Die große Meteorprozession 1913

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Bildcredit und Bildrechte: RASC-Archiv; Danksagung: Bradley E. Schaefer (LSU)

Beschreibung: Heute vor hundert Jahren ereignete sich die große Meteorprozession 1913, ein Himmelsereignis, das von manchen als „prachtvoll“ und „hinreißend“ beschrieben wurde, und das die Menschen „verzaubert“ und „privilegiert“ zurückließ. Weil man sich an einem geeigneten Ort aufhalten musste – im Freien unter klarem Himmel -, berichteten nur etwa 1000 Menschen, die Prozession gesehen zu haben. Die Augen der Sterngucker, die Glück hatten, vor allem jene in der Nähe von Toronto in Kanada, wurden von einem eindrucksvollen Zug heller Meteore angezogen, die über den Himmel zogen, in Gruppen, mehrere Minuten lang. Eine plausible Vorläuferhypothese besagt, dass ein einzelner großer Meteor einmal die Erdatmosphäre streifte und dabei zerbrach. Als die dabei entstandenen Brocken das nächste Mal auf die Erde trafen, kamen sie über Süd-Zentralkanada an, wanderten Tausende Kilometer weit, während sie über dem Nordosten der USA passierten, und fielen schlussendlich mitten in den Atlantik. Oben ist eine aktuelle Digitalisierung eines inzwischen verblassten Gemäldes des Künstlers Gustav Hahn dargestellt, der das Glück hatte, das Ereignis mit eigenen Augen zu sehen. Obwohl seit der großen Meteorprozession 1913 nichts Vergleichbares zu beobachten war, wurden seither zahlreiche helle Feuerkugeln aufgezeichnet – jede davon ziemlich spektakulär, manche sogar auf Video.

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Die Teimareh-Felszeichnungen und Sternspuren

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Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Beschreibung: Diese in Stein gravierten prähistorischen Felszeichnungen sind im Teimareh-Tal im Zāgros-Gebirge (Iran) reichlich vorhanden. Wahrscheinlich erzählen sie eine Geschichte von Jägern und Tieren, die vor 6000 Jahren oder früher in diesem Tal im Mittleren Osten zu finden waren und in prähistorischer Zeit von Künstlern eingeätzt wurden. Am Nachthimmel darüber wurden durch die Rotation des Planeten Erde während der langen Belichtungszeit des Komposits, welches mit einer modernen Digitalkamera fotografiert wurde, Sternspuren eingraviert. Links, im Zentrum der Strichspuren, befindet sich der Himmelsnordpol – die Verlängerung der Erdachse in den Himmel, mit dem Polarstern, der die helle, kurze, dicke Spur neben dem Nordpol zieht. Doch als diese Felszeichnungen eingraviert wurden, hätte der Polarstern einen langen Bogen durch die Nacht gezogen. Da die Erdrotation wie eine Kreiselachse präzediert, lag der Himmelsnordpol vor 6000 Jahren bei den Sternbildgrenzen von Drache und Ursa Major, etwa 30 Grad von seiner aktuellen Position am Himmel des Planeten Erde.

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Parthenon-Mond

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Bildcredit und Bildrechte: Anthony Ayiomamitis (TWAN)

Beschreibung: Haben Sie letzte Nacht den Vollmond gesehen? Nahe dem Horizont hat die Mondkugel vielleicht groß gewirkt, scheinbar vergrößert durch die berühmte Mondtäuschung. Doch der Vollmond war letzte Nacht wirklich groß: Er erreichte innerhalb einer Stunde die exakt volle Phase sowie das Mond-Perigäum – jenen Punkt, an dem die elliptische Bahn des Mondes der Erde am nächsten kommt. Ein ähnlich erdnaher Vollmond war zuletzt am 12. Dezember 2008 zu sehen. Der Unterschied der scheinbaren Mondgröße zwischen Perigäum und Apogäum – dem von der Erde fernsten Punkt – beträgt etwa 14 Prozent. Natürlich geht auch heute Abend wieder ein fast voller Mond auf und beleuchtet den Himmel am Tag des Äquinoktiums, der „gleicher Nacht“. Der Vollmond ragt auch auf diesem gut geplanten Teleskop-Porträt des Mondes auf. Die aufgehende Mondkugel wurde Anfang dieses Jahres aufgenommen und gleicht von der Größe her auf pathetische Art dem 2500 Jahre alten Parthenon in Athen (Griechenland).

