Ein Blick aus dem Schatten der Erde

Mondfinsternis und die Internationale Raumstation ISS bei der Dune du Pilat in Frankreich

Bildcredit und Bildrechte: Maxime Oudoux

Diese friedliche Sand- und Himmelslandschaft zeigt die Dune du Pilat an der französischen Küste, die in den frühen Morgenstunden des 16. Mai noch im Erdschatten lag. An diesem Tag bedeckte der dunkle Kernschatten unseres Planeten, der weit ins All hinaus reicht, den Mond.

An diesem Ort begann die totale Phase einer Mondfinsternis kurz vor Monduntergang. Doch die Internationale Raumstation, der größte künstliche Mond der Erde, glänzte noch im Sonnenlicht, als sie vom westlichen Horizont in einer Höhe von mehr als 400 Kilometern den Himmel kreuzte und einen hellen, flachen Bogen über den Himmel zog.

Die einfach aufgebaute, gut geplante Panoramaszene wurde in einem Zeitraum von fünf Minuten als Serie aufeinanderfolgender Bilder fotografiert.

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Eine digitale Mondfinsternis

Mondfinsternis in Zentralflorida, fotografiert als Bildserie

Bildcredit und Bildrechte: Michael Cain

Diese Bildserie entstand in der Nacht von 15. auf 16. Mai. Sie zeigt den Vollmond bei einer totalen Mondfinsternis, als er am wolkenlosen Himmel über Baumkronen in Zentralflorida einen Bogen zog. Alle 5 Minuten fotografierte eine Digitalkamera ein Foto.

Diese Bilder zeigen den Fortschritt der Finsternis im Zeitraum von drei Stunden. Die helle Mondscheibe wird dunkel und rot, während sie durch den Schatten des Planeten Erde gleitet. Zählt man die mittleren Bilder der Serie, ergibt sich für die Phase der totalen Finsternis eine Dauer von ungefähr 90 Minuten.

Um 270 v. Chr. schätzte der griechische Astronom Aristarch die Dauer von totalen Mondfinsternissen, allerdings ohne den Vorteil digitaler Uhren und Kameras. Doch er entwickelte mithilfe der Geometrie eine einfache und beeindruckend genaue Methode, um von der Finsternisdauer die Entfernung des Mondes in Erdradien abzuleiten.

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Ein Juwel am Blumenmond

Blumenmond mit Juwel - am Vollmond der Mondfinsternis leuchtet noch ein Stückchen in der Sonne im Halbschatten der Erde.

Bildcredit und Bildrechte: Tomas Slovinsky

Ein bewölkter Himmel plagte am Sonntag einige Himmelsbeobachtende, als der Blumenvollmond im Mai bei einer totalen Mondfinsternis durch den Erdschatten glitt. Doch dieser Schnappschuss mit Teleobjektiv vom Himmel über der chilenischen Atacamawüste zeigt das atemberaubende Schauspiel.

Durch dünne, hohe Zirruswolken seht ihr den letzten Splitter der sonnenbeleuchteten Sichel kurz vor Beginn der Totalität, er funkelt wie ein verschwommenes Juwel auf der großteils beschatteten Mondscheibe.

Der Vollmond war nahe am Perigäum, das ist der erdnächste Punkt seiner elliptischen Bahn. Während der 90-minütigen totalen Finsternisphase wanderte er fast mitten durch den dunklen Kernschatten der Erde. Dieser war zart von Sonnenlicht beleuchtet, das in der Atmosphäre gestreut wurde. Dieses Licht verlieh dem verfinsterten Mond seine rötliche Erscheinung und die sehr dramatische, aber gängige Bezeichnung Blutmond.

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NGC 1316: Nach der Kollision von Galaxien

Das Bild zeigt die Galaxie NGC 1316 - auch bekannt als Fornax A - im Sternbild Chemischer Ofen, die offenbar die Galaxie NGC 1317 rechts oben verschlingt.

