Komet C/2017 K2 (PanSTARRS)

Komet C/2017 K2 (PanSTARRS) neben dem offenen Sternhaufen IC 4665 und dem hellen Stern Beta Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger

Bildcredit und Bildrechte: Jose J. Chambo (Cometografia)

Komet C/2017 K2 (PanSTARRS) teilt dieses Weitwinkel-Teleskopsichtfeld vom Juni 2022 mit dem offenen Sternhaufen IC 4665 und dem hellen Stern Beta Ophiuchi am sternenreichen Rand der Milchstraße.

Dieser Komet PanSTARRS wurde vor über fünf Jahren – im Mai 2017 – auf seiner ersten Reise von der dunklen, fernen Oortschen Wolke ins innere Sonnensystem entdeckt. Er war etwa 2,4 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Damals war er der fernste aktive ankommende Komet, der je entdeckt wurde. Seine Entfernung lag damals zwischen den Bahnen von Uranus und Saturn. Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigten, dass der Komet einen fast 18 Kilometer großen Kern hatte.

C/2017 K2 ist schon jetzt mit kleinen Teleskopen sichtbar. Er erreicht am 14. Juli seine größte Annäherung an den Planeten Erde und im Dezember die größte Annäherung an die Sonne. Seine ausgedehnte Koma und der sich entwickelnde Schweif sind hier in einer Entfernung von etwa 290 Millionen Kilometern zu sehen, das sind nur 16 Lichtminuten.

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Familienporträt des Sonnensystems

Planetenparade am Morgenhimmel mit Saturn, Neptun, Jupiter, Mars, Uranus, Venus, Merkur und dem Mond am Himmel von  San Pedro de Atacama in Chile.

Bildcredit und Bildrechte: Alexis Trigo

Habt ihr schon einmal alle Planeten auf einmal gesehen? Fast den ganzen Juni war am Morgenhimmel eine seltene Parade aller Planeten zu bewundern. Dieses Fischaugenbild des ganzen Himmels wurde vor wenigen Morgen in San Pedro de Atacama in Chile fotografiert. Es zeigt nicht nur die ganze Planetenparade, sondern zwischen Mars und Venus auch den Mond.

Die Mitglieder dieses Familienporträts des Sonnensystems sind – entlang der Ekliptik von links nach rechts – die Erde, Saturn, Neptun, Jupiter, Mars, Uranus, Venus, Merkur und die Erde. Damit man ihre Positionen besser erkennt, wurden Neptun und Uranus künstlich verstärkt. Der Vulkan unter Merkur ist der Licancabur.

Im Juli wandert Merkur in den Glanz der Sonne und taucht wenige Tage später auf der Abendseite wieder auf. Dann wandert Saturn im August in die Richtung gegenüber der Sonne und wird so in der Abenddämmerung statt der Morgendämmerung sichtbar. Die nächste Gelegenheit, bei der alle acht Planeten gleichzeitig am Morgenhimmel zu sehen sind, bietet sich 2122.

Wien, 5. Juli 2022, 16-22 Uhr: 35 Jahre ESA-Österreich
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Merkur beim Vorbeiflug von BepiColombo

Die ESA- und JAXA-Raumsonde BepiColombo fotografiert den Planeten Merkur bei ihrem Vorbeiflug.

Bildcredit und Lizenz: ESA, JAXA, BepiColombo, MTM

Welcher Teil des Mondes ist das? Keiner – denn das ist der Planet Merkur. Die alte Oberfläche Merkurs ist ähnlich stark von Kratern übersät wie die des Erdmondes. Merkur ist zwar nur wenig größer als Luna, aber viel dichter und massereicher als jeder andere Mond im Sonnensystem, weil er großteils aus Eisen besteht. Unsere Erde ist der einzige Planet mit einer noch höheren Dichte.

