Der flüchtige Quallennebel

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Bildcredit und Bildrechte: Dieter Willasch (Astro-Cabinet)

Beschreibung: Der Quallennebel, normalerweise blass und flüchtig, wurde auf dieser faszinierenden Teleskopansicht eingefangen. Er dümpelt in der Nähe des hellen Sterns Eta Geminorum am Fuß eines himmlischen Zwillings. Der Quallennebel lässt seine Tentakel links neben dem hellen, gebogenen Rand des Emissionsnebels baumeln. Eigentlich ist die kosmische Qualle Teil des blasenförmigen Supernovaüberrestes IC 443, der sich ausdehnenden Trümmerwolke eines massereichen Sterns, der explodiert ist. Das Licht der Explosion erreichte vor mehr als 30.000 Jahren erstmals den Planeten Erde. Wie auch der  Supernova-Überrest Krebsnebel, sein Vetter in astrophysischen Gewässern, enthält IC 443 bekanntlich einen Neutronenstern, der Überrest des kollabierten stellaren Kerns. Der Quallennebel ist etwa 5000 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz hätte dieses Bild eine Breite von etwa 100 Lichtjahren.

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Die große Spiralgalaxie NGC 7424

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Bildcredit und Bildrechte: SSRO-Süd (S. Mazlin, J. Harvey, D. Verschatse, R. Gilbert) und Kevin Ivarsen (UNC/CTIO/PROMPT)

Beschreibung: Die gewaltigen, gewundenen Arme der von oben sichtbaren Spiralgalaxie NGC 7424, die einen markanten Zentralbalken besitzt, wirken fast hypnotisierend. Dieses Inseluniversum im kopfüber fliegenden Sternbild Kranich (Grus) ist etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren, womit es unserer Milchstraße bemerkenswert ähnlich ist. Entlang der gewundenen Arme sind viele helle Haufen massereicher junger Sterne zu finden. Die Sternhaufen selbst haben Durchmesser von mehreren Hundert Lichtjahren. Und während massereiche Sterne in den Armen von NGC 7424 geboren werden, sterben sie dort auch. Insbesondere war in dieser Galaxie eine mächtige Sternexplosion zu beobachten, die Supernova SN 2001ig, die lang vor der Aufnahme des obigen Bildes wieder verblasste.

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AE Aurigae und der Flammensternnebel

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Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Beschreibung: AE Aurigae wird flammender Stern genannt. Der ihn umgebende Nebel IC 405 heißt Flammensternnebel, und die Region scheint Rauch zu enthalten, doch hier gibt es kein Feuer. Feuer, womit üblicherweise die rasante molekulare Bindung an Sauerstoff gemeint ist, tritt nur auf, wenn ausreichend Sauerstoff vorhanden ist, und ist in einer so energiereichen, sauerstoffarmen Umgebung nicht von Bedeutung. Die Materie, die wie Rauch aussieht, ist hauptsächlich interstellarer Wasserstoff, enthält jedoch rauchähnliche dunkle Fasern aus kohlenstoffreichen Staubkörnchen. Der helle Stern AE Aurigae nahe der Nebelmitte ist so heiß, dass er blau leuchtet und so energiereiches Licht abstrahlt, dass es Elektronen aus den Atomen des umgebenden Gases herausschlägt. Wenn ein Atom mit einem Elektron rekombiniert, wird Licht abgestrahlt, wodurch der umgebende Emissionsnebel entsteht. Auf diesem kosmischen Porträt ist der Flammensternnebel etwa 1500 Lichtjahre entfernt, umfasst ungefähr 5 Lichtjahre und ist mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Fuhrmann (Auriga) zu sehen.

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Der dunkle Turm im Skorpion

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Bildcredit und Bildrechte: Don Goldman

Beschreibung: Diese kosmische Staubwolke, die als Silhouette vor einem dicht gedrängten Sternenfeld im Sternbild Skorpion zu sehen ist, erinnert so manchen an einen unheimlichen dunklen Turm. Und es könnten tatsächlich Klumpen aus Staub und molekularem Gas im Dunkelnebel lauern, die kollabieren und später Sterne bilden. Das Gebilde umfasst auf diesem großartigen Teleskopporträt fast 40 Lichtjahre. Die zurückgefegte Wolke, die als kometenartige Globule bekannt ist, erstreckt sich von rechts unten zum Kopf (der Turmspitze) links über der Mitte und wird vom intensiven Ultraviolettlicht der OB-Assoziation sehr heißer Sterne in NGC 6231 außerhalb des oberen Bildrandes geformt. Das energiereiche Ultraviolettlicht liefert auch die Energie für das angrenzende rötliche Leuchten des Wasserstoffs. Heiße, im Staub eingebettete Sterne sind als bläuliche Reflexionsnebel zu sehen. Dieser dunkle Turm, NGC 6231 und die mit ihm verbundenen Nebel sind etwa 5000 Lichtjahre entfernt.