Bildcredit und Bildrechte: Aufnahme: Greg Turgeon; Bearbeitung: Kiko Fairbairn

Astronomen werden zu Detektiven beim Versuch, die Ursache für faszinierende Anblicke wie NGC 1316 herauszufinden. Untersuchungen zeigen, dass die gewaltige elliptische Galaxie NGC 1316 vor etwa 100 Millionen Jahren begann, die kleinere benachbarte Spiralgalaxie NGC 1317 rechts oben zu verschlingen. Die dunklen Staubbahnen, die für eine Spiralgalaxie charakteristisch sind, sowie blasse Wirbel und Hüllen aus Sternen und Gas auf diesem weitläufigen, detailreichen Bild sind ein klarer Hinweis.

Ein ungeklärtes Detail sind die ungewöhnlich kleinen Kugelsternhaufen, die als blasse Punkte im Bild zu sehen sind. Die meisten elliptischen Galaxien haben mehr und hellere Kugelsternhaufen als NGC 1316. Die hier beobachteten Kugelsternhaufen sind jedoch zu alt, als dass sie bei der jüngsten Galaxienkollisionen entstanden sein könnten.

Eine Hypothese dazu besagt, dass diese Kugelsternhaufen Überlebende von einer noch älteren Galaxie sind, die von NGC 1316 verschlungen wurde. Ein weiteres überraschendes Merkmal von NGC 1316, die auch als Fornax A bekannt ist, sind ihre riesigen Lappen aus Gas, die im Radio-Wellenlängen hell leuchten.

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Milchstraße über Erdpyramiden in den französischen Alpen

Diese Erdpyramiden, auch Hoodoos genannt, stehen in den fanzösischen Alpen, darüber leuchtet die Cygnus-Region im Sternbild Schwan in der Milchstraße.

Bildcredit und Bildrechte: Benjamin Barakat

Echte Schlösser sind nicht so alt, doch die Galaxie im Hintergrund ist sogar noch älter. Diese Felsspitzen erinnern ein wenig an ein außerirdisches Schloss. Es sind Erdpyramiden, die wahrscheinlich Millionen Jahre alt sind, sie werden auch als Hoodoos bezeichnet.

Erdpyramiden sind zwar selten, kommen aber auf der ganzen Welt vor. Sie entstehen, wenn dichtes Gestein die Erosion von darunter liegendem weicherem Gestein verlangsamt. Die oben gezeigten Erdpyramiden stehen in den französischen Alpen. Sie werden Demoiselles Coiffées genannt, das heißt übersetzt „Frauen mit Frisur“.

Von der Galaxie im Hintergrund sehen wir die zentrale Scheibe unserer Milchstraße, deren Sterne typischerweise Milliarden Jahre alt sind. Die fotogene Cygnus-Himmelsregion über den Erdpyramiden liegt beim Sternbild Schwan. Sie ist reich an staubhaltigen dunklen Wolken und rot leuchtenden Nebeln.

Das Bild wurde in zwei Schritten aufgenommen: Der Vordergrund entstand am Abend in der Blauen Stunde, der Hintergrund wurde am selben Ort später in der Nacht fotografiert.

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Die Farben des Mondes

Von der Erde aus gesehen erhält der Mond viele verschiedene Farben, die in der Atmosphäre entstehen. Eine Astrofotografin sammelte Bilder des Vollmondes in ganz Italien.

Bildcredit und Bildrechte: Marcella Giulia Pace

Welche Farbe hat der Mond? Das hängt von der Nacht ab. Außerhalb der Erdatmosphäre erscheint der dunkle Mond, der durch reflektiertes Sonnenlicht leuchtet, in einem prächtigen, bräunlichen Grau. Doch innerhalb der Erdatmosphäre kann der Mond ganz unterschiedlich aussehen.

Dieses Bild betont eine Sammlung an scheinbaren Farben des Vollmondes, die eine Astrofotografin im Laufe von 10 Jahren an unterschiedlichen Orten in Italien fotografierte. Rot oder Gelb bedeutet normalerweise, dass der Mond in der Nähe des Horizonts steht. Dort wurde ein Teil des blauen Lichts gestreut, weil das Licht einen langen Weg durch die Erdatmosphäre, die manchmal feinen Staub enthält, zurücklegen muss.

