Der Gegenschweif von PanSTARRS wächst

Links ist der Kopf des Kometen PanSTARRS (C/2011 L4). Sein Schweif reicht weit nach rechts und ein Stück auch nach links. Die Perspektive erweckt den falschen Eindruck, der Staubschweif würde zur Sonne zeigen.

Bildcredit und Bildrechte: Joseph Brimacombe

Als sich der Planet Erde am 23. Mai der Bahnebene des Kometen PanSTARRS (C/2011 L4) näherte, präsentierte er einen prächtigen Gegenschweif. Der lange, schmale Gegenschweif reicht auf diesem Bild fast vier Grad oder acht Vollmonddurchmesser nach rechts. Er zieht dem Kometen auf seiner Bahn hinterher.

Der Komet lässt nun das innere Sonnensystem hinter sich. Der Blickwinkel ist fast genau auf die Bahnebene des abziehenden Kometen gerichtet. Er bietet eine gute Sicht auf den Gegenschweif, der scheinbar in Sonnenrichtung zeigt. Das würde dem Verhalten eines Kometen-Staubschweifes widersprechen, der vom Druck des Sonnenlichtes nach außen geblasen wird.

Der Komet zieht am irdischen Himmel weit im Norden dahin. Er ist fast auf der ganzen Nordhalbkugel die ganze Nacht zu sehen. Derzeit vermindert das helle Mondlicht seine Sichtbarkeit. PanSTARRS‘ Gegenschweif ist einer der längsten seit der Erscheinen des Kometen Arend-Roland im Jahr 1957.

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Mondkorona über der Burg Cochem

Über der Mosel ragt hinter Cochem ein Berg auf, oben steht die historische Burg Cochem aus dem 11. Jahrhundert. Am Himmel zieht eine Wolke über eine Mondkorona. So entsteht der Eindruck einer Fledermaus, die an den Himmel projiziert wurde.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Diese fledermausähnliche Erscheinung leuchtet nicht an den Wolken über Gotham City. Stattdessen war am Abend des 18. Mai eine Wolkenbank als Silhouette vor einer farbigen Mondkorona über Cochem zu sehen. Cochem liegt in Deutschland am Ufer der Mosel.

Eine Mondkorona entsteht, wenn helles Mondlicht von Wassertröpfchen abgelenkt wird, die in dünnen Wolken vor der Mondscheibe vorbeiziehen. Unten steht nicht Wayne Manor, sonder die historische Burg Cochem aus dem 11. Jahrhundert.

Unabhängig vom Beobachtungsort auf dem Planeten Erde lohnt sich der Abendhimmel dieses Wochenende. Wenn der Vollmond aufgeht, versammeln sich helle Planeten im Westen.

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Mondraupe

Während einer partiellen Mondfinsternis wurden mehrere Bilder des Mondes kurz hintereinander fotografiert und zu diesem raupenartigen Gebilde kombiniert. Dadurch ist der Kernschatten gut erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Joerg Kopplin

Dieses Kompositbild des langsam über den Himmel kriechenden Vollmondes entstand aus einer Serie an Aufnahmen, die kurz nacheinander fotografiert wurden. Die Bildfolge vom 25. April beginnt rechts oben um 19:42 UT. Sie endet um 22:14 UT. Die Kamera folgte dem Mond von Deutschland aus, während er bei einer partiellen Mondfinsternis durch den Erdschatten wanderte.

Oben streifte der Mond den südlichen Rand des Kernschattens der Erde. Er wird als Umbra bezeichnet. Die verringerte Helligkeit im dunkleren Teil der äußeren Schattenregion ist ebenfalls auf der Mondscheibe erkennbar. Dort befindet sich der Halbschatten oder Penumbra. Der Vergleich ist von Größe und Form des Erdschattens mit dem Mond ist auf den Segmenten dieser Mondraupe leicht erkennbar.

