Komet 21P/Giacobini-Zinner, Herz und Seele

Das Sternenfeld in lila-rosa Tönen zeigt in der Mitte den Herz-und-Seele-Nebel. Links daneben ragt der blasse Schweif eines Kometen von einer grünlichen Koma nach oben, er ist leicht nach rechts geneigt.
Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN, Earth and Stars)

Der Komet 21P/Giacobini-Zinner hat eine grünliche Koma. Er steht hier vor einer Landschaft am Himmel in den nördlichen Sternbildern Kassiopeia und Perseus, die am 17. August mit Teleobjektiv fotografiert wurde. Sie ist mehr als 10 Grad breit. Der periodische Komet ist der Ursprung des Meteorstroms der Draconiden, der bald kommt. Nächsten Monat erreicht der Komet, der hier vor einem dichten Sternfeld liegt, seine größte Helligkeit. Im Bild ist er nur vier Lichtminuten von der Erde entfernt.

Giacobini-Zinner bleibt wohl zu blass, um ihn mit bloßem Auge zu sehen. Auch der Herz-und-Seele-Nebel, der mitten im Sichtfeld der Digitalkamera liegt, leuchtet zu schwach für einen direkten Blick. Rechts ist ein Paar offener Sternhaufen, h und χ Perseï. Diese sieht man an dunklen Orten mit bloßem Auge.

In Herz und Seele sind Haufen junger Sterne eingebettet. Sie sind etwa eine Million Jahre alt. Jeder davon ist größer als 200 Lichtjahre. Sie sind 60007000 Lichtjahre entfernt und gehören zu einem großen aktiven Komplex mit Sternbildung, der sich im Perseus-Spiralarm der Milchstraße ausbreitet. h und χ Perseï sind ein bekannter Doppelsternhaufen. Beide Haufen sind ungefähr gleich weit von uns entfernt.

Der Komet Giacobini-Zinner ist periodisch. Das bedeutet, er kehrt regelmäßig an den Himmel zurück. Eine irdische Raumsonde, nämlich der International Cometary Explorer, wurde umfunktioniert. Die Sonde besuchte den Kometen im September 1985. Dabei durchquerte sie seinen Schweif.

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Asteroid Ryugu vom Hayabusa2

Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu ist voller Felsen und Krater. Die Sonde Hayabusa2 war so nahe an dem Asteroiden, dass er nicht ganz ins Bild passt.
Bildcredit und Bildrechte: ISAS, JAXA

Der Wert dieses großen Diamanten im Weltraum wird auf mehr als 80 Milliarden Dollar geschätzt. Doch er ist nur geformt wie ein Diamant. Vermutlich besteht der Asteroid 162173 Ryugu großteils aus Nickel und Eisen.

Asteroiden wie Ryugu sind aus mehreren Gründen interessant. Wenn sie in die Nähe der Erde gelangen, droht eines fernen Tages vielleicht die Gefahr eines Einschlags. In naher Zukunft ist Ryugu vielleicht eine neue Quelle wertvoller Metalle, wenn es möglich wird, mit Raumfahrzeugen Bergbau zu betreiben. Forschende suchen auf Ryugu nach Information, wie unser Sonnensystem vor Milliarden Jahren entstand und warum er auf seiner Bahn der Erde so nahe kommt.

Der Asteroid ist einen Kilometer groß. Die japanische Roboter-Raumsonde Hayabusa2 erreichte ihn Ende Juni. Das Bild zeigt Strukturen auf der Oberfläche, zum Beispiel Gesteinsfelder und Krater. Bevor die Raumsonde Hayabusa2 ankam, kannte man sie nicht. In den nächsten drei Monaten setzt Hayabusa2 mehrere Sonden aus. Manche davon sollen auf Ryugu landen und herumhüpfen. Hayabusa2 soll ein kleines Stück des Asteroiden bergen und zur Erde bringen.

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Leuchtende Elemente im Seelennebel

Der Seelennebel ist hier ohne seinen Nachbarn abgebildet, den Herznebel. Blaue Blasen sind von feurig leuchtendem Rot und Orange umgeben, außen herum ist sterngesprenkelte Dunkelheit.
Bildcredit und Bildrechte: Jesús M. Vargas und Maritxu Poyal

In der Seele der Königin von Aithiopia entstehen Sterne. Genauer gesagt: Im Sternbild Kassiopeia liegt eine große Region mit Sternbildung, nämlich der Seelennebel (IC 1898). In der griechischen Mythologie ist Kassiopeia die eitle Frau eines Königs, der vor langer Zeit im Land am oberen Nil herrschte.

