Andromeda und Koboldblitze über Australien

Hinter einem Affenbrotbaum tobt ein Gewitter, man sieht sein Leuchten hinter einer Wolke am Horizont. Rechts über dem Baum zuckt ein riesiger Roter Kobold, links daneben leuchtet die Andromedagalaxie M31. Der Himmel darüber ist sternklar.

Bildcredit und Bildrechte: JJ Rao

Was passiert über diesem Baum? Zwei Dinge im Bild sind ganz verschieden. Links ist die Andromedagalaxie. Sie ist älter als die Menschheit und bleibt noch Milliarden Jahre bestehen. Andromeda (M31) ist ähnlich groß wie unsere Galaxis, die Milchstraße, und hat auch eine ähnliche Form.

Rechts ist ein Roter Kobold. Das ist eine Art von Blitzen, die nur den Bruchteil einer Sekunde existieren. Sie treten über mächtigen Gewittern auf. Erst vor 35 Jahren erkannte man Rote Kobolde als echtes Phänomen in der Atmosphäre.

Der Baum in der Mitte ist eine Art Affenbrotbaum (Adansonia gregorii). Er kann bis zu tausend Jahre alt werden. Natürliche Vorkommen der Adansonia gregorii sind Australien und Afrika. Sie können große Mengen Wasser speichern, nämlich bis zu 100.000 Liter. Dieses Bild entstand letzten Monat in der Nähe von Derby in Westaustralien.

Zur Originalseite

Die bipolaren Strahlströme von KX Andromedae

Aus dem Doppelstern KX Andromedae mitten im Bild schießen Strahlströme, die erst kürzlich entdeckt wurden. Sie sind leuchtend rot abgebildet. Das Bild ist von zarten diffusen Nebeln und dicht verteilten Sternen gefüllt.

Bildcredit und Bildrechte: Tim Schaeffer und das Deep-Sky-Kollectiv

KX Andromedae ist ein veränderlicher Stern. Atemberaubende bipolare Jets schießen aus diesem Stern ins All. Sie sind 19 Lichtjahre lang und wurden erst kürzlich entdeckt. Dieses Teleskopbild zeigt die Ströme beispiellos detailreich. Das Bild ist auf KX Andromedae zentriert. Es besteht aus über 692 Stunden kombinierter Bilddaten.

KX Andromedae wurde spektroskopisch als wechselwirkender Doppelstern erkannt. Es besteht aus einem hellen, heißen Stern vom Typ B und einem aufgeblähten, kühlen Riesenstern als engem Begleiter. Wahrscheinlich strömt Materie des kühlen Riesensterns über eine Akkretionsscheibe auf den heißen B-Stern. Spektakuläre, symmetrische Jets schießen senkrecht aus der Scheibe.

Die bekannte Entfernung zu KX Andromedae beträgt 2500 Lichtjahre. Wenn man die scheinbare Größe der Jets und die geschätzte Neigung der Akkretionsscheibe berücksichtigt, ergibt das eine Länge von erstaunlichen 19 Lichtjahren für jeden Jet.

Zur Originalseite

Andromeda und ihre Freundinnen

Die Andromedagalaxie liegt schräg im Bild. Links oben ist die Galaxie M32, unten die Galaxie M110. Im Bild verlaufen rot leuchtende Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Piotr Czerski

Diese prachtvolle Himmelslandschaft liegt außerhalb unserer Galaxis. Sie zeigt die Andromeda-Galaxie. Diese große Spiralgalaxie ist unserer Milchstraße am nächsten gelegen. Sie wurde als Messier 31 (M31) katalogisiert. Zusammen mit Messier 32 (M32) und Messier 110 (M110) bildet sie eine Dreiergruppe von Objekten aus dem Messier-Katalog. Sie befinden sich im selben Gesichtsfeld.

In diesem Bild befindet sich M32 links vom hellen Kern der Andromeda-Galaxie. M110 liegt rechts darunter. M32 und M110 sind beides elliptische Galaxien und Begleitgalaxien der größeren Andromeda-Galaxie.

Für dieses Bild wurden 60 Stunden Aufnahmen mit Breitband- und Schmalbandfiltern kombiniert. Die tiefbelichtete Teleskopansicht macht faszinierende Details sichtbar. Dazu zählen Staubbänder, junge Sternhaufen und Sternentstehungsgebiete an den Spiralarmen der Andromeda-Galaxie. Vorne befinden sich lichtschwache Wolken aus leuchtendem Wasserstoff. Derzeit sind die Andromeda-Galaxie und ihre beiden Begleiter etwa 2,5 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße, unserer eigenen großen Spiralgalaxie, entfernt.

