Die Sternbildungsregion NGC 3582

Das Bild zeigt den Nebel NGC 3582 im Sternbild Schiffskiel. Der Nebel zieht im Bild orangefarbene Schleifen nach oben, in der Mitte ist ein hellblau leuchtender Kern.

Bildcredit und Bildrechte: Desert Hollow Observatory

Was geschieht im Nebel NGC 3582? Helle Sterne und interessante Moleküle entstehen. Der komplexe Nebel befindet sich in einer Sternbildungsregion, die RCW 57 benannt wurde.

Das Bild zeigt dichte Knoten aus dunklem interstellarem Staub und helle Sterne, die in den letzten paar Millionen Jahren entstanden sind. Diese Sterne ionisieren Bereiche aus leuchtendem Wasserstoff und große Schleifen aus Gas, das von vergehenden Sternen ausgestoßen wird.

NGC 3582 ist auch als NGC 3584 und NGC 3576 bekannt. Eine detailreiche Studie zeigte mindestens 33 massereiche Sterne in den Endstadien der Sternentwicklung sowie das eindeutige Vorkommen komplexer Kohlenstoffmoleküle. Diese sind als polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bekannt. PAK entstehen vermutlich im kühlen Gas von Sternbildungsregionen. Ihre Entwicklung im Entstehungsnebel der Sonne vor fünf Milliarden Jahren war wohl ein wichtiger Schritt bei der Entstehung von Leben auf der Erde.

Das Bild wurde am Desert Hollow Observatory Nord in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona fotografiert.

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Die Große Magellansche Wolke in Ultraviolett

Mitten im Bild leuchtet eine digitale nebelige Sternwolke, rundherum sind kleine violette Nebel verteilt, links oben ist ein violetter Nebel mit hellem Zentrum.

Bildcredit: Ultraviolett: NASA, Swift, S. Immler (Goddard) und M. Siegel (Penn State); Optisch: Axel Mellinger (CMU)

Wo sind in den umliegenden Galaxien die heißesten Sterne? Um das herauszufinden, gab die NASA ihren Satelliten Swift in der Erdumlaufbahn die Anweisung, aus vielen Bildern ein Mosaik der benachbarten Großen Magellanschen Wolke (GMW) in Ultraviolettlicht zu erstellen.

Dieses Bild zeigt, wo in der GMW junge Sterne vorkommen, da die massereichsten dieser jungen Sterne hell in Blau und Ultraviolett leuchten. Im Kontrast dazu sieht man in einem darübergelegten Bild eine vertrautere, im sichtbaren Licht erstellte Ansicht der GMW, die ältere Sterne besser hervorhebt.

Links oben befindet sich eine der größten Sternbildungsregionen, die wir in der gesamten Lokalen Gruppe kennen: der Tarantelnebel. Die Große Magellansche Wolke und die ihr ähnliche Begleiterin, die Kleine Magellansche Wolke, sind für Himmelsfreunde am Südhimmel mit bloßem Auge leicht erkennbar.

Wenn man dieses Bild genau betrachtet, erhält man eine bessere Vorstellung von der Sternbildung, welche die gesamte Galaxie einbezieht.

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Fließende Polarlichter über Norwegen

Bildcredit und Bildrechte: Tor Even Mathisen; Musik: Per Wollen; Gesang: Silje Beate Nilssen

Habt ihr schon einmal ein Polarlicht gesehen? Polarlichter kommen nun wieder häufiger vor. Alle elf Jahre erreicht die Aktivität der Sonne ein Maximum. Dann gibt auf der Oberfläche mehr Sonnenflecken, Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe. Bei hoher Sonnenaktivität werden geladene Teilchen ins Sonnensystem geschleudert. Einige davon treffen das Magnetfeld der Erde und lösen Polarlichter aus.