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Stereobild von Helene

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Credit: Cassini Imaging Team, ISS, JPL, ESA, NASA; Stereobild von Roberto Beltramini

Beschreibung: Holen Sie Ihre rot-blauen Brillen und schweben Sie über Helene, einem kleinen, eisigen Saturnmond. Die passend benannte Helene ist einer von vier uns bekannten Trojanermonden, die so genannt werden, weil sie bei einem Lagrangepunkt kreisen. Ein Lagrangepunkt ist eine gravitativ stabile Position in der Nähe zweier massereicher Körper, in diesem Fall Saturn und der größere Mond Dione. Die unregelmäßig geformte Helene (zirka 36 x 32 x 30 Kilometer) kreist bei Diones vorauslaufendem Lagrangepunkt, während der eisige Brudermond Polydeuces Dione am nachfolgenden Lagrangepunkt hinterherwandert. Die scharfe Stereo-Anaglyphe wurde aus zwei Cassinibildern (N00172886, N00172892) erstellt, die 2011 bei einem nahen Vorbeiflug fotografiert wurden. Das Bild zeigt einen Teil der zu Saturn gerichteten Halbkugel Helenes, die mit Kratern und kanalartigen Strukturen geädert ist.

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Sonnenaufgang über Tycho

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Credit: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Beschreibung: Der Zentralbergkomplex Tychos wirft beim örtlichen Sonnenaufgang über dieser spektakulären Mondlandschaft einen langen, dunklen Schatten. Die dramatische schräge Ansicht wurde am 10. Juni 2011 vom Lunar Reconnaissance Orbiter fotografiert. Unglaublich detailreich sind auf der am höchsten aufgelösten Version mit 1,5 Metern pro Bildpunkt mit Felsbrocken übersäte Hänge und gezackte Schatten zu sehen. Der zerklüftete Komplex ist etwa 15 Kilometer breit und entstand durch Anhebung bei dem gigantischen Einschlag, der vor 100 Millionen Jahren den bekannten Strahlenkrater erzeugte. Der Gipfel seines Zentralberges erhebt sich 2 Kilometer über Tychos Kraterboden.

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Die offenen Sternhaufen M35 und NGC 2158

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Bildcredit und Bildrechte: Dieter Willasch (Astro-Cabinet)

Beschreibung: Offene Sternhaufen können nahe oder fern sein, jung oder alt, diffus oder kompakt. Sie sind in der Nähe der Ebene unserer Milchstraße zu finden und können 100 bis 10.000 Sterne enthalten, die allesamt fast zur gleichen Zeit entstanden. Helle blaue Sterne markieren häufig jüngere offene Haufen. M35 oben links ist relativ nahe – nur 2800 Lichtjahre entfernt -, relativ jung – 150 Millionen Jahre -, und relativ diffus – er enthält etwa 2500 Sterne, die in einem Raum von 30 Lichtjahren verteilt sind. Der ältere, kompaktere offene Haufen NGC 2158 befindet sich unten rechts. NGC 2158 ist viermal weiter entfernt als M35, mehr als 10 Mal so alt und viel kompakter, da wesentlich mehr Sterne auf ungefähr dem gleichen Raum verteilt sind. NGC 2158s helle blaue Sterne haben sich selbst zerstört, weshalb das Licht des Haufens von älteren, gelblicheren Sternen dominiert wird. Beide Haufen sind im Sternbild Zwillinge (Gemini) zu sehen.

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Die Einsteinkreuz-Gravitationslinse

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Bildcredit und Bildrechte: J. Rhoads (Arizona State U.) et al., WIYN, AURA, NOAO, NSF

Beschreibung: Die meisten Galaxien haben einen einzelnen Kern – hat diese Galaxie vier? Die seltsame Antwort führt Astronomen zu dem Schluss, dass der Kern der umgebenden Galaxie auf diesem Bild nicht einmal sichtbar ist. Das zentrale Kleeblatt ist vielmehr Licht, das von einem Hintergrundquasar abgestrahlt wird. Das Gravitationsfeld der sichtbaren Vordergrundgalaxie bricht das Licht dieses fernen Quasars in vier Einzelbilder. Der Quasar muss genau hinter der Mitte einer massereichen Galaxie liegen, damit ein Trugbild wie dieses entsteht. Der Effekt ist allgemein als Gravitationslinseneffekt bekannt, und dieser spezielle Fall wird Einsteinkreuz genannt. Noch seltsamer ist jedoch, dass die relative Helligkeit der Bilder des Einsteinkreuzes variiert, was durch einen gelegentlichen zusätzlichen Mikrogravitationslinseneffekt einzelner Sterne in der Vordergrundgalaxie verursacht wird.

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Ein Doppelsternhaufen

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Bildcredit und Bildrechte: F. Antonucci, M. Angelini und F. Tagliani, ADARA Astrobrallo

Beschreibung: Nur wenige Sternhaufen sind so nahe beieinander zu sehen. Etwa 7000 Lichtjahre entfernt jedoch ist dieses Paar offener oder galaktischer Sternhaufen zu finden, das mit einem Fernglas leicht zu finden ist, ein liebliches Sternenfeld im nördlichen Sternbild Perseus. Er ist in Regionen mit dunklem Himmel auch mit bloßem Auge sichtbar und wurde 130 v.Chr. vom griechischen Astronomen Hipparch katalogisiert. Die Haufen selbst, nunmehr bekannt als h und Chi Persei oder NGC 869 (rechts oben) und NGC 884, sind nur wenige Hundert Lichtjahre voneinander entfernt und enthalten Sterne, die viel jünger und heißer sind als die Sonne. Zusätzlich dazu, dass sie physisch nahe beisammen liegen, ist auch das Alter der Haufenaufgrund Schätzungen des Alters ihrer Einzelsterne – ähnlich – ein Hinweis darauf, dass beide Haufen wahrscheinlich das Produkt derselben Sternbildungsregion waren.

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