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Der Meteor von 1860 von Frederic Church

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Mit freundlicher Genehmigung von Judith Filenbaum Hernstadt (Gemälde fotografiert von Gerald L. Carr)

Beschreibung: Frederic Church (1826-1900), ein amerikanischer Landschaftsmaler der Hudson River School, malte was er in der Natur sah. Und am 20. Juli 1860 sah er eine spektakuläre Kette von Feuerkugelmeteoren, die den Abendhimmel über Catskill kreuzten – eine extrem seltene die Erde streifende Meteorprozession. In New York City schrieb auch der Dichter Walt Whitman (1819-1892) von der „… seltsamen riesigen Meteorprozession, blendend und klar, über unsere Köpfe schießend“ in seinem Gedicht Year of Meteors (1859-60). Doch die Inspirationsquelle für Whitmans Worte waren vergessen. Sein astronomischer Bezug wurde zum Geheimnis und Gegenstand wissenschaftlicher Debatten, bis die Physiker Donald Olson und Russell Doescher von der Texas State University, der Englischprofessor Marilynn Olson und der Honors-Pogramm-Student Ava Pope Berichte fanden, die das Datum und die Uhrzeit der spektakulären Meteorprozession dokumentierten. Der Durchbruch erreichte die Vereinigung mit Churchs relativ unbekanntem Bild. Passenderweise wurde die Arbeit des forensischen Astronomie-Teams eben erst publiziert, am 150. Jahrestag jenes kosmischen Ereignisses, das sowol den Dichter als auch den Maler inspirierte.

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Sonnenaufgangs-Sonnenwende über Stonehenge

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Credit und Bildrechte: Max Alexander, STFC, SPL

Beschreibung: Heute erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt am Himmel des Planeten Erde. Das als Sonnenwende bezeichnete Datum markiert traditionell einen Wandel der Jahreszeiten – vom Frühling zum Sommer auf der Nordhalbkugel der Erde und vom Herbst zum Winter auf der Südhalbkugel. Das obige Bild wurde 2008 in der Woche der Sommersonnenwende bei Stonehenge in Großbritannien aufgenommen und zeigt einen pittoresken Sonnenaufgang mit Nebel, Bäumen, Wolken, Steinen, die vor etwa 4500 Jahren aufgestellt wurden, und einem 5 Milliarden Jahre alten riesigen leuchtenden Himmelskörper. Sogar in Anbetracht der Präzession der Erdrotationsachse im Lauf der Jahrtausende geht die Sonne weiterhin auf astronomisch signifikante Weise über Stonehenge auf.

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Finsternis über dem Tempel des Poseidon

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Credit und Bildrechte: Chris Kotsiopoulos und Anthony Ayiomamitis (TWAN)

Beschreibung: Was geschieht mit der Sonne? Letzte Woche bedeckte der Mond wenige Minuten lang teilweise die Sonne, wodurch über Teilen des Planeten Erde vorübergehend eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen war. Auf dem oben gezeigten Einzelbild ermöglichte akribische Planung den sorgfältigen Fotografen das Fotografieren der teilweise verfinsterten Sonne, die über den antiken Ruinen des Poseidontempels auf Kap Sounion in Griechenland platziert war. Unerwartet bedeckten Wolken den oberen Rand der Sonne, während ein Vogel rechts an der Finsternis vorbeiflog. Bei ihrer größten Ausdehnung an manchen Orten bedeckte der Mond die gesamte Mitte der Sonne bis auf einen ihn umgebenden Feuerring einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Die nächste Sonnenfinsternis – eine totale Sonnenfinsternis – ereignet sich am 11. Juli 2010, ist aber nur von einem schmalen Pfad im südlichen Pazifik aus sowie nahe der südlichsten Spitze von Südamerika sichtbar.

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Mittelalterliche Astronomie aus Stift Melk

Mittelalterliche Handschrift aus dem Stift Melk zeigt das Schema von Sonnen- und Mondfinsternissen. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Credit: Paul Beck (Univ. Wien), Georg Zotti (Vienna Inst. Arch. Science); Bildrechte: Stiftsbibliothek Melk, Frag. 229

Beschreibung: Diese Manuskriptseite wurde durch einen Zufall entdeckt. Sie bietet einen grafischen Einblick in die Astronomie des Mittelalters vor der Renaissance und vor dem Einfluss von Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe, Johannes Kepler und Galileo.

Das faszinierende Blatt stammt aus einer Vorlesungsmitschrift über Astronomie und wurde von dem Mönch Magister Wolfgang de Styria noch vor dem Jahr 1490 im Stift Melk in Österreich gesammelt. Die oberen Bildfelder erklären die Geometrie für eine Mond- (links) und eine Sonnenfinsternis im geozentrischen ptolemäischen Weltbild. Das Diagramm links unten zeigt die ptolemäische Sicht des Sonnensystems, mit der Grafik rechts unten kann man das Datum des Ostersonntags im Julianischen Kalender berechnen. Der Text rechts oben erklärt die Bewegung der Planeten im ptolemäischen Weltbild.