Der Seelennebel enthält mehrere offene Sternhaufen. Seine große Radioquelle ist als W5 katalogisiert. Auch riesige entleerte Blasen finden sich darin. Sie entstanden durch die Winde der jungen, massereichen Sterne. Der Seelennebel ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt und an die 100 Lichtjahre groß. Meist bildet man ihn neben seinem himmlischen Nachbarn ab, dem Herznebel (IC1805).

Das Bild wurde aus Aufnahmen in drei verschiedenen Farben kombiniert: Wasserstoff leuchtet rot, Gelb stammt von Schwefel und Sauerstoff strahlt blau.

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Aktive Protuberanzen auf einer ruhigen Sonne

Der Ausschnitt der Sonne im Bild sieht ungewöhnlich aus. Er erinnert an einen Filzball mit weißen Fasern am Rand. Der Rand verläuft links.
Bildcredit und Bildrechte: Alan Friedman (Averted Imagination)

Warum ist die Sonne so ruhig? Die Sonne erreicht eine Phase mit einem Minimum an Aktivität. Daher zeigt sie – wie erwartet – weniger Sonnenflecken und aktive Regionen als sonst. Allerdings ist die Ruhe etwas beunruhigend. Denn dieses Jahr sah man an den meisten Tagen überhaupt keine Sonnenflecken.

Im Gegensatz dazu hatte die Sonne von 2011 bis 2015 fast jeden Tag Flecken. Damals erreichte sie ein Maximum an Aktivität. Maxima und Minima wechseln einander in einem Zyklus ab, der 11 Jahre dauert. Das letzte Minimum an Sonnenaktivität war das ruhigste seit 100 Jahren. Wird das aktuelle Minimum noch ruhiger? Zwar beeinflusst die Sonnenaktivität die Erde und ihre Umgebung. Doch niemand weiß, was auf der Sonne als Nächstes geschieht. Die Physik dieser Prozesse wird weiterhin aktiv erforscht.

Das Bild wurde vor drei Wochen fotografiert. Es zeigt, dass unsere Sonne sogar an einem ruhigen Tag aktiv ist. Ständig tanzen Protuberanzen aus heißem Plasma. Manche davon sind größer als die Erde. Am leichtesten sieht man sie, wenn sie über den Rand ragen.

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Asperitas über Neuseeland

Der Anblick dieser Wolken ist atemberaubend. Die Wolkenwellen werden seitlich von der Abendsonne beleuchtet. Sie sind kräftig orange gefärbt. Unten stehen Nadelbäume vor einem Streifen blauen Himmels.
Bildcredit und Bildrechte: Witta Priester

Was sind das für Wolken? Ihr Ursprung ist noch unbekannt und sie sind wenig erforscht. Diese ungewöhnlichen Formen in der Atmosphäre wirken vielleicht bedrohlich. Doch sie sind keine Vorboten eines meteorologischen Untergangs. Asperitas wurden erst letztes Jahr formal als eigenständiger Wolkentyp anerkannt. Manchmal raubt einem ihr Anblick den Atem.

Die meisten niedrigen Wolken sind unten flach. Anders als diese sind Asperitas unten vertikal stark strukturiert. Man vermutet daher, dass Asperitas mit Lenticularis, Mammatus oder Föhn verwandt sind. Lenticularis entstehen in der Nähe von Bergen. Mammatuswolken gehen mit Gewittern einher. Föhn ist ein trockener Fallwind, der von Bergen herab weht. Der Canterbury Northwester ist so ein Wind. Er strömt zur Ostküste der Südinsel Neuseelands.

Dieses Bild entstand 2005 über Hanmer Springs in Canterbury (Neuseeland). Es zeigt viele prächtige Details, weil die Sonne die gewellten Wolken von der Seite beleuchtet.

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Titan sehen

Der Saturnmond Titan ist in der Mitte im sichtbaren Licht dargestellt. Man sieht nur seine gelbliche Wolkenoberfläche. Außen herum sind sechs Bilder angeordnet, die in Infrarot durch die Wolken blicken und Details der Oberfläche zeigen.

