Komet Wirtanen zieht an der Erde vorbei

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Bildcredit und Bildrechte: Ruslan Merzlyakov (RMS Photography)

Beschreibung: Heute zieht der Komet Wirtanen an der Erde vorbei. Der einen Kilometer große schmutzige Schneeball umrundet die Sonne alle 5,4 Jahre, er wandert dabei bis zum Jupiter hinaus und kommt der Sonne so nahe wie die Erde.

Heute zieht der Komet 46P/Wirtanen nur 31 Erde-Mond-Distanzen an der Erde vorbei, das ist die größte Annäherung seit 70 Jahren. Wenn Sie an der richtigen Stelle suchen (im Stier), sehen Sie den Kometen mit Fernglas als ungewöhnlichen blauen Fleck. Komet Wirtanen wurde vor einer Woche am Himmel hinter einer alten verlassenen Kirche in Skagen (Dänemark) fotografiert. Das Bildkomposit zeigt auch den Astrofotografen.

Ab heute wird der Komet wieder blasser, weil er sich von Sonne und Erde zurückzieht.

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Geminiden und Freunde

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Bildcredit und Bildrechte: Daniel López (El Cielo de Canarias)

Beschreibung: Aus einem Radianten im Sternbild Zwillinge regnete der jährliche Meteorstrom der Geminiden diese Woche auf unseren hübschen Planeten herab. Für diese schöne Himmelslandschaft wurden ungefähr 70 der hübschen Sternschnuppen aus den Zwillingen gesammelt, aus den vielen Aufnahmen entstand eine digitale Komposition. Die Einzelbilder wurden in einem Zeitraum von sechs Stunden um den Höhepunkt des Stroms aufgenommen. Die Kamera überwachte den dunklen Himmel vor der Dämmerung am 14. Dezember im Teide-Nationalpark auf der kanarischen Insel Teneriffa.

Die Zwillinge liegen links oben außerhalb des Bildes, über den sternklaren Hintergrund zieht die Milchstraße. Links unter der Mitte stehen die gut erkennbaren Sterne und Nebulositäten des Orion am Himmel. Rechts davon befinden sich der gelbliche Aldebaran, die Hyaden und der Sternhaufen der Plejaden. Die blasse grüne Koma des Kometen 46P Wirtanen – ein ebenfalls willkommener Besucher an diesem Nachthimmel, der dieses Wochenende die größte Annäherung an die Erde erreicht – liegt unter den Sternen der Plejaden. Die Gemini-Meteore sind zusammengefegter Staub aus der Bahn des aktiven Asteroiden 3200 Phaethon, sie treten mit ungefähr 35 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein.

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Schwimmen auf Jupiter

In den malerischen Wolkenwirbeln auf Jupiter folgt die Raumsonde Juno einer Wolke, die wie ein Delfin aussieht.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS; Bearbeitung: Brian Swift, Sean Doran

Am 29. Oktober wagte sich die Raumsonde Juno wieder einmal an die Oberflächen von Jupiters turbulenten Wolken heran. Bei diesem 16. Perijovium-Durchgang näherte sich Juno der größten Atmosphäre eines Planeten im Sonnensystem bis auf 3500 km.

Diese Bilder entstanden mit der JunoCam. Die Raumsonde flog 20 – 50.000 Kilometer über den mittleren südlichen Breiten des Planeten. Sie folgte scheinbar einem Wolkenwirbel, der auffällig wie ein Delfin aussieht. Der Delfin schwimmt Jupiters dunklen, gemäßigten südsüdlichen Gürtel entlang. Er ist selbst so groß wie ein Planet. Seine Länge beträgt einige Tausend Kilometer.

Am 21. Dezember ist Junos nächster Perijovium-Durchgang.

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Bennu-Anaglyphe

Das Bild des Asteroiden Bennu ist eine Anaglyphe. Es entstand aus zwei Bildern, die entsprechend gefärbt wurden. Mit Brillen in Rot und Cyan wirkt das Stereo-Bild dreidimensional.

