Webb zeigt den Sternhaufen IC 348

Ein stark gefaserter, lila leuchtender Nebel umgibt zahlreiche helle Sterne mit Zacken.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI und K. Luhman (Penn State U.) und C. Alves de Oliveira (ESA)

Manchmal sind genau die Sterne am interessantesten, die am schwierigsten zu beobachten sind. IC 348 ist ein junger Sternhaufen. Er beleuchtet den faserartigen Staub in seiner Umgebung. Das Bild stammt vom Weltraumteleskop Webb und wurde kürzlich veröffentlicht. Der strähnige Staub schimmert rosig. Im sichtbaren Licht reflektiert er hauptsächlich blaues Licht. Das verleiht dem umliegenden Material den typischen blauen Schimmer eines Reflexionsnebels.

Neben hellen Sternen entdeckte man in IC 348 auch mehrere kalte Objekte. Man sieht sie hier, weil sie in Infrarot hell sind. Sie sind vermutlich Braune Zwerge mit wenig Masse. Ein Indiz dafür ist der Nachweis einer unbekannten Substanz in ihrer Atmosphäre. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Kohlenwasserstoff. Diese Substanz fand man zuvor schon in der Atmosphäre des Planeten Saturn. Die Masse dieser Objekte ist wohl ein wenig größer als die von bekannten Planeten, also einige Jupiter-Massen.

Zusammen sind diese Indizien ein Hinweis, dass der junge Sternhaufen etwas Beachtliches enthält: junge Braune Zwerge, die etwa die Masse von Planeten haben, und die nicht um einen Stern kreisen, sondern sich frei bewegen.

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Drachen-Polarlicht über Island

In einer verschneiten, grün beleuchteten Landschaft steht in der Mitte in einiger Entfernung eine Person. Am Himmel strahlt ein Polarlicht, das an einen Drachen erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: Jingyi Zhang und Wang Zheng

Manchmal leuchten Drachen am Himmel. Es gibt zwar keine fliegenden Drachen, doch 2019 baute sich ein Polarlicht am Himmel über Island auf, das wie ein Drache geformt war. Das Polarlicht entstand durch ein Loch in der Sonnenkorona, durch das geladene Teilchen als Sonnenwind strömten. Diese Teilchen folgen den wechselnden interplanetaren Magnetfeldern zur Magnetosphäre der Erde.

Als einige der Teilchen auf die Atmosphäre der Erde trafen, regten sie Atome an, die daraufhin Licht aussendeten. So entstand das Polarlicht. Die ikonische Erscheinung fesselte sosehr, dass die Mutter des Fotografen während der Aufnahme herauslief und aufs Bild gebannt wurde.

Unsere aktive Sonne ist auch weiterhin ungewöhnlich aktiv. Dies macht sich bemerkbar durch Protuberanzen, Filamente auf der Oberfläche der Sonne, Sonnenflecken und große aktive Regionen. Es dauert so lange an wie das Maximum an Aktivität auf der Sonne, also bis etwa 2025.

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Die Sonne umkreisen

In der Mitte ragt ein Baumstamm hoch, dessen Äste abgesägt sind. Um seine Spitze verläuft ein 22-Grad-Halo, die Sonne ist vom Baumstamm abgeschirmt. Der Himmel ist von Zirren überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: Radoslav Zboran

Die Umlaufbahn der Erde um die Sonne ist kein Kreis, sondern eine Ellipse. Den Punkt auf der elliptischen Umlaufbahn, wo unser Planet der Sonne am nächsten ist, nennt man Perihel. In diesem Jahr war das Perihel am 2. Januar um 01:00 UTC. Dabei war die Erde der Sonne ca. 4,8 Millionen Kilometer näher war als beim Aphel. Dort war sie am 6. Juli letzten Jahres. Das Aphel ist der am weitesten entfernten Punkt ihrer elliptischen Umlaufbahn.