Zur Originalseite

50 Lichtjahre bis 51 Pegasi

Über der Kuppel eines Observatoriums, das zwischen Bäumen steht, leuchten Sterne am aufgehellten Himmel. Grüne Linien ziehen die Sternbilder Pegasus und Andromeda. Kreise markieren die Galaxien M31 und M33, den Planeten Saturn und 51 Pegasi.

Bildcredit und Bildrechte: José Rodrigues

Es sind nur 50 Lichtjahre bis 51 Pegasi. Diese Momentaufnahme vom August 2025 zeigt die Position dieses Sterns. In dieser Nacht sah man über der Kuppel des Observatoire de Haute-Provence in Frankreich überwiegend hellere Sterne.

Im Oktober 1995 gaben die Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz eine bahnbrechende Entdeckung bekannt, die sie an diesem Observatorium gemacht hatten. Das war vor dreißig Jahren. Mit Hilfe eines präzisen Spektrografen hatten sie einen Planeten entdeckt, der 51 Peg umkreist. Es war der erste bekannte Exoplanet, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

Mayor und Queloz maßen mit dem Spektrografen die Veränderungen der Radialgeschwindigkeit des Sterns. Diese regelmäßige Schwankung entsteht durch die Anziehungskraft des Planeten, der um den Stern kreist. Der Planet mit der Bezeichnung 51 Pegasi b hat laut Messungen eine Masse von mindestens der Hälfte der Masse von Jupiter. Seine Umlaufzeit beträgt 4,2 Tage. Damit ist der Exoplanet viel näher an seinem Heimatstern als Merkur an der Sonne.

Ihre Entdeckung wurde schnell bestätigt. 2019 erhielten Mayor und Queloz schließlich den Nobelpreis für Physik. 51 Pegasi b gilt heute als Prototyp einer Klasse von Exoplaneten, die liebevoll als heiße Jupiter bezeichnet werden. 2015 erhielt er den offiziellen Namen Dimidium, das ist die lateinische Bezeichnung für „die Hälfte“. Seit er vor 30 Jahren entdeckt wurde, fand man mehr als 6.000 Exoplaneten.

Zur Originalseite

Meteor vor Galaxie

Ein Meteor blitzt vor der fernen Andromedagalaxie Messier 31 auf. Die lange Spur lodert immer wieder grünlich auf. Sie trifft fast das Zentrum von M31.

Bildcredit und Bildrechte: Fritz Helmut Hemmerich

Was ist das für ein grüner Streifen vor der Andromedagalaxie? Ein Meteor. Im Jahr 2016 wurde die Andromedagalaxie fotografiert. Gleichzeitig war der Meteorstrom der Perseïden zu sehen. Nahe dem Maximum dieses Meteorstroms schoss ein kleiner Stein aus den Tiefen des Weltraums durchs Bild. Seine Leuchtspur verlief genau vor der weit entfernten Begleiterin unserer Milchstraße.

Der kleine Meteor brauchte nur den Bruchteil einer Sekunde, um das 10 Grad große Feld zu durchkreuzen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre wurde er stark abgebremst. Dabei flackerte er mehrmals hell auf. Die grüne Farbe entsteht teilweise durch das ausströmende Gas, das dabei verdampft.

Die Aufnahme war so geplant, dass sie einen Meteor der Perseïden einfangen sollte. Doch die Richtung des Streifens im Bild passt besser zu einem Meteor der südlichen Delta-Aquariiden. Dieser Meteorstrom erreichte das Maximum vor einigen Wochen.

Der Höhepunkt des Meteorstroms der Perseïden findet „zufällig“ kommende Woche statt. Der fast volle Mond erhellt dann den Nachthimmel. Daher ist es dieses Jahr schwierig für die Meteore, den bereits hellen Himmel zu überstrahlen.

Zur Originalseite

Blaue Bögen in Richtung Andromeda

Die Andromedagalaxie liegt steil im Bild. Ihre Spiralarme sind rot gesprenkelt. Links daneben leuchten blaue Nebel. Außerdem ist die Galaxie von rötlichen Wolken umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Ogle et al.

Was sind diese riesigen blauen Bögen neben der Andromedagalaxie (M31)? Die zarten Bögen, SDSO 1 genannt, wurden 2022 von Amateurastronomen entdeckt. Sie umspannen fast die gesamte Länge von M31.