Bildcredit: NASA, GSFC, U. Arizona – Stereo-Bildrechte: Patrick Vantuyne

Nehmt eure rotblauen Brillen und schwebt neben dem Asteroiden 101955 Bennu. Er hat die Form eines rotierenden Kreisels. Auf seiner rauen Oberfläche sind Felsbrocken verstreut. Die winzige Welt im Sonnensystem ist ungefähr so hoch wie das Empire State Building (weniger als 500 Meter). Die Bilder für diese 3D-Anaglyphe stammen von der PolyCam an Bord der Raumsonde OSIRIS-REx. Sie wurden am 3. Dezember aus einer Entfernung von ungefähr 80 Kilometern fotografiert.

Die Mission OSIRIS-REx bereitet sich nun darauf vor, Bennu aus der Umlaufbahn zu erforschen. 2023 soll die Sonde Proben des Asteroiden zur Erde bringen. Doch schon viel früher zischen Staubproben eines anderen Asteroiden durch die Erdatmosphäre. Am 14. Dezember erreicht der Meteorstrom der Geminiden vor der Dämmerung seinen Höhepunkt. Der Ursprungskörper der Geminiden ist der Asteroid 3200 Phaethon.

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M43: Die Orionfälle

Unter dem Trapezhaufen am oberen Bildrand strömt scheinbar ein Nebel nach unten, der von dunklen Staubfasern durchzogen ist. Der Bildausschnitt erinnert an einen Wasserfall.

Bildcredit und Bildrechte: Zhuoqun Wu, Chilescope Telescope 2

Gibt es im Orion einen Wasserfall? Nein. Aber ein Teil des Staubs in M43 ist ähnlich wie ein Wasserfall auf der Erde. M43 liegt im Orion-Molekülwolkenkomplex. Er wird häufig fotografiert, aber er ist der selten erwähnte Nachbar des berühmteren Nebels M42. Dieser enthält die hellen Sterne im Trapezhaufen und liegt über der Szene.

Auch M43 ist eine Region mit Sternbildung. Er ist zwar von Fasern aus dunklem Staub gesäumt, doch er besteht großteils aus leuchtendem Wasserstoff. Das ganze Feld im Orion ist ungefähr 1600 Lichtjahre entfernt und von vielen komplexen malerischen Staubfasern durchzogen.

Dunkler Staub ist im sichtbaren Licht undurchsichtig. Er entsteht in den äußeren Atmosphären massereicher kühler Sterne und wird von einem starken äußeren Wind aus Protonen und Elektronen ausgestoßen.

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Arp 188 und der Schweif der Kaulquappe

Rechts oben ist eine Galaxie, die einen sehr dreidimensionalen Eindruck macht. Die Spiralarme erscheinen in zwei Ebenen gewickelt, nach rechts unten verläuft ein Strang aus Sternen und blauen Sternhaufen. Im Hintergrund sind zahlreiche Galaxien verteilt.

Bildcredit: Hubble-Vermächtnisarchiv, ESA, NASA; Bearbeitung: Faus Márquez (AAE)

Beschreibung: Warum hat diese Galaxie einen so langen Schweif? Diese tolle Ansicht basiert auf Bilddaten des Hubble-Vermächtnisrchivs. Sie zeigt die zerrissene Spiralgalaxie Arp 188, die Kaulquappengalaxie, vor einem dramatischen Hintergrund mit ferne Galaxien.