Die Manuskriptseite ist als Teil einer Spezialausstellung zum Internationalen Jahr der Astronomie im historischen Stift Melk zu sehen.

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Analemma über der Korenhalle

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Credit und Bildrechte: Anthony Ayiomamitis (TWAN)

Beschreibung: Wenn Sie täglich zur gleichen Zeit ein Bild von der Sonne machen, bleibt sie dann an ihrer Position? Die Antwort lautet Nein. Die Form, der die Sonne im Laufe eines Jahres folgt, wird als Analemma bezeichnet.

Die scheinbare Verschiebung der Sonnenposition entsteht durch die Bewegung der Erde um die Sonne, kombiniert mit der Neigung der Erdachse. Die Sonne erreicht den höchsten Punkt des Analemmas im Sommer und den niedrigsten im Winter. Heute, am Wintersonnwendtag auf der Nordhalbkugel der Erde, steht die Sonne am tiefsten Punkt des Analemmas.

Analemmae, die auf verschiedenen  geografischen Breiten fotografiert werden, unterscheiden sich voneinander, aber auch Analemmae, die zu verschiedenen Tageszeiten aufgenommen werden. Dieses spezielle Analemma wurde aus 46 einzelnen Sonnenfotos aufgebaut, die im Laufe des Jahres 2003 in Athen (Griechenland) fotografiert wurden. Im Vordergrund dieses Kompositbildes steht die Korenhalle des antiken Erechtheions, das 407 v. Chr. fertiggestellt wurde.

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Sonnenwende in Newgrange

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Credit: Fotografie von Cyril Byrne – zur Verfügung gestellt von The Irish Times

Beschreibung: Die morgige Sonnenwende markiert den südlichsten Punkt der jährlichen Sonnenbewegung am Himmel des Planeten Erde sowie den astronomischen Beginn des Winters im Norden. Zur Feier der nördlichen Wintersonnenwende und des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 können Sie eine Internet-Liveübertragung des Sonnenaufgangs zur Sonnenwende beim megalithischen Hügelgrab von Newgrange in der Grafschaft Meath in Irland beobachten. Newgrange wurde vor 5000 Jahren erbaut und ist somit viel älter als Stonehenge, jedoch ebenfalls exakt zur Sonnwendsonne ausgerichtet. Auf dieser Ansicht von der inneren Kammer des Grabhügels treten die ersten Strahlen des Sonnwend-Sonnenaufgangs durch eine Öffnung über dem Eingang und leuchten einen 18 Meter langen Tunnel entlang, um den Boden am Fuß des verzierten Steines anzustrahlen. Vor 5000 Jahren wäre gegenwärtige Stein direkt von der Sonnwendsonne angestrahlt worden. Die Langzeitbelichtung zeigt auch die geisterhafte Gestalt eines sich bewegenden jetzt lebenden Astronomen. Um Live-Übertragung im Internet zu sehen, folgen Sie dem Link unten. Die Übertragung soll morgen Sonntag, 21. Dezember um 0830 koordinierte Weltzeit starten (9:30 Uhr Mitteleuropäische Zeit).

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Gemälde einer Sonnenfinsternis aus dem 18. Jahrhundert

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Gemälde: Cosmas Damian Asam; Digitalbild: Jay Pasachoff

Beschreibung: Ist dieses Gemälde die früheste realistische Darstellung einer totalen Sonnenfinsternis? Manche Historiker glauben das. Dieses Bild wurde 1735 von Cosmas Damian Asam, einem berühmten Maler und Architekten im Deutschland des frühen 18. Jahrhunderts, fertiggestellt. Deutlich zu sehen ist nicht nur eine totale Sonnenfinsternis, sondern auch die Sonnenkorona und der Diamantringeffekt, der zu sehen ist, wenn das Sonnenlicht nur noch zwischen den Mondbergen auf dem Mond hindurchfließt. Die dargestellte Person, die diese Finsternisphänomene beobachtet, ist der heilige Benedikt. Roberta J. M. Olson und Jay Pasachoff vermuten, dass Asam selbst eine oder alle der totalen Sonnenfinsternisse im Mai 1706, 1724 und 1733 beobachtet haben könnte. Viele Tatsachen bezüglich unseres astronomischen Universums, die heute als erwiesen gelten, wurden erst während des letzten Jahrhunderts bekannt oder in diesem genau erfasst. Asams Gemälde hängt derzeit im Kloster Weltenburg in Bayern (Deutschland).

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