Weil sich Merkur bei zwei Umläufen um die Sonne genau dreimal um seine Achse dreht und weil Merkurs Bahn stark elliptisch ist, sehen Besucher auf Merkur eine seltsame Sonnenbewegung: Die Sonne geht auf, bleibt am Himmel stehen, kehrt dann zum Aufgangshorizont zurück, bleibt wieder stehen und wandert schließlich rasch zum anderen Horizont, wo sie untergeht. Auf der Erde führt Merkurs Nähe zur Sonne dazu, dass wir ihn nur kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang sehen.

Dieses Bild wurde letzte Woche beim Vorbeiflug der ESA– und JAXARaumsonde BepiColombo fotografiert, bei dem sie Energie abgab, als Vorbereitung darauf, 2025 in den Orbit des innersten Planeten einzutreten.

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Der Gum-Nebel über verschneiten Bergen

Der Gum-Nebel ist so nahe, dass er kaum erkennbar ist. Er wurde nach dem australischen Astronomen Colin Stanley Gum benannt.

Bildcredit und Bildrechte: Wang Jin

Der Gum-Nebel ist so groß und so nahe, dass er schwierig zu erkennen ist. Diese interstellare Weite aus leuchtendem Wasserstoff wird oft nicht bemerkt, weil sie 35 Grad umfasst, das sind mehr als 70 Vollmonde. Zusätzlich ist sie sehr blass.

Dieses prächtige 90-Grad-Mosaik wurde ausreichend breit und detailreich angelegt, um den Gum abzubilden. Er leuchtet rechts in Rot. Das Bild entstand Ende letzten Jahres. Dabei wurden der Vordergrund mit dem Haba-Schneeberg und der Hintergrund mit dem Zentralband der Milchstraße am selben Ort in Shangri-La in der chinesischen Provinz Yunnan mit derselben Kamera fotografiert.

Der Gum-Nebel ist so nahe, dass wir nur etwa 450 Lichtjahre vom vorderen Rand entfernt sind. Die Entfernung zum hinteren Rand beträgt etwa 1500 Lichtjahre. Er ist nach einem kosmischen Wolkenjäger benannt, dem australischen Astronomen Colin Stanley Gum (1924-1960).

Der Ursprung dieses komplexen Nebels wird noch erforscht. Eine führende Theorie zum Ursprung des Gum-Nebels besagt, dass er der Millionen Jahre alte Überrest einer Supernovaexplosion ist. Einer anderen Theorie zufolge ist der Gum eine Molekülwolke, die über Äonen hinweg von vielen Supernovae und den Windströmen mehrerer massereicher Sterne geformt wurde.

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Lichtechos von V838 Mon

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Bildcredit: NASA, ESA, H. E. Bond (STScI)

Wie kam es zu diesem Ausbruch von V838 Mon? Aus ungeklärter Ursache dehnte sich die äußere Oberfläche des Sterns V838 Mon plötzlich so stark aus, dass er Anfang 2002 zu einem der helleren Sterne in der Milchstraße wurde. Dann schrumpfte er genauso plötzlich wieder und verblasste. So ein Sternenblitz wurde noch nie zuvor beobachtet.

Supernovae und Novae stoßen Materie in den Weltraum aus. Auch der Blitz von V838 Mon scheint Materie in den Weltraum auszustoßen. Doch was auf diesem Bild des Weltraumteleskops Hubble tatsächlich nach außen wandert, ist das Lichtecho des ursprünglichen Blitzes. Bei einem Lichtecho wird das Licht des Blitzes von immer weiter entfernten Oberflächen in der komplexen Anordnung von interstellarem Staub in der Umgebung reflektiert, der den Stern schon zuvor umgab.

V838 Mon ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Einhorn (Monoceros), während das Lichtecho oben einen Durchmesser von etwa sechs Lichtjahren hat.

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Die Planeten des Sonnensystems

Alle Planeten und der abnehmende Sichelmond stehen vor Sonnenaufgang in einer Reihe über den östlichen Horizont bei Marina di San Nicola in Italien.