Am 25. Mai beginnt eine Halbschattenmondfinsternis. Es ist fast unmöglich, ihr mit bloßem Auge zu folgen, weil der Vollmond nur durch den blassen äußeren Halbschatten wandert.

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Messier 109

Mitten im Bild liegt schräg eine Spiralgalaxie mit einem markanten Zentralbalken. Auch einige kleine bläuliche Galaxien sind im Bild. Links, in der Mitte und rechts sind drei etwa gleich helle Sterne mit Zacken in einer Linie angeordnet.

Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Die schöne Galaxie ist der 109. Eintrag in Charles Messiers berühmtem Katalog heller Nebel und Sternhaufen. Sie ist unter dem Kasten des Großen Wagens zu finden, im nördlichen Sternbild Große Bärin. Auf Teleskopansichten verleiht der markante Zentralbalken der Galaxie die Erscheinung des griechischen Buchstaben Theta (θ). Er ist ein häufig verwendetes mathematisches Symbol für Winkel.

Natürlich umfasst M109 einen sehr kleinen Winkel am irdischen Himmel. Sie ist etwa 7 Bogenminuten oder 0,12 Grad breit. Die Entfernung der Galaxie wird auf 60 Millionen Lichtjahre geschätzt. In dieser Entfernung entspricht dieser kleine Winkel einem Durchmesser von gewaltigen 120.000 Lichtjahren.

M109 (auch NGC 3992) ist das hellste Mitglied des Ursa-Major-Galaxienhaufens, der nun anerkannt wurde. Sie wird von drei gezackten Vordergrundsternen begleitet. Diese bilden eine schräge Linie im Bild. Die drei kleinen, verschwommenen, bläulichen Galaxien im Bild sind von links nach rechts UGC 6969, UGC 6940 und UGC 6923. Sie sind möglicherweise Begleitgalaxien der größeren Galaxie M109.

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Roter Kobold-Blitz mit Polarlicht

Über Sturmwolken und vor einem Polarlicht leuchtet ein orangefarbener Roter Kobold. Es ist eine Blitzart, die erst vor Kurzem bestätigt wurde.

Bildcredit und Bildrechte: Walter Lyons (FMA Research), WeatherVideoHD.TV

Was ist da am Himmel? Es ist eine selten beobachtbare Blitzart: ein Roter Kobold. Sie wurde vor erst 25 Jahren bestätigt. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Rote Kobolde auf mächtige positive Wolke-zu-Boden-Blitze folgen können. Sie beginnen als 100-Meter-Kugeln aus ionisierter Luft, die aus einer Höhe von etwa 80 Kilometern hinabschießen. Dabei erreichen sie 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Diesen Kugeln folgt rasch eine Gruppe aufwärts schießender ionisierter Kugeln.

Dieses Bild wurde vor wenigen Tagen über der Mitte im US-amerikanischen South Dakota fotografiert. Es zeigt einen hellen Roten Kobold. Vielleicht ist es sogar das erste Farbbild, das einen Roten Kobold zusammen mit einem Polarlicht zeigt. Ferne Sturmwolken kreuzen den unteren Bildrand. Im Hintergrund sind Streifen eines farbenprächtigen Polarlichtes zu sehen. Rote Kobolde bestehen nur den Bruchteil einer Sekunde. Am besten sind sie zu beobachten, wenn man ein mächtiges Gewitter von der Seite zu sieht.

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Der Rote Rechtecknebel von Hubble

Der rote Nebel im Bild hat die Form eines Rechtecks. Er zeit markante Diagonalen und Querstreben.

Bildcredit: ESA, Hubble, NASA; Neubearbeitung: Steven Marx, Hubble-Vermächtnisarchiv

Wie entstand der ungewöhnliche Rechtecknebel? In der Mitte des Nebels befindet sich ein alterndes Doppelsternsystem. Es liefert sicherlich die Energie für den Nebel, erklärt aber nicht seine Farben – zumindest bis jetzt.