Diese Zeitrafferfilme zeigen malerische Polarlichter. Sie wurden Ende 2010 über der norwegischen Stadt Tromsø gefilmt. Wenn energiereiche geladene Teilchen zur Erde strömen, regen sie oft Luftatome an, die sich hoch oben in der Erdatmosphäre befinden. Dann fließen, schimmern und tanzen Schleier aus meist grünen Polarlichtern. Vielleicht seht ihr sogar heute Nacht Polarlichter. In den letzten Tagen lösten kürzliche Sonneneruptionen viele Polarlichter aus.

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Die Messier-Krater in Stereo

Mitten im Bild ragen zwei längliche Krater mit hohem Kraterwall auf. Rechts unten ist der ganze Mond, auf dem die Position der Krater eingezeichnet ist.

Bildcredit: Apollo 11, NASA; Stereobild von Patrick Vantuyne

Am Himmel des Planeten Erde gibt es viele helle Nebel und Sternhaufen. Etliche davon werden mit dem Astronomen Charles Messier und seinem berühmten Katalog aus dem 18. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Auch diese beiden großen interessanten Mondkrater tragen seinen Namen.

Messier (links) und Messier A ragen aus dem dunklen, glatten Meer der Fruchtbarkeit oder Mare Fecunditatis hoch. Sie messen 15 mal 8 beziehungsweise 16 mal 11 Kilometer. Der Einschlagskörper, der die Krater schlug, folgte vermutlich einer extrem flachen Flugbahn von links nach rechts. Das erklärt ihre längliche Form. Durch den flachen Einschlag entstanden auch zwei helle Materiestrahlen. Sie verlaufen außerhalb des Bildes über die Oberfläche nach rechts.

Das beeindruckende Stereobild des Kraterpaares, das mit rotblauen Brillen (rot beim linken Auge) betrachtet werden sollte, wurde kürzlich aus den hoch aufgelösten Scans zweier Bilder (AS11-42-6304, AS11-42-6305) erstellt, die bei der Mondmission Apollo 11 fotografiert wurden.

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Der Schmetterlingsnebel NGC 6302

Der Nebel im Bild erinnert an eine explodierende Sanduhr oder einen Schmetterling.

Bildcredit: NASA, ESA und das Team der Hubble Servicing Mission 4

Die hellen Haufen und Nebel am Nachthimmel des Planeten Erde werden häufig nach Blumen oder Insekten benannt. Seine Flügelspannweite ist zwar breiter als 3 Lichtjahre, doch NGC 6302 ist keine Ausnahme.

Die Oberflächentemperatur des vergehenden Zentralsterns in diesem planetarischen Nebel wird auf etwa 250.000 Grad Celsius geschätzt. Damit ist er außergewöhnlich heiß. Er strahlt hell im Ultraviolettlicht. Doch ein Torus aus dichtem Staub verbirgt ihn vor dem direkten Blick.

Die scharfe, farbenprächtige Nahaufnahme des Nebels um den vergehenden Stern wurde 2009 von der Wide Field Camera 3 des Weltraumteleskops Hubble aufgenommen. Die Kamera wurde bei der letzten Shuttle-Servicemission installiert. Nahe der Bildmitte befindet sich der Staubtorus um den Zentralstern, der eine helle Höhle aus ionisiertem Gas durchschneidet. Er ist fast von der Seite zu sehen.

In der kosmischen Staubhülle des heißen Sterns wurde molekularer Wasserstoff aufgespürt. NGC 6302 leuchtet etwa 4000 Lichtjahre entfernt im arachnologischen Sternbild Skorpion (Scorpius).

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Sterngrößenvergleiche

Videocredit und -rechte: morn1415 (YouTube)

Wie groß ist unsere Sonne im Vergleich zu anderen Sternen? Dieses dramatische beliebte Video ist auf YouTube zu sehen. Darin werden die relativen Größen von Planeten und Sternen dargestellt, vom kleinsten bis zum größten.