Natürlich bestimmt die Entfernung von der Sonne weder die Jahreszeiten noch die Größe eines Halos um die Sonne. Der prachtvolle Eishalo ist gut zu sehen, weil die Sonne hinter einem hohen Baumstamm verborgen ist. Er bildet einen 22 Grad breiten Kreis um die Sonne. Das Foto entstand bei einem Spaziergang in der Nähe von Heroldstatt in Deutschland. Der Winkeldurchmesser des Sonnenhalos beträgt 22 Grad. Diesen Winkel bestimmt die sechseckige Geometrie der Eiskristalle, die hoch in der Erdatmosphäre treiben.

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Guten-Morgen-Mond

Hinter der dunklen Silhouette einer Landschaft mit Bäumen und einem Gebäude leuchtet ein Sichelmond im roten Horizontdunst, darüber stehen die Planeten Merkur und Venus am blauen klaren Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Luy, Trier-Observatorium, TWAN

Gestern war Neumond. Doch am 9. Januar konnten die Frühaufsteher auf der Erde einen alten Mond sehen, der tief im Osten stand, als der Himmel vor Sonnenaufgang hell wurde. Dieser einfache Schnappschuss über der Stadt Saarburg in Rheinland-Pfalz in Westdeutschland. Er zeigt die abnehmende Mondsichel kurz vor Sonnenaufgang.

Auch die inneren Planeten Venus und Merkur, die sich am Himmel nie weit von der Sonne entfernen, teilten sich den kalten Morgenhimmel. Im Vordergrund stehen der historische Stadtturm und das Schloss mit Ruinen aus dem 10. Jahrhundert.

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Quadrantiden des Nordens

Rechts unten ist die dunkle Silhouette eines bewaldeten Hanges, links unten die Kronen von kahlen Bäumen. Darüber breitet sich ein klarer Sternenhimmel aus. Meteore blitzen durchs Bild, sie strömen von einem Punkt im nicht mehr existierenden Sternbild Mauerquadrant aus. Von oben ragt die Deichsel des großen Wagens ins Bild. Der Mittlere der drei Sterne, Mizar-Alcor, ist ein Doppelstern. Links daneben sind die markanten hinteren Kastensterne des kleinen Wagens, noch weiter links und etwas höher der Polarstern.

Bildcredit und Bildrechte: 염범석 Bum-Suk Yeom

Der Meteorstrom der Quadrantiden ist nach dem längst vergessenen Sternbild Quadrans Muralis benannt. Dieses historische Sternbild wird in der Astronomie nicht mehr verwendet. Doch dort befindet sich der Radiant, das ist der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen am Himmel. Die Meteore der Quadrantiden bieten Himmelsbeobachter*innen auf der Nordhalbkugel der Erde immer zu Jahresbeginn ein Schauspiel.

An der Stelle des Mauerquadranten liegt heute die Grenze der Sternbilder Bärenhüter und Drache. Der Radiant liegt damit in unmittelbarer Nähe des Asterismus Großer Wagen. In anderen Kulturkreisen sieht man ihn als Pflug.

Die Sterne der Deichsel am Großen Wagen leuchten in der rechten oberen Bildecke. Der Radiant des Meteorstroms liegt direkt darunter. Die Schnuppen der Quadrantiden ziehen Spuren über den Nachthimmel. Rückwärts zeigen sie zum Radianten. Der Polarstern steht links oben. Das Komposit wurde am 4. Januar 2024 in Jangsu in Südkorea aufgenommen. Die Einzelbilder entstanden in den Stunden um das Maximum des Meteorstroms.

Im Jahr 2003 erkannte man einen Asteroiden als Ursprungskörper der Staubwolke, aus der die Sternschnuppen der Quadrantiden stammen.

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Das Helle, das Dunkle und das Staubige

Rechts unten ist das Bild sternklar, links oben ist es voller dunkler und dunkelroter Nebel mit wenigen hellen Sternen. In der MItte sind hellrote Ranken.

Bildcredit und Bildrechte: Gábor Galambos

Diese farbige Landschaft ist am Himmel etwa so breit wie drei Vollmonde. Sie liegt in einem nebelreichen Sternfeld in der Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße im königlichen nördlichen Sternbild Kepheus.