Die ungewöhnliche Form des Roten Rechtecks entsteht wahrscheinlich durch einen dicken Staubwulst. Er drückt den an sich kugelförmigen Ausfluss zu Kegelformen zusammen. Diese laufen an den Spitzen zusammen. Wir sehen den Wulst von der Seite. Daher bilden die eingrenzenden Ränder der Kegelformen scheinbar ein X.

Die ausgeprägten Stufen lassen vermuten, dass der Ausfluss stoßweise abgegeben wird. Die ungewöhnlichen Farben des Nebels sind weniger gut erklärbar. Laut Vermutungen stammen sie teilweise von Kohlenwasserstoffmolekülen. Diese könnten Bausteine für Leben sein.

Der Rote Rechtecknebel ist etwa 2300 Lichtjahre entfernt. Er befindet sich im Sternbild Einhorn (Monoceros). Das sehr detailreiche Bild des Nebels stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Es wurde kürzlich überarbeit. In wenigen Millionen Jahren ist der Kernbrennstoff eines seiner Zentralsterne weiter verringert. Dann erblüht der Rote Rechtecknebel wahrscheinlich zu einem planetarischen Nebel.

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Blaue Sonne explodiert

Für dieses Bild wurde die Sonne im extrem violetten Licht von Kalzium abgebildet, anschließend wurde das Bild farbinvertiert. Das verleiht der Sonne das Aussehen einer Heidelbeere.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Friedman (Averted Imagination)

Unsere Sonne ist keine gigantische Heidelbeere. Sie kann aber so dargestellt werden, dass sie der winzigen Frucht ähnlich sieht. Dazu bildet man sie in einer spezifischen Farbe des extremen Violettlichts ab. Dieses Licht wird als CaK bezeichnet. Es wird von ionisiertem Kalzium in der Sonnenatmosphäre abgestrahlt, das in sehr geringen Mengen vorkommt. Dann wird das Bild in Falschfarben umgekehrt.

Diese Sonnendarstellung ist wissenschaftlich interessant. Dabei tritt nämlich ein Kanal der Sonnenchromosphäre ziemlich markant hervor, in dem die Sonne eine rissige Oberfläche zeigt. Kühle Sonnenflecken erscheinen merklich heller. Die umgebenden heißen aktiven Regionen sind deutlich dunkler.

Die Sonne ist derzeit kurz vor dem Aktivitätsmaximum ihres 11 Jahre dauernden Zyklus. Letzte Woche stieß sie mächtige Eruptionen aus. In Zeiten hoher Aktivität können Ströme energiereicher Sonnenteilchen die Magnetosphäre der Erde treffen und spektakuläre Polarlichter auslösen.

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Die Richat-Struktur auf der Erde

Die 50 Kilometer gro0e Guelb er Richat (Richat-Struktur) in der Sahara in Mauretanien ist vom Weltall aus leicht sichtbar.

Bildcredit: NASA / GSFC METI Japan Space Systems und das U.S. / Japan ASTER Science Team

Was ist das bloß? Die Guelb er Richat (Richat-Struktur) in der Sahara in Mauretanien ist vom Weltall aus leicht sichtbar. Sie ist fast 50 Kilometer groß. Früher hielt man die Richat-Struktur für einen Einschlagkrater. Doch ihre flache Mitte und das Fehlen von Impaktiten legt eine andere Entstehung nahe.

Eine Entstehung der Richat-Struktur durch eine Vulkaneruption scheint ebenfalls unwahrscheinlich, weil es keine Kuppe aus Eruptiv- und Vulkangestein gibt. Heute geht man davon aus, dass das geschichtete Sedimentgestein der Richat-Struktur durch angehobenes Gestein entstand und von Erosion geformt wurde.

Dieses Bild wurde von den ASTER-Instrumenten an Bord des Satelliten Terra in der Umlaufbahn aufgenommen. Warum die Richat-Struktur fast kreisförmig ist, bleibt ein Rätsel.

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