Bildcredit und Bildrechte: Antonio Canaveras, Chiara Tronci, Giovanni Esposito, Giuseppe Conzo, Luciana Guariglia (Gruppo Astrofili Palidoro)

Gleichzeitig fotografierte Bilder von vier Kameras wurden zu dieser stimmungsvollen Himmelslandschaft in der Dämmerung kombiniert. Das gemeinsam erstellte Astro-Panorama vom 24. Juni zeigt alle Planeten des Sonnensystems kurz vor Sonnenaufgang.

Der innerste Planet Merkur stand am nebeligen Morgen nahe am Horizont, er war in der Dämmerung links unter der gleißenden Venus gerade noch sichtbar. Der abnehmende Sichelmond und die anderen hellen, mit bloßem Auge sichtbaren Planeten – Mars, Jupiter und Saturn – leuchten nahe der Ekliptik und verteilen sich über das weite Sichtfeld nach rechts oben.

Für die viel blasseren Planeten Uranus und Neptun hätte man ein Fernglas gebraucht, doch auch sie standen am Himmel in der Ekliptik. Im Vordergrund befinden sich Ausgrabungen einer antiken römischen Villa bei Marina di San Nicola in Italien auf dem Planeten Erde.

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Filaprom am westlichen Rand

Die Sonne in H-alpha-Licht zeigt aktive Regionen, Filamente und Protuberanzen - und manchmal auch ein Filaprom, zum Beispiel hier.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Wise

Ein Sonnenfilament ist ein gewaltiger Strom aus leuchtendem Plasma, das von schleifenförmigen Magnetfeldern über der aktiven Oberfläche der Sonne in Schwebe gehalten wird. Vor der Sonnenscheibe wirkt es dunkel, weil es ein bisschen kühler und daher etwas weniger hell ist als die Photosphäre der Sonne. Würde dieselbe Struktur am Sonnenrand schweben, dann wäre sie hell, weil man sie vor der Schwärze des Weltraums sieht. Man nennt sie dann Sonnenprotuberanz.

Ein Filaprom ist beides: Ein Strom aus magnetisiertem Plasma, der vor der Sonnenscheibe kreuzt und über den Sonnenrand hinausreicht. Auf dieser H-alpha-Nahaufnahme der Sonne vom 22. Juni befindet sich nahe der Bildmitte die Aktive Region AR3038. Die Aktive Region AR3032 seht ihr ganz rechts nahe dem westlichen Sonnenrand.

Da AR3032 durch die Rotation zum sichtbaren Sonnenrand getragen wird, ist das, was zuvor ein riesiges Filament über der Sonne war, nun zum Teil eine Protuberanz. Wie groß ist das Filaprom von AR3032? Zum Größenvergleich ist der Planet Erde in der rechten oberen Ecke dargestellt.

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Spiralgalaxie NGC6744

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Bildcredit und Bildrechte: Basudeb Chakrabarti

Die schöne Spiralgalaxie NGC 6744 hat einen Durchmesser von fast 175.000 Lichtjahren und ist somit größer als unsere Milchstraße. Sie ist etwa 30 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Pfau. In kleinen Teleskopen erscheint sie nur als blasses, ausgedehntes Objekt.

Diese Teleskopansicht umfasst einen Bereich, der etwa die Winkelgröße eines Vollmondes umfasst. Auf dem sehr detailreichen Galaxienporträt ist die Scheibe des nahen Inseluniversums zu unserer Sichtlinie geneigt. Der riesige längliche gelbliche Kern der Galaxie ist vom Licht alter, kühler Sterne geprägt. Außerhalb des Kerns sind die prächtigen Spiralarme mit jungen, blauen Sternhaufen gefüllt und von rötlichen Sternbildungsregionen gesprenkelt.

Ein verlängerter Arm reicht über die kleinere Begleitgalaxie NGC 6744A rechts unten. Die galaktische Begleiterin NGC 6744 erinnert an eine Begleitgalaxie der Milchstraße, die Große Magellansche Wolke.

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Supernova-Überrest: Der Schleiernebel

Das Bild zeigt eine Kombination von Langzeitbelichtungen des Schleiernebels, den leuchtenden, gasförmigen Überresten einer einer Supernova, die vor etwa zehntausend Jahren stattfand.