Zunächst war der Ursprung der Bögen rätselhaft: Befinden sie sich tatsächlich neben der Andromedagalaxie, oder sind sie in der Nähe unserer Sonne? Jetzt, nach über 550 Stunden Belichtungszeit, hat die Zusammenarbeit zwischen Amateuren und Profis deutliche Hinweise auf die wahre Natur der Bögen erbracht. SDSO 1 ist kein intergalaktisches Objekt, sondern eine neue Klasse planetarischer Nebel in unserer Galaxie.

SDSO 1 wird als Ghost Planetary Nebula (GPN) bezeichnet. Es ist das erste anerkannte Objekt in einer neuen Unterklasse von verblassten planetarischen Nebeln. Sieben weitere wurden ebenfalls vor kurzem identifiziert. Extrem schwache Sauerstoffemissionen von den Schockwellen sind in Blau zu sehen. Das umgebende Rot entsteht durch ein Band von Wasserstoffemissionen, die auf das Alter des GPN hinweist.

Zur Originalseite

Regenbogen-Nachthimmellicht über den Azoren

Über Wasser, Wolken und den Lichtern einer Stadt schimmert ein Sternenfeld. Seltsamerweise ist es nicht schwarz, sondern zeigt eine Mischung aus transparenten Farben, die sich diagonal wiederholen.

Bildcredit und Bildrechte: Miguel Claro (TWAN); überlagerte Beschriftung: Judy Schmidt

Warum leuchtet der Himmel wie ein gigantischer Regenbogen, der sich wiederholt? Die Antwort lautet: Nachthimmellicht (Airglow). Die Luft leuchtet ständig, doch normalerweise ist das kaum zu sehen. Eine Störung kann allerdings deutliche Wellen in der Erdatmosphäre erzeugen. Das kann z. B. ein herannahender Sturm sein. Solche Schwerewellen sind Schwingungen in der Luft, ähnlich wie Wellen, die entstehen, wenn man einen Stein in ruhiges Wasser wirft.

Diese lang belichtete Aufnahme betont die wellenförmigen Strukturen. Der Grund ist vermutlich, dass sie fast genau entlang der senkrechten Wände des Nachthimmellichtes aufgenommen wurde.

Soweit so gut, doch wie entstehen die Farben? Der dunkelrote Schein stammt vermutlich von OH-Molekülen in etwa 87 Kilometern Höhe. Sie werden dort vom ultravioletten Licht der Sonne angeregt. Airglow in Orange und Grün entsteht wohl, wenn Natrium- und Sauerstoffatomen etwas höher in der Atmosphäre angeregt werden.

Dieses Bild wurde bei einer Besteigung des Mount Pico auf den Azoren in Portugal aufgenommen. Der Lichtschein vom Boden stammt von der Insel Faial im Atlantischen Ozean. Hinter den Bändern des Nachthimmellichtes ist ein spektakulärer Himmel zu sehen. Mitten im Bild verläuft das Zentralband unserer Milchstraße. Die Andromedagalaxie (M31) ist oben links zu erkennen.

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

UGC 1810: Hubble zeigt einen wilden Galaxienkampf

Die Galaxie UGP 1810 im Sternbild Andromeda hat wild geschlungene Spiralarme. In der Mitte sind das Zentrum und die Spiralarme gelb, außen herum blau und teilweise fleckig.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Barbeitung und Bildrechte: Domingo Pestana

Was passiert denn mit dieser Spiralgalaxie? Es muss sich wohl um die Folgen eines galaktischen Kampfes handeln. Auch wenn einige Details noch ungewiss sind, ist klar, dass der Mitstreiter eine kleinere Nachbargalaxie ist und der Kampf noch andauert. Die Galaxie im Bild ist unter dem Namen UGC 1810 bekannt. In Kombination mit ihrem Kollisionspartner wird sie auch Arp 273 genannt.

Ihre Form – insbesondere den äußeren blauen Ring – verdankt sie wohl heftigen gravitativen Wechselwirkungen. Die blaue Farbe des Rings wird von massereichen Sternen verursacht. Diese Sterne sind erst vor einigen Millionen Jahren entstanden, sie sind sehr heiß und strahlen daher blau. Der innere Teil der Galaxie erscheint älter, röter und ist von kühlen Staubbändern durchzogen. Im Vordergrund sind auch einige helle Sterne zu sehen, die aber keinen Bezug zu UGC 1810 haben. Gleiches gilt für die Galaxien, die im Hintergrund gut zu erkennen sind.

Arp 273 ist in einer Entfernung von 300 Millionen Lichtjahren im Sternbild Andromeda zu finden. Höchstwahrscheinlich wird UGC 1810 ihren galaktischen Partner in den nächsten Milliarden Jahren verschlingen und die Form einer klassischen Spiralgalaxie annehmen.

Zur Originalseite