Das Video beginnt beim Erdmond. Dann geht es weiter zu immer größeren Planeten im Sonnensystem. Danach ist die Sonne im Vergleich zu vielen helleren Sterne in der näheren Umgebung in unserer Galaxis zu sehen. Am Ende rotieren einige der größten bekannten Sterne ins Sichtfeld. Die wahren Größen der meisten Sterne jenseits von Sonne und Beteigeuze werden nicht direkt gemessen. Stattdessen bestimmt man ihre relative Leuchtkraft, Temperatur und Entfernung. Daraus wird ihre Größe berechnet.

Das Video ist ein ziemlich gutes Lehrstück. Dennoch laden wir alle APOD-Lesenden ein, es zu verbessern. Vielleicht werden weitere Versionen durch Markieren leichter Ungenauigkeiten im Video noch genauer.

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Der Ringnebel M57

Bildfüllend ist der Ringnebel in der Leier dargestellt. Der Ring ist außen leicht oval, das Innere ist rund. Sein Inneres leuchtet blau, der äußere Rand ist rot. Mitten im Nebel ist der Stern, aus dem der Nebel entstand, er ist ein winziger Lichtpunkt.

Bildcredit: NASA, ESA und Hubble-Vermächtnis (STScI / AURA)- ESA / Hubble-Arbeitsgemeinschaft

Nach den Saturnringen ist der Ringnebel (M57) in der Leier der vielleicht berühmteste Himmelskreis. Seine klassische Erscheinung ist nach heutigem Verständnis der Perspektive geschuldet.

Die neueste Kartierung der wachsenden 3-D-Struktur im Nebel basiert zum Teil auf diesem klaren Hubblebild. Sie lässt vermuten, dass der Nebel ein relativ dichter, krapfenähnlicher Ring ist. Um die Mitte ist er in eine Wolke aus leuchtendem Gas gehüllt. Sie hat die Form eines Footballs. Von der Erde aus blickt man die Längsachse des Footballs entlang. Der Blick fällt von oben auf den Ring.

Die leuchtende Materie dieses gut untersuchten planetarischen Nebels stammt nicht von Planeten, sondern die gasförmige Hülle besteht aus den abgestoßenen äußeren Schichten eines vergehenden sonnenähnlichen Sterns. Es ist der winzige Nadelstich aus Licht in der Mitte des Nebels.

Das intensive Ultraviolettlicht des heißen Zentralsterns ionisiert die Atome im Gas. Die blaue Farbe in der Bildmitte stammt von ionisiertem Helium. Der Farbton Cyan am inneren Ringrand ist das Licht von angeregtem Wasserstoff und Sauerstoff. Die rötliche Farbe des äußeren Rings stammt von Stickstoff und Schwefel.

Der Ringnebel ist etwa ein Lichtjahr groß und 2000 Lichtjahre entfernt.

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Orionnebel in Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel

Das Bild zeigt den großen Orionnebel in ungewohnten Farben, sie stammen von den Emissionen der Moleküle von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefelgas.

Bildcredit und Bildrechte: César Blanco González

Nur wenige astronomische Ansichten regen die Fantasie sosehr an wie dieses bekannte, nahe gelegene Sternbildungsgebiet. Es ist der Orionnebel. Das leuchtende Gas im Nebel umgibt junge Sterne am Rand einer gewaltigen interstellaren Molekülwolke. Viele faserartige Strukturen im Bild sind Stoßwellen. Es sind Fronten, an denen schnelle Materie auf langsames Gas trifft.

Der Orionnebel ist etwa 40 Lichtjahre breit. Er ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt und befindet sich im selben Spiralarm der Galaxis wie die Sonne. Auf der Nordhalbkugel sieht man den großen Nebel im Orion leicht mit bloßem Auge. Er befindet sich links unter dem markanten Gürtel aus drei Sternen im beliebten Sternbild Orion.

Dieses Bild zeigt den Nebel in drei Farben, die von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefelgas abgestrahlt werden. Der Wolkenkomplex im Orionnebel enthält auch den Pferdekopfnebel. Er löst sich in den nächsten 100.000 Jahren langsam auf.

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