Ein blau gefärbter Mond ist seltener und kann einen Mond zeigen, der durch eine Luftschicht mit größeren Staubteilchen zu sehen ist. Was den Mond violett gefärbt hat, ist unklar – möglicherweise eine Kombination aus mehreren Effekten. Das letzte Bild zeigt die totale Mondfinsternis vom Juli 2018, als der Mond im Erdschatten in mattem Rot leuchtete. Dabei wurde das Licht in der Luft um die Erde gebrochen.

Heute gibt es nicht nur einen weiteren Vollmond, sondern auch eine totale Mondfinsternis, die in Nord- und Südamerika zu beobachten ist – dieses Ereignis könnte zu einigen unerwarteten Mondfarben führen.

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Eishalos im Mondschein

Vollmond mit komplexen Halos, Nebenmonden und Bögen über Alberta in Kanada.

Bildcredit und Bildrechte: Alan Dyer, Amazingsky.com, TWAN

Ein fast voller Mond brachte am 15. April in einer nördlichen Frühlingsnacht diese leuchtende Erscheinung nach Alberta in Kanada. In dieser Nacht wurde das helle Mondlicht von sechseckigen Eiskristallen in hohen Wolken gebrochen und reflektiert, dabei entstanden komplexe Halos und Bögen, wie man sie sonst nur am Tageshimmel bei Sonnenlicht sieht.

Die Farben der Bögen und Nebenmonde waren mit bloßem Auge gerade noch sichtbar. Diese mondbeleuchtete Weitwinkel-Himmelslandschaft wurde aus Aufnahmen mit Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis 1/20 Sekunden erstellt. Der Große Wagen befindet sich am oberen Bildrand knapp über einem lächelnden, regenbogenfarbigen Zirkumzenitalbogen. Der Mond leuchtet mitten in seinem häufig beobachteten 22-Grad-Halo, daneben funkeln Arkturus (links) und Regulus (rechts).

Auch am 15. Mai wird das helle Licht des Vollmondes am Nachthimmel der Erde leuchten. Doch der morgige Vollmond ist eine Weile gedämpft, weil er bei einer totalen Mondfinsternis durch den Erdschatten gleitet.

Europa: Beginn der totalen Mondfinsternis vom 15.-16. Mai
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EHT zeigt das Schwarze Loch in der Milchstraße

Das Event Horizon Telescope (EHT) zeigt ein Bild vom Schwarzen Loch Sgr A* in unserer Milchstraße, es befindet sich im Sternbild Schütze.

Bildcredit: Röntgen – NASA/CXC/SAO, Infrarot – NASA/HST/STScI; Einschub: Radio – Arbeitsgruppe Event Horizon Telescope

Ein Schwarzes Loch haust im Zentrum der Milchstraße. Es wurde beobachtet, dass Sterne um ein sehr massereiches, kompaktes Objekt kreisen, das als Sgr A* (gesprochen: „Sagittarius A Stern„) bezeichnet wird. Doch dieses soeben veröffentlichte Radiobild (Einschub) des auf der Erde stationierten Event Horizon Telescope (EHT) ist der erste direkte Nachweis des zentralen Schwarzen Lochs in der Milchstraße.

Wie von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt, krümmt die starke Gravitation des vier Millionen Sonnenmassen schweren Schwarzen Lochs das Licht und erzeugt einen schattenartigen dunklen Zentralbereich. Dieser ist von einer hellen, ringähnlichen Struktur umgeben.

Begleitende Beobachtungen mit Weltraumteleskopen und Observatorien auf der Erde bieten einen umfassenderen Blick auf die dynamische Umgebung des galaktischen Zentrums und zeigen das Bild des Schwarzen Lochs vom Event Horizon Telescope im Kontext. Das Hauptbild entstand aus Röntgendaten von Chandra sowie Infrarotdaten von Hubble.

Das große Bild ist etwa 7 Lichtjahre breit, der kleine Bildeinschub vom Event Horizon Telescope umfasst nur 10 Lichtminuten im Zentrum unserer Galaxis, das etwa 27.000 Lichtjahre entfernt ist.

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Junge Sterne in NGC 346

Die massereichen Sterne in NGC 346 im Sternbild Tukan auf diesem Hubble-Bild sind kurzlebig, aber energiereich.