Bildcredit und Bildrechte: VIMS-Team, U. Arizona, ESA, NASA

Saturns größter Mond Titan ist in eine dichte Atmosphäre gehüllt. Es ist wirklich schwierig, ihn zu sehen. Kleine Teilchen in der oberen Atmosphäre bilden einen fast undurchdringlichen Dunst. Dieser streut sichtbares Licht stark und verbirgt die Details auf Titans Oberfläche vor neugierigen Augen. Doch in Wellenlängen von Infrarot kann man Titans Oberfläche besser abbilden. Infrarot wird weniger stark gestreut oder in der Atmosphäre absorbiert.

In der Mitte ist ein Bild von Titan im sichtbaren Licht. Außen herum sind die bisher besten Ansichten in Infrarot des faszinierenden Mondes angeordnet. Die sechs Bildfelder in Falschfarben entstanden in 13 Jahren. Sie zeigen einen faszinierenden Vergleich mit Cassinis Ansicht im sichtbaren Licht. Die Aufnahmen stammen vom Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS). Das Spektrometer befindet sich an Bord der Raumsonde Cassini.

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Perseïd: Die Spur einer Feuerkugel leuchtet nach

Ein großer Teil des Nachthimmels mit Milchstraße und Mond wird unten vom Bogen des Horizonts begrenzt. Links oben gleißt eine helle Feuerkugel. Bildeinschübe zeigen, wie sich die nachleuchtende Spur entwickelte.
Bildcredit und Bildrechte: Petr Horálek

Dieser gleißende Perseïd loderte am 12. August vor der lokalen Mitternacht über dem Nationalpark Poloniny in der Slowakei. Er zog seine Spur neben der Sommer-Milchstraße. Seine ursprüngliche Farbe entstand wahrscheinlich durch die typisch hohe Geschwindigkeit der Meteore dieses Stroms. Perseïden rasen mit etwa 60 Kilometern pro Sekunde dahin. Wenn sie in großer Höhe in die dünne Atmosphäre dringen, können sie Atome von Sauerstoff anregen. Dabei entsteht das grüne Leuchten.

Dieser Perseïd zog eine Schliere, die zurückblieb – eine nachleuchtende Spur. Sie verwehte in der oberen Atmosphäre. Das ist typisch für helle Meteore. Die eingefügten Bilder entstanden in Abständen von je einer Minute. Sie haben den gleichen Maßstab wie das Originalbild und zeigen, sie sich die Leuchtspur entwickelte. Verglichen mit dem kurzen Blitz des Meteors war die geisterhafte Spur sehr beständig. Nach einer Stunde erkannte man immer noch zarte Überreste. Sie dehnten sich am Himmel auf über 80 Grad aus.

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Parker versus Perseïd

Am dunklen Nachthimmel steigt eine hell leuchtende parabelförmige Bahn auf. Am Boden sind blaue Strahlen, die fächerförmig schräg nach oben leuchten.
Bildcredit und Bildrechte: Derek Demeter (Emil Buehler Planetarium)

Rechts oben zischt der kurze Blitz eines Perseïden. Am Sonntag früh entstand eine Serie an Aufnahmen, als der jährliche Meteorstrom der Perseïden fast den Höhepunkt erreicht hatte. Die Bilder wurden kombiniert. Der Fotograf war etwa drei Kilometer von der Startrampe 37 der Raumfahrtstation Cape Canaveral entfernt. Er fotografierte vier Minuten lang die Spur einer Delta-IV-Schwerlastrakete. Damit startete die Parker Solar Probe in den dunklen Morgenhimmel.

Die Meteore der Perseïden sind nicht gerade langsam. Die Staubkörnchen des periodischen Kometen Swift-Tuttle pflügen mit etwa 60 Kilometern pro Sekunde durch die obere Erdatmosphäre und verdampfen.

Die Parker Solar Probe ist auf dem Weg zu ihrer Mission, die sieben Jahre dauert. Dabei sind sieben gravitationsgestützte Vorbeiflüge an der Venus geplant. Ihre größte Nähe zur Sonne nimmt kontinuierlich ab, bis sie schließlich eine Entfernung von 6,1 Millionen Kilometern erreicht. Das ist etwa ⅛ der Distanz zwischen Merkur und der Sonne, dorthin reicht schon die Sonnenkorona. Das ist die dünne äußere Atmosphäre der Sonne. Die Sonde hat dann eine Geschwindigkeit von ungefähr 190 Kilometern pro Sekunde. Damit erreicht sie einen Rekord für die schnellste Raumsonde vom Planeten Erde.

Galerie: Beste eingereichte Bilder des PSP-Starts

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