Die kosmische Kaulquappe liegt an die 420 Millionen Lichtjahre entfernt im nördlichen Sternbild Drache (Draco). Ihr markanter Schweif ist ungefähr 280.000 Lichtjahre lang und zeigt massereiche helle blaue Sternhaufen. Man erzählt, dass eine kompaktere Eindringlingsgalaxie vor Arp 188 kreuzte – auf dieser Ansicht von rechts nach links – und durch den Gravitationsanzug hinter der Kaulquappe herumgeschlungen wurde. Bei der nahen Begegnung zogen Gezeitenkräfte Sterne, Gas und Staub aus der Spiralgalaxie, aus denen der spektakuläre Schweif entstand. Die Eindringlingsgalaxie liegt ungefähr 300.000 Lichtjahre dahinter und ist durch die Spiralarme im Vordergrund rechts oben sichtbar.

Wie ihr irdischer Namensvetter verliert die Kaulquappengalaxie wahrscheinlich ihren Schweif, wenn sie älter wird, und die Sternhaufen im Schweif bilden kleinere Begleiter der großen Spiralgalaxie.

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Ton und Licht von Mars InSight

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Bildcredit: NASA/JPL-Caltech

Beschreibung: Ihr Arm auf Mars hat ungewöhnliche Macht. Einerseits ist er fast 2 Meter lang, hat an seiner Hand eine Schaufel und einen Haken sowie im Unterarm eine Kamera. Andererseits wird er bald Ihr Ohr einsetzen – ein empfindliches Seismometer, das nach fernem Gepolter lauscht – und zwar auf der Marsoberfläche. Ihr SEISmomet-ohr ist der orangefarbene Kasten im Vordergrund, die graue Kuppel dahinter ist seine Schutzhülle.

Ihr Arm ist an der robotischen Landesonde InSight befestigt, die vor zwei Wochen auf dem Mars aufsetzte. Unerwarteterweise hat Ihr Ohr schon etwas gehört – leichte Vibrationen, die durch den Marswind verursacht werden, wenn er über die Solarpaneele streicht. Die Solarpaneele sammeln Licht von der Sonne, ganz rechts sieht man einen Teil davon.

Eigentlich sind derzeit auf dem Mars zwei Arme im Einsatz, die ungefähr 600 Kilometer voneinander getrennt sind, der andere aktive Arm ist am Rover Curiosity montiert, der einen fernen Krater erforscht. Dieses Bild wurde vor zwei Wochen fotografiert, hinter Insight sieht man rostigen Boden und Steine sowie den orangefarbenen Marshimmel.

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Polarlichtschimmer und Meteorblitz

Über einem Gewässer bei der Insel Kvaløya in der Nähe der norwegischen Stadt Tromsø leuchteten im Dezember Polarlichter und Meteore der Geminiden.

Bildcredit und Bildrechte: Bjørnar G. Hansen

Manchmal ist der Nachthimmel ruhig und passiv. Ein andermal schillert und funkelt er. Letzteres war am 13. Dezember 2009 in der Nähe der norwegischen Stadt Tromsø zu beobachten. Polarlichter und Meteore leuchteten am Himmel über der Insel Kvaløya. Diese Aufnahme wurde 30 Sekunden belichtet. Sie zeigt ein schimmerndes Polarlicht, das die winterliche Küstenlandschaft sanft beleuchtet.

Diese Kontraststudie und zeigt auch das plötzliche Aufblitzen einer Feuerkugel des Geminiden-Meteorstroms 2009. Die Spur zieht an den vertrauten Sternen der Deichsel am Großen Wagen vorbei. Sie zeigt rückwärts zum Sternbild Zwillinge, das außerhalb des oberen Bildrandes liegt. Polarlicht und Meteore treten in der oberen Erdatmosphäre auf, in einer Höhe von etwa 100 Kilometern. Polarlichter entstehen durch geladene Teilchen aus der Magnetosphäre, Meteore sind Spuren von kosmischem Staub.

Neun Jahre nach Aufnahme dieses Fotos erreicht der jährliche Meteorstrom der Geminiden 2018 Ende dieser Woche seinen Höhepunkt. Diesmal wetteifern seine Blitze in der ersten Nachthälfte mit dem Licht des halb beleuchteten zunehmenden Mondes.

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