Merkur am Horizont

Im Abendrot zieht Merkur eine Schleife. Die Bilder wurden jeden Abend fotografiert, wenn die Sonne 10 Grad unter dem Horizont stand. Oben sind Wolken von unten rot beleuchtet.

Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado

Habt ihr schon einmal den Planeten Merkur gesehen? Er kreist sehr nahe um die Sonne. Daher ist er am irdischen Himmel nie weit von ihr entfernt. Wenn Merkur hinter der Sonne herzieht, sieht man ihn kurz nach Sonnenuntergang tief am Horizont. Wenn er der Sonne voraus wandert, steht er kurz vor Sonnenaufgang am Himmel. Leute mit Erfahrung und etwas Ausdauer finden Merkur zu gewissen Zeiten im Jahr, wenn der Horizont klar ist.

Dieses Bild entstand mit viel Entschlossenheit und etwas Digitalbearbeitung. Es zeigt Merkurs schrittweise Positionen im März 2000. Jedes Bild wurde in Spanien am selben Ort fotografiert, wenn die Sonne 10 Grad unter dem Horizont stand. Alle Bilder wurden dann über den fotogensten Sonnenuntergang gelegt.

Jetzt gerade steigt Merkur mit jedem Sonnenuntergang höher über den Horizont. Heute har er eine sehr geringe Winkeldistanz zum helleren Planeten Venus.

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NGC 2736 – der Bleistiftnebel

Vor einem rötlichen Nebel mit einem Teppich aus Sternen leuchtet ein blauer, strichförmiger Nebel, von dem nach oben Fasern auslaufen. Auch im Hintergrund sind einige Fasern erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Howard Hedlund und Dave Jurasevich, Las Campanas Obs.

Dünne, helle, geflochtene Fasern bewegen sich zur Mitte des scharfen, detailreichen Farbkomposits. Es sind eigentlich lange Wellen in einem kosmischen Schleier aus leuchtendem Gas. Wir sehen den Schleier fast von der Seite. Er ist die leuchtende Oberfläche einer Stoßwelle, die mit mehr als 500.000 km/h durch den interstellaren Raum pflügt.

Das Gebilde ist als NGC 2736 katalogisiert. Seine längliche Form führte zum landläufigen Namen Bleistiftnebel. Er ist etwa 5 Lichtjahre lang und 800 Lichtjahre entfernt. Doch der Bleistiftnebel ist nur ein kleiner Teil des Vela-Supernovaüberrestes, der ungefähr 100 Lichtjahre groß ist. Der Vela-Überrest ist die Trümmerwolke eines Sterns, die sich ausdehnt. Die Explosion des Sterns war vor zirka 11.000 Jahren zu beobachten.

Ursprünglich pflanzte sich die Stoßwelle mit Millionen km/h fort. Inzwischen wurde sie deutlich langsamer. Sie fegte die interstellare Materie in ihrer Umgebung auf. Das Schmalband-Weitwinkelbild zeigt das charakteristische Leuchten ionisierter Wasserstoff– und Sauerstoffatome in roten und blau-grünen Farben.

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NGC 1309: Spiralgalaxie und Freunde

Mitten im Bild breitet sich die prachtvolle Spiralgalaxie NGC 1309 aus. Im Inneren leuchtet sie gelblich, außen herum verlaufen Spiralarme mit blauen Sternhaufen. Links oben ist eine weiter entfernte Balkenspiralgalaxie.

Bildcredit: Hubble-Vermächtnisarchiv, ESA, NASA; BearbeitungJeff Signorelli

Die prächtige Spiralgalaxie NGC 1309 ist etwa 100 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im Sternbild Eridanus, am Ufer des Flusses. NGC 1309 ist etwa 30.000 Lichtjahre breit. Das ist ungefähr ein Drittel vom Durchmesser unserer größeren Milchstraße. Bläuliche junge Sternhaufen und Staubbahnen säumen die Spiralarme von NGC 1309. Sie winden sich um eine ältere gelbliche Sternpopulation im Zentrum.

NGC 1309 ist nicht bloß eine weitere hübsche Spiralgalaxie, die wir von oben sehen. Beobachtungen der aktuellen Supernova in NGC 1309 und veränderlicher Sterne vom Typ der Cepheiden helfen, die Expansion des Universums zu kalibrieren. Die schöne Galaxie hat eine symmetrische Form. Daneben seht ihr auf dieser scharfen, neu bearbeiteten Ansicht des Weltraumteleskops Hubble auch weiter entfernte Galaxien im Hintergrund.

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M7: Offener Sternhaufen im Skorpion

Das Bild wirkt bräunlich und ist voller Sterne. In der Mitte leuchtet ein offener Sternhaufen.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

M7 ist einer der markantesten offenen Sternhaufen am Himmel. Der Haufen besteht vorwiegend aus hellen blauen Sternen. Bei dunklem Himmel sieht man ihn mit bloßem Auge im Schweif des Sternbildes Skorpion. M7 enthält insgesamt etwa 100 Sterne. Er ist ungefähr 200 Millionen Jahre alt, 25 Lichtjahre groß und an die 1000 Lichtjahre entfernt.

