmond einen Supermond. Das ist allerdings etwas übertrieben, weil dieser Vollmond nur ein bisschen größer und heller ist als normalerweise.

Doch der Mond verblasst und wird rötlich, weil außerdem eine totale Mondfinsternis stattfindet. Dabei taucht der Mond ganz in den Erdschatten ein. Die zarte rote Farbe entsteht, weil die Erdatmosphäre blaues Sonnenlicht stärker streut. Man nennt den Vollmond von heute auch Erntemond, weil sich er in zeitlicher Nähe zum Äquinoktium im September auftritt. Auf der Nordhalbkugel wird zu diese Zeit die Ernte eingebracht.

Totale Finsternisse bei Supervollmond sind eher selten. Die letzte Supermondfinsternis fand 1982 statt. Die nächste Gelegenheit haben wir 2033. Die Supermondfinsternis heute Nacht dauert länger als eine Stunde. Im Osten von Nordamerika sieht man sie am besten nach Sonnenuntergang. In Südamerika findet sie um Mitternacht statt und in Westeuropa morgens vor Sonnenaufgang.

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M31 versus M33

In der Mitte leuchtet der gelbliche, gezackte Stern Mirach, links darüber und rechts darunter sind kleine Galaxien, die drei Objekte bilden eine Diagonale im Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Malcolm Park (Astronomische Vereinigung North York)

Die Spiralgalaxien M31 (links) und M33 sind am Himmel nur 14 Grad voneinander entfernt. Das sind 28 Vollmonde nebeneinander. Beide Galaxien sind große Mitglieder der Lokalen Gruppe. Dazu gehört auch unsere Milchstraße. Das Bild kombiniert Schmal- und Breitbandbilder, die mit verschiedenen Kameras aufgenommen wurden. Es zeigt Details in der Spiralstruktur in beiden massereichen Galaxien. Im Sternenfeld balancieren sie auf beiden Seiten neben dem hellen Stern Mirach, der als Beta Andromedae katalogisiert ist.

Mirach ist nur 200 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Doch die Entfernung zu M31, der Andromedagalaxie, beträgt ganze 2,5 Millionen Lichtjahre. Zu M33, der Dreiecksgalaxie, muss man ungefähr 3 Millionen Lichtjahre zurücklegen. Beide Galaxien sind scheinbar weit voneinander entfernt. Trotzdem führen M31 und M33 einen Gravitationstanz auf. Mit Radioantennen fand man sogar Hinweise auf eine Brücke aus Wasserstoff, die zwischen den beiden verläuft. Das ist ein Hinweis auf eine nahe Begegnung in der Vergangenheit.

Auf Basis von Messungen der Gravitation wurden Simulationen durchgeführt. Sie zeigen, dass sich die Milchstraße, M31 und M33 in Milliarden Jahren begegnen. Vielleicht verschmelzen sie sogar.

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