NGC 1898: Kugelsternhaufen in der Großen Magellanschen Wolke

Ein bunter Kugelsternhaufen mit vielen roten und blauen Sternen füllt das Bild. In der Mitte ist ein helles Zentrum, doch auch der Hof ist voller Sterne.

Bildcredit: ESA / Hubble und NASA

Juwelen scheinen nicht hell – nur Sterne. Fast jeder Fleck in diesem Schmuckkästchen auf einem Foto des Weltraumteleskops Hubble ist ein Stern. Es gibt Sterne, die röter sind als unsere Sonne und andere, die blauer sind – doch sie alle sind weiter entfernt. Das Licht braucht 8 Minuten von der Sonne, um die Erde zu erreichen. NGC 1898 ist so weit weg, dass sein Licht etwa 160.000 Jahre benötigt, um hier anzukommen.

Der große Ball aus Sternen wird NGC 1898 genannt und ist ein Kugelsternhaufen. Er befindet sich im Zentralbalken der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße.

Das mehrfarbige Bild entstand aus vielen Bändern von Infrarot bis Ultraviolett. Es wurde aufgenommen, um zu entscheiden, ob alle Sterne von NGC 1898 gleichzeitig entstanden oder unterschiedlich alt sind. Nun häufen sich die Hinweise, dass in den meisten Kugelsternhaufen die Sterne in Wellen entstehen. Insbesondere die Sterne von NGC 1898 entstanden alle kurz nach einer Annäherung der Kleinen Magellanschen Wolke (KMW) an unsere Milchstraße vor langer Zeit.

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Sonnenwende auf der rotierenden Erde

Videocredit: Meteosat 9, NASA, Earth Observatory, Robert Simmon

Kann man von der Neigung der Erde ableiten, dass heute Sonnenwende ist? – Ja. Zur Sonnenwende ist der Terminator der Erde – das ist die Linie, an der sich Tag und Nacht treffen – am stärksten geneigt. Dieses Zeitraffervideo zeigt dies anhand eines vollen Jahreszyklus des Planeten Erde in zwölf Sekunden. Der Satellit Meteosat 9 befindet sich in einem geosynchronen Orbit. Er nahm jeden Tag zur gleichen Ortszeit (das ist die Zeit nach Sonnenstand) ein Infrarotbild der Erde auf.

Das Video beginnt mit der Tagundnachtgleiche im September 2010. Der Terminator bildet eine senkrechte Linie: Tag und Nacht sind gleich lang (was die Zeit betrifft – beide bedecken visuell gleiche Anteile der Erdkugel).

Während die Erde ihren Weg um die Sonne fortsetzt, sieht man, wie sich der Terminator neigt, sodass pro Tag weniger Licht auf die Nordhalbkugel fällt. Das führt im Norden zum Winter. Wenn die Neigung am größten ist, findet im Norden die Wintersonnenwende statt. Im Süden ist Sommersonnenwende.

Dann schreitet das Jahr voran. Im März 2011 ist die nächste Tagundnachtgleiche, das ist etwa in der Mitte des Videos. Danach neigt sich der Terminator zur anderen Seite. Auf der Südhalbkugel beginnt der Winter und im Norden der Sommer. Im Film endet das Jahr mit der nächsten September-Tagundnachtgleiche. Damit ist eine weitere der Milliarden Reisen der Erde um die Sonne vollendet.

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Juno fliegt an Ganymed und Jupiter vorbei

Videocredit: Bilder: NASA, JPL-Caltech, SWRI, MSSS; Animation: Koji Kuramura, Gerald Eichstädt, Mike Stetson; Musik: Vangelis

Wie wäre es wohl, am größten Mond im Sonnensystem vorbeizufliegen? Die robotische Raumsonde Juno flog 2021 an Jupiters großem Mond Ganymed vorüber. Dabei nahm sie Bilder auf, die dann digital zu einem detaillierten Film zusammengesetzt wurden.

Das Video beginnt mit dem Überflug über eine zweifarbige Oberfläche des Mondes, der 2000 km groß ist. Es zeigt eine fremdartige eisige Landschaft, die von Tälern und Kratern übersät ist. Die Rillen werden wahrscheinlich durch Platten verursacht, die sich bewegen. Die Krater entstehen durch harte Einschläge.