Dieses Weitwinkelbild wurde in der Nähe von Belo Horizonte in Brasilien fotografiert. Der Sternhaufen M7 ist seit dem Altertum bekannt. Schon 130 n. Chr. erwähnte ihn Ptolemäus. Rechts unten ist eine dunkle Staubwolke. Hinten im Zentrum der Galaxis leuchten buchstäblich Millionen einzelner Sterne.

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Jagd auf Juno

Ein Kind läuft einen Sandstrand entlang in Richtung einer startenden Rakete. Die Rakete bringt die Mission Juno ins All.

Bildcredit und Bildrechte: Melissa Christine Kendall

Warte auf mich! 2011 startete die NASA-Mission Juno von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Letzte Woche erreichte sie den Planeten Jupiter. Die Sonde zündete ihre Triebwerke. Sie wurde die erst zweite Raumsonde, die in den Orbit um den größten Planeten im Sonnensystem eintrat.

Juno soll die nächsten zwei Jahre den jovianischen Riesen untersuchen. Sie kreist in einem stark elliptischen Orbit, auf dem sie sich Ende August Jupiters Wolkenoberflächen nähert. Natürlich konnte der Dreijährige auf dem Foto die startende Rakete nicht einholen. Heute, fünf Jahre später, ist er acht Jahre alt und jagt immer noch Raketen. Er will nun Astronaut werden.

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Polarlichter auf Jupiter

Bildfüllend ist der Planet Jupiter dargestellt. Die lebhaften Wolkenbänder sind detailreich abgebildet, rechts unten ist der große Rote Fleck. Oben leuchtet ein blaues Polarlicht.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble

Jupiter hat Polarlichter. Wie auf der Erde spielt das Magnetfeld des Gasriesen eine Rolle. Es lenkt geladene Teilchen der Sonne zu den Polen. Wenn diese Teilchen auf die Atmosphäre treffen, schlagen sie vorübergehend Elektronen aus den Gasmolekülen. Elektromagnetische Kräfte ziehen diese Elektronen zurück. Wenn die Elektronen rekombinieren, bilden sie mit den Atomkernen wieder neutrale Atome und Moleküle. Dabei entsteht ein Polarlicht.

Das Kompositbild wurde kürzlich veröffentlicht. Es entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble und zeigt die Polarlichter im UV-Licht. Sie verlaufen in ringförmigen Schichten um den Pol. Anders als Polarlichter auf der Erde bilden Jupiters Polarlichter mehrere helle Streifen und Flecken. Der große Rote Fleck ist rechts unten zu sehen.

Kürzlich traten bei Jupiter besonders starke Polarlichter auf. Zum Glück geschah das letzte Woche, als die NASA-Raumsonde Juno bei Jupiter ankam. Juno beobachtete den Sonnenwind, als sie sich Jupiter näherte. Das führt dazu, dass wir alle Polarlichter besser verstehen, auch auf der Erde.

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Mond trifft Jupiter

Rechts neben der aschfahl beleuchteten Nachtseite des Mondes steht Jupiter mit den vier galileischen Monden in einer Reihe. Vorne ziehen dünne Wolken über den Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Cristian Fattinnanzi

Was steht da beim Mond? Es ist Jupiter mit seinen vier größten Monden. Leute auf der Erde sahen 15. Juli 2012 morgens eine enge Begegnung des Planeten mit dem Mond. Viele sahen den hellen Jupiter neben der schmalen, abnehmenden Mondsichel. Doch Europäer konnten beobachten, wie der markante Gasriese hinter der Mondscheibe verschwand und vom Mond bedeckt wurde.

Die Teleskopansicht entstand bei Montecassiano in Italien. Wolken zogen vorüber. Dennoch zeigt das Bild Jupiter, als er mit seinen vier großen galileischen Monden nach der Bedeckung wieder auftauchte. Die sonnenbeleuchtete Sichel ist überbelichtet. Auf der Nachtseite ist der Mond zart vom Erdschein beleuchtet.

Von links nach rechts stehen Kallisto, Ganymed, Jupiter, Io und Europa in einer Reihe neben dem dunklen Mondrand. Kallisto, Ganymed und Io sind größer als der Erdmond, nur Europa ist etwas kleiner.

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Reise durch Frankreich und Leuchtende Nachtwolken

Der Himmel verläuft von Orangerot bis zu Nachtblau. Dazwischen ist ein feines Geäst weißer leuchtender Nachtwolken über dem Horizont.

Bildcredit und Bildrechte: Simon Lericque (GAAC)

Im Norden von Frankreich sind helle Leuchtende Nachtwolken kein vertrauter Anblick. Diese elektrisch blauen Wellen jagten am 6. Juli über der kleinen Stadt Wancourt in Pas-de-Calais kurz vor der Dämmerung über den Himmel. Sie liegen etwa 80 Kilometer über der Erdoberfläche. Dort reflektieren die eisigen Wolken am Rand des Weltraums noch Sonnenlicht, obwohl die Sonne am Boden unter dem Horizont steht.

Die transluzente Erscheinung sieht man meist in den Sommermonaten in hohen Breiten. Man kennt sie auch als polare Mesosphärenwolken. Die saisonalen Wolken entstehen anscheinend, wenn Wasserdampf in die kalte obere Atmosphäre gelangt und an den feinen Staubteilchen kondensiert. Der Staub stammt von zerfallenden Meteoren oder Vulkanasche. Die NASA-Mission AIM liefert aus dem Weltraum eine Vorschau für leuchtende Nachtwolken.

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