Bildcredit und Bildrechte: Craig Stocks (Ferngesteuerte Observatorien in der Wüste von Utah)

Vor zehntausend Jahren, noch vor Beginn der Geschichtsschreibung, erschien plötzlich ein neues Licht am Nachthimmel, das nach ein paar Wochen wieder verblasste. Heute wissen wir, dass dieses Licht von einer Supernova – einem explodierenden Stern – stammte, und bezeichnen die sich ausdehnende Trümmerwolke – den Supernovaüberrest – als Schleiernebel.

Die detailreiche Weitwinkelansicht wurde mit Farbfiltern erstellt, die Licht von Schwefel (rot), Wasserstoff (grün) und Sauerstoff (blau) aufnehmen. Bei der Bearbeitung wurden die Sterne entfernt, sodass die eindrucksvollen leuchtenden Fasern des Schleiers besser zur Geltung kommen.

Der Schleiernebel ist auch als Cygnusbogen bekannt. Er hat eine ungefähr kreisförmige Form und bedeckt am Himmel im Sternbild Schwan (Cygnus) fast drei Grad. Berühmte Nebelabschnitte sind der Fledermausnebel, der Hexenbesennebel und Flemings dreieckiges Büschel. Der ganze Supernovaüberrest ist etwa 1400 Lichtjahre entfernt.

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Analemma über Taipeh

Dieses Analemma aus Teipeh zeigt den Bewegung der Sonne am Himmel im Lauf eines Jahres, die Einzelbilder wurden immer nachmittags zur selben Zeit fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Meiying Lee

Kehrt die Sonne jeden Tag an dieselbe Stelle am Himmel zurück? Nein. Eine bessere und visuellere Antwort auf diese Frage ist ein Analemma – eine Kombination von Bildern, die ein Jahr lang zur selben Zeit und am selben Ort fotografiert wurden.

Dieses Analemma entstand aus Bildern, die 2021 an vielen Nachmittagen um 16:30 in Taiwan fotografiert wurden, im Vordergrund seht ihr die Silhouette von Taipeh und den hohen Taipei 101. Die Position der Sonne im Dezember – zur Dezember-Sonnenwende – befindet sich links, die Juni-Sonnenwende seht ihr rechts. Zu den Sonnenwenden und den Äquinoktien wurden die Positionen der Sonne auch während des restlichen Tages fotografiert.

Heute ist die Juni-Sonnenwende 2022 und somit der Tag auf der Nordhalbkugel der Erde, an dem die Sonne die längste Zeit am Himmel bleibt. In vielen Ländern ist heute der offizielle Beginn einer neuen Jahreszeit, zum Beispiel beginnt heute auf der Südhalbkugel der Erde der Winter.

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Felsenfinger auf dem Mars

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Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS

Was ist das Ding gleich neben der Mitte? Die Marsoberfläche bietet immer wieder neue Überraschungen, wiese diese kürzlich entdeckten fingerähnlichen Felsnadeln. Der Roboter-Rover Curiosity auf dem Mars fotografierte letzten Monat diese kleinen, fast senkrechten Felsnasen.

Ihre Form und Größe ist ähnlich wie die von kleinen Schlangen. Die gängigste Erklärung für ihre Entstehung lautet, dass Wasser durch Felsspalten floss und dabei Konglomerate aus kleinen Mineralien zurückließ. Nachdem diese relativ dichten Mineralien die Spalten gefüllt hatten, blieben sie zurück, als das umgebende Gestein erodierte.

Auf der Erde gibt es berühmte Felsnasen mit einem ähnlichen Ursprung, sie werden als Hoodoos bezeichnet. Der NASA-Rover Curiosity sucht weiterhin nach neuen Hinweisen auf urzeitliches Wasser im Krater Gale auf dem Mars und liefert wichtige geologische Daten für eine künftige Erforschung durch Menschen.

Erforsche dein Universum: APOD-Zufallsgenerator
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