Juno zog auf ihrer Bahn weiter und kam zum 34. Mal ganz nah an Jupiters Wolken vorbei. Das digitale Video zeigt zahlreiche Wolkenwirbel im Norden. Farbige Zonen und Bänder umspannen in der Mitte den ganzen Planeten. Viele ovale weiße Wolken sind wie Perlschnüre aufgereiht. Zum Schluss gibt es dann wieder Wolkenwirbel, aber diesmal im Süden.

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Huygens‘ Blick auf Titans Oberfläche

Das verschwommene Bild zeigt eine steinige Landschaft, die in orangefarbenes Licht getaucht ist. Die sensationelle Aufnahme stammt von der Landesonde Huygens, die mit Cassini zu Saturn flog und auf dem Mond Titan landete.

Bildcredit: ESA, NASA, JPL, U. Arizona, Landesonde Huygens

Was würde man sehen, wenn man auf Titan stehen könnte? Dieses Farbbild zeigt die Ansicht einer fremdartigen, weit entfernten Landschaft auf Saturns größtem Mond Titan. Im Jahr 2005 nahm die ESA-Sonde Huygens diese Szene auf. Die Sonde sank damals 2,5 Stunden lang durch die dichte Atmosphäre aus Stickstoff, die mit Methan vermischt ist.

Die Felsen könnten aus gefrorenem Wasser und Kohlenwasserstoffen bestehen. Sie sind in unheimliches orangefarbenes Licht getaucht und liegen in der Szene verstreut. Die unwirtlichen Temperaturen betragen -179 °C. Der hellere Stein links unter der Mitte ist ungefähr 15 Zentimeter groß. Er ist 85 Zentimeter von der Kamera entfernt.

Man vermutet, dass die untertassenförmige Raumsonde etwa 15 Zentimeter tief in die Oberfläche von Titan eindrang. Demnach hätte er etwa die Beschaffenheit von nassem Sand oder Lehm.

Die Batterie der Huygens-Sonde machte es möglich, dass etwas mehr als 90 Minuten nach der Landung Daten aufgenommen und gesendet wurden. Die bizarre chemische Umgebung von Titan könnte der Erde ähnlich sein, bevor darauf Leben entstand.

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Straße zum galaktischen Zentrum

Das Kompositbild zeigt im Vordergrund das Monument Valley in Utah in den USA. Im Hintergrund ist die Ebene der Milchstraße mit dem Zentrum der Galaxis.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Abramyan

Geht der Weg zum Zentrum der Galaxis durch das amerikanische Monument Valley? Das muss nicht so sein. Sollte aber der Weg dort entlang führen: macht ein Foto! In diesem Fall ist es die US-Bundesstraße U.S. Highway 163. Ikonische Hügel im Reservat der Navajo (Navajo Nation Reservation) säumen den Horizont. Das Band der Milchstraße reicht vom Himmel herab. Es wirkt wie eine Verlängerung der Straße auf der Erde.

Staubwolken bilden dunkle Filamente in der Milchstraße und somit einen Kontrast zu den Milliarden heller Sternen und bunt leuchtender Gaswolken. Dazu gehören der Lagunennebel und der Trifidnebel.

Dieses Bild ist ein Komposit mehrerer Aufnahmen mit derselben Kamera am selben Ort: dem Forest Gump Point im US-Bundesstaat Utah. Der Vordergrund wurde kurz nach Sonnenuntergang aufgenommen. Es war Anfang September 2021 zur „blauen Stunde„. Der Hintergrund ist ein Mosaik aus vier Aufnahmen. Sie entstanden einige Stunden später.

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Hubble zeigt einen hufeisenförmigen Einstein-Ring

Um eine elliptische gelbe Galaxie biegt sich ein blauer Ring. Es ist das verzerrte Abbild einer Galaxie, die viel weiter entfernt ist. Die gelbe Galaxie im Vordergrund wirkt dabei wie eine Linse, die das Licht bricht.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA

Was ist groß und blau und kann sich um eine ganze Galaxie biegen? Die Fata Morgana einer Gravitationslinse. Im Vordergrund liegt eine massereiche elliptische Galaxie (leuchtend rote Galaxie: LRG). Sie verzerrt mit ihrer Gravitation das Licht der blauen Galaxie, die viel weiter entfernt ist, zu einem leuchtenden Bogen.