Mitten im Bild liegt die helle rötliche Emissionsregion Sharpless (Sh)2-155. Sie liegt am Rand der Molekülwolke in dieser Region und ist etwa 2400 Lichtjahre entfernt. Die Molekülwolke ist auch als Höhlennebel bekannt. Sie ist etwa 10 Lichtjahre breit. Die hellen Wände der kosmischen Höhle bestehen aus Gas, das vom ultravioletten Licht der heißen jungen Sterne in ihrer Umgebung ionisiert wird.

Die interstellare Leinwand zeigt auch staubige, bläuliche Reflexionsnebel wie vdB 155 (links) und dichte Staubwolken. Astronomische Untersuchungen förderten Anzeichen von Sternbildung zutage. Dazu zählt der helle rötliche Fleck von Herbig-Haro (HH) 168 links oben. Er stammt von der energiereichen Strahlung eines neu entstandenen Sterns.

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Thors Helm

Ein türkiser Nebel leuchtet mit vielen weißen Schlieren, unten ist ein dunkles orange-braunes Element, nach unten verläuft ein diffuser türkiser Nebel, und nach links und rechts oben verlaufen flügelähnliche türkise Fortsätze.

Bildcredit und Bildrechte: Ritesh Biswas

Thor hat nicht nur seinen eigenen Tag, nämlich den Donnerstag, sondern auch einen Helm am Himmel. NGC 2359 wird im Volksmund Thors Helm genannt. Er ist eine hutförmige kosmische Wolke mit flügelartigen Anhängseln. Selbst für einen nordischen Gott hat Thors Helm heroische Ausmaße: Er hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren.

In Wirklichkeit ist die kosmische Kopfbedeckung eher eine interstellare Blase. Sie wird von dem hellen, massereichen Stern nahe beim Zentrum der Blase von einem schnellen Wind aufgebläht. Der Zentralstern ist ein Wolf-Rayet-Stern. Das ist ein extrem heißer Riesenstern, von dem man annimmt, dass er sich in einem kurzen Entwicklungsstadium vor einer Supernova befindet.

NGC 2359 ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund. Dieses scharfe Bild ist ein gemischter Datencocktail aus Bildern, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Dadurch erscheinen die Sterne nicht nur natürlich, sondern es das Bild zeigt auch Details der fadenförmigen Strukturen im Nebel. Man erwartet, dass der Stern im Zentrum von Thors Helm in den nächsten paar tausend Jahren als spektakuläre Supernova explodiert.

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Die Phasen der Venus

Viele Abbildungen der Venus bilden einen nach links gerichteten Bogen vor schwarzem Hintergrund. Oben in der Mitte ist die Venus klein und rund, nach links bis unten in der Mitte wird sie auf den Abbildungen immer größer und sichelförmiger, unten in der Mitte ist nur ein schmaler Splitter zu sehen.

Bildcredit und Lizenz: Stéphane Gonzales

Die Venus zeigt Phasen. So wie unser Mond kann der Planet Venus als volle Scheibe, als dünne Sichel oder alles dazwischen erscheinen. Die Venus ist am Himmel nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang oft das hellste Objekt. Sie ist so klein, dass man ein Fernglas oder ein kleines Fernrohr braucht, um ihre aktuelle Phase eindeutig zu sehen.

Das Bild zeigt eine Bildfolge aus dem Jahr 2015. Sie wurden im Laufe von 6 Monaten in Surgères im französischen Charente-Maritime aufgenommen. Nicht nur verändert die Venus ihre Phasen, sondern auch ihre scheinbare Größe.

Wenn die Venus von der Erde aus gesehen gegenüber der Sonne steht, ist ihr scheinbarer Durchmesser am kleinsten, aber ihre Phase ist dann fast voll. Doch wenn sich Venus und Erde auf der gleichen Seite der Sonne befinden, erscheint die Venus zwar größer, aber als Sichel. Im Jänner 2024 geht Venus vor der Morgendämmerung in zunehmender halber Phase auf.

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