Bildcredit: NASA, ESA, Antonella Nota (ESA/STScI) et al.,

Die massereichen Sterne von NGC 346 sind kurzlebig, aber sehr energiegeladen. Der Sternhaufen ist in die größte Sternbildungsregion in der Kleinen Magellanschen Wolke eingebettet, diese ist etwa 210.000 Lichtjahre entfernt.

Die stellaren Winde und die Strahlung der Sterne sprengen eine interstellare Höhlung in die großen Gas- und Staubwolken mit einem Durchmesser von etwa 200 Lichtjahren. Dabei lösen sie Sternbildung aus und prägen den dichten inneren Rand der Region.

Die Sternbildungsregion ist als N66 katalogisiert und enthält anscheinend auch eine große Population junger Sterne. Die jungen, etwa 3 bis 5 Millionen Jahre alten Sterne, die im eingebetteten Sternhaufen verstreut sind, verbrennen in ihren Kernen noch keinen Wasserstoff.

Auf diesem Falschfarbenbild des Weltraumteleskops Hubble sind sichtbares und nahinfrarotes Licht in Blau und Grün abgebildet. Das Licht der Emissionen von atomarem Wasserstoff ist rot.

Wieder geöffnet in Wien: Wissens°raum – komm vorbei, Eintritt frei!

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Das Grinsen der Gravitation

Diese Grinsekatze im Sternbild Ursa Major ist ein Galaxienhaufen, der dahinter liegende Galaxien zu Bögen verzerrt, wie von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagt.

Bildcredit: Röntgen – NASA / CXC / J. Irwin et al. ; Optisch – NASA/STScI

Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, die vor mehr als 100 Jahren publiziert wurde, sagte das Phänomen der Gravitationslinsen voraus. Dieses Phänomen verleiht weit entfernten Galaxien eine drollige Erscheinung, wenn man sie mit den Augen der Weltraumteleskope Chandra und Hubble in Röntgen- und sichtbarem Licht betrachtet.

Diese Gruppe wird landläufig als Grinsekatze bezeichnet. Die beiden großen elliptischen Galaxien sind von suggestiven Bögen gerahmt. Diese Bögen sind optische Bilder weit entfernter Hintergrundgalaxien, die von der gesamten Gravitationsmasse der Gruppe im Vordergrund gebrochen werden. In dieser gravitativen Masse überwiegt Dunkle Materie.

Die beiden großen elliptischen „Augen“-Galaxien sind die hellsten Mitglieder ihrer jeweiligen Galaxiengruppen, die gerade miteinander verschmelzen. Ihre relative Kollisionsgeschwindigkeit von fast 1350 Kilometern pro Sekunde heizt Gas auf Millionen Grad auf. Dabei entsteht Röntgenleuchten, das hier in Violett abgebildet ist.

Neugierig auf die Galaxiengruppenverschmelzung? Die Grinsekatzen-Gruppe lächelt im Sternbild Ursa Major in einer Entfernung von 4,6 Milliarden Lichtjahren.

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Der Katzenpfotennebel NGC 6334

Der Katzenpfotennebel NGC 6334 im Sternbild Skorpion

Bildcredit und Bildrechte: Stefan Steve“ Bemmerl (Sternwarte Saulburg)

Nebel werden häufig mit vertrauten Formen verglichen, und genauso häufig geraten Katzen in Schwierigkeiten. Doch keine bekannte Katze könnte diesen gewaltigen Katzenpfotennebel im Sternbild Skorpion gebildet haben.

Die Katzenpfote ist ein 5500 Lichtjahre entfernter Emissionsnebel, dessen rote Farbe von einer Fülle an ionisierten Wasserstoffatomen stammt. Er wird auch als Bärentatzennebel bezeichnet und ist als NGC 6334 katalogisiert. In den letzten Millionen Jahren sind dort Sterne entstanden, die fast zehnmal so schwer sind wie die Sonne.

Dieses detailreiche Bild zeigt den Katzenpfotennebel in Licht, das von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel abgestrahlt wird.

Erforsche das Universum: APOD-Zufallsgenerator
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