Normalerweise führt so eine Verbiegung des Lichtwegs zu zwei getrennten Bildern der weiter entfernten Galaxie. Doch in diesem Fall ist die räumliche Anordnung der Linse so genau, dass die Galaxie im Hintergrund zu einem Hufeisen verzerrt wird. Die Form ist sogar fast ein geschlossener Einsteinring.

LRG 3-757 wurde zwar schon 2007 in den Daten der Sloan Digital Sky Survey (SDSS) entdeckt. Doch dieses Bild wurde erst bei einer nachfolgenden Beobachtung mit dem Weltraumteleskop Hubble mit der Wide Field Camera 3 aufgenommen.

Die zentrale Galaxie, welche die Linse bildet, wurde kürzlich erneut untersucht. Dabei zeigte sich, dass sie ein einzelnes Schwarzes Loch enthält. Es soll 36 Milliarden Sonnenmassen besitzen.

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All Hallows’ Eve und der Geisterkopfnebel

Die zwei hellen Flecken im Geisterkopfnebel sorgen dafür, dass NGC 2080 an ein Gesicht erinnert. Die schaurige Visage passt zum gruseligen Fest Halloween.

Bildcredit: NASA, ESA, Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris) et al.,

Der Ursprung von Halloween ist antik und astronomisch. Seit dem fünften Jahrhundert v. Chr. feiert man Halloween als Kreuzvierteltag. Er steht am Ende des Herbstes und am Beginn des Winterquartals. Dieser Tag liegt etwa in der Mitte zwischen dem Äquinoktium (gleicher Tag / gleiche Nacht) und der Sonnenwende. Auf der Nordhalbkugel ist es der kürzeste Tag mit der längsten Nacht.

Halloween findet zwar noch diese Woche zum Monatswechsel statt. Doch der wahre Quartalswechseltag ist im modernen Kalender erst eine gute Woche später. Ein anderer Kreuzvierteltag ist Mariä Lichtmess (in den USA ist es der „Murmeltiertag„). Der moderne Halloween-Brauch, bei dem man sich schaurig verkleidet, hat historische Wurzeln. Man wollte die Geister der Toten verscheuchen.

Zu diesem alten Feiertag passt das Bild des Geisterkopfnebels NGC 2080. Es wurde vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. NGC 2080 sieht ähnlich aus wie ein fiktiver Geist. Doch er ist eine Region, in der Sterne entstehen, und liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße. NGC 2080 ist rund 50 Lichtjahre groß. Er wurde hier in repräsentativen Farben dargestellt.

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Komet Tschurjumow-Gerassimenko bildet Schweife

Der dunkle Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko leuchtet hier hell in der Sonne. Von seiner Oberfläche steigen Ströme aus Staub und Gas auf. Die Aufnahme stammt von der ESA-Raumsonde Rosetta.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Rosetta, NAVCAM

Wo entsteht ein Kometenschweif? Normalerweise gibt es auf den Kernen von Kometen keine offensichtlichen Orte oder Poren, aus denen die Strahlen kommen, die den Kometenschweif bilden. Dieses Bild ist der besten, das Strahlen aus einem Kometen zeigt. Es wurde 2015 von der robotischen ESA-Sonde Rosetta gewonnen. Rosetta flog um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Sie befand sich von 2014 bis 2016 im Orbit.

Das Bild zeigt viele Wolken aus Staub und Gas, die aus dem Kern von Komet Tschurjumow-Gerassimenko strömen, der sich der Sonne näherte und erwärmte. Der Komet hat zwei auffällige Lappen. Der größere ist etwa 4 Kilometer lang. Er ist mit dem kleineren durch einen engen Hals verbunden, der 2,5 Kilometer lang ist.

Analysen zeigten, dass die Ausdünstung direkt von der Kometenoberfläche kommen muss. Sie wird zu Strömen aus Gas, Staub und Eis gebündelt, die aus der Oberfläche austreten. Komet Tschurjumow-Gerassimenko (auch Komet 67P genannt) verliert dadurch bei jedem Umlauf um die Sonne an der Oberfläche etwa einen Meter an Dicke. Ein Umlauf dauert 6,44 Jahre. Bei diesem Verlust an Material verschwindet er binnen einiger tausend Jahre komplett.

2016 endete die Mission Rosetta. Dabei stürzte die Raumsonde kontrolliert auf die Oberfläche des